NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 217

Die drei größten Flirtfehler und drei Tipps von uns

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In dieser Folge

Darum geht es

Flirten ist doch einfach! Ein Lächeln, eine offene Frage, bewusste Aufmerksamkeit. Fertig ist der Lack. Nur, wenn dann die Chance da ist und Du bist unter Menschen oder Du hast im Online Meeting einen sehr netten Kollegen, der Dir privat zuchattet, weil Du so charmant gelächelt oder etwas Witziges gesagt hast… dann machen viele Menschen die heftigsten Flirt Fehler, die es gibt. Um genau zu sein, versündigen sie sich unbewusst an dem schönsten Andock-Moment der Welt. Denn Flirten ist nicht zwingend der Beginn einer 30jährigen Ehe. Flirt ist vielmehr der vielversprechende Anfang einer wozu auch immer gedachten Kommunikation. Flirtend den Erstkontakt aufzubauen erhöht nämlich die Wahrscheinlichkeit auf eine witzige und spannende Unterhaltung, einen erfolgreichen Vertragsabschluss oder sogar eine langjährige Beziehung. Und wer aus ist auf ein Abenteuer oder eine Affäre… na der kommt ums Flirten schon mal gar nicht drumrum.

Miri und Florian beschäftigen sich in dieser NLP Folge zwar nur am Rande mit der sogenannten Pick-Up-Szene – und wie immer ist auch an intendiert verführendem Gebaren eine Spur Lernen versteckt.

Konkret geht es um drei Flirtfehler und drei (eigentlich vier) Tipps: die eigenen Glaubenssätze übers Flirten, die Frage nach dem Wozu, das Lächeln und den eigenen Gesichtsausdruck. Miriam erzählt, wie sie Florian mit einem Kompliment über seine Jonglierkünste angeflirtet hat, und beide zeigen, warum offene W-Fragen und echtes Zuhören mehr bringen als über sich selbst zu reden. Wer sich fragt, wie man Smalltalk übt, mit einem Korb umgeht oder Komplimente machen lernt — und was NLP, Pacing und Leading damit zu tun haben — findet hier den Einstieg.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. NLP, Flirten und die Pick-up-Frage
  2. Der erste Fehler: Was glaubst du übers Flirten?
  3. Tipp eins: Lächeln — und das eigene Gesicht kennenlernen
  4. Tipp zwei: Komplimente üben — Miriam flirtet Florian an
  5. Tipp drei (und vier): Offene Fragen stellen und wirklich zuhören
  6. Flirten ist überall — vom Smalltalk bis vor die Kamera

Ein Zwinkern aus dem Nachbarauto an der Ampel. Ein Kompliment von jemandem, den du nie zuvor gesehen hast. Miriam und Florian ziehen die Grenzen des Flirtens viel weiter, als du vielleicht denkst — und zeigen, warum die meisten schon beim ersten kleinen Andocken danebengreifen. Von Glaubenssätzen über den eigenen Gesichtsausdruck bis zum Zuhören: Hier bekommst du drei Fehler und (heimlich) vier Tipps.

NLP, Flirten und die Pick-up-Frage

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Welcome to the hottest podcast that we ever did.

Florian: Was? Ja. Made wahrscheinlich, nicht did.

Miriam: That we ever made. Guck mal, super. Ich lerne nur noch Englisch.

Florian: Ja.

Miriam: Das ist auch flirten, oder? Das ist unser Thema heute. Die drei fatalsten Fehler beim Flirten. Auf Englisch? Und natürlich, weil wir die Weisheit mit Löffeln gegessen haben beim Flirten, weil wir die Klugscheißer vorm Herrn sind, wenn es darum geht anzubandeln, gibt es auch die drei besten Tipps aus der NLP-Schublade.

Florian: Wir machen jetzt, nee, nee, nee, nee, nee. Wir machen nicht hier Pick-up-Szene.

Miriam: Das hat sich eine Hörerin gewünscht.

Florian: Ja?

Miriam: Ja. Und sie hat sogar was von der Pick-up-Szene geschrieben. Genau. Dass NLP ja auch benutzt wird, um — hauptsächlich von Männern übrigens — um da draußen gezielt, ich sage jetzt mal ganz platt, Frischfleisch zu fangen. Oder nickt der Flo, woher weißt denn du das?

Florian: Ja, weil das eins der Anwendungsgebiete des NLP ist, tatsächlich. Also eins der, warum Menschen zu NLP finden.

Miriam: Wow.

Florian: Ich habe unter anderem meine Trainerausbildung bei Christian Berlin gemacht, der hat ganz viele Menschen im Practitioner drin, also das sind 400, 500, 600 Menschen in einer Grundausbildung drin und da kommen natürlich alle möglichen Figuren und Motive und ein Teil kommt aus dieser Szene auch heraus, die dann doch mehr wissen wollen, weil es in Teilen funktioniert.

Miriam: Und vielleicht darf ich jetzt mal ein Stück zurückrudern, wen wundert's? Also da, wo wir kommunizieren, da können wir auch flirten. Wenn wir aufhören zu kommunizieren, findet einfach kein Flirt statt.

Florian: Oder Verkäufer beschäftigen sich ja seit Jahrzehnten mit NLP.

Miriam: Politiker auch. Also das sind ja auch dieses, was hat der Kleene heute aus der Schule gesagt? Mama, das ist wie mit dem Feuer. Das kann schön warm machen, aber man kann sich auch dran verbrennen. Also es kommt sozusagen immer so ein bisschen darauf an, wer Sprache wie benutzt und wenn jemand wirklich was Böses will oder intrigante Absichten hat, dann ist es jetzt auch wurscht, ob derjenige NLP kann oder nicht, dann wird er das auch irgendwie anders performen. Das ist meine Einstellung dazu. So, wenn wir jetzt mal wieder zurückkommen zu dieser Idee von, wenn jemand präzise Kommunikation lernt und sich sehr intensiv befasst mit, was machen denn Worte im Gehirn und wie beeinflussen sich Menschen sowieso ständig gegenseitig und wie tun sie es eventuell gezielt, dann kann ich mir vorstellen, dass es für den einen oder anderen Sinn macht, NLP auch dafür zu lernen. Wo ich es ja schön finde, ist, wenn jetzt zum Beispiel jemand sich einsam fühlt und hätte gern wirklich einen Partner und glaubt nicht so richtig, dass er oder sie gut ist im Flirten. Da sind wir ja an einer anderen Stelle, da sind wir ja bei Glaubenssätzen.

Florian: Genau, da sind wir beim NLP mit sich selber. Also da geht es ja erstmal darum, wie kann ich mich aufstellen, was kann ich für mich tun, um positiver gestimmt zu sein, um entspannter in solche Situationen reinzugehen, um vielleicht auch mit dem einen oder anderen herben Rückschlag umgehen zu können. Oder was auch immer so ein herber Rückschlag wäre an der Stelle. Um damit leichter umzugehen und entspannt trotzdem ins nächste Gespräch zu gehen.

Der erste Fehler: Was glaubst du übers Flirten?

Miriam: Ich denke auch, da sind wir bei dem ersten fatalen Fehler, den ich bemerke, wenn Menschen mit dieser Herausforderung zum Beispiel auch früher ins Coaching gekommen sind, dass da ganz viele Ideen sind über, ich kann das auch nicht so wie die anderen, ich bin halt nicht so ein Casanova oder ich bin nicht so eine... Flirty Frau und ich traue mich ja noch nicht mal jemanden anzugucken, wenn ich irgendwo bin. Da bin ich viel zu schüchtern für. Wir bezeichnen das im NLP als manifeste eigene Regeln, die das Gehirn von Menschen sich baut, nachdem es mal ein oder zwei doofe Erfahrungen gemacht hat. Zum Beispiel. Oder auch wenn es einem Gehirn beigebracht wurde von den Eltern. Wenn Eltern sowas behaupten würden wie in unserer Familie wird nicht geflirtet. Das kann ja auch keiner. Dann fragen wir uns natürlich, wie haben die das gemacht, dass die sich kennengelernt haben? Und auf der anderen Seite, klar, wenn jemand das jetzt von sich glaubt, weil er zum Beispiel schon mal bei einem Flirt einen Korb bekommen hat.

Florian: In der Tat, ne? Vielleicht auch schon fünf Körbe bekommen.

Miriam: Menschen nehmen so all ihren Mut zusammen, ja. Und dann passiert so gar nichts. Ich habe auch das Gefühl, dass es Menschen gibt, die haben genauso viele Körbe bekommen, nur die verarbeiten das irgendwie anders. Ich habe ein Gefühl, die haben so einen Ticker im Kopf. Die zählen nur die erfolgreichen Flirts. Und dann ist ja auch wieder die Frage, und das ist die nächste Frage, die sich Menschen echt stellen dürfen und die sich kaum jemand stellt da draußen, wozu denn flirten? Also willst du einfach nur so ein bisschen Kontakt mit anderen Menschen haben, da geht ja ein Flirt schon los. Wenn ich an der Ampelkreuzung, war jetzt neulich wieder, hier im Rheinland gibt es viele Ampeln, viele große Städte, ja da zwinkert immer mal einer aus dem Nebenauto rüber.

Florian: Was?

Miriam: Ja, wirklich. Ist es dann schon ein Flirt? Ja. Wenn ich zurückzwinker, noch mehr. Heißt es, dass ich mit dem dann eine Beziehung anfange oder einen One-Night-Stand habe? Nö. Nur es passiert eben. Oder Florian wird angelächelt.

Florian: Ich bin schockiert.

Miriam: Ich sehe auch, dass manche Teilnehmerinnen dich anlächeln während unserer Seminare. Ist es dann ein Flirt?

Florian: Hoffentlich habe ich da was Lustiges gemacht. Oder war unterhaltsam.

Miriam: Ja, das hoffe ich auch sehr für dich. Also, wo fängt ein Flirt an, wo hört er auf? Und wenn du anfangen würdest zu flirten, wozu dann? Also das erste so mal zu hinterfragen, was glaubst du, wie stark du im Flirten bist? Und ich weiß, einige unserer Hörerinnen und Hörer werden jetzt sagen, ey, mega. Bin auf einer Party, kenne keinen, nach fünf Minuten zehn Visitenkarten in der Tasche. Und auch irgendwie schon drei Drinks bezahlt bekommen.

Florian: Und dann ist das Flirten.

Miriam: Und dann ist das Flirten, klar. Weil die das schon dazu zählen und weil das mit Sicherheit auch dazu gehört. Denn wenn wir es so weit treiben wollen, dass wir wirklich dann auch eine Beziehung damit starten oder eine Affäre oder ein One-Night-Stand, dann geht es ja über eine gewisse Stufe hinaus. Dann ist der Flirt ja auch schon abgeschlossen. Weil was bedeutet denn flirten?

Florian: Wie definierst du es denn? Wenn das schon das Anzwinkern aus dem Auto an der Ampel nebenan ist.

Miriam: Ja, so habe ich das gelernt, also dass das ein Flirt ist und nicht ein, wir führen jetzt intensive Gespräche über die nächsten 10 Ehejahre, die wir vielleicht miteinander verbringen.

Florian: Es ist dieses jemand anders ein gutes Gefühl machen oder so einen kurzen geteilten Moment mit einem anderen Menschen haben, wo beide sich ein bisschen besser fühlen als vorher, oder wie?

Miriam: Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass menschliche Gehirne sehr gerne Liebe und Anerkennung mögen, also dass wir es mögen, Aufmerksamkeit geschenkt zu bekommen, manche Menschen überlegen sich ja auch sehr seltsame Strategien, um Aufmerksamkeit zu erlangen, dann wäre das natürlich ein, ich schenke jemandem Aufmerksamkeit. Und das ist ein großes Geschenk. Gerade in einer Zeit, in der viele hektisch aneinander vorbeirennen. Und ich erfahre das als absolut irrsinnig, wenn jemand, der mich überhaupt nicht kennt und das ist schon passiert bisweilen, angesprochen hat und zum Beispiel sowas gesagt hat wie, Entschuldigung, was ich Ihnen mal sagen möchte, Sie haben eine fantastische Ausstrahlung. Da sind wir bei Komplimenten. Und das ist ein Ansatz zu einem Flirt. Wir kennen uns nicht, wir haben uns vorher nie getroffen. Jemand sagt was und fragt nicht nach einer Straße, wobei das geht auch. Also wenn es der bessere Grund ist. Immerhin, daraus kann ja auch sowas werden. Oder danach könnte ja das Kompliment — guck mal, ich werde hier wohl zur Flirtberaterin gerade. Ich merke, ich habe ein großes Talent noch gar nicht richtig geresourct.

Florian: Wir könnten da ein Seminar draus machen. Apropos, unser Seminarkalender kommt tatsächlich jetzt.

Miriam: Oh ja, der kommt jetzt.

Florian: Der kommt.

Miriam: Also grundsätzlich, wenn da jetzt so eine Situation in deinem Leben wäre, wo du sagst, ich hätte irgendwie schon gerne einen neuen Partner oder ich würde gerne, obwohl ich Single bin und das auch bleiben möchte, gerne einfach mal zwischendurch neue Partnerinnen, neue Partner kennenlernen, um mich dann vielleicht zu entscheiden oder was auch immer zu tun. Dann ist ja der Flirt das Erste, was passiert. Ohne Flirt kein Kennenlernen. Und was in diesem Flirt oder was aus diesem Flirt wird, das ist ja die spannende Frage. Der Flirt erstmal ist ja nur ein sehr zartes Andocken in meiner Welt. Also einen Kontakt knüpfen, eine Aufmerksamkeit schenken und da glaube ich, gibt es schon den größten Fehler, ist da anzunehmen, das ist gleich schon ein Ehevertrag.

Florian: Also, dass da so eine Wichtigkeit, eine Schwierigkeit, auch eine Größe drin liegt, weil manchmal ist es ja auch so, ich habe das in Business-Meetings auch, manchmal in einem Workshop oder in einem Meeting, das ich moderiere, sitzt jemand drin und ich habe das Gefühl, um Gottes Willen, wenn ich mich am Gesicht von dieser Person messe, dann geht hier alles gerade schief und nichts funktioniert. Und dann hinterher nehme ich mir die Person und frage so, oh, mir ist aufgefallen, irgendwie schwierig, was ist denn los? Und dann erzählen die mir die Geschichte von zu Hause. Dass zu Hause das Kind krank im Bett liegt und die eigentlich gar nicht in der Arbeit sein wollen oder dann geht es darum, dass die vorhin im Job irgendwie eine andere Geschichte bekommen haben. Also manchmal hat es ja gar nichts mit mir dann zu tun oder mit dem, was wir machen. Und das, wo ich dachte, hier geht es den Bach runter, ist eigentlich irgendwo anders, ist irgendwie eine Herausforderung. Und hier ist alles prima gewesen. Nur, woher soll man es wissen?

Miriam: Also es war gar kein unausgesprochener Korb an den Trainer oder ein unausgesprochener Korb auf einen Blick, der nicht erwidert ist oder so.

Florian: Sondern manchmal ist es einfach, da treffen sich Menschen zu einer Zeit, wo der eine Mensch was zu tun hat im Kopf.

Miriam: Wenn ich es mir so überlege, weiß ich gar nicht, wie viele Flirtversuche von anderen ich einfach auch übersehen habe vielleicht. Also manche habe ich mitbekommen, offensichtlich, ich bin verheiratet, nur manche eben auch nicht. Und wahrscheinlich sehr viele, weil ich so in meinem Kopf unterwegs war oder so über die Straße gerannt bin. Vielleicht hat mich jemand nett angeguckt oder angezwinkert oder angelächelt und ich habe es gar nicht mitbekommen. Also auch da so eine Grundwachheit zu haben für, ja, wir Menschen mögen das grundsätzlich und da auch mit so einer Idee loszuziehen. Also grundsätzlich ist es schön, von anderen Aufmerksamkeit zu bekommen, selbst Aufmerksamkeit zu stiften und mit einem Lächeln, also da sind wir jetzt beim Gesichtsausdruck.

Tipp eins: Lächeln — und das eigene Gesicht kennenlernen

Florian: Oh, das ist wahrscheinlich dein erster Tipp, oder?

Miriam: Genau. Das ist schon mal leichter als mit einem Gesicht, das insgesamt dem Erdboden zugeneigt ist. Vielleicht sogar noch mit Schultern.

Florian: Ja, dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Miriam: Also lächeln ist tatsächlich… Und ich glaube, dass viele Menschen ihre Gesichtszüge ganz oft auch gar nicht so unter Kontrolle haben oder sich gar nicht bewusst sind, wie sie gerade reinschauen. Das ist auch normal, wir beobachten uns ja nicht ständig im Spiegel und ich habe da natürlich ein tolles Training, weil ich mich so oft, so viele Stunden selbst auf Film- und Fernsehmaterial beobachten durfte und manchmal ganz schön erschrocken war. Ich habe eine Schauspielausbildung, ich habe eine Sprecherausbildung, ich habe eine Moderationsausbildung, wie ich manchmal geguckt habe, während der andere gesprochen hat. Und ich nicht im Fokus gefühlt war.

Florian: Da sind diese Online-Trainings im Moment und diese vielen Online-Videokonferenzen einfach prima, weil es plötzlich, wenn du dich selber anschaust... Dann darfst du ja, wenn dir dein Gesichtsausdruck nicht gefällt, dann darfst du einfach üben daran. Also kannst jede Online-Konferenz im Job nutzen, um an deinem Gesichtsausdruck sowas zu verändern, dass du dir denkst, das sieht entspannt aus.

Miriam: Wir brauchen ja nicht die ganze Zeit zu grinsen wie ein Honigkuchenpferd, wobei das manchen ganz gut tun würde. Also diese Muskeln einfach auch mal ein bisschen zu trainieren.

Florian: Für manche Menschen ist das tatsächlich relevant, weil das, was sie als entspannten Gesichtsausdruck fühlen, ich merke das auch manchmal, wenn wir Facebook Live machen, merke ich das auch manchmal, wenn ich mir den hinterher anschaue, dass ich mir denke, da habe ich mich gerade um was ganz anderes gekümmert und das war auch meinem Gesicht anzusehen, dass ich daneben beim Chat oder hatte ein technisches Problem oder so und da unterwegs war. Und da hätte einfach ein entspannteres Lächeln, hätte dem Ganzen gut getan.

Miriam: Ja, das merke ich dann auch. Also bei mir ist es eher so, dass ich, wenn mein Gesicht anfängt sich zu entspannen mit den großen dunklen Augen und meinen durchaus kantigen Zügen, ich habe ja so charakteristische, das wirkt dann wirklich sehr ernst, ja. Und das habe ich schon früh gemerkt, dass es bei mir hilft, wenn ich lächle. Und das ist so ein bisschen ausprobieren dann auch einfach. Und warum nicht mal vorm Spiegel? Also wer jetzt vielleicht nicht die Situation hat, sich in Online-Meetings beobachten zu können. Ich schalte zum Beispiel aus dem Grund auch bewusst manchmal meine Kamera an, obwohl sie sonst keiner anhat von den Zuhörern. Weil dann kann ich wenigstens ein bisschen üben, wenn es langweilig wird. Das geht natürlich auch im Spiegel. Also dass du einfach mal wahrnimmst, wenn du dein Gesicht einfach hängen lässt, so entspannt, wie du halt so durch die Gegend läufst. Wie wirkt es dann? Wenn du anfängst nachzudenken über irgendwas. Wenn ich anfange über was nachzudenken, dann wird meine Denkerfalte zwischen den Augenbrauen tiefer. Weil ich zieh die dann zusammen. Und das sieht wirklich grimmig aus. Nur ich bin überhaupt nicht grimmig gelaunt. Also ich denke wirklich über was nach dann.

Florian: Da klettern wir ja oft auch die Bedeutungsleiter hoch und geben dem, was wir bei anderen Menschen sehen oder bei uns selber sehen, eben so, oh, das bedeutet, wenn die Denkerfalte tiefer wird, das bedeutet dies oder jenes, ist grimmig, kein Interesse, Interesse. Manchmal ist es tatsächlich sehr schwer herauszufinden. Und eine der Techniken im NLP an der Stelle ist ja auch genau, vielleicht wenn du so eine Hypothese im Kopf hast, wenn du so in deine innere Glaskugel geschaut hast und dir gedacht hast, oh, das Gegenüber, das mag mich oder mag mich nicht, weil es grimmig schaut oder weil nicht. Dann eben in die Aktion hereinzugehen und mal mit einem freundlichen Lächeln auf jemand anderen zuzugehen und einfach zu fragen, hey, was passiert denn da? Im Job ist es natürlich dann einfacher, das vielleicht auch zu üben und ihm die Frage zu stellen, oh du, du hast so geschaut und im Moment denke ich mir so, ist alles in Ordnung?

Miriam: Das erinnert mich total, ich habe ja auch mal Warming-Ups gemacht im Fernsehstudio, also vor Sendungen mit Publikum.

Florian: Ja, also das war so richtig das Publikum aufgeheizt.

Miriam: Innerhalb meines Studiums, ich habe ja tatsächlich mal studiert und auch abgeschlossen, habe ich verschiedene Praktika gemacht in Fernsehsendern und da war ich dann auch mal im Einsatz als Warm-Upperin, das sind immer Studenten, so die, die viel reden können, die dürfen dann da Warm-Up machen, gibt es ein bisschen Einweisungen und dann geht es. Und es ist am Ende des Tages zugunsten des Publikums, weil die Kamera natürlich auch durchs Publikum schwenkt bei solchen Sendungen. Das kennen wir ja alle, bei Talkshows oder bei Sportschau oder so schwenkt die Kamera durchs Publikum. Und dann ist das Publikum eben auch zu sehen und meistens sagen ja die Leute aus dem Publikum auch zu Hause, Oma, Opa, Onkel, Tante Bescheid, ich bin am Fernsehen und so und dann gucken die zu und da war meine Aufforderung dann immer, was sollen die sehen? Sollen die so ein grimmiges Gesicht, was irgendwo in die Leere guckt oder ein lächelndes, offenes Gesicht, das gerade sitzt? Und dann haben wir das ausprobiert und die Leute durften das dann selber mal checken, also wir sind dann mit der Kamera durch die durchgefahren, haben die gezeigt dann auf unserer großen Videowall im Studio und dann haben die freiwillig gelächelt. Und das ist auch so schön bei so Stadionaufnahmen, wenn die Kamera wegfährt vom Spielfeld und zeigt irgendwie so dann plötzlich in dieser völlig anonymen Riesenmasse früher ja von Menschen so Ausschnitte von Einzelnen und die merken das dann, weil sie eben auch auf den Stadionscreens dann zu sehen sind. Da verändern die ja sofort, also nur wir zu Hause sehen ganz kurz, wie die so in die Leere glotzen und dann auf einmal tippt der eine den anderen an und sagt, guck mal, wir sind im Fernsehen und dann lachen die und winken und so. Also das ist schon etwas, was du üben kannst und es vielleicht auch, so wie wir das jetzt gerade tun, so ein bisschen mit Humor nehmen, weil lächeln kann jeder. Babys sind Flirt-Weltmeister, Kleinkinder sind Flirt-Weltmeister. Wir kommen also offensichtlich auf die Welt mit der Gabe zu flirten, weil sonst würden die nicht von jedem sofort auf den Arm genommen werden und nicht jeder würde, dir klar spielt das Kindchen-Schema noch ein bisschen mit rein, nur sobald die merken, dass sie, wenn sie lächeln, eine entsprechende Response bekommen.

Florian: Also, dass plötzlich die Umwelt sie anders behandelt. Das sind ja Erfahrungen, an die du dich gar nicht erinnern kannst. Du lächelst und andere Menschen sind ein bisschen positiver dir gegenüber eingestellt. Und das ist ja eine Erfahrung, an die du dich vielleicht gar nicht erinnerst von damals. Und jetzt als Erwachsener ist es eben... Ja, wir haben halt so unsere Erfahrungen gemacht in verschiedenen Kontexten. Also ich bin nicht im Rheinland aufgewachsen, ich bin in Franken aufgewachsen. Da ist schon...

Miriam: Da wird nicht gelächelt, also nicht freiwillig.

Florian: Schwierig. Oh, hoffentlich rufen uns jetzt keine Franken an.

Miriam: Normalerweise haben wir es ja immer mit den Hessen, die sind es schon gewöhnt, jetzt auch noch die armen Franken. Ja, also grundsätzlich mal darauf zu achten und eben, also das sozusagen die erste Nummer ist, was glaubst du übers Flirten? Das ist einer der fatalsten Fehler, die gemacht werden, weil wir wollten ja die Fehler aufzeigen aus unserer Sicht. Was sind so deine Glaubenssätze und Glaubensmodelle über was für ein großer Flirtweltmeister du bist und sein kannst? Dann das Zweite ist eben, wozu denn der Flirt? Also willst du eine neue Partnerin finden? Willst du einfach nur an andere Menschen andocken? Willst du auf einer Party Visitenkarten sammeln gehen? All das sind Motivationen, um zu flirten. Und wenn ich das klar habe für mich, dann habe ich auch plötzlich ein größeres Repertoire an Verhaltensweisen. Also wie weit will ich auch gehen oder wie weit auch nicht. Und das Dritte ist eben, wie wär's mit Lächeln? Die meisten Menschen, das ist der größte Fehler, sprechen andere an und gucken, als würde uns gleich der Himmel auf den Kopf fallen. Wortwörtlich. Und so funktioniert Flirten nicht. Guck dir mal so Flirt-Weltmeister an. Menschen, die immer sofort andocken. Die dir auf der Party sofort 15 Leute kennenlernen. Die kommen ja schon rein und strahlen wie ein Halogenscheinwerfer. Da brauchst du auf der Party kein Licht mehr, wenn die den Raum betreten. Die lächeln bis über beide Ohren. Das erste, was fällt, ist ein Kompliment für den Gastgeber und das nächste für den Menschen daneben, auch wenn man den nicht kennt.

Florian: Und dann ist die Stimmung gesetzt. Die haben sich das angewöhnt.

Miriam: Das ist kein gottgegebenes Talent.

Florian: Und vielleicht nicht mal bewusst angewöhnt, sondern vielleicht haben sie es irgendwann mal ausprobiert und haben festgestellt... So geht es leichter durchs Leben.

Miriam: Ich mache mir selbst gute Gefühle, ich gebe anderen gute Gefühle, das spiegelt sich hin und zurück. Ey, da fangen Menschen, die werden immer heller in ihrer Leuchterei. Ich kenne da auch so ein paar Kandidaten, die toppen mich noch um Längen und ich finde es so cool. Ich könnte die den ganzen Abend beobachten.

Tipp zwei: Komplimente üben — Miriam flirtet Florian an

Florian: Wir haben auch hier jemanden in der Familie, der gelernt hat, dass wenn er zu fremden Menschen sagt, oh du hast ein schönes Lächeln, dass plötzlich irgendwie mehr Gelbwurst über die Theke gereicht wird.

Miriam: Und mehr Bonbon.

Florian: Und mehr Bonbon und mehr...

Miriam: Der holt aus Leuten Bonbons raus, wo ich denke, die haben noch gar keine. Ja.

Florian: Aber ist das dann nicht manipulativ?

Miriam: Für beide Seiten und zwar im besten Sinn. Weil beide fühlen sich besser danach.

Florian: Deswegen ist das auch so ein schönes Beispiel. Also tatsächlich, das ist eben auch ein Aspekt bei dem Flirten oder bei dem anderen Menschen treffen. Natürlich, wenn du mit dem Ziel nach da draußen gehst, anderen Menschen ein Stückchen bessere Gefühle zu machen, das ein oder andere Lächeln über den Tag auf die Gesichter von den Menschen um dich herum zu zaubern, dann ist das Flirten und vielleicht ist das einfach eine gute Idee.

Miriam: Und da sind wir jetzt auch schon beim zweiten Tipp, weil der erste Tipp wäre ja lächeln. Und den zweiten Tipp haben wir auch schon so ein bisschen im Boot gehabt, übe dich im Komplimente machen. Übe dich im Finden von Schönheit und gerade wenn du freiwillig mit einem anderen flirtest, gehe ich mal davon aus, dass du dir den sowieso wohl ausgewählt hast. Das heißt, es gibt vermutlich viele Attribute an diesem Menschen, die dir gut gefallen. Na, da ist es doch noch einfacher, ein Kompliment zu machen. Dann brauche ich nicht erst zu gucken, trägt derjenige vielleicht einen schönen Nagellack, sondern der hat sowieso so tolle Augen oder so eine wunderschöne Nase oder so ein witziges Lächeln oder kann irgendwas ganz toll. Ich habe Florian hart angeflirtet, als wir uns kennengelernt haben. Weil er was wirklich gut konnte, was mir sehr imponiert hat. Also ich brauchte da nicht zu suchen, sondern das war sofort da. Ja, der hat nämlich jongliert, der Florian. Hinterrücks.

Florian: Stimmt.

Miriam: Also du hast nicht hinterrücks jongliert. Ich hab's gesehen, hinter meinem Rücken. Und dann auch wirklich diese, das ist ja, also natürlich kannte ich Florian nicht und ich hatte auch keine Ahnung, wie gut er das findet. Seine Reaktionen waren auch nicht so passgenau, wie ich es mir gerne gewünscht hätte. Nur ich bin da wirklich unaufgefordert hin, hab gesagt, irgendein Kompliment hab ich gemacht wegen der Jongliererei. Ich will das jetzt auch, ich weiß noch welches, nur ich wiederhole das jetzt nicht. Es war nicht so brillant. Nur, da ist ja auch zu sehen, ich bin kein Flirt-Weltmeister. Ich bin hin und hab gesagt, dass mir das Jonglieren gefällt. Und darauf kam von Florian eine Frage und zwar, echt? Da kam ich mir ein bisschen vor, wie war er hier?

Florian: War vielleicht nicht die brillanteste Antwort, die ich je gegeben habe im Leben. Nur es besteht Hoffnung.

Miriam: Also er hat zumindest nicht Hau ab gesagt. Nur ich kam mir ein bisschen vor, wie bei Dirty Dancing hier mit dieser Melone da. Ich habe eine Melone getragen. Wer den Filmausschnitt kennt, weiß, was ich meine. Und dann nochmal anzudocken und sich einfach zu überlegen, okay, das war jetzt noch nicht das brillanteste Manöver und vielleicht fällt mir ja noch was Netteres ein oder die nächste Chance, die sich ergibt, die nutze ich nochmal anders. Und tatsächlich, meine feste Überzeugung aus der eigenen Erfahrung und auch aus der Beratung anderer Menschen ist, auf jeden Fall ist es auffällig. Also es blieb Florian in Erinnerung. Das ging nicht anders. Wenn ein fremder Mensch auf einen zukommt und sagt was Nettes, ist es in der heutigen Zeit ein Geschenk und du bleibst damit in Erinnerung. Das heißt dieses machen Kompliment, üb das, üb das vielleicht erstmal bei deinen Kollegen, bei den unverfänglichen Menschen, wo du nicht gleich flirten möchtest.

Florian: Das ist eben der Trick. Also manchmal ist es ja auch so, dass Menschen, die das noch nicht geübt haben oder die da viele Hoffnungen reinsetzen, jetzt jemand anders kennenzulernen oder da wird es plötzlich dann so riesig und plötzlich hat es so eine Bedeutung, dass dieses eine Mal mit jemand anderem zu interagieren plötzlich klappt. Und einer der Wege, das eben kleiner zu machen, ist zum Beispiel, das mit den Komplimenten regelmäßiger zu üben und regelmäßiger mal in ein Gespräch zu kommen, mit anderen Menschen über irgendwas zu sprechen, einfach um in diesen Rhythmus wieder reinzukommen. Ich habe vor ein paar Tagen mit einem früheren Kollegen mal gesprochen, der mich wieder mal angefunkt hat, weil er jetzt in dieser Zeit doch eher weniger Menschenkontakt hat als früher und er merkte, dass es draußen irgendwie, jetzt mit jemandem zu reden, plötzlich schwieriger ist, als es vorher mal war. Und die Erfahrung haben wir ja alle gemacht, dass es Zeiten gab, wo du tatsächlich relativ einfach mit anderen Menschen in Kontakt kamst. Vielleicht war es damals im Kindergarten oder in der Schule. Da gab es ja Situationen, wo du einfach mehr oder weniger in eine Situation reinkamst, wo du plötzlich 25 Fremde kennenlerntest am ersten Schultag oder im Übergang zur anderen Schule und irgendwie hast du es ja dann auch gemacht, mit denen in Kontakt zu kommen und mit dem einen oder anderen zu sprechen. Und jetzt auch wieder eben zu üben und da wieder reinzukommen in so einen Rhythmus, könnte ja einfach eine gute Idee sein.

Miriam: Voll schön und es gibt so viele schöne Möglichkeiten da draußen, sich wieder mal in so eine Situation zu bringen mit 25 Menschen oder im Moment sind es vielleicht weniger, vielleicht sind es nur 10 oder 12, eben in einem Raum zu sein und wieder neue Menschen kennenzulernen. Also es geht ja, ist nicht in allen Bundesländern, ich weiß, nur es geht grundsätzlich. Also ja, das wäre der zweite Tipp und der dritte ist jetzt so ein Double-Tipp.

Tipp drei (und vier): Offene Fragen stellen und wirklich zuhören

Florian: Ein Doppeltipp? Wir machen eigentlich vier Tipps für drei.

Miriam: Ja, ach komm. Nur das geht nicht ohne das andere. Das eine geht nicht ohne das andere. Wenn dann das Kompliment gesetzt ist und es ist ein Lächeln da oder ein freundliches Aufnehmen davon, sobald das passiert ist, machen Menschen einen weiteren fatalen Fehler. Sie fangen an, über sich selbst zu erzählen.

Florian: Mhm.

Miriam: Ich hab dich da eben gesehen und in meinem Kopf war sofort sowas wie, weißt du, ich bin ja hier, ich wohne ja hier oder ich arbeite ja da, ich komme gerade von. Und das, was du tun wollen würdest, um einen Flirt am Leben zu erhalten, das ist wie so ein kleines Feuer, wo du so erstmal nur so ein, wenn man so in der Wildnis Feuer macht, wo du so ganz vorsichtig so eine kleine...

Florian: Da brauchst du nicht mal über Flirt sprechen, oder? Das ist auch, wenn du Smalltalk machst oder mit jemandem das erste Mal sprichst...

Miriam: Dann irgendwie nicht das einfach dann da so drauf rumtrampeln oder so, sondern du darfst es ja so ein bisschen hegen und pflegen.

Florian: Ist das deine Metapher dafür?

Miriam: Ja. Da hilft tatsächlich, man darf auch nicht zu fest pusten übrigens, da hilft offene Fragen stellen.

Florian: Oh.

Miriam: Und dann, pass auf, wir klären es gleich, und dann zuhören. Zuhören ist wirklich auch etwas...

Florian: Also deine Aufmerksamkeit geben. Sei einfach aufmerksam. Könnte auch so eine dieser Maximen sein. Was passiert da gerade? Möchte vielleicht jemand auch nicht? Also auch das wäre ja tatsächlich das, wenn es in dem Moment nicht passt oder ganz generell nicht passt, dann einfach auch zu sagen, okay, sorry.

Miriam: Also eine Frage zu stellen wie, oh, wohnst du auch in diesem Hotel? Bedeutet, dass eine recht knappe Antwort zurückkommen kann.

Florian: Das ist eine geschlossene Frage. Ja-Nein-Fragen.

Miriam: Alle W-Fragen, also die mit einem W-Wort beginnen, sind grundsätzlich schon mal offene Fragen. Wer, wie, wo, was. Die motivieren, mehr zu sagen. Also die lassen mehr Raum für Antwort. Das heißt, ich bringe einen anderen Menschen oder ich erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass derjenige ein bisschen mehr redet. Allein schon dieses, ach wo kommst du denn her, ist schon mehr als ein, wohnst du auch in diesem Hotel? Oder wohnst du auch in Frankfurt?

Florian: Jo.

Miriam: Genau. Und dieses Wo kommst du her ist ja so großgezogen, dass jemand sagen könnte, mitten aus dem Weltall. Und ich weiß auch nicht, wie ich hier gelandet bin, wenn Menschen so kreativ sind. Nur tatsächlich ist eine Wie-Frage oder eine Wer oder Wo oder Warum oder Wozu-Frage... bietet mehr Raum. Und wenn dein Gegenüber dann bereit ist zum Gespräch, also wenn dann wirklich ein paar Worte fließen, dann bitte spitz deine Ohren, öffne deine Augen, beobachte, behalte dein Gesicht unter Kontrolle, lächle. Ist wirklich wichtig. Und dann sind wir einen sehr großen Schritt gegangen, den viele Menschen eben nicht gehen. Wir geben dem anderen erstmal Raum. Übrigens glaube ich, wäre das für die ein oder andere Beziehung ein sehr weiser Schritt gewesen, das am Anfang zu tun, dem anderen offene Fragen zu stellen und zuzuhören.

Florian: Ja? Ja.

Miriam: Ich glaube, dass die ein oder andere Scheidung dadurch auch zu vermeiden gewesen wäre. Weil die Eheschließung schon genau... Nur was Menschen ja tun ist, wenn sie Fragen stellen dem anderen, in Wahrheit in ihrem Kopf schon darüber nachdenken, was sie als nächstes sagen wollen und gar nicht mehr zuhören. Also die lassen den anderen innerlich gar nicht zu Ende sprechen, sondern während der andere noch spricht, überlegen sie sich schon ihre eigenen Erfahrungen, assoziieren mit irgendwas und machen dann eine Assoziationskette in ihre eigenen Welten hinein und das genau führt eben dazu, dass das Gespräch dann plötzlich wieder sehr einseitig verrutscht. Im NLP lehren wir das auch im Practitioner sehr deutlich, dieses Pacen und Leaden und also das sind Techniken, die haben wir auch in einigen Podcast-Folgen schon mit drin.

Florian: Wann gehst du auf jemanden ein, wann tauchst du mehr ein in das, was jemand anders gesagt hat, wann bietest du wieder was an aus deinem eigenen Erfahrungsschatz oder aus deiner Welt heraus und wie lässt sich daraus ein schöner Tanz spinnen, der dich eben weiterbringt in Richtung deines Ziels?

Miriam: Und wie toll, auch das kannst du schon mit Menschen üben, die jetzt noch nicht Flirt, wie sagt man dazu, die keine potenziellen Flirtpartner sind, sondern Kollegen, Online-Zoom-Gespräche mit irgendjemandem, mal ganz bewusst das eigene Gedöns ausschalten. Kannst dich ausschließlich darauf konzentrieren, was der andere sagt, bis er oder sie zu Ende gesprochen hat. Und dann mit dem eigenen Kram kommen. Das ist schon eine Kunst. Und es gehört für mich, das ist vielleicht sogar die hohe Kunst des Flirtens, weil in dem Augenblick, wo ich spüre, dass ein anderer mir seine komplette Aufmerksamkeit stiftet, merke ich ja auch, dass was mit mir passiert. Und das sind dann tatsächlich, ist das was Hochemotionales. Und ich glaube, dass hier die meiste Angriffsfläche auch besteht. Wenn zum Beispiel jemand in der Beziehung lange keine Aufmerksamkeit bekommen hat und es ist plötzlich jemand da, der die volle Aufmerksamkeit stiftet.

Florian: Da machst du auch was, da greifst du wirklich in die Handbücher der Pickup rein, ne? Das ist dir schon bewusst, ne?

Miriam: Es ist mir halb bewusst, weil ich mich mit Pickup tatsächlich von Haus aus nicht beschäftige.

Florian: Weil eine der Ideen dabei einfach ist, wieder positive Kontexte zu generieren und etwas, was glaube ich viele Verkäufer auch haben, nämlich dieses, dass wenn Situationen was mit dir zu tun haben und der Fachbegriff im NLP wäre dann irgendwie sowas wie Ankern auf einen selber. Wenn Situationen was mit dir zu tun haben, was kannst du tun, um diese Situation bei deinem Gegenüber sehr positiv in Erinnerung bleiben zu lassen? Da gibt es noch ein paar andere Dinge, die sehr sketchy sind, also wo es wirklich sehr seltsam wird, finde ich. Nur diese Grundidee, in ein Gespräch reinzugehen und dein Gegenüber ein bisschen fröhlicher, ein bisschen positiver zu hinterlassen, als du reingekommen bist, als ihr gemeinsam gestartet habt, das ist doch mal eine gute Idee. Völlig egal, was dann hinten raus passiert und ob dann da eine Beziehung draus wird oder ob es einfach eine Freundschaft ist oder ob es vielleicht mit einem Kollegen sowieso war und ihr einfach nur beim Mittagessen eine schöne Zeit hattet.

Flirten ist überall — vom Smalltalk bis vor die Kamera

Miriam: Und selbst Smalltalk, wenn wir es mal ganz genau nehmen, wäre ja schon eine ganz, ganz klitzekleine, minimale Form des Flirtens. Weil was anderes tun wir da nicht.

Florian: Das heißt, du, manchmal flirtest du mit deinen Kollegen. Das kam immer so mixt an, wenn ich das gesagt habe. Ich habe angeboten, dass wenn wir in einem Team zusammenarbeiten, dass wir dann ja Arbeitsfreunde sind. Also wir machen sozusagen eine Arbeitsfreundschaft.

Miriam: Das ist so halb... Wir brauchen ja jetzt auch nicht mit jedem Kollegen zu flirten, nur cool ist es schon und vielleicht auch solche Angebote mal annehmen zum Üben, also wenn wirklich an der Ampel einer zwinkert, ruhig mal zurücklächeln oder zurückzwinkern, ich meine durch die beiden Autoscheiben springt schon keiner, ist alles gut.

Florian: Kannst ja vorher die Tür runter.

Miriam: Haben wahrscheinlich eh viele, das macht das Auto ja in den meisten Fällen eh. Nur, was soll das? Also da werden ja schon wieder Glaubenssätze drin, wie gut es einer meint. Also wirklich finde ich es immer nett. Und dann fahren wir in unterschiedliche Richtungen davon und das war es auch wieder. Das heißt, ein Flirt hat erstmal gar keine zukunftsweisende Wichtigkeit. Ein Flirt ist, sich miteinander wohlzufühlen. Ein Flirt ist, sich und anderen Menschen gute Gefühle zu machen. Und ein Flirt hilft ungefähr bei allem im Leben. Und sich auch dafür zu öffnen, für dieses Wort, für diesen Begriff und eben für sich selbst zu entscheiden, was sind denn deine größten Flirtstärken? Weil die hat jeder Mensch. Wir bringen sie mit auf diese Welt. Ist so. Vielleicht sind es deine Augen, vielleicht dein verschmitztes Lächeln, vielleicht deine Sprachwitzigkeit oder deine Witzigkeit. Vielleicht ist es auch deine Seriosität oder dein so im Leben stehende Stabilität.

Florian: Wer weiß das schon?

Miriam: Außer dir. Und das auszuspielen gehört sicher mit dazu. Wir könnten noch drei Stunden weitermachen mit Flirten, weil ich finde, es gehört zu den wichtigsten Kommunikationstechniken. Vielleicht gibt es noch einen für Fortgeschrittene. Es ist auch diese Woche in unserer Facebook-Gruppe wieder mal mit im Thema.

Florian: Also, dass wir als Facebook Live...

Miriam: Genau, dass wir wieder mal flirten oder dass wir überhaupt mal flirten.

Florian: Und diese Woche ist es an einem besonderen Tag, ich glaube am Samstag.

Miriam: Am Samstag, genau, am 17.10. gehen wir um 20 Uhr live, weil ich im Fernsehen bin.

Florian: Ab übermorgen, jawohl.

Miriam: Ich freue mich schon auf HSE24 mit meiner eigenen Marke und auch das ist flirten.

Florian: Der verkauft dann oder der flirtet mit der Kamera mit ganz vielen, die dir da zuschauen.

Miriam: Und mit dem Moderator neben mir und mit allen Menschen, die ich treffe. Herrlich. So, es war nicht so the hottest Podcast of the World, den wir je gemacht haben. Sicher einer der sehr nützlichen. Falls du Fragen hast an uns oder eine tolle Themenidee, dann schreib uns gerne an info at kontext*denken.de. Komm in unsere Facebook-Gruppe auf der kontext*denken-Seite auf Facebook, die heißt Training at Home oder stöber mal durch unsere Seite. Vielleicht können wir noch ein großes Ding verraten, bevor wir jetzt hier... Was denn? 27.11. Save the Date.

Florian: Das ist der Black Friday, oder?

Miriam: Das ist der Black Friday. Du sagst das so lapidar.

Florian: Ja, der ist jedes Jahr. In Amerika ist der wichtiger. In Deutschland ist das ja erst in den letzten Jahren hier sehr hoch gekommen.

Miriam: Ja und wir feiern den bei kontext*denken. Also nur ein kleiner Hinweis für alle, die diesen Podcast jetzt schon seit Jahren hören und denken, ich warte auf die passende Gelegenheit. Hier ist sie, 27.11. Kommt auf jeden Fall auf unserer Seite kontext*denken.de vorbei. Und jetzt, Schluss mit Flirten.

Florian: Jetzt geht's wieder... Bis nächste Woche, wenn es wieder heißt, die zwei Grinser und das Thema, oder was? Die zwei Lächler.

Miriam: Die zwei Lächler. Und genau, nächste Woche wird weiter geflirtet. Am Dienstag.

Florian: Tschüss. Tschüss.

Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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