Sechs Tage eisern durchgehalten – und dann steht da diese Sachertorte im Kühlschrank. Samstagabend, die Hand greift wie von selbst zu, und schon läuft im Kopf das große Urteil: „Wieder nicht geschafft, das wird sowieso nix.“ Genau an dieser Stelle steigen Miriam und Florian aus – mit einem Wort von Gunther Schmidt, das alles verschiebt: Ehrenrunde statt Rückfall. Und du erfährst nebenbei, warum ein grüner Kadett schuld an einer nicht bestandenen Führerscheinprüfung sein kann.
Kurzfristig noch dabei sein und die Vorsätze für 2018
Miriam: Willkommen bei kontext*denken.
Miriam: Zwei Gehirne, ein Podcast.
Florian: Mit den Themen, die das Leben so schreibt und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: So, wieder nicht geschafft, den Podcast pünktlich aufzunehmen.
Florian: Wie nicht pünktlich?
Miriam: Unsere Bürohilfe wird uns irgendwann öffentlich hinrichten.
Florian: Jetzt verrätst du ganz schön viel darüber, wie wir den Podcast machen.
Miriam: Naja, ist doch so.
Miriam: Wir sagen immer bis Freitagabend, 22 Uhr liegt davor und dann fallen uns 3000 Sachen und manchmal klappt's.
Florian: Manchmal klappt's. Und manchmal nicht.
Miriam: Auch nicht schön.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Was ist das Thema heute?
Florian: Der Dienstag klappt immer. Der Dienstag hat bisher immer geklappt.
Miriam: Wir haben noch einen Platz frei.
Florian: Wo?
Miriam: Im Practitioner.
Florian: Am 26.1.
Miriam: Also wer sich jetzt noch anmeldet, dem würde ich echt feiern. Das ist ja echt kurzfristig.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Du würdest uns echt überraschen.
Florian: 26.1. bis 5.2. Kontaktiere uns einfach, wenn das bei dir passt. Und jetzt, was ist denn das Thema heute?
Miriam: Das Thema heute ist Rückfälle, Rückschläge in den guten Vorannahmen für das Jahr 2018. Und ja, ich nehme es gleich mit, weil Florian und ich haben vor diesem Podcast drüber geredet, ob der zu früh ist jetzt, ob alle noch voll motiviert in ihren Vorsätzen drinstecken.
Florian: Also wir hatten dieses Thema schon auf der Agenda für irgendeinen der Podcasts jetzt Anfang dieses Jahres. Im Februar oder so. Ja, und unsere Vermutung ist, die ersten Rückschläge und Rückfälle, die gab es schon.
Miriam: Die gab es schon, haben wir ja auch schon geschrieben bekommen.
Florian: Ja?
Miriam: Ja, es ist ja fantastisch, was im Augenblick stattfindet, wenn wir jeden Donnerstag unsere Newsletter versenden. Da darfst du dich übrigens kostenlos für anmelden. Ja, das ist immer Post aus Sprachzauberhausen und ich schreibe mir da von der Seele, welch schreibe ich mir und dann bekomme ich auch immer sehr nette Antworten. Und da ging es dann schon drum um dieses, jetzt habe ich mich so, werde mir das so fest vorgenommen im Jahr 2018.
Florian: Jetzt habe ich mir 2018 wieder irgendwas vorgenommen. Was hast du dir denn vorgenommen, liebe Miriam? Nix. Nix?
Miriam: Nix Spezifisches an diesem Datum. Nur ich habe eine To-Do-Liste, die noch aus 2017 in 2018 reinragt. Also da habe ich sowieso noch genug zu tun, wenn es darum geht.
Florian: und dann haben wir Ziele, die größer sind als Jahresgrenzen.
Miriam: Ach, das hast du so schön formuliert, weil wenn ich mir vornehme, ich möchte noch entspannter werden und noch liebevoller im Umgang mit mir und mit anderen und noch sportlicher, dann hat das nichts mit dem 01.01.2018 zu tun, sondern dann ist das von immer bis immer.
Florian: Und manche Menschen nutzen das ja den 1. Januar ja als Datum, um sich mal wieder Gedanken zu machen über ihre Ziele und über das, was sie erreichen wollen. Also grundsätzlich machen wir das ja auch. Grundsätzlich machen wir eine Jahresplanung.
Miriam: Im nächsten Newsletter geht ja auch die Terminplanung 2018 raus. Oh je.
Florian: Oh je. Die Terminplanung 2018 kommt noch im Januar. Ja.
Miriam: Übermorgen. Dienstags kommt Podcast raus, übermorgen kommt die Jahresplanung. Wenn du den jetzt am 16. März hörst. Nee, 16.1.2018 hörst, dann ist das jetzt aktuell.
Die Torte im Kühlschrank – und der klassische Rückfall
Miriam: Also, wie auch immer, sei es drum, Vorsätze oder Ideen, was Menschen umsetzen wollen, wo sie sich verändern möchten, Gewicht reduzieren, mit dem Rauchen aufhören, liebevoller sein, Sport machen. Es gibt ja so diese Klassik, also beruflich verändern.
Florian: Die Bikini-Figur im August tatsächlich haben wollen.
Miriam: Endlich die Homepage online tun oder Visitenkarten drucken lassen.
Florian: Das Regal im Bad endlich mal an die Wand hängen.
Miriam: Alle möglichen Sachen, egal ob jetzt zum neuen Jahr oder schon längerfristig. Manche Menschen haben dann einen Rückfall in das, was sie vorher getan haben. Nehmen wir das Thema Gewicht.
Florian: Also da nimmt sich jemand vor, ich nehme jetzt 15 Kilo ab und ich mache das, indem ich die Torte aus meiner Diät streiche.
Miriam: So. und vielleicht sogar noch anderes tue.
Florian: Vielleicht sogar noch Sport dazu.
Miriam: Ein bisschen Bewegung dazu und ein bisschen Eiweiß, Low Carb.
Florian: Es gibt da ja tausend Möglichkeiten, tausend Rezepte.
Miriam: Genau. Und dann klappt das sechs Tage fantastisch und die ersten zwei Kilos sind gepurzelt. Weil am Anfang kommt ja Entwässerung dazu, da geht das ziemlich tutti flotti. Der Stolz ist da, die Motivation ist da. Vielleicht geht es sogar mehr als zwei Tage, je nachdem.
Florian: Und wenn das bei dir immer glatt geht, dann ist das auch gut. Dann ist dieser Podcast vielleicht jetzt für dich vorbei. Das ist ja cool. Also wenn das funktioniert, mach einfach so weiter wie bisher. Bis nächste Woche.
Miriam: und für alle, die das kennen oder jetzt schon wieder erlebt haben im Laufe dieser ersten Woche des neuen Jahres, dass dann Schatzi eine dicke Sachertorte in den Kühlschrank geräumt hat und noch gesagt hat, die ist nur für mich, nicht für dich, weil du machst ja Diät.
Florian: Oh, wie brutal.
Miriam: und dann kommt dieser Samstagabend.
Florian: Oh, das wäre ja fies.
Miriam: Und es gibt, es gibt es alles. Du lachst.
Florian: Das sind ja lustige Beziehungsdynamiken.
Miriam: Nicht mit der Torte, sondern mit anderen Sachen hat mir das eine Leserin unseres Newsletters geschrieben. Also auf jeden Fall, das hat stattgefunden. Dann steht da diese Sache, Torte im Kühlschrank.
Florian: Und dann?
Miriam: Und lockt.
Florian: Und lockt. Und es ist ja toll, also die ersten paar Male ist es ja eher ein Beweis von dem inneren eisernen Willen, da dran vorbeizulaufen.
Miriam: Ja, nach vier Tagen wird die eh ebsch. Also dann würde ich die nicht mehr haben wollen. Halt durch. Halt durch. Nach vier Tagen fängt es an zu stinken.
Florian: Wenn du lang genug dran vorbeigelaufen bist, stinkt sie einfach und dann ist es auch nicht mehr. Vielleicht kannst du dir schon vorher vorstellen, dass es stinkt. Dann ist das Thema auch gegessen.
Miriam: Ja, klar. Wenn der Duft durch die Wohnung wallen würde von einer noch frischen Sacher-Torte. Und dann kommt der Samstagabend und der Kühlschrank geht auf, magisch wie von selbst.
Florian: Und eine Hand greift nach vorne und die sieht tatsächlich so aus wie die Hand, die ich auch kenne.
Miriam: Ja, genau.
Florian: Ich weiß auch nicht, wer das ist. Ich weiß es auch nicht.
Miriam: Also die Sacher-Torte ist irgendwann drin im Körper. Was passiert dann?
Florian: Ja, jetzt ist auch egal, oder? Das ist das Verhalten, was ich kenne. So, jetzt habe ich die Sacher-Torte gegessen, jetzt kann ich mir auch eine Portion Sahne dazu genießen. Und dann noch ein Eis essen hinterher, weil jetzt ist mein Ziel für 2018 so über die Wupper. Ich habe mich jetzt sechs Tage dran gehalten, jetzt einmal nicht. Das wird nix mehr. Der klassische Rückfall.
Miriam: So, und jetzt kommt der Herr Groß ins Spiel, ihr Lieben.
Florian: Jetzt kommt der Herr Groß ins Spiel. Wer Sacha-Torte übrig hat, kann die gerne an uns schicken. Florian, bitte.
Miriam: Ich dachte, ich komme jetzt ins Spiel. Bitte nicht Sacha-Torte per Post schicken lassen, bitte. Bitte! Lasst sowas.
Florian: Das riecht wirklich.
Miriam: Mir wurde schon ein Kuchen geschickt zu QVC. Nein, du willst das nicht. Bis das da ankommt, dauert das. Echt, das geht nicht von heute auf morgen. Wir haben da so eine Poststelle dazwischen. Das dauert echt lang.
Florian: Gut, also nicht an uns schicken.
Miriam: Nein. Die Frage ist doch, was passiert bei den meisten Menschen im Kopf, nicht im Körper. Das war das, was du eben schon angedeutet hast. Jetzt habe ich einmal Sachertorte gegessen, jetzt ist die Diät wieder gelaufen. Ich habe mir bewiesen, dass ich es doch wieder nicht gepackt habe. Das ist ja das, was viele dann denken.
Florian: Dann geht der innere Dialog los. Wenn wir es aus NLP-Sicht betrachten, jetzt geht es los, dass die Menschen anfangen, sich innerlich zu bestrafen.
Miriam: Ja. Sei es mit Schimpftiraden, einfach indem Gedanken gedacht werden, die schlimmer sind als das, was jemals eine beste Freundin zu einem sagen können würde. Oder eben auch durch Handlungen.
Florian: Oder was man selber jemals zu irgendjemandem sagen würde.
Miriam: Ja. Ja. Ta! Und dann?
Rückfall oder Ehrenrunde – ein Wort verändert alles
Florian: Und dann? Ja, wir haben letzte Woche ja schon dieses Thema angeschnitten oder vorletzte Woche mit denen, wie Worte wirken. Wir hatten das schon ein paar Mal im Podcast, wie Worte wirken und haben uns jetzt dieses Jahr auch mal Gedanken darüber gemacht, was mit dem Rückfall ist. Das ist ja tatsächlich auch ein komisches Wort. Es ist so, als gäbe es da diese Person, die früher ein Sachertorten-Junkie war und dann habe ich mich in eine neue Person rein verwandelt, nämlich in... Den gesund lebenden, tortenfreien Florian. Und jetzt bin ich zurückgefallen in die alte Person. In die Torte. Sie hat mich zurückgezogen.
Miriam: Rückfallen ist ja wie rückwärts irgendwo runterfallen für mich. Ich habe da Bilder im Kopf zu. Ich auch. und das, also Fallrückzieher ist noch das harmlosste. Das stimmt. Wo ich mich sicher erstmal bei verletzen würde. Ja. Bei meinem Fußball, bei meinen Fußballtechniken, die ich noch drauf habe.
Florian: Ja, Rückfall ist jedenfalls für mich und das darfst du sehr gerne zu Hause einfach nachprüfen für dich, wie sich dieses Wort anfühlt für dich. Fühlt sich das gut an oder fühlt sich das eher so an, dass du dir innerlich erstmal eine über dir rüberhauen möchtest und sagst, wieder nicht geschafft.
Miriam: Ja.
Florian: Weil dann haben wir ein schönes Wort gelernt in den letzten Wochen. Es ist uns über den Weg gelaufen. Gelesen. Es ist in unser Leben getreten, zur genau richtigen Zeit. Nämlich die Ehrenrunde von Gunter Schmidt.
Miriam: Die Ehrenrunde. Das finde ich gut. Das gefällt mir. Weißt du, wo ich das Wort Ehrenrunde zum ersten Mal gehört habe? Bei Reitturnieren.
Florian: Der Reiter, der gewonnen hat, darf eine Ehrenrunde reiten, oder? Richtig.
Miriam: Der darf die sogar vergaloppieren. Oh. Und dazu wird ein schmissiger Marsch gespielt. Echt? Ja, das wird richtig. Ehrenrunde heißt Ehrenrunde, da gibt es Musik dazu. Und die Jury steht gelegentlich auf, salutiert. Also ist richtig, das ist schon, eine Ehrenrunde ist was Tolles. Hab ich so kennengelernt.
Florian: Jetzt dürfen wir aufpassen jetzt, ne? Also jetzt sagen wir statt Rückfall Ehrenrunde. Mhm. Heißt das, dass ich jetzt jeden Tag in die Sachertorte zurück, also zurück Ehrenrunden darf?
Miriam: Nee. Außer du spielst schmissige Marschmusik.
Florian: Passt auch zur Sachertorte.
Miriam: Passt zur Sachertorte. Nein, ich kenne das Wort Ehrenrunde auch dann jetzt mittlerweile ein bisschen mittelmäßiger besetzt. Eine Ehrenrunde in der Schule gedreht haben oder eine Ehrenrunde durch die Führerscheinprüfung. Also sowas kenne ich auch. Und das klingt nicht so schlimm wie Rückfall, sondern es ist einfach... Ich habe dann eben einen zweiten Anlauf gebraucht und danach hat es funktioniert.
Der grüne Kadett – Miriams Führerscheingeschichte
Miriam: Also ich habe viele Freunde und Bekannten gehabt, da siehst du, Führerscheingeschichte von mir, toller Klassiker. Kennen unsere Seminarteilnehmer, die liebe ich nämlich ohne Ende. Ich bin keine begnadete Autofahrerin, bis heute nicht. Und ich wusste, dass es für mich, Führerschein machen, ist für mich eine Herausforderung gewesen, weil ich auch nie große Begeisterung hatte für Autos und Autofahren. Und ich hatte einen sehr geduldigen Fahrlehrer und ich habe einen Ferienführerschein gemacht, Führerschein in drei Wochen. Also kompakt durchgepfiffen. Und bei der Führerscheinprüfung, auf die ich schon richtig intensiv vorbereitet war, ich habe drei Wochen nichts anderes gemacht als Autofahren von morgens bis abends, bei dieser Führerscheinprüfung kam dann am Schluss die Aufgabe rückwärts einparken. Und es war klar, rückwärts einpacken geht halt einmal und dann steht das Auto zehn Zentimeter von der Bordsteinkante gerade hinter dem Vorderen.
Florian: Achso, das ist das, was die Anforderung war.
Miriam: Die Anforderung, genau.
Florian: Ich dachte schon, das klappt immer so bei dir.
Miriam: Nee, rückwärts einpacken war deutlich eines dieser roteren Tücher und ich hatte auch schweißnasse Finger, bevor das losging. Und ich hatte das Auto, in dem ich fuhr, schon, keine Ahnung, auch 15, 20 Mal sehr erfolgreich eingeparkt. Und dann habe ich eingeparkt, rückwärts, und es hat überhaupt nicht funktioniert. Also ich habe schief und krumm in dieser Parklücke gestanden und mit dem Hinterreifen auf dem Bordstein.
Florian: Also auch so, dass der Prüfer nicht mal rausschauen musste, sondern er konnte es einfach an der Schräglage seines Kopfes auch sehen. Richtig, er konnte es fühlen. Das fühlt sich nicht richtig an.
Miriam: Nee, also irgendwie brauche ich gar nicht gucken. Und ich sackte vorne in mir zusammen, weil klar, damit ist diese Führerscheinprüfung gelaufen. Also hast du wahrscheinlich auch in der einen oder anderen Geschichte schon mal erlebt, dass irgendwo, was nicht auf dem ersten Rutsch funktioniert hat und du bist trotzdem dran geblieben. Erinnerst du dich an so Geschichten?
Florian: An ganz viele, sicherlich, mir fällt jetzt auf Anhieb gar nichts so Großes ein und vermutlich...
Miriam: Mir schon, wenn du hier Computer zusammenbaust, mein lieber Scholli, da hätte ich schon 30 Mal das Handtuch geworfen, weil zwischendurch stehst du mit knallrotem Gesicht und irgendwie ziemlich glasigen Augen vor mir... und sagst mir irgendwas, was ich nicht verstehe, weil es geprägt ist von Fachbegriffen, Teile, die fehlen, Dinge, die du irgendwie aus Versehen zusammengedrückt hast, die jetzt nicht mehr funktionieren, Anfängerfehler, die du gerade wieder gemacht hast, obwohl du es doch besser weißt. Also das kommt von dir.
Florian: Und da, siehst du, da denke ich so nicht mehr drüber nach, wenn ich jetzt zurückblicke.
Miriam: Und wir hatten den letztes Jahr.
Florian: Weil wir, ja, ich weiß, was du meinst.
Miriam: Und es gab, am nächsten Tag habe ich dich wieder stundenlang an diesem Gerät sitzen sehen und bosseln.
Florian: Ja. Und dann hat es funktioniert.
Miriam: War das ein Rückfall für dich?
Florian: Nee.
Miriam: Du hast gesagt, es war ein Anfängerfehler, den du gemacht hast.
Florian: Ja, ich habe tatsächlich wieder was gemacht, was ich, also ich habe früher viele vor, früher, damals. Mit 16, 16 bis 20 oder so habe ich viele Computer auch zusammen geschraubt und zusammengebaut und selber gemacht und ich habe das jahrelang jetzt nicht gemacht und diesmal ist mir echt wieder passiert, das darf ich ja gar nicht sagen. Nee, nee, du hast auch, ich habe auch, deswegen habe ich es nicht ausgesprochen. Deswegen hast du nicht gesagt, was mir passiert ist.
Miriam: Weil du mir gesagt hast, das Leben von dir ist auf gar keinen Fall.
Florian: Das ist so wirklich, um Gottes Willen, was mir da passiert ist. Nur, ich hätte da jetzt überhaupt nicht mehr drüber nachgedacht. Weil tatsächlich ist das halt an ein Ups, dann mache ich das jetzt nochmal anders und dann ist es gegessen gewesen. Inzwischen läuft der Computer reibungsfrei. Also ist alles ganz entspannt gelaufen dann danach. Und es gibt da ja diese schlauen Sprüche. Es geht nicht darum, wie oft du runtergeworfen wirst auf den Boden, sondern nur darum, wie oft du wieder aufstehst oder so. Das geht in die gleiche Kerbe rein, bloß sehe ich die Ehrenrunde entspannter.
Miriam: Eine Ehrenrunde klingt entspannter.
Florian: Es ist halt einfach so.
Miriam: Wenn das Wort Ehre da noch mit drin ist.
Florian: Allerdings. Und Runde ist es auch. Und Runde ist ja auch gut. Ja. Genau. Grund fühlt sich schöner an als eckig, als Wort, finde ich. Ja, stimmt.
Was du aus der Ehrenrunde lernst – und wie du dranbleibst
Florian: Und ich finde gerade dieses Beispiel mit der Sachertorte, finde ich spannend. Ich hätte mir jetzt vorgenommen, x Kilo abzunehmen und dann habe ich ja dieses Ziel und dann die ersten paar Tage hat es vielleicht gut geklappt und dann habe ich mir entweder selber diese Sachertorte gekauft oder diese Sachertorte wurde in meinen Kühlschrank gestellt und dann habe ich abends da ein Stück von gegessen. Und jetzt ist eine Reaktion da drauf.
Miriam: Ich habe sie ganz gegessen.
Florian: Oder ich habe sie ganz gegessen. Wer kauft denn eine ganze Sachertorte? Das ist ja auch eine mega Idee.
Miriam: Ich kenne jemanden, der sich ganze Sachertorten kauft. Ich kenne jemanden, den kennst du auch.
Florian: und dann ist die jetzt irgendwie weg. Und dann gibt es ja zwei Reaktionen darauf. Die eine ist eben zu sagen, jetzt ist es auch scheißegal, jetzt fahre ich zu McDonalds. Da habe ich schon seit sechs Tagen Lust drauf. Und die andere ist eben zu sagen, jetzt ist die Sachertorte weg, habe ich mir noch mal eine Ehrenrunde gegönnt, durchs Sachertortenland und jetzt fange ich einfach mal wieder an. Und mal sehen, ob ich diesmal sieben Tage schaffe. Und eine Sache habe ich gelernt, eine Sacher-Torte in den Kühlschrank stellen ist keine gute Idee für mein Ziel. Und das ist der Ansatz, den ich sehr gerne mag. Also, weil es sowas Matchliches hat. Es kann ja wirklich mal passieren, jetzt keine Ahnung, vielleicht habe ich diesen Lieblingsbäcker und ich habe mich sechs Tage ferngehalten von dem und dann kommt dieser gute Freund von mir und sagt, lass uns doch mal wieder einen Kaffee trinken gehen und ich denke mir, ich esse keine Torte, wenn wir da sind. Und dann hat er aber meine Lieblingstorte da. und dann habe ich was gelernt darüber, wie das funktioniert mit meinem neuen Ziel. Und ich weiß ja, dadurch, dass du es schon einige Tage durchgehalten hast und sei es nur dieser eine Tag gewesen jetzt für dein Ziel nach Silvester, der hat ja schon gezeigt, du kannst das grundsätzlich und jetzt drehst du halt vielleicht wieder eine Ehrenrunde. Nur jetzt geht es ja darum, zu gucken, ob du die nächste Zeit ein bisschen länger schaffst. Ein ganz klein bisschen länger nur. und vielleicht dieses erste Lernergebnis auch noch mit einarbeitest. Also, ich kaufe mir keine Sachertorte mehr für meinen Kühlschrank oder ich bitte meine Lebensgefährten, mir keine Sachertorte in den Kühlschrank zu legen. oder ich gehe halt in dieses Café schon satt rein. Ich esse mich vorher pappsatt an was auch immer. Ich esse Kartoffeln oder Reis oder was auch immer. Dass dieses Thema nicht mehr aufkommt.
Miriam: Weil ich gelernt habe, eine Torte, die irgendwo in erreichbarer Nähe ist, sei es im Kühlschrank oder eben beim Kaffee trinken mit einem Freund.
Florian: Da ist es im Moment noch nicht die richtige Zeit dafür.
Miriam: Bin ich noch nicht schramm genug für unterwegs?
Florian: Das kommt mit Sicherheit auch wieder, nur von der Idee her, wir haben ja im Kopf diese neuronalen Bahnen, wo wir über, also keine Ahnung, ich nehme ein Beispiel von mir, ich esse wahnsinnig gerne Schokoeis. Das heißt, Schokoeis ist einfach sowas, wenn wir ein Schokoeis hier haben, dann esse ich das auch gerne.
Miriam: Das ist der Hammer, dann bewacht Florian die Gefriertruhe.
Florian: Ja, vor den Kindern.
Miriam: und vor mir.
Florian: Vor den anderen Eisessern. Das heißt, auf einer neurobiologischen Ebene habe ich einfach wahnsinnig große Autobahnen im Gehirn, die was damit zu tun haben, dass Schoko-Eis lecker und gut. So, ein Weg, der wirklich ganz einfach für mich ist, ist, ich kaufe kein Schoko-Eis. Wenn ich kein Schoko-Eis habe, ich gehe dann auch nicht abends um 22 Uhr nochmal los und kaufe mir ein Schoko-Eis, selbst wenn der Laden noch offen hat. Wenn keins hier ist, esse ich keins. Und das ist eins von diesen Learnings, wo ich sagen würde, das ist doch relativ einfach, wenn ich weiß, da steht eine Torte bei mir im Kühlschrank und dann esse ich die, dann lasse ich halt die Torte einfach nicht in meinem Kühlschrank stehen.
Miriam: und der oder diejenige hätte das Learning ja auch gar nicht gehabt, wenn es nicht mal passiert wäre.
Florian: Ja.
Miriam: Also von daher würde ich auch schon wieder sagen, okay, wenn wir von dieser Ehrenrunde sprechen, das war insgesamt, war das okay, dass das passiert ist? Ja, genau. Und jetzt starte ich eben nochmal.
Florian: Ich drück nochmal auf den Reset-Knopf. Jetzt mache ich mal was anderes wieder. Mal gucken, wie viele Tage ich jetzt dieses Mal mehr aushalte. Oder wie viele Tage ich dieses Mal mein Ziel erreiche. Das ist ja spannend. Also dann so schrittweise eben diesem großen Ziel, das du hast, näher zu kommen. Und diese Ehrenrunden ganz entspannt zu sehen. Weil das ist, glaube ich, der einfachste Weg, damit umzugehen.
Miriam: Ich finde allein schon das Wort viel besser. Zu sagen, okay, ich habe eine kleine Ehrenrunde gedreht. Und oft verhält sich der Mensch darin auch entspannter. Das ist zumindest die Erfahrung, die wir gemacht haben. Denn in dem Augenblick, wo ein innerer Dialog, ein Gedankenkreislauf, ein Kopfkino losgeht, von Beschimpfung und so weiter, ist kein entspannter Zustand mehr da. Um irgendwelche neuen Dinge zu erreichen.
Florian: Und dann geht's halt zu McDonalds oder geht, was weiß ich was, wird die Pizza in den Ofen geschoben.
Miriam: Und pass auf, ist sehr spannend bei diesem Führerschein-Ding. War mir ja klar, vorne am Lenkrad, wahrscheinlich darf ich jetzt aussteigen und mein Fahrlehrer fährt die Kiste nach Hause, weil Prüfungen nicht bestanden. Und es passierte was total Erstaunliches. Dieser wirklich sehr humorvolle Fahrlehrer, den ich da hatte, was in Hessen, glaube ich, eine Seltenheit ist.
Florian: Gibt's das?
Miriam: sagte, weil ich wirklich ansonsten einwandfrei durchgefahren bin durch diese Prüfung und es nur dieses blöde rückwärts einparken, weil ich habe sonst keinen einzigen Fehler gemacht, sagt, ich glaube, es lag an dem grünen Kadett. Und ich sage, was? Und er sagt, der grüne Kadett hier vor uns, ich finde den auch ganz hässlich. Da kann ja keiner vernünftig hintereinparken. Und ich hatte immer noch ein großes goldenes Fragezeichen über dem Kopf und mein Fahrlehrer dreht sich zu mir um und sagt, ja natürlich lag es an dem grünen Kadett. Und ich gucke meinen Fahrlehrer an, der ja neben mir saß, immer noch mit großen Augen und er sagt, oh ja, grüne Kadetts, Miriam, das ist doch wirklich ein Thema für dich.
Florian: Und langsam hat dein Gehirn angefangen mitzudenken. Ja. Ehrenrunde.
Miriam: Genau.
Florian: Ich mach einfach nochmal.
Miriam: Tatsächlich sagte dieser Falllehrer, guck mal, da vorne steht ein roter Polo. Nehmen wir den. Ich glaube, hinter roten Polos ist es noch einfacher einzuparken. Tatsache, so passiert, wie ich es hier sage, in der Wetterau in Hessen. Und ich fahre hinter diesen roten Polo, bin total glücklich, dass ich diese zweite Chance bekomme. Es war so ein Gefühl wie Ehrenrunde, wirklich, weil es mich so geehrt hat, dass dieser Fahrlehrer mir diese zweite Chance gibt. Er sagt, du hast diese zweite Chance, mach. Und ich lege los und parke rückwärts ein und Florian, wirklich ohne Mist, steht 10 Zentimeter, ich glaube, die hätten es nachmessen können, schnurgeracht. an diesem Bordstein, passgenau, roter Polo hinter mir, irgendwas. Und ich war selbst völlig überrascht darüber, wie cool das geklappt hat. Das ist eine wahre Geschichte, genauso wie ich sie sage. Mein Fahrlehrer könnte es bis heute genauso erzählen. Und ich war die dankbarste Person der Welt und als er mir dann meinen Führerschein überreicht und sagt, herzlichen Glückwunsch, Frau Deforth, hier ist dein Führerschein, zwinkert er mir zu und sagt, was haben wir gelernt? Und ich sage, nicht hinter grünen Kadetts einparken. Und er, gut, die gibt es ja nicht mehr so oft.
Florian: Ja, voll schön.
Miriam: Und da wir nur ein einziges Automodell in einer bestimmten Farbe ausgeschlossen haben, habe ich jetzt immer noch ganz viele Möglichkeiten, souverän rückwärts einzubauen. Wirklich großartig. Und ich glaube, dass das so ähnlich ist. Also es ist eine Ehrenrunde, ist jederzeit möglich. Und es ist auch kein Thema.
Florian: Und spannend ist dann, dass du dranbleibst, ist ganz einfach.
Miriam: Ja, genau wie Florian mit seinen Computern. Unglaublich. Da ist überhaupt nichts zu spüren von. Also das Einzige, was zu spüren ist, völlige Begeisterung, wenn es dann doch funktioniert. Was heißt hier doch? Also ihr könntet rausfinden, was Florian da für einen Anfängerfehler gemacht hat, wenn ihr mir eine private E-Mail schreibt. Was? Unter der Klausel der Verschwiegenheit kann ich es euch mitteilen.
Florian: Aha.
Miriam: Ich habe mir gemerkt, was es war.
Florian: Ei, ei, ei. Ich sehe schon. Da ist ja so eine DVD auf deiner Wunschliste. Ich glaube, ich bestelle die mal, um den Mantel der Verschiedenheit weiter über dieses Thema zu decken. Ich habe da tatsächlich seit Monaten nicht mehr dran gedacht.
Miriam: Mir fällt das immer sofort ein. Voll schön. Weiß ich nicht. Wie ist das jetzt? Ja, das war einfach, weil ich sehe Florian noch an der Treppe stehen. Mit irgendeinem Computerteil in der Hand.
Florian: Und ich habe sicherlich geflucht.
Miriam: Worte, die wir selbst für unser großes Vorbild Bro in diesem Podcast nicht mehr zitieren wollen.
Florian: Ja und das Spannende ist auch da, es geht immer darum, in dem Moment ist die Emotion vielleicht da oder in dem Moment ist vielleicht irgendwas passiert und Hauptsache es geht dann weiter in die Richtung, in die wir gehen wollen.
Wofür du gestartet bist – und wie das Bekanntmachen hilft
Miriam: Ja, und da ist es vielleicht wichtig, sich zu erinnern, wofür hast du das Projekt gestartet am 01.01.2018? Und das kannst du das ganze Jahr über tun und darüber hinaus, dass du dich erinnerst in so einem Augenblick, wofür habe ich denn den Kram angefangen?
Florian: für den tollen Urlaub am Strand auf den Malediven oder was auch immer.
Miriam: Genau, das Geld sparen, die Figur managen, alles, alles, alles, was auch immer du dir vorgenommen hast, den Job verändern, dich verändern, deine Sprache verändern, alles, was du möchtest. Und wozu, wofür? Weil irgendwo steckt da ja was dahinter, ein Wunschtraum.
Florian: und vielleicht was ganz Kleines oder schon was ganz Großes.
Miriam: Richtig. So dran erinnern, kurz sagen, Mensch, habe ich eine kleine Ehrenrunde gedreht.
Florian: Und ich habe was gelernt.
Miriam: Und ich habe was gelernt.
Florian: Und dann kannst du ja dann einfach anders machen ab jetzt.
Miriam: Das ist die Botschaft von Herrn Groß in dieser Woche an die Nation.
Florian: Und von Frau Deforth. Du kommst hier nicht raus.
Miriam: Das ist unser Podcast. Ja, ich weiß. Ich gebe dir Fläche für deine Botschaften.
Florian: Wir freuen uns, wenn du uns Themen schickst.
Miriam: und wir freuen uns, wenn du diesen Podcast mit einer Sternebewertung bei iTunes versiehst. Oder weiterempfiehlst.
Miriam: Oder weiterempfiehlst. Denn der Podcast ist und bleibt kostenlos und wir freuen uns, wenn wir viele Menschen erreichen und eventuell bei dem einen oder anderen ein Lächeln, ein Schmunzeln, ein gutes Gefühl.
Florian: Und gerade in dieser Woche darfst du uns gerne auch schreiben, wenn du eine Ehrenrunde eingelegt hast, das sozial zu machen, eben zu sagen, ich bin gerade an diesem und jenem Projekt dran. Hilft nämlich tatsächlich auch. Gibt es auch Studien zu. Das bekannt zu machen, dass andere Menschen wissen, was du dir vorgenommen hast und dich dabei unterstützen können. Da sind wir gerne hilfreiche Partner.
Miriam: Mittendrin. Wir sagen Tschüss, bis nächsten Dienstag. Genau.
Florian: Wir brauchen noch so einen Abschluss. Also wir brauchen so ein Hip-Hip bis nächste Woche oder so. Weißt du, was ich meine? Ja, haben wir nicht.
Miriam: Haben wir nicht. Tschö. Tschö. Bis dann. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.