Du kennst bestimmt jemanden, der einmal losgelegt einfach nicht mehr aufhört. Und irgendwann wird diese Person "aus Versehen" nicht mehr eingeladen. Miriam und Florian steigen mit einem echten Beispiel ein — sie unterbricht ihn mitten im Redefluss — und arbeiten sich dann durch vier konkrete Ideen, wie du mit Vielrednern umgehen kannst, ohne wegzulaufen.
Vom Wasserfall mitten im Podcast
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast.
Florian: Mit den Themen, die das Leben so schreibt und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: Ich habe mir die ganze Zeit schon überlegt, wie das sein kann, dass wir, obwohl Corona-Krise ist im Moment, so viel zu tun haben und dass es vor allen Dingen so viel Neues zu berichten gibt. Ich habe ja jetzt diese Facebook-Gruppe, da sind fast 400 Leute drin. Das ist unfassbar, was da für eine Energie ist, wie viel Spaß mir das macht, da die Lives zu machen und zu posten und mich mit denen auszutauschen. Und die Leute lernen so schnell, das ist wirklich verrückt. Die lernen in 60 Minuten live auf Facebook, lernen die wirklich eine Menge, so viel, dass sie es umsetzen. Ich bekomme am nächsten Tag E-Mails, wo irgendwie drinsteht...
Florian: Wie heißt die Gruppe denn?
Miriam: Die Gruppe heißt auf Facebook kontext*denken-training-at-home.
Florian: Und weil du es mit Unterstrichen geschrieben hast, wird es niemand finden.
Miriam: Auf kontext*denken auf Gruppen klicken.
Florian: Oder du gehst auf kontext*denken.de-facebook und ich verlinke dir das da hin. So. Kleines Facebook, alles kleingeschrieben. Du hast mich voll unterbrochen beim Reden.
Miriam: Das war nicht schön.
Florian: Das stimmt.
Miriam: Ich war so im Fluss.
Florian: Wenn ich nicht unterbrochen hätte, hättest du ja nie aufgehört. Das wissen wir nicht. Das war kein Fluss, das war ein Wasserfall.
Miriam: Das wäre ein Test gewesen.
Florian: Ein Strom. Ein Reisender. Ein Reisender.
Miriam: Willkommen. Das ist der neue kontext*denken-Podcast.
Florian: Und das ist genau das Thema.
Miriam: Ah.
Florian: Ja. Was, wenn einer nicht aufhört zu quatschen?
Miriam: Also hätten wir es vorher besprochen.
Florian: Was? Was, wenn einer nicht aufhört zu quatschen?
Miriam: Kennst du solche Menschen da draußen irgendwo, wo du das Gefühl hast, besser wir lassen sie gar nicht zu Wort kommen oder treffen uns ohne sie, weil sobald sie zu Wort kommen ...
Florian: Und das, also tatsächlich das Dysfunktionalste daran, also das, was am wenigsten funktioniert, das, was das wirklich ganz furchtbar macht für alle Beteiligten, ist, dass das typischerweise nicht besprochen wird mit den Menschen, sondern dass alle die vermeiden.
Miriam: Ja, das stimmt. Es werden einfach Gespräche vermieden, auf Deubel komm raus. Oder sie werden absichtlich nicht zu irgendwelchen Meetings eingeladen. Ich habe alles erlebt, was das angeht.
Florian: Genau, in Teams kenne ich das auch, wenn ich in der Moderationsrolle bin, dass dann Leute mich, also sobald jemand anfängt zu sprechen, dass dann der Blick von anderen im Raum in meine Richtung geht und sie mir sehr klar über die Augen signalisieren, dass das jetzt mein Job ist, da...
Miriam: ...zu intervenieren. Also wahrscheinlich fällt dir so jemand ein. In deinem näheren oder weiteren Umfeld wird es jemand geben, der gerne, wenn er dann mal redet oder sie, sehr, sehr viel am Stück redet und du siehst sozusagen oder hast schon beobachtet früher, wie andere Menschen, die drumherum sitzen, auch langsam die Augen verdrehen oder mit ihrem Kopf dann auch ganz woanders sind und niemand hört denen mehr zu. Und ja, das ist... Es ist ein Problem sozusagen. Manche Menschen würden das als Problem bezeichnen.
Ist Weglaufen wirklich das Ziel?
Florian: Und die spannende Frage aus NLP-Sicht, also aus der Sicht des neurolinguistischen Programmierens, was wir dann ja auch trainieren, ist, ist das ein guter Endzustand? Also wenn die Leute denen ausweichen, weil das ist ja eine erfolgreiche Strategie. Um wenig Kontakt zu denen zu haben oder um wenig zugequatscht zu werden. Ist ja, die einfach beim Meeting Einladung zu vergessen, bei Familienfeiern versehentlich nicht einzuladen, bei auf der Straße Treffen ganz dringend wichtig irgendwas zu tun zu haben, weil zu Hause auf dem Herd der was weiß ich was steht und einfach keine Zeit da ist, sich jetzt großartig mit denen zu unterhalten. Ist das das Ziel, wie wir mit diesen Menschen umgehen wollten? Weil wenn ja... Dann hätten wir ja schon grandiose Strategien, um mit denen umzugehen. Ignorieren, weglaufen, Zeitnot vortäuschen.
Miriam: Und wenn das immer möglich wäre.
Florian: Geht das nicht immer?
Miriam: Im NLP gehen wir sogar noch von einer ganz anderen Seite ran. Also zum einen beleuchten wir das als mögliche Stärke von einer Person. Das heißt, wenn jemand imstande ist, sehr viel am Stück zu reden, kann das ja auch in anderen Kontexten eine große Stärke sein.
Florian: Jetzt darfst du mal ein Beispiel machen.
Miriam: Also ich bin auch jemand, der sehr lange, sehr ausgiebig, ohne irgendwie großartig Inhalt zu bringen, am Stück reden kann. Und immerhin hat mich das sicherlich, oder das war einer der Skills, um in einem Fernsehkaufhaus, mitten in der Nacht, bei einem 24-Stunden-Live-Sendebetrieb, Verkaufsstunden im Fernsehen rumzubringen, ganz alleine, Mutterseelen, in einem Studio, mit zwei Ringen und zwei Ketten.
Florian: Ach, zum Teil hattest du nicht mal einen Gast dabei.
Miriam: Nee, nachts gar nicht. Ab 1 Uhr früh gab es keine Experten mehr, die dabei saßen. Das heißt, wir Moderatoren haben diese Sendestunden alleine moderiert.
Florian: Das heißt, du hast drei Stunden durchgequatscht.
Miriam: Drei Stunden durchgequatscht. Dafür ist es zum Beispiel ein Skill. Oder so jemand, der so Karussells bespricht.
Florian: Passen Sie auf, kommen Sie dazu, schauen Sie es an.
Miriam: Noch eine Runde, noch ein Ritt. Ja, die reden auch, wenn ich das beobachte, die reden auch stundenlang so vor sich hin und sie kriegen natürlich kein Feedback oder nur Schreie, wenn sie das Karussell schneller schalten.
Florian: Ich gehe in diesen Modus rein, wenn ich IT-Probleme debugge und entweder meine Eltern oder Menschen dabei habe, die nicht wissen, dass mein Gehirn jetzt gerade benutzt wird und ich jetzt keine Zwischenfragen will. Dann schalte ich meinen internen Dialog nach außen tatsächlich. Also dann das, was ich in mir quatsche, quatsche ich dann nach außen hin. Warum funktioniert das?
Miriam: Es stimmt wirklich.
Florian: Ja, Tatsache. Um... Rückfragen, also wenn ich ruhig bin, habe ich einfach die Erfahrung gemacht, dass dann sowas kommt wie, also ich bin in einem tiefen technischen Problem drin, brauche gerade mein gesamtes Gehirn und dann kommt so eine Frage wie, was hast du denn letztes Wochenende eigentlich gemacht? Ach, was passiert denn gerade? Weil wer auch immer mir zuschaut, wem ich da gerade helfe, denen ist ja dann langweilig dabei. Und sieht auch nicht so aus, als wäre das irgendwie so schwer alles. I make it look easy.
Miriam: That's how it works.
Das Zitat von Jet Li und die gute Absicht dahinter
Miriam: Übrigens, inspiriert zu diesem Thema hat uns ein, ist das so ein Meme gewesen oder wie das heißt?
Florian: Ein Meme?
Miriam: Meme.
Florian: Ein Mimi?
Miriam: Mimi.
Florian: Nein, ein Meme. Ein Meme. Ein Gehirnvirus, daran hat es der Dawkins ja mal angelehnt, dieses Wort. Also so wie es eben Gene gibt, gibt es auch Meme. Und wir bekommen nicht raus, ob er es tatsächlich gesagt hat oder nicht. Es ist Jet Li zugeschrieben, einem amerikanischen Schauspieler oder amerikanisch-chinesischen Schauspieler. Der hat nämlich gesagt.
Miriam: Vielleicht hat er gesagt.
Florian: Vielleicht hat er gesagt, möglicherweise hat er gesagt.
Miriam: Ich weiß nicht genau, was er gesagt hat. Soll ich das jetzt zitieren? Klar. Ich kann das überhaupt nicht mehr. Sometimes I, das heißt, gebe ich Menschen recht?
Florian: Sometimes I agree with people so they can stop talking.
Miriam: Ich finde den so toll, den Spruch, dass ich den übersetzen wollte für unsere Homepage und auf Deutsch kommt der in meiner Welt nicht so angeflattert.
Florian: Der ist auch auf Englisch schwer zu verstehen, habe ich gesehen, als ich versucht habe rauszufinden, wer das gesagt hat. Weil manche Menschen denken, das wäre sarkastisch oder ironisch und es kann auch eine Ebene geben, wenn wir den ganz wörtlich nehmen. Dann bedeutet es ja sowas wie, manchmal gebe ich Menschen nur deswegen recht, damit sie aufhören können zu sprechen. Und gerade im Englischen könnte es auch ein sehr höfliches, ein sehr nettes Aufhören können zu sprechen sein. Also ich gebe denen die Gelegenheit, die Freiheit, die Chance, dass sie aufhören können zu sprechen. Und das ist ja was, was bei diesen Vielsprechern da draußen eben auch an der einen oder anderen Stelle zu erkennen ist. Manche Leute hören ja nicht auf zu reden, weil sie denken, dass die anderen Leute um sie herum sie immer noch nicht verstanden haben.
Miriam: Da haben wir eben auch einen Artikel zugefunden im großen weiten Internet, der uns beide sehr fasziniert hat und der gar nicht mal aus dem NLP kommt ursprünglich, sondern wo es um Kommunikationstrainings für Führungskräfte geht. Und da sind eben vier Tipps drin, wie du mit solchen Vielsprechern, Nicht-Aufhörsprechern umgehen könntest. Und zwar so, dass es beide Seiten weiterbringt. Also dass nicht einer sich brüskiert fühlt oder genervt, sondern auf eine sehr konstruktive Weise und ich fand das wunderschön und es ist ein Geschenk, dass wir in diesem Podcast an dich weiterreichen, weil wir es auch durch die Brille des NLP betrachten können, diese Vorgehensweise und dann wird das Ganze in meiner Welt immer noch ein Stückchen liebevoller.
Tipp 1: Zeit begrenzen — Redezeit pro Kopf
Florian: Und der erste Tipp ist tatsächlich, und das ist was, was in Teams ganz üblich ist, was Meetings viel besser macht, was viele Gesprächssituationen einfach viel besser macht, ist von vornherein sagen, wenn wir eine zeitliche Beschränkung haben oder eben eine zeitliche Beschränkung vorgeben. Also in gerade Situationen mit Menschen, wo du vielleicht schon die Befürchtung hast, um Gottes Willen, wenn ich den jetzt anrufe.
Miriam: Ich glaube auch, dass diese Zeitbegrenzung eher im öffentlichen Feld funktioniert. Ich meine, in Familien könnte man es probieren, wenn es um Krisengespräche oder ernste Themen geht. Auch im Lustige ist ja wurscht. Im offizielleren Umfeld finde ich das sehr einfach, egal ob das jetzt eine Vereinssitzung ist oder ob das ein Team-Meeting ist, von vornherein zu sagen, Leute, wir haben eine halbe Stunde oder wir haben eine Stunde, wir sind irgendwie zu fünfzehnt. Da ergibt sich von vornherein, wenn jeder den gleichen Redeanteil haben sollte, eine gewisse Anzahl Minuten pro Kopf. Das ist so. Darauf hat Florian mich mal aufmerksam gemacht. Ich habe mir das nie überlegt. Ich habe immer gedacht, eine Stunde, das ist doch voll viel. Nur wenn wir das nur durch zehn teilen würden, eine Stunde, dann hätte jeder sechs Minuten Redezeit, dann ist eine Stunde um.
Florian: Wahrscheinlich haben wir am Anfang auch ein paar Minuten gemeinsames Ankommen und am Schluss ein gemeinsames Reden. Das heißt, wir haben irgendwie so fünf Minuten pro Person und das wären dann fünf Minuten, in denen alles gesagt wird von diesem Menschen.
Miriam: Genau, und wenn einer davon sich eine Viertelstunde nimmt, dann haben natürlich andere nicht mehr viel Zeit am Ende, um ihre Meinung noch zu sagen oder das, was sie mitgebracht haben.
Florian: Oder wie kann dann Interaktion entstehen?
Miriam: Und dadurch passiert es so häufig, dass auch wichtige Punkte nicht besprochen werden oder dass Sitzungen eben völlig in der Zeit überschritten werden, weil alle das völlig falsch eingeschätzt haben. Und ich liebte das, als Florian mir das zum ersten Mal vor Augen geführt hat. Das war sogar in der Vorbereitung für ein Seminar von uns. Weil er eben sagte, wenn du alle in dieser ersten halben Stunde zu Wort kommen lassen möchtest, das sind 20 Leute, dann hat jeder eine Minute, um sich vorzustellen, seine Hobbys, seinen Beruf, wo er herkommt.
Florian: Wir haben ein bisschen Geplänkel und Übergabe zwischen den Leuten, weil die ja nicht auf Anschluss sprechen.
Miriam: Das heißt, sich über sowas mal Gedanken zu machen und von vornherein zu sagen, jeder von euch hat jetzt vier Minuten Zeit oder fünf Minuten Zeit und es läuft auch eine Uhr. Wenn die macht, ist vorbei.
Florian: Boah, das wäre fast so wie im Schach, wie im Blitzschach oder wenn quasi mitgetrackt wird. Bei Turnieren ist das so.
Miriam: Bei Turnierschach, genau. Also ich finde es sehr vernünftig, weil es für eine Art Gerechtigkeitsgefühl sorgt und weil jeder dran kommt. Also definitiv kann jeder wenigstens was gesagt haben.
Florian: Ich hatte das letztens auch wieder mit einem sehr guten Freund von mir, weil wenn wir dann mal was zusammen machen, also wenn wir die Gelegenheit nutzen, dann macht es uns auch viel Spaß. Nur, ich habe oft auch noch andere Sachen zu tun gehabt in letzter Zeit und dann war das so, da hatte ich tatsächlich auch dieses Gefühl von, boah, wenn ich jetzt mal anfange mit dem was zu machen, dann sind wir die nächsten sechs Stunden sind dann weg. Ich werde die nächsten sechs Stunden Spaß gehabt haben, nur gleichzeitig kocht bei mir noch was anderes auf dem Herd. Und da haben wir dann tatsächlich auch mal drüber gesprochen, dass es vielleicht am Anfang wichtig ist zu sagen so, wow, übrigens um 21 Uhr würde ich gerne aufhören, weil 5 Minuten hin oder her macht mir nichts aus, nur dann, dass wir da einen Abschluss finden.
Miriam: Und es ist ja immer eine sehr individuelle Einteilungssache mit diesen Minutenverteilungen, weil es ja sein kann, dass klar ist, dass in diesem einen stündigen Treffen einer einen Vortrag hat von einer Viertelstunde. Dann bleiben für alle anderen eben auch wirklich nur noch 45 Minuten übrig. Und allein das so ein bisschen auf dem Schirm zu haben, also so ein kleines bisschen Agenda im Kopf zu haben, das im Vorfeld reinzuziehen, bedeutet eben auch für jemanden, der normalerweise sehr ausgiebig Zeit nutzt, um zu reden, dass er sich dann beschränkt. Und dass es auch eine, dass es nicht erst gesagt wird, wenn er dran ist, sondern dass es von vornherein feststeht.
Florian: Ja, natürlich, weil es dann auch darauf kommt, Antworten auf Dinge, die andere gesagt haben, sind ja dann auch nicht mehr möglich, wenn die vier Minuten rum sind.
Miriam: Ja, genau. Also das ist der erste Tipp sozusagen, der in diesem Artikel vorkommt, den ich sehr anwendbar finde für bestimmte Meetings und bestimmte Situationen und der sehr einfach ist.
Florian: Genau.
Tipp 2: Aktives Zuhören und die gute Absicht
Miriam: So, dann gibt es ja noch weitere Tipps da drin. Der nächste Tipp ist dieses...
Florian: Und da sind wir dann sehr beim NLP und da gehen wir dann auch weg von dem, was im Artikel drin steht und eher hin zu dem, was wir als Kommunikationsmodell unter Menschen haben. Nämlich dieses, wahrscheinlich steckt eine gute Absicht dahinter, wenn jemand groß und breit was erzählt.
Miriam: ...und sich sehr viel Zeit dafür nimmt.
Florian: Groß und breit jetzt wertend aus der Sicht des Zuhörers vielleicht schon.
Miriam: Ja, genau, weil das sehr wertend ist. Und dieses, da steckt eine gute Absicht dahinter, ist sehr fortgeschrittenes Zeug. Weil in dem Augenblick, wo es sozusagen unsere eigene Komfortzone berührt und wir merken so irgendwelche Muster in uns, die dann dazu führen, dass wir uns vielleicht früher aufgeregt hätten über solche Menschen oder angefangen hätten, darüber nachzudenken, dass wir jetzt wieder nicht zu Wort kommen, weil die jetzt wieder die ganze Zeit für sich in Anspruch nehmen, sind wir schon raus aus der Möglichkeit, noch neutral mit sowas umzugehen oder einigermaßen neutral damit umzugehen. Und ich mag das sehr, da eben das Gute drin erstmal zu finden. Eins haben wir ja schon als Steilvorlage gegeben, nämlich, dass es offensichtlich Menschen sind, die vielleicht in anderen Situationen mit dieser Gabe sehr gut aufgehoben sind. Nicht in einem Team-Meeting und nicht dann, wenn jeder vier Minuten Redezeit hat.
Florian: Oder eben aus dem Team-Meeting raus, auch nicht an einem Abend mit Freunden, wenn die den ganzen Abend quatschen oder im Café mit einer guten Freundin oder einem guten Freund, wenn die auch mal zu Wort kommen.
Miriam: Nur wir hätten zum Beispiel sicherlich kein so wunderschönes Buch wie die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär, wenn da nicht ein Mensch wäre, der vermutlich am Stück 100 Stunden einfach durchreden kann und der sowas verfasst. Also das ist auf jeden Fall eine Gabe. Jetzt gibt es dahinter, wenn ein Mensch wirklich sehr, sehr, sehr viel redet, wenn er mal losgelassen ist, wenn er mal von der Leine ist. Gibt es die Vermutung, und das ist eine reine Vermutung, die ich gerne mal hier in den Podcast holen wollen würde, dass dieser Mensch die Befürchtung hat, dass ihm einfach nicht genügend zugehört wird.
Florian: Also ich kenne das tatsächlich schon. Mein Kontext ist dann halt oft das Geschäft, also da, wo es in Unternehmen kriselt oder in Teams kriselt. Das, wenn ein Teammitglied, eine Führungskraft, ein Mitarbeiter, wenn er oder sie das Gefühl hat, nicht gehört zu werden, dass die dann mit der Zeit irgendwie immer zu immer, immer härteren Mitteln greifen und sich entweder aufregen oder dann irgendwann die Bühne nehmen und es alles wie so ein Wasserfall aus ihnen herausplatzt. Oder sie werden still und sagen dann gar nichts mehr. Und da sind mir die, die herausplatzen, tatsächlich noch lieber, weil damit lässt sich ja dann in irgendeiner Form leicht umgehen. Da haben wir dann in der Gruppe das auf alle Fälle auf dem Tisch.
Miriam: Ja, das ist so, wenn man das ist.
Florian: Da ist ja schon der Impuls drin, dass eine Veränderung her soll. Ich habe letztens auch eine Serie gesehen, da ging es darum, wie sich mehrere Menschen zusammen in der Wildnis zusammengefunden haben und die sollten irgendwie gemeinsam einen Weg finden mit Karte und Kompass, was ja auch die wenigsten noch gewöhnt sind. Und ein junger Mann hatte die Idee, doch einen Pfad zu verwenden, den die Tiere auch haben und die anderen wollten sich auf geradem Weg durch den Busch schlagen. Und irgendwann sind die auf den Weg zurückgegangen, den die Tiere schon gemacht hatten, weil es einfach keine gute Idee war, durch Unterholz und Gebüsch und Bäume durchzuziehen. Und ich fand es sehr spannend, was dieser junge Mann dann gesagt hat, weil er hat nochmal aufs Tablett gebracht, so passiert es ja dann häufig, das ist ja schon 20 Minuten vorher gesagt hat, dass man das doch tun sollte. Nur er meinte, was wir daraus lernen können, ist vielleicht einfach, es ist wichtig, dass wir uns gegenseitig zuhören und dass du gegenseitig, dass du die Stimmen im Raum wahrnimmst und dann eben auch darauf eingehst. Möglicherweise gehen wir dann erstmal einen anderen Weg, nur dann können wir ja wieder zurückkommen zu was und eben gemeinsam Verabredungen treffen.
Miriam: Das ist überhaupt die Idee, glaube ich, und das üben die wenigsten Menschen heute noch, das aktive Zuhören. In einer Situation, in der es vielleicht nicht gerade um unser Lieblingsthema geht oder wo ein Mensch spricht, wo wir schon vorher 50 mal gedacht haben, oh Gott, wenn der was sagt. Also das sind sozusagen Indikatoren für Menschen dann gerade eben auszuschalten und den Menschen noch mehr Energie und Antrieb zu verschaffen, noch mehr von sich zu geben, um eben möglichst viel gehört zu bekommen und das Ganze schließt sich dann auf in so eine Art Teufelskreis sagen wir glaube ich dazu. Also dass sozusagen das eine das andere immer mehr bedingt. So der eine schaltet immer mehr ab und der andere gibt immer mehr Gas.
Florian: Und es wird für beide immer beschissener. Richtig. Das ist wirklich furchtbar.
Miriam: Und wenn wir sozusagen jetzt schon ein Timeslot festgelegt hätten, also ein Zeitfenster, das jeder zur Verfügung hat, dann sind es vier oder fünf Minuten, die wir dem anderen stiften, wo wir wirklich aktiv zuhören, wo wir uns öffnen, auch in der Körpersprache, wo wir Augenkontakt suchen, wo wir zwischendurch lächeln, wo wir vielleicht interessiert nachfragen, wenn wir nicht nachfragen können, weil es ein Redeschwall ist. Dann zumindest mal nicken oder Zeichen von uns geben, dass wir verstanden haben, was der andere sagt. Das nennen wir aktives Zuhören und auch Signale dafür, dass du das tust. Und ganz häufig führt es sogar, also die Erfahrung habe ich gemacht dazu, dass Menschen sich entspannen, die gerade noch aufgeregt ganz viele schnelle Worte von sich gegeben haben und dass sie ruhiger werden in ihrer Stimme und ihrer Sprache.
Florian: Falls du schon ein bisschen was mit NLP gemacht hast, zum Beispiel eben unser Online-Training NLP Kompakt, das wir im Moment auf unserer Seite ja auch anbieten in diesen seltsamen Zeiten. Das ist eine der ersten Lektionen, weil da geht es tatsächlich um Pacing. Also das wäre ein NLP-Fachbegriff dafür, dass wir uns eben sehr angleichen an das, was die andere Person macht und vielleicht auch ein Interesse, eine Neugier, eine Begeisterung dafür entwickeln, was diese andere Person da spricht. Und ich weiß, bei der einen oder anderen, beim einen oder anderen, an denen ich jetzt auch denke im Rahmen dieses Podcasts, das ist eine Herausforderung vielleicht auch.
Miriam: Und wer sich für Kommunikation und Sprache interessiert, der hat vielleicht auch so ein bisschen dieses Gen von, na dann probiere ich mal was Neues aus. Also ich erlebe das in dieser Facebook-Gruppe, von der ich am Anfang in einer, ich sage jetzt mal, Wortschwall sprach, was tatsächlich meiner vollen Begeisterung entspricht für dieses Ding, ist unglaublich. Was ich da eben schon feststelle, ist, dass sich dort Menschen versammeln, die ein Grundinteresse haben für diese Sachen und die dann eben auch plötzlich experimentierfreudiger werden. Die sagen, ja stimmt, bis jetzt hat ja mein Verhalten auch immer nur zum gleichen Ergebnis geführt. Andersrum genauso wird Zeit, dass einer von uns beiden wenigstens mal was verändert und mal schauen, was dann passiert. Vielleicht passiert was Neues, vielleicht, wer weiß es.
Florian: Vielleicht ist das ja auch dieses schöne Ziel, was dann im Raum sich entwickeln kann. Mit der Zeit eben mal drüber nachzudenken, wie hättest du denn gerne die Beziehung zu diesem Menschen? Oder wie wäre es denn richtig gut? Was wäre deine beste Hoffnung? Wie sich die Kommunikation da entwickeln kann? Ist es tatsächlich dieses Wegrennen, Wegbleiben, Ignorieren, Einkürzen? Oder geht es vielleicht darum, einen Modus zu finden, wo ihr eben in Austausch gehen könnt und du die Ideen eben hörst und an der einen oder anderen Stelle auch Kontakt hast? Oftmals sind es ja auch uns sehr nahestehende Menschen, die sich da wünschen, einfach mehr in einen emotionalen Kontakt auch reinzukommen und mehr gehört zu werden und die dann auch viele Geschichten haben noch.
Miriam: Also ein Tipp sozusagen, den du auch ausprobieren könntest, wäre, und da bleiben wir jetzt mal ganz unspezifisch, also wir gehen gar nicht auf die Technik des Pacings ein, da gibt es eben auch Möglichkeiten, das mal sich anzuschauen, wenn du da Bock hast drauf. Nur für mich ist dieses aktive Zuhören, also sich öffnen für den anderen, auch körpersprachlich, ist der zweite Tipp, den ich sehr, sehr gut finde, aus diesem Impuls heraus, sich mal damit zu befassen.
Florian: Ein paar Worte wiederholen, ein paar Sätze wiederholen, eben nachfragen, was das genau bedeutet, diese Sachen. Ein paar Fragen stellen.
Tipp 3: Auf die Atempause warten — reingrätschen mit Timing
Miriam: Und das wäre ja sozusagen der nächste Tipp schon, wo wir da anknüpfen, weil wenn jemand so eine Kaskade loslässt von vielen Worten und Sätzen und sich selbst kaum einen Atemzug gönnt, damit auch ja keiner auf die Idee kommt, nochmal zu unterbrechen. Hilft sich das? Die Person hilft sich das. Die Person hilft sich verzweifelt sozusagen, fast auf Kosten der eigenen Gesundheit, weil Luft zum Atmen ist immer gut. Atme und alles wird gut. Das ist ja wirklich ein fast schon ein aus der Not heraus nicht mehr richtig Atmen, damit bloß keiner dazwischen kommt. Das Gute ist, jeder Mensch auf diesem Planeten, der lebt, atmet irgendwann. Es ist unmöglich, nicht zu atmen. Schon gar nicht beim Reden. Das heißt, du würdest, wenn du Interesse bekunden wollen würdest oder eine spezielle Frage stellen wollen würdest und dem anderen Menschen dadurch mehr und mehr zeigst, dass er das gar nicht machen braucht, dieses hektische, übertriebene, dann würdest du auf jeden Fall eine Atempause abpassen. Du würdest dich sozusagen auf die Lauer legen nach, dann geht's los. Dann kommt die Frage und wissen, was du fragen willst. Weil das tatsächlich funktioniert das hervorragend, weil in dem Augenblick, wo das Gehirn atmet, ist es für den Bruchteil einer Sekunde mit nichts anderem beschäftigt, als mit Atmen.
Florian: Hast du so eine Situation auch mal auf der Bühne gehabt, in der Moderation Miri? Ja.
Miriam: Ja, ich kenne das. Wir vermitteln das tatsächlich im klassischen Moderationstraining oder in unserer Kommunikationstrainer-Ausbildung unter diesem etwas flachsen Begriff, den ich gar nicht so mag, aus dem Fußball mit reingrätschen. Und ab und zu führt kein Weg dran vorbei, dass wir in einer Situation auch mal reingrätschen. Es ist kein Lieblingsstilmittel und es gibt es. Und das an einer Stelle zu tun, wo es am wenigsten weh tut, also Schadensbegrenzung zu machen, wäre, wenn jemand auf natürliche Weise atmet, denn lustigerweise fühlt sich das gegenüberliegende Gehirn dann eben nicht so sehr unterbrochen, wie wenn ich mitten ins Wort fahre.
Florian: Also eine kurze Atempause abwarten und dann eben.
Miriam: Und da wirklich genau rein zielen. Es ist ein ganz fantastischer Profi-Tipp. Und ja, es bedeutet Timing für dich. Also du weißt, was du dann sagen willst, weil wenn jemand Luft holt, schnappt. Und du fährst da genau rein. Dann nicht sowas machen wie, äh.
Florian: Das ist ja auch ein wiederkehrendes Muster in unseren Podcasts oder eben auch das, was wir auf Facebook machen. Du hast immer die Gelegenheit, etwas zu tun. Also wenn eine Situation anders läuft, als du dir das gewünscht hast, dann sind wir der festen Überzeugung, dass es irgendwas gibt, was du tun kannst und vielleicht hast du bisher noch nicht das Werkzeug oder das Mittel der Wahl gefunden. Nur das könnten wir als großes Banner über alles drüber schreiben hier. Du hast tatsächlich eine Wahl, du hast Optionen, du kannst Dinge tun, um dich kommunikativ zu verbessern. Und das ist ja, dann wäre eben so eine Atempause da zu üben. Das ist was, wo wir das nutzen können.
Tipp 4: Das Flugzeug landen — mit Fragen zur Kernaussage helfen
Florian: Das letzte, was da noch ginge, das ist tatsächlich auch übertragen aus dem klassischen, aus der Moderation.
Miriam: Wunderschön, ja.
Florian: Einfach dem Gegenüber helfen, was ist denn das, was du gerne hättest? Also jetzt erzählt mir jemand 20 Minuten lang was und die Frage wäre einfach nur, was machst du jetzt daraus?
Miriam: Ich mag das sehr, übersetzt ist es, ihm helfen, das Flugzeug zu landen. Und ich mag dieses Bild total dafür, ich liebe das, weil es darum geht, die Kernaussage zu finden und die am Ende auch zu postulieren. Also das heißt, wenn... Ein Mensch, der losredet, möchte ja vermutlich auf jeden Fall irgendetwas Wichtiges sagen. Etwas, was ihm auf der Seele liegt. Etwas, was er zu dem Thema beizutragen hat.
Florian: Manchmal denken Leute vielleicht einfach nur laut, oder? Und es ist ein Denkprozess.
Miriam: Der dazu führen soll. Dass diese Meinung endlich rausblubbert oder dass es einen Konsens gibt oder was auch immer die Intention dieses Redeeinsatzes ist. Veränderungswünsche, Meinungsbekundungen, egal. Es ist völlig egal. Inhalt jetzt mal weg. Jeder Mensch hat das. Auch wenn es eine halbstündige Denk-Palava-Salve ist. Jetzt können wir als der Gesprächspartner oder der Teamleiter oder der Sitzungsleiter oder wie auch immer du es nennen möchtest.
Florian: Oder die gute Freundin.
Miriam: Oder die gute Freundin helfen, kommunikativ helfen, dass derjenige schneller zu seiner Schlussfolgerung findet. Oder zu seiner festen Meinungsäußerung oder was auch immer da rauskommen soll. Der Kernaussage. Das bedeutet nicht, das wird ja manchmal so bei Stotterern so den Satz zu Ende sprechen. Das ist überhaupt nicht das, was wir meinen. Das ist auch nicht höflich.
Florian: Ich weiß, was du meinst. Du möchtest jetzt das und das und das machen.
Miriam: Das nicht. Das ist Übergriffigkeit. Sondern wie könntest du es machen, dass jemand seine Kernaussage landet, sein Flugzeug landet?
Florian: Naja, das was ich in Meetings tatsächlich verwenden würde, wäre am Anfang eine klare Erwartungshaltung setzen, was wofür wir die Zeit, also wenn wir sowieso drüber sprechen, wie viel Zeit wir haben, dann eben auch zu sagen, was ist das, was wir erreichen wollen. Und dann darüber klar zu haben, ah, das ist das, worum es heute geht. Und dann alle Aussagen, die jemand macht in der Gruppe oder aus dem Team heraus, dann eben dagegen zu messen, sind wir noch an diesem Thema dran oder nicht, dann sind wir in einer ganz einfachen Art und Weise strukturiert Gespräche zu führen. Und das gleiche geht ja auch mit unseren Kindern zum Beispiel, wenn die hier ankommen und wir hatten es glaube ich im letzten Podcast oder in einem von den Live-Videos letztens, wenn die ankommen und sind total aufgelöst oder genervt oder fangen an, rumzumöbeln, dann einfach zu fragen, was hättest du denn gerne, was jetzt passiert? Also möchtest du mal kurz auf den Schoß oder brauchst du mal eine halbe Stunde Ruhe? Was hättest du denn gerne aus dem Gespräch heraus jetzt?
Miriam: Genau. Da geht es dann um, welche Fragen stellst du dann in so einem Augenblick? Sind es Fragen, die dazu führen, dass derjenige seinen Blick mehr in die Zukunft oder mehr auf seine Kernaussage fokussiert? Oder sind es eventuell, das geht nämlich auch, Fragen, die das Feuer noch anfachen?
Florian: Warum maulst du jetzt so?
Magische Fragen und ein liebevoller Gesprächsabschluss
Miriam: Lustigerweise kommt dieser Podcast justament an dem Tag raus, an dem wir abends ein Live-Training haben auf Facebook, wo es um Fragen geht. Das Thema heißt magische Fragen. Und welche dies nicht sind. Also wenn du Bock hast, dann komm heute Abend um 20 Uhr in diese Gruppe Training at Home auf Facebook, weil da sind Florian und ich live und sprechen über genau dieses Thema, weil du würdest jemanden extrem unterstützen, wenn du ihm Fragen stellst, die Richtung Sonnenaufgang gehen, in so einem Kontext. Und wir empfehlen das sehr, dass Menschen, die sich für Kommunikation interessieren, sich mal mit dem Thema Fragen beschäftigen und welche Fragen was tun. Also was geschlossene Fragen machen, was offene Fragen machen, was bestimmte Frageformulierungen tun, was Vorannahmenfragen tun, was völlig offene, leere Fragen machen im Bereich der Clean Language. Also es gibt so viele verschiedene Fragetechniken, die mega geil sind. Manche davon sind extrem geeignet, um zum Punkt zu kommen. Manchmal ist es ein Erinnern daran auch, dann ist es keine Frage. Also wenn du dir das noch nicht zutraust mit den Fragen oder wenn du keine Zeit hast oder den Podcast viel später hörst und das Live-Training auf Facebook ist schon vorbei, dann es gibt Hoffnung für dich.
Florian: Um ein konkretes Beispiel zu geben, am Anfang eines Trainings, wie ich inzwischen gerne anfange, ist, dass ich die Teilnehmer frage, und das ist wirklich die erste Interaktion, also ich sage sowas wie, hallo, willkommen zum Workshop, und dann ist meine erste Frage, die auf dem Flipchart auch steht, welche Fragen hast du noch, bevor wir loslegen können? Weil das dann den Denkprozess startet von vielen Leuten. Manche Leute möchten wissen, was ich für einen Hintergrund habe, wo ich herkomme, was ich irgendwie gemacht habe.
Miriam: Manche wollen wissen, wann die Kaffeepausen sind.
Florian: Manche wollen wissen, was wir heute über die Agenda tun. Manche möchten wissen, wann sind wir fertig. Für manche ist es wichtig, gibt es irgendwie ein Fotoprotokoll, gibt es irgendwie dies oder das. Und manchmal ist nichts von all dem wichtig, sondern es kann direkt losgehen und dann wäre es ja schade gewesen, da irgendwie Zeit mit zu verbringen.
Miriam: Das stimmt.
Florian: Und insofern eben auch diese Frage zu geben. Und das Schöne an solchen Fragen, an diesen magischen Fragen ist, dass die Verantwortung für das Gesamtgespräch dann auch wieder zwischen den beiden Menschen liegt. Weil das hilft ja meinem Gegenüber massiv, wenn jemand viel spricht und ich frage einfach, wenn das jetzt gelöst wäre, dieses Thema, oder wenn wir jetzt einen Schritt weiter wären. Was würde sich denn dann aus diesem Gespräch heraus ergeben? Möchtest du eine Lösung haben? Möchtest du eine Idee haben? Ging es einfach nur mal darum, das jemandem zu erzählen? Und ich stelle ein paar Rückfragen. Was hättest du gerne, was jetzt passiert in dieser Zeit, die ich dir schenke?
Miriam: Ich mag das sehr, das mal aus dieser Perspektive zu betrachten und dieses Bild im Kopf zu haben von so landest du das Flugzeug gemeinsam mit einem anderen Menschen sicher auf dem vorgesehenen Landeplatz und alle beide haben das Gefühl, der Pilot und der Co-Pilot, dass sie einen tollen Job gemacht haben. Und deswegen, also ich liebe diese Idee, ich mag auch Jet Lis vermeintliches Zitat, von dem wir nicht wirklich wissen, ob er es jemals von sich gegeben hat.
Florian: Also irgendwann einfach Recht zu geben oder zu sagen, ja stimmt, wenn wir merken, wir kommen nicht mehr zusammen oder wir haben uns vielleicht schon gegenseitig verstanden und es ist trotzdem noch eine unterschiedliche Meinung da.
Miriam: Und du befreist den anderen einfach von diesem inneren Zwang und Pflichtgefühl, jetzt noch mehr und noch mehr und noch mehr verargumentieren und sagen zu müssen, um dich zu bekehren. Denn vielleicht ist es sowieso nicht nötig. Und er hat ja ganz viele tolle Argumente gebracht. Manchmal ist es auch ein, dieses Recht geben fällt manchen Menschen schwer, wenn sie so fühlen, dass das gar nicht rechtens ist, was der andere da von sich gibt. Dann wäre es eher so ein, ich verstehe dich. Ich habe dich jetzt verstanden. Also ich verstehe, dass du das so denkst. Und ich mag das sehr, weil das wäre sozusagen der letzte, am Ende diese wunderschöne, liebevolle Maßnahme, ein Gespräch zumindest so zu beenden, dass beide sich weiter in die Augen gucken und dass es beim nächsten Mal einfach ist, vielleicht an einer anderen Stelle wieder anzuknüpfen. Voll gut. Ich mag diese Podcast-Folge sehr. Ich feiere die jetzt schon. Das ist so wertvoll und so neu. Selbst unsere Trainer, die bei uns ausgebildet sind, können aus dieser Folge noch ganz viel lernen. Florian und ich haben auch noch mal ganz viel gelernt. Vielleicht ist das auch das Schöne am NLP, dass ich das Gefühl habe, ich lerne nie aus. Wir beschäftigen uns seit so vielen Jahren intensiv damit und es gibt immer noch was zu discoveren.
Florian: Und es gibt immer noch Teilgebiete, wo wir dann mehr machen oder weitermachen. Ja, war gut. Wir hören uns nächste Woche wieder, wenn es wieder heißt.
Miriam: Zwei Gehirne und ganz, ganz ernste Themen. So wie heute. Oder war es ein ernstes Thema heute? Voll gut. Wir können auch mal ernst sein. Nächste Woche gibt es wieder ein Witze-Podcast. Das reicht mir schon. Dann brauchen wir wieder Witze. Nee, wir wollen nicht so viel Schneiderarbeit haben. Wir machen einen gespielten Witz nächste Woche, Florian und ich.
Florian: Bis nächste Woche.
Miriam: Bis dann. Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.