Morgens ins Meeting, mittags ins Meeting, abends ins Meeting – und jedes Mal kippt die Stimmung nach unten. Eine Followerin aus der Facebook-Gruppe stellte genau diese Frage: Was kann ich tun, um dem Team wieder mehr Licht am Ende des Tunnels zu geben, ohne mit dem Vorschlaghammer zu kommen? Miriam und Florian nehmen sich das Thema vor – von schlechter Laune im Softwareteam bis zur Kulissenmalerei beim Musical. Und sie zeigen, warum es fast immer um dasselbe geht: gemeinsam Dinge fertig machen und den Fortschritt sichtbar erleben.
Woher die schlechte Stimmung kommt
Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt. Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.
Miriam: So, diese Podcast-Folge ist eine sehr hochoffizielle Business-Podcast-Folge. Das war der Satz, mit dem die Ersten ausgeschaltet haben. Was? Nein, nein, nein. Es geht um Folgendes: In unserer Facebook-Gruppe – schauen wir in den Chat, wenn wir da live senden, und da schreiben Leute ganz spannende Fragen und tolle Sachen. Und einige dieser Fragen notieren wir uns auch für später. Da gibt es vielleicht mal eine Podcast-Folge oder einen Blog dazu. Das ist wirklich super. Ihr seid großartig.
Miriam: Und da gab es bei einem der Trainings im vergangenen Jahr die Äußerung, dass es im Team – also es ist offensichtlich ein Mensch, der ein Team hat oder in einem Team sitzt, wenn er arbeitet, oder sie – gab es das Problem, dass immer nur schlechte Nachrichten, schlechte Stimmung, schlechte, alles schlecht, und so wurde dann morgens, mittags, abends in die Online-Sitzung gestartet, ins Meeting. Und der hehre Wunsch dieser Person war natürlich: Wie kann ich denn da was gegen unternehmen, was kann ich denn tun, um das unauffällig, heimlich in eine bessere Richtung zu schieben? Und damit willkommen zu einem extrem wichtigen Thema, weil alle von euch, die ihr zuhört, alle, jeder einzelne, hat da draußen entweder beruflich mit Teams oder mit Gruppen oder mit Horden oder Rudeln zu tun, oder mit einer Familie oder mit einem Verein. Und diese Folge ist wirklich Gold für: Was kannst du tun, damit es da vielleicht ein bisschen besser ist?
Florian: Weil manchmal gibt es ja so diese Dynamik, die sich dann ergibt, dass irgendwie eine Person anfängt, über was zu sprechen – und wir gehen jetzt mal davon aus, dass es nicht um was Privates geht.
Miriam: Nein, nein, wir gehen davon aus, dass es um Arbeit geht. Es kann ja auch eine private Arbeit sein. Also in einem Verein zum Beispiel gibt es auch Arbeit zu tun.
Florian: Nein, nur nicht. Also das, was besprochen wird, ist im Kontext dieser gemeinsamen Tätigkeit, also des Teams, und nicht irgendwie jemand beschwert sich die ganze Zeit darüber, was sein Nachbar macht oder so, in einer Arbeit. Weil das wäre ja auch noch was. Manche Teams gewöhnen sich irgendwie, oder manche Menschen haben sich seltsame Gesprächskontexte angewöhnt, einen seltsamen Gesprächsrahmen angewöhnt. Manchmal hatte ich das schon, dass Führungskräfte auf mich zukamen und mir eben auch die Aufgabe gegeben haben, jemanden zu coachen in einem Team, der immer wieder was von außen einbringt, was mit dem Team gar nichts zu tun hat, was allerdings sehr stört. Nur das ist nicht Thema heute, ne?
Florian: Nee, das ist heute nicht das Thema. Heute ist das Thema, was, wenn in dem Team einfach eine schlechte Stimmung herrscht. Ich kenne das tatsächlich auch von mehreren Einsätzen jetzt schon in großen Konzernen. Wo es darum geht, hey, dieses Team, die stören sich dran an der Zusammenarbeit mit den anderen Teams um sie herum, oder dieses Team, die sind irgendwie schlecht drauf.
Miriam: Oder die leiden besonders unter der momentanen Situation und machen das immer wieder zum Thema und kommen da gefühlt auch gar nicht aus – wir sagen da ganz gerne ja Abwärtsspirale –, kommen da gar nicht so richtig raus, sondern im Gegenteil rutschen so mit nacktem Hintern auf angefeuchteter Rutschbahn immer tiefer in diese Abwärtsspirale.
Florian: Ich hatte letztens ein Team von Softwareentwicklern. Also die in einem großen Konzern dann eben interne Applikationen bauen, Programme, die dann benutzt werden von anderen Kollegen intern. Und die hatten schon vor über zehn Jahren die Herausforderung, dass das Unternehmen gesagt hat, naja, eigentlich wollen wir die Basis wechseln, mit der da gearbeitet wird. Also intern haben die eben eine bestimmte Geschichte gebaut, und die Organisation hat gesagt, oh, das können wir auch von außen zukaufen. Und hat dann vor über zehn Jahren schon gesagt, wir brauchen das eigentlich nicht mehr. Bitte betreut das nur noch, bis es am Ende seines Lebens ist oder bis wir es dann komplett ausgetauscht haben. Und dann kam irgendwann fünf Jahre später die Entscheidung, oh, wir behalten euch doch. Nur dadurch sind die in so einen komischen Modus reingerutscht, dass die Sachen nur noch betreut haben.
Florian: Und das ist ja verständlich aus Organisationssicht, erstmal zu sagen, das ist super, das Programm, was wir da haben, ist toll – also sowas wie ein E-Mail-Programm intern, wow, super gut, dass wir das gemacht haben, nur jetzt möchten wir eben auf ein offizielles umsteigen, zum Beispiel Microsoft Outlook. Dann haben sie einen Teil von den Mitarbeitern umgestellt, haben dann gemerkt, oh, dann funktionieren aber bestimmt Sachen nicht mehr, und seitdem lebt die Organisation im Limbo. Ja. Zwischen den Welten. Diesem Team wird gesagt, ah, nicht zu viel Arbeit reinstecken, weil bald werdet ihr abgelöst. Allerdings die Ablösung kommt irgendwie auch nicht. Und das ist ein konkretes Beispiel, wo mal ein Team in so einen Modus reingefallen ist, wo die auch: Was sollen wir denn jetzt tun? Also sind wir jetzt gewollt in der Organisation? Ist das, was wir tun, irgendwie sinnvoll und wichtig?
Miriam: Oder entscheiden die das morgen wieder anders? Dann fangen wir an, uns irgendwie wieder zu berappeln, und dann will uns doch wieder keiner mehr. Also ich glaube, das gibt ganz unterschiedliche Herausforderungen bei Menschen im Beruf, und das Jahr 2020 hat in vielen Bereichen nicht viel dazu beigetragen, dass das besser werden konnte.
Florian: Da kamen aus dem Kontext heraus, also aus dem, was um das Unternehmen herum ist, oder vielleicht sogar im Unternehmen selber, ganz viele Angebote, sich ganz in einer bestimmten Art und Weise zu fühlen.
Miriam: Sag doch ruhig, wie es ist.
Florian: Das kommt sehr aufs Unternehmen an.
Miriam: Ich weiß, ich weiß.
Florian: Mobilfunkanbieter, denen geht es zum Beispiel blendend. Also es gibt auch Unternehmen, denen es blendend geht.
Miriam: Denen es wirtschaftlich blendend geht, und Menschen arbeiten eben jetzt in ganz anderen Umständen, die arbeiten von zu Hause aus. Das heißt, es kann ja auch sein, dass es in Teams schlechte Stimmung gab oder gibt, weil eben diese äußeren Umstände jetzt so nicht gut arrangiert sind. Es sollen zwar alle weiter auf Volldampf arbeiten, weil es ist Nachfrage da, es ist auch Markt da, es steht keine Krise bevor. Nur es gibt keinen, der sich kümmert um – da hockt eben jemand mit kleinen Kindern zu Hause, die nicht zur Schule gehen können, oder wie auch immer.
Florian: Oder was, wenn ich so ein Vertriebsteam habe und bis letztes Jahr war der Modus, den wir gemacht haben, eben, dass ich regelmäßig auch zum Kunden rausgefahren bin oder dass wir auf Messen was verkauft haben. Natürlich ist das jetzt schwierig.
Erster Trick: die Gefühle anerkennen – und was Auskotzen wirklich bringt
Florian: Und dann sind wir quasi beim ersten Trick schon dabei, nämlich anzuerkennen, dass diese Gefühle, die die anderen Menschen haben oder die die Teammitglieder haben, dass die halt tatsächlich so sind für die. Und dass wir auch wahrnehmen dürfen, dass da jetzt vielleicht mal schlechte Stimmung ist oder dass da irgendwie vielleicht sogar Verzweiflung herrscht oder vielleicht eine Aufbruchsstimmung oder was auch immer eben du, wenn du mit dem Team in Kontakt kommst, fühlst, dass das da ist.
Miriam: So, das akzeptiere ich, sehe ich ein, und jetzt kommt ja eben diese Followerin unserer Gruppe und sagt, ich würde so gerne was machen dagegen, ich würde denen so gerne helfen. Also ich habe jetzt ein bisschen was gelernt.
Florian: Und vielleicht ist der erste Ansatz, ich rede mal mit denen auch über die ganzen Schwierigkeiten und Herausforderungen, die die im Moment haben und warum alles nicht geht, und dann merken wir, das hilft nicht. Das wäre ja der erste valide Versuch, zu sagen, wir sprechen mal darüber, was alles gerade schwierig ist und was nicht funktioniert. Und das hat noch nicht zu einer Besserung eingeht.
Miriam: Du würdest also ein Team-Meeting dafür versemmeln, sozusagen mit Absicht.
Florian: Möglicherweise. Also das wäre ja der einfache Weg. Wir sind ja dann nur in Glaubenssätzen drin von wie funktionieren Menschen, wie funktionieren Teams.
Miriam: Das ist jetzt NLP übrigens. Also wer gerade den NLP-Podcast vermisst haben sollte, hier ist er wieder.
Florian: Und in manchen Teams herrscht die Meinung vor, dass die sagen, wir müssen uns mal auskotzen können, um das dann loszulassen. Und wenn die das sagen, dann lasst uns ein Kotz-Meeting machen, ich bring Eimerlein mit und Tütlein. Nur, also wenn das das ist, hey, lasst es uns ausprobieren. Wenn die Stimmung danach schlechter ist, darfst du halt irgendwie – hat man ein bisschen mehr zu rudern noch?
Miriam: Man, oder derjenige, der dafür zuständig ist, oder die Menschen, die es wollen. Ist ja die nächste Frage, die sich stellt. Also natürlich ist es ein hehres Anliegen zu sagen, ich würde gerne in einem Team arbeiten, wo natürlich auch mal so ein Kotz-Meeting ist, nur wo grundsätzlich vielleicht eine ganz gute, nette, im Idealfall entspannte, witzige Arbeitsstimmung herrscht und wo sich Menschen gegenseitig inspirieren und unterstützen und wo wir uns gerne auch treffen und sehen. So grundsätzlich. Wenn es da zwischendurch mal funkt und knallt, ist ja in Ordnung. Und ich glaube, darum geht es. Also es geht nicht darum, dass da jetzt auch mal ein Haussegen schief hängt oder dass sich jemand mal aufregt über die Vorgehensweise von irgendeinem Vorgesetzten oder über die Situation mit dem Homeoffice.
Florian: Vielleicht habe ich da wirklich auch mit Teams zu tun gehabt, die halt – ich werde halt als Externer auch in Teams reingerufen, die, wo es seit Jahren schon irgendwie manchmal herausfordernd wird.
Miriam: Was wir mit diesem Podcast nämlich nicht wollen, ist, in dein vielleicht super funktionierendes Team, wo irgendwie so einmal im Monat einer auch mal ein Tränchen verdrückt wegen irgendwas, da irgendwas reininterpretieren, weil es nämlich völlig normal ist, dass wir Menschen, dass es uns eben mal so geht und mal so, und wir haben das alle, so.
Die Ebene wechseln: Was erreichen wir eigentlich?
Miriam: Und jetzt ist ja die Frage, wozu dient es denn, wenn es in einem Team grundsätzlich auch zwischenmenschlich, auch auf sozialer Ebene gut läuft, was kannst du dafür tun? Was hat die Arbeit und der Arbeitsprozess auch damit zu tun, dass es den Menschen gut geht? Gerade wenn wir sagen, in diesem Podcast geht es jetzt auch nicht darum, dass wir über irgendwelche psychischen Probleme von Menschen sprechen, sondern dass wir ganz klar sagen, die Arbeitsabläufe stehen ja im Zentrum des Geschehens.
Florian: Das ist was, was oftmals – also der erste valide Versuch wäre vielleicht, wir haben so ein Meeting, wo wir mal drüber sprechen, was alles nicht funktioniert hat, und sagen, cool, das schließen wir jetzt ab. Weiter geht's, aufwärts geht's. Was, wenn das nicht funktioniert? Dann ist einen Ansatz sicherlich auch mal zu schauen, was erreichen wir denn tatsächlich? Also wie erfolgreich sind wir denn mit dem Team? Was schließen wir denn ab? Was tun wir denn? Dann wechseln wir nämlich die Ebene plötzlich, dann behandeln wir das Problem auf einer anderen Ebene oder kommen da vielleicht eher zu einer Herausforderung auch plötzlich dann oder zur Lösung direkt, weil das ja dann wirklich darum geht. Was ist denn das, was wir erreichen? Also was ist das, wie arbeiten wir in einer bestimmten Art und Weise und wie schließen wir bestimmte Dinge ab? Was gibt es überhaupt für Meilensteine, die wir regelmäßig erreichen? Meilensteine im Sinn von, wir haben 50 Kunden nochmal bedient, oder wir haben vielleicht ein Millionenprojekt jetzt schon mal angefangen, wir haben das erste Drittel erledigt. Was ist denn das, woran wir im Team messen können, dass es einen Fortschritt gibt?
Miriam: Und da bin ich dir sehr dankbar, Florian. Und wir hatten im letzten Jahr mehrfach das Thema auf dem Tisch, das du ja auch als akkreditierter Trainer betreust, das jetzt mal nichts mit dem NLP zu tun hat, sondern was unser Kanban ist. Also eine Art, die Arbeit zu strukturieren und transparent zu machen für alle. Und eine Ebene zu schaffen von Arbeit, auf der das Team wirklich auch mit den Aufgaben miteinander spielen kann. Für mich ist das fast ein Spielen. Also das ist so eine schöne Maßnahme, die uns auch sehr hilft. Da kommen wir später nochmal drauf zu sprechen, weil ja der Wunsch oder der Impuls für diesen Podcast ist, was kann ich denn tun, ganz aktiv, damit es dem Team, damit es den Menschen im Team besser geht.
Miriam: Und es gibt ja auch ein paar Forschungen, die sagen, wenn Menschen gemeinsam an was Tollem arbeiten, wo die wirklich Bock haben oder wo die einen Sinn drin sehen, also wo eine Sinnhaftigkeit drin ist. Wir arbeiten ja hoffentlich, oder du arbeitest in einem Beruf, für den du irgendwelche Skills hast, der dich auch mal eine Zeit lang vielleicht brennend interessiert hat, wo du viel Ausbildung und viel Arbeit rein investiert hast und wo du gut drin bist. Wo du vielleicht auch Meter machen möchtest. Also wir lassen uns ja nicht in irgendeine Firma einkaufen, um da nichts zu erreichen, sondern ganz im Gegenteil. Es tut ja gut, Erfolge zu haben und die zu erzielen und die messen zu können. Und es gibt Erkenntnisse zumindest – ich will jetzt nicht auf wissenschaftliche Studien gehen, nur es gibt neue Erkenntnisse, die dieses gemeinsame Ziel, also dieses, wozu sind wir da und was wollen wir erreichen, mehr in den Vordergrund stellen als: Wir gehen zusammen einen trinken, oder wir machen irgendwie Ringelpiez mit anfassen.
Florian: Ja, es gibt tatsächlich Studien zu Teams. Wir haben, oder viele von euch als Zuhörer werden das mal irgendwie erlebt haben, dass du auf einem Bowlingabend warst mit einem Team, oder ihr gemeinsam in den Klettergarten gegangen seid, oder – was habe ich schon gemacht – Lasertag, Golfspielen, im Orchester anleitet. Also alles Mögliche, um das Team besser zusammenzubringen. Und die Herausforderung ist ja immer, dass wir: Wirkt das, wirkt das nicht? Und es gibt eben Studien dazu, die sagen, diese Sachen helfen so ein bisschen, helfen manchmal, allerdings hauptsächlich den Teams auch, die sowieso schon gut funktionieren. Und was ist die Alternative? Was können wir anderes tun? Gemeinsam Ziele erreichen. Und diese Sinnhaftigkeit ist ja was – also ist das, was wir tun, sinnhaft, und ist das, was wir jeden Tag so an Kleinigkeiten, an kleinen Zielen vielleicht erreichen, den Sinn da drin, den sehen wir dann ja. Also das ist ja was, was wir einem Team auch stiften können.
Florian: Eben aus ganz unterschiedlichen Kontexten. Es könnte sein, dass wenn ich Verkäufer bin im Einzelhandel, dass ich eben einfach die erfolgreichen Verkäufe des Tages schon mal als die Metrik nehme oder das nehme, wo ich sage, guck mal, da geht was voran. Also es gibt im Moment eben N Verkäufe, und das ist das, was wir jeden Tag erreichen. Und was könnten wir denn tun, um auf N plus 1 zu kommen? Also relativ – in Anführungszeichen – ein kleines Ziel vielleicht, um von 100 auf 101 zu kommen oder von 1000 auf 1001. Nur vielleicht ist es ja auch von 5 auf 6 zu kommen. Und da den Fortschritt zu sehen und eben zu sehen, was ist denn das, was wir gemeinsam eben tun und erreichen? Was ist das, wo wir als ein Team zusammen daran arbeiten? Wo schließt gerade jemand Arbeit ab? Wo sind wir mit was fertig? Was ist was, was wir angefangen haben und du schließt die Dinge jetzt dann ab. Und das als Impuls zu nehmen, zu sagen, guck mal, wir machen Fortschritt. Weißt du, wie ich das immer nenne?
Miriam: Frohe Kunde.
Florian: Frohe Kunde.
Frohe Kunde: die Premiere als gemeinsames Ziel
Miriam: Ja, ich nenne das frohe Kunde. Ich kenne das aus dem Beruf, ich kenne das aus meiner Tätigkeit in dieser großen Musical-Gruppe, wo ich normalerweise einmal im Jahr auf der Bühne stehe. Hier sind 110 Menschen, die sich einmal im Jahr zusammentun, um ein riesiges künstlerisches, kulturelles Projekt zu stemmen, und in den meisten Fällen ehrenamtlich. Und die sind so unterschiedlich, dass wirklich die meisten von denen so eins, zwei, drei Freunde unter diesen 110 haben und der Rest ist denen leidlich egal, menschlich. Mit denen würden die auch abends nicht noch einen trinken gehen, oder – also freiwillig, ja. Und das ist deutlich zu spüren auch während dieser Produktion.
Miriam: Nur wo die zusammenrücken, wo sozusagen sich gegenseitig unterstützt und wirklich auch Halt geboten wird, ist, wenn die Erinnerung kommt an: Es gibt da eine Premiere. Es gibt da einen Moment, wo wir alle Interesse haben, dass das Ding funktioniert. Und egal ob das dann – bei manchen Menschen fühlt sich das vielleicht eher so an wie, oh je, ich will nicht, dass da was schief geht. Bei anderen fühlt sich das vielleicht eher so an wie, boah, ich will, dass da die Leute aufspringen und Standing Ovations geben. Völlig egal, nur das ist das, was die alle verbindet. Da sind 16-Jährige mit 60-Jährigen zusammen am Laufen.
Florian: Und die einzelnen Schritte, also das, was zwischendurch erreicht wird, ist ja auch ziemlich klar.
Miriam: Und es gibt frohe Kunde zwischendurch.
Florian: Es gibt eben Leseproben, wo die Rollen das erste Mal gemeinsam gelesen werden, wo angefangen wird, an den Charakteren zu arbeiten. Dann werden einzelne Szenen erstmal bearbeitet und auf der Bühne gespielt und man sagt, okay, die sind jetzt mal gut genug, wir lassen die erstmal eine Weile ruhen, gehen an die anderen Szenen ran. Dann werden die Szenen nochmal geputzt, also nochmal auf Anschluss gespielt und dass tatsächlich eine Dynamik entsteht und mehr Power in eine Szene reinkommt. Und darüber merke ich ja schon den Fortschritt mit der Zeit. Irgendwann kommen dann die Kostüme dazu und plötzlich ist nochmal ein ganz anderes – also dann wird es schon so, oh, jetzt wird es irgendwie noch mehr. Und das ist ja was, was tatsächlich dann eben sehr vereint. Also wir merken, wir kommen näher und näher, der Termin kommt näher und näher, auf den wir uns freuen. Voll gut.
Miriam: Und es braucht gar keine Inszenierung für, wenn sich vorne dann der Chef der Kulissenmalerei hinstellt und sagt, wir haben die Kulissen fertig, die sind jetzt fertig. Also da braucht es gar kein Tuch, was weggezogen wird von irgendwas, oder viel Licht und Pyrotechnik, sondern die Kunde, die frohe Kunde reicht schon, um für ein Aufatmen, einen kleinen Applaus oder was auch immer da spontan passiert zu sorgen, weil alle wissen, das zahlt jetzt ein auf unser gemeinsames Projektziel.
Miriam: Und so habe ich das eben auch in anderen, auch in Arbeitsprojekten, in denen ich drin war, in Auftritten, Fernsehsendungen, die vorbereitet wurden, neue Showformate, die aufgezogen wurden. Jetzt bei uns ganz klar das Seminargeschäft, wenn wir neue Seminare uns ausdenken und die konzipieren – und dann, das ist viel Arbeit – und die dann bewerben, dann die ersten Kunden kommen, dann wird das erste Mal das Seminar auch geben. Das war im letzten Jahr zum Beispiel zum ersten Mal bei uns diese Kommunikationstrainer-Ausbildung, die sehr aufwendig ist. Da ist natürlich auch dann bei uns im Team sowas zu spüren. Dass es da unangenehme Momente gibt und echt Vorbereitungsschwellen auch, über die wir drüber dürfen. Nur in dem Moment, wo wir uns erinnern, aber am 9.9. geht das Ding los. Also egal, wie weit wir jetzt sind, weil da stehen die Leute hier vor der Tür. Oder wir sehen diese Menschen vor uns, wie die plötzlich auf der Bühne brillieren und ihre Vorträge halten perfekt. Dann ist es toll.
Miriam: So, jetzt könntest du dich fragen, wie mache ich das denn bei meinem Team? Wie kriege ich das denn hin, dass die sich ausrichten auf diese wunderschönen Erlebnisse im Bereich Erfolg? Und da möchte ich jetzt gerne nochmal auf deinen Kanban zurückkommen, weil uns das in all diesen Bereichen stützt. Selbst mittlerweile bei der Musical-Produktion benutze ich das. Und wir haben im letzten Jahr zwei, drei auch Trainings am Mittwoch angeboten. Also wir haben so Einführungen in dieses Konzept gemacht. Was ist denn Kanban?
Kanban: Arbeit sichtbar machen und Dinge fertig bekommen
Florian: Also Kanban ist eine jetzt Anfang der 2000er entwickelte Methode, um eben gemeinsam zu schauen, wie funktioniert Arbeit? Wie ist unser System gerade aufgestellt? Welche Arbeit ist überhaupt in dem System drin? Und dann dafür zu sorgen, dass all die Dinge, an denen wir gemeinsam arbeiten, dass wir anfangen, mehr Dinge abzuschließen als anzufangen erstmal. Also dass wir möglichst einen gleichmäßigen Fluss in unser Arbeitssystem reinbringen. Oder ganz einfach, dass wir regelmäßig mal was fertig haben.
Miriam: Ah, schön.
Florian: Also, dass wir regelmäßig Sachen fertig haben und eben auch dahin kommen. Also frohe Kunde erzeugen. Frohe Kunden auch erzeugen durch frohe Kunden.
Miriam: Und frohe Kunden erzeugen, ja, mega. Stimmt.
Florian: Und es darüber eben auch schaffen, ein Gefühl von Fortschritt zu haben. Also tatsächlich auch regelmäßig zu sehen, wir als Team, wir schaffen was gemeinsam, oder Miri macht was alleine vielleicht, was ihre Kosmetiklinie angeht, oder ich mache was, was meine Beratung angeht, und dann eben zu sehen, wow, da ist Bewegung drin, das bringt uns wieder zusammen.
Miriam: Und das ist sichtbar zu machen. Also das ist ein Konzept, wo wir das sehen.
Florian: Also wo einzelne Arbeit, also idealerweise alle Arbeit, die wir im System eben drin haben, sei es von Kundenanfragen, die an uns kommen, die Seminarvorbereitungen, die wir haben, da sind unsere ganzen Kalender auch drin, da sind die Shows von Miriam mit drin, da sind meine Beratungstätigkeiten drin. All das ist eben plötzlich sichtbar gemacht, und darüber sehen wir dann auch die Menge, und dann fangen wir an, daran zu arbeiten, dass wir möglichst Dinge abschließen.
Miriam: Übrigens, wer das noch nie gehört hat oder wer sich jetzt fragt, was ist das denn? Viele von euch werden schon mal was davon gehört haben, nur die, die noch nichts davon gehört haben, kein Problem, hatte ich auch nicht bis vor zwei Jahren, also ist alles gut. Es ist eine Art Brett an der Wand. Ich sag das jetzt einfach mal, wie es ist.
Florian: Das ist so die einfachste Variante. Ja, ich sag nur mal, wie es ist. Und es sind immer mehr als die Post-its an der Wand.
Miriam: Ich weiß nur, ich möchte halt mal zumindest, dass Menschen eine Idee davon haben. Es ist ein Hör-Podcast. Wie sieht das aus? Und dann werden eben diese ganz vielen verschiedenen Aufgaben, die es gibt in einem System, werden abgebildet über Zettel, über sogenannte Tickets oder Karten, wirklich Pappkarten, wo die draufstehen.
Florian: Da kommt das Wort, und David Anderson hat das eben 2004 gestartet und formalisiert. Das kann man in der Wissensarbeit – weil es gibt auch noch eins in der Produktion, das funktioniert ein bisschen anders, also bei Autos oder bei der Herstellung von bestimmten Gütern. Nur das, was wir haben, wenn wir ein Team haben, was eher so ein Vertriebsteam ist oder ein Marketing-Team, oder wir machen eben Software-Entwicklung, dann haben wir ja nichts Physisches mehr, wo wir sagen können, am Ende des Tages ist irgendwie, da fällt was runter, so ein Werkstück runter, und dann sind wir mit was fertig, sondern wir bewegen ja nur noch Bits und Bytes, Zeilen, irgendwas hin und her. Und um das wieder sichtbar zu machen, oder deswegen ist die erste Praktik, dass wir es eben wieder hereinholen und sagen, an was arbeiten wir eigentlich gerade.
Florian: Und es könnte sein, früher war das so, bis Anfang letzten Jahres, dass wir eben Post-its auf einer Wand hatten und mal alles aufgeschrieben haben, woran wir gerade arbeiten, und anfangen, das zu strukturieren und zu bewegen und zu sehen, was tun wir denn da, was könnten wir vielleicht lassen, was können wir jetzt fertig machen.
Miriam: Ich mach's mal ganz konkret für dich da draußen: Wenn das jetzt über diese Musical-Produktion laufen würde, gäbe es bei mir auf jeden Fall einen Zettel, wo draufstehen würde: Text auswendig lernen. Und der hätte verschiedene Unteraufgaben drin.
Florian: Vielleicht auch Text erstmal – Text für Szene 1, Text für Szene 5, Text für Szene 13.
Miriam: Ja, genau. Also da ist eben ganz viel drin. Vor allen Dingen, wenn das eine größere Rolle ist, ist es ja seitenlanger Text, der da auswendig gelernt werden darf. Und dann hat diese Karte vielleicht auch noch Unterkategorien, dass nicht alles auf einmal abgearbeitet wird. Und diese Karte wird dann eben bis zur Premiere oder bis zu den Proben, wo der Text sitzen sollte, landet die dann eben in einer Erledigt. Das heißt, dieses Werkstück fällt eben aus dem System und ist fertig. Und dann kann ich mir das angucken und sagen, frohe Kunde. Ich kann meinen Text. Und so würden wir das eben mit verschiedensten Aufgaben, die es gibt im System, machen.
Miriam: Und ich liebe dieses Konzept. Erstmal klingt es so ein bisschen banal, wie so ein kleiner To-Do-Zettel, nur es ist viel, viel, viel mehr, weil es bildet auch viel mehr ab, was da noch an Tiefe drin ist, an Zeitaufwand. Wir können plötzlich Dinge messen. Wir können feststellen, wie lange ich im Durchschnitt brauche, um eine Rolle zu lernen in dieser Länge oder so. Wir haben ganz viele wunderbare neue Maßnahmen, die sich daraus ableiten, und wir können vor allen Dingen mit unserem Team, wenn das gerade mal so ein bisschen durchhängt oder mal so ein bisschen traurig ist, dann können wir uns natürlich gemeinsam mal vor diese Wand stellen, oder mittlerweile geht das auch virtuell. Also wir können uns so ein schönes, richtig kreatives Board auch – können wir uns auch im Computer gemeinsam machen und das angucken. Und dann können wir uns das angucken und können sagen, guck mal, wir haben eine frohe Kunde, haben wir hier, und da ist noch eine frohe Kunde.
Florian: Oder da sind vielleicht Sachen, die sind fast fertig, und wenn wir gemeinsam jetzt ein Stück weit gehen, dann sind die abgeschlossen. Und dann sind wir eben wieder bei dem, was können wir tun, um die Teamstimmung zu beeinflussen: Dinge fertig machen. Also dafür sorgen, dass das, was vielleicht auf den To-Do-Listen von einzelnen Teammitgliedern gelebt hat, wo jemand halt eine Kladde hat und da stehen irgendwie eine Milliarde Sachen drin, dass das mal auf eine gemeinsame, sichtbare Wand kommt oder in ein Tool reinkommt und wir es dann sehen und dann sagen, was können wir denn abschließen? Was können wir denn fertig machen? Was ist denn was, wo wir, wenn wir uns gemeinsam hinsetzen, ja, dann schließen wir diesen Teil jetzt ab.
Miriam: Hast du das schon mal erlebt? Bestimmt hast du das schon erlebt in deinem Leben, dieses Gefühl von erledigt, es ist fertig.
Florian: Was liegt denn schon lange auf deiner To-Do-Liste rum, wo du sagst, eigentlich in einer halben Stunde oder einer Stunde wäre das erledigt, und es ist so gut, tu es doch einfach und mach es einfach fertig und nimm dir diese Zeit, um das Ding jetzt einfach abzuschließen. Und das ist ein großer Teil von dem, was wir dann gemeinsam eben machen. In Teams stellen wir uns dann einmal am Tag vor diese Visualisierung, vor die Anzahl der Dinge, an denen wir gerade arbeiten, und überlegen, was können wir heute fertig machen? Was ist denn das? Wo braucht jemand Unterstützung? Was könnten wir noch gemeinsam tun? Welche großen neuen Initiativen wollen wir eigentlich anfangen? Dadurch entsteht ja auch mehr Zusammenarbeit.
Miriam: Wie kann ich das denn lernen? Oder wie können unsere Hörer denn lernen? Also gerade die im professionellen Kontext wirklich auch Teams zum Beispiel anleiten, oder die eine Management-Position haben oder Team-Lead sind oder in Positionen sind.
Florian: Also in vielen Unternehmen wird ja gerade auch auf agile Arbeitsweisen umgestellt, oder ist, was auch immer das bedeutet, also dieses wendigere Arbeiten, dieses ein moderneres Arbeiten, manchmal heißt das ja auch New Work. Also eine Zusammenarbeit, die mehr darauf basiert, dass wir Dinge tatsächlich fertig bekommen, dass Entscheidungen nah am Markt getroffen werden. In vielen Kontexten, die haben schon mal was davon gehört. Da gibt es dann oft auch Coaches im Unternehmen schon, die sich freuen, wenn du auf sie zugehst, oder Wissende, die sich freuen und sagen, cool, ich erkläre dir das, wir machen das. Das ist so die Einstiegsvariante.
Florian: Es gibt natürlich auch Bücher zum Thema. Das Buch Kanban von David Anderson ist das, womit es mal angefangen hat und was immer noch als Standardwerk dazu dient. Wenn es eher die persönliche To-Do-Liste ist, dann gibt es ein Personal-Kanban-Buch auch von Jim Benson, das ich sehr gut finde. Also wie kann ich meine eigenen To-Dos mal durchstrukturieren? Was ist da noch so die Dynamik? Und dann geht es natürlich auch bis zur Ausbildung bei der Kanban University, die sich gegründet hat als Ausbildungsunternehmen, um eben diese Methode auch weiterzubringen.
Miriam: Übrigens, der Basiskurs ist absolut empfehlenswert. Ich durfte den im Dezember machen, und ich habe das so genossen, wirklich. Ich bin seitdem sowas von on track. Ich war schon immer on track. Ich bin schon immer ein Arbeiter, und ich bin auch gerne – ich arbeite gerne. Nur jetzt entspanne ich mich wieder rein in die vielen, vielen, vielen Aufgaben, die Florian und ich uns erschaffen haben in einer Welt, in der wir drei Unternehmen gleichzeitig führen. Und ich merke, dass es zunehmend besser wird wieder mit meinem Gefühl für: Ich schaffe das auch alles. Also wir schaffen das, wir mit unserem Team, ich meine, meine Bereiche.
Miriam: Jetzt vergrößern wir uns nochmal, jetzt bekommen wir noch Menschen dazu. Jetzt wird es umso wichtiger, dass wir unsere Aufgaben gut strukturiert vorliegen haben und dass es sichtbar ist, damit auch hier, wenn jetzt mehr Menschen bei uns an Bord sind, dass wir immer noch diese gute Stimmung hauptsächlich haben und dass wir alle gerne arbeiten und viel lachen, wenn wir zusammen sind und viel Freude haben an dem, was wir da tun. Und ich glaube, dass das mit einer der Schlüssel ist. Übrigens, wir verlinken euch einfach mal diese Ausbildung, dann kannst du dir das einfach mal durchlesen und vielleicht auch den ein oder anderen Buchtitel, Florian, ich glaube, das wäre bei dem Podcast ganz sinnvoll.
Kleine Schritte, was schon funktioniert – und zusammen lachen
Miriam: Und was mir noch wichtig ist, ist, ich mag erstmal sehr, dass es Menschen gibt da draußen, die sagen, ich würde gerne auch was für die Stimmung in meinem Team tun. Also ich würde gerne helfen, ich würde gerne dafür sorgen, dass wir uns mehr freuen, als dass wir uns stressen. Dass es mehr gute, frohe Kunde gibt.
Florian: Und natürlich kommt da auch mit rein, du kannst natürlich auch anfangen, Geschichten zu erzählen, die eben positiv sind, das Ganze – auch wenn du deine Kollegen oder die Mitarbeiter im Team mal abgeholt hast und wenn die eben gerade irgendwo sind und sich über die äußeren Umstände beschweren, dann anzuerkennen, zu sagen, jo, also tatsächlich gibt es irgendwie gerade hier echt Schwierigkeiten, wir haben da Probleme mit den anderen Teams um uns rum, oder das funktioniert wirklich nicht, und dann die Diskussion eben ein ganz klein bisschen, ein ganz kleines Stück in eine positivere Richtung zu lenken. Also vielleicht sind es ja erstmal nur die ersten kleinen Schritte, mal wahrzunehmen, was gibt es denn, was schon funktioniert, und darauf aufzubauen.
Florian: Das ist ja auch so einer dieser alten Tricks, wo es auch inzwischen viele Studien zu gibt, weil irgendwann ist Wissenschaftlern mal aufgefallen, das ist so ein total unintuitives Ergebnis. Oder als ich das gelesen habe, dachte ich so, das ist ja total offensichtlich, dass man das so machen sollte. Nur ich weiß nicht, ob ich darauf gekommen wäre. Die haben sich angeschaut, bei Kindern in Regionen, wo eine sehr hohe Kindersterblichkeit ist, da gibt es immer wieder Dörfer oder Familien, wo die Sterblichkeit niedriger ist, also die irgendwas anders machen, und welche Verhaltensweisen auch immer das sind, die die tun, dann abzukopieren und eben an anderen Stellen auch zu verwenden.
Florian: Und eine – das ist jetzt grafisch vielleicht nicht so schön, nur – eine Geschichte, die mir immer in Erinnerung geblieben ist, ist, dass sie gesagt haben, wenn ein Kind Durchfall hat, manche Eltern hören dann auf zu füttern. Und das ist bei Kindern, die dann sowieso schon schwach sind, führt das eben häufig dazu, dass die Kinder auch gestorben sind in solchen Regionen. Andere Familien haben einfach weiter durchgefüttert, und das war ein gutes Verhalten. Und dieses Muster zu kopieren von einer Familie, von einem Gebiet in ein anderes Gebiet rein, also was zu lernen von dem: Was ist denn schon was Kleines, was funktioniert? Welche Verhaltensweisen haben wir denn schon, die ein bisschen besser sind, wo wir ein Stückchen weiter vorkommen, auf welchen Sachen können wir denn aufbauen, wenn wir die erweitern, es besser und besser werden kann.
Miriam: Und diese Frage auch wirklich an die Menschen zu stellen, also die loszuschicken, ganz bewusst, und wenn Teams imstande sind, sich ein Meeting lang Zeit zu nehmen, um mal alles loszuwerden, was sie bedrückt, dann kann ich ja in nächster Instanz auch einfordern, dass wir mal ein Meeting machen, wo wir diese Frage stellen: Was machen wir denn schon gut, und worauf können wir aufbauen? Also wo können wir uns jetzt schon darauf verlassen, dass es gut läuft und da fühlen wir uns alle gut mit, und du fühlst dich gut, wenn du das auch erfährst.
Miriam: Dann die Dinge fertig machen, dann sich neue Techniken aneignen, um eben vielleicht Dinge, die komplexer geworden sind, auch durchzustrukturieren oder die wieder aufgegriffen werden, wie jetzt in dieser Telekommunikationsgesellschaft, wo es dann eben um irgendwelche E-Mail-Programme, also diese E-Mail-Programme ging.
Florian: Ja.
Miriam: Dass das eben, wenn das wieder aufgegriffen wird, eine Struktur bekommt und alle auch verstehen, was jetzt als nächstes passiert, oder wo Dinge fertig werden, wo Dinge zum Guten kommen.
Florian: Wo ich dann konkret als Teamcoach auch reingehe und wir eben daran arbeiten, in dieser Unsicherheit von, ist das, was wir tun, trägt das – wie sollen wir uns weiterentwickeln? Da einen Kurs zu fahren eben, worauf wollen wir denn hinaus? Also was ist denn was, was wir tun können, was auf jeden Fall sinnvoll ist, wo, wenn wir abends, wenn ihr nach Hause geht, ihr sagt, ja, das hat das Unternehmen auf jeden Fall ein Stückchen weiter bewegt, und wir haben was getan dafür, dass es irgendwann mal dann sogar dem Endkunden – also dass wir aus der frohen Kunde heraus, dass wir im Team was abschließen, eben frohe Kunden generieren. Das ist eine Welle, die auch spürbar ist.
Miriam: Also das ist wirklich spürbar. Das ist ein Funke, der überspringt. Ich weiß nicht, ob irgendeiner von euch den Film Soul schon geguckt hat von Walt Disney. Der ist jetzt ganz neu angelaufen. Ich glaube, den gibt es im Moment ausschließlich auf Disney+. Nur das ist ein wunderschöner Film, wo es eben um diesen Funken im Leben geht, also diesen Funken zu spüren, dieses Spüren. Da geht es nicht darum, ob man in seiner Berufung ist oder seine Mission verfolgt oder so, sondern da geht es eher darum, diese Freudenmomente, dieses pure, pralle Leben zu spüren, weil es versteckt sich überall.
Florian: Das versteckt sich auch in Teammeetings.
Miriam: Ja genau, das ist da, weil hier sind Menschen zusammen.
Florian: Manchmal kann es ja auch einfach schon reichen, sich zum Karl Otto zu machen und mal das Team wieder zum Lachen zu bringen. Also eben, was auch immer der Moment ist, wie es auch immer ist, und dann eben einen Witz drauf zu machen. Und es eben einzuführen, wieder zu sagen, wir wollen auch öfter mal zusammen lachen, das tut uns auch gut. Und dann eben dafür zu sorgen: Morgen bringt mal jemand anders einen Witz mit.
Miriam: Wir haben das Thema immer mal wieder auch in unseren Facebook-Livetrainings. Also wenn du Lust hast, komm gerne dahin. Das findet einmal in der Woche statt. Kommst einmal in die kostenlose Facebook-Gruppe, bist du online, kriegst du die Termine dort. Die schreiben wir da immer rein auf Facebook. NLP Training at Home, so heißt die Gruppe.
Miriam: Ja, und damit verabschieden wir uns aus dieser Woche und diesem Thema mit diversen Links, die du unter dem Podcast in den Notizen findest, wenn du dich weitergehend informieren möchtest. Dann freuen wir uns, und bis nächste Woche.
Florian: Bis nächste Woche, genau.
Miriam: Tschö.
Florian: Tschö.
Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.