NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 201

Beeinflusse Dich durch bäm, sssssst, juchhuuuuu!

Sirrrrrr... Njooooooauuu... Brrrrrrm

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In dieser Folge

Darum geht es

Sirrrrrr... Njooooooauuu... Brrrrrrm Geräusche, die unser Leben maßgeblich beeinflussen, kommen häufig von „außen“. Wir kennen sie, weil sie uns über viele Jahre begleiten. Die Schulglocke, die Faustschläge von Terence Hill und Bud Spencer in ulkigen Action Komödien, Sirenen, Startschüsse, Explosionen in „Tom und Jerry“ Streifen oder die Schreie von Luis de Funes in seinen lustigen Filmen. Und die Geräusche kommen von innen. Wir Menschen stöhnen, juchzen, ächzen und fiepsen uns bisweilen durch unseren Alltag – und beeinflussen unser Gehirn damit maßgeblich. Da die meisten Menschen bestimmte „Signature Sounds“, also das immer gleiche Geräusch beim immer gleichen Gefühl erzeugen, haben diese Sounds auch eine Wirkung ohne, dass vorher ein Gefühl da ist. Plötzlich entsteht es durch den Sound oder wird dadurch verstärkt. Dass dies auf unsere Motivation, unsere Lust auf etwas, unsere Neugierde, unsere Freude oder auch unsere Frustmomente Einfluss hat, dürften viele unserer Hörer nachvollziehen können. Wer beim Betreten seines Büros in Zukunft laut „Juchhuuu“ ruft, anstatt ein Geräusch wie „Hmpf“ zu erzeugen, wird den Unterschied sehr schnell bemerken. Dazu gibt’s übrigens eine wissenschaftliche Studie und wer hat sie wieder mal direkt greifbar? Genau, der Florian. Und der Florian erklärt sie auch. Nämlich in dieser NLP Podcastfolge. Viel Spaß beim Lauschen und mitpfeifen, knacksen, donnern, rummsen und röhren. Miriam und Florian sprechen über Signature Sounds, Geräuschanker und wie du dich über Laute wie „Bäm“ oder „Juhu“ selbst motivieren, entspannen oder wacher werden kannst. Es geht um das Pavlov-Prinzip („cells that fire together wire together“), das Experiment mit Musical-Darstellern im Proben-Bootcamp und das universelle „Hä?“, das Forscher in vielen Sprachen gefunden haben. Dazu ein Sprechertipp aus den NLP-Trainings, wie aus dem Genusslaut „Mmh“ eine schöne Ansagenstimme entsteht. Wenn du wissen willst, wie du Geräusche als Werkzeug für Stimmung und Motivation nutzen kannst, bist du hier richtig.

Lesefassung

Das vollständige Transkript

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Kapitel dieser Folge
  1. Ein Kommunikationspodcast ohne Worte
  2. Signature Sounds: Bäm, Badabing und das universelle „Hä?“
  3. Vom Miesmeier-Geräusch zum Juhu: das Experiment im Musical-Bootcamp
  4. Geräuschanker: Pavlov, Signature Sounds und das Gehirn
  5. Bäm für die Motivation: Sounds bewusst einsetzen
  6. Vom Genusslaut zur schönsten Sprechstimme

Bäm, wenn was überraschend gut klappt. Ein langes Gähnen kurz vorm Einschlafen. Das genüssliche „Mmh“, wenn das Essen richtig gut ist. Du machst solche Geräusche vermutlich ständig — und sie tun etwas mit dir, ob du willst oder nicht. Miriam und Florian nehmen sich diese kleinen Laute vor und zeigen, wie du sie bewusst nutzen kannst, um dich zu motivieren, zu entspannen oder wacher zu werden.

Ein Kommunikationspodcast ohne Worte

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß. Zeit ins Bett zu gehen.

Miriam: Genau, das ist das Signal dafür. Ja, ich war auch schon spät.

Florian: Das stimmt.

Miriam: Also während wir diesen Podcast aufnehmen, ist es spät. Heute ist es ein Kommunikationspodcast ohne Kommunikation.

Florian: Was?

Miriam: Also mit Kommunikation, nur ohne Worte. Also ein paar Worte gibt es.

Florian: So, so.

Miriam: Es geht nicht um Worte. Es geht um Geräusche. Geräusche, die Menschen machen. Florian ist total begeistert davon, er zeigt es noch nicht so richtig. Und er ist auch noch nicht so richtig dabei, sich selbst zu... Oh, da war ein Fortschritt. Naja, es ist ein zarter Anfang. Ich würde jetzt sagen, es ist noch nicht so das Obermotivationsgeräusch. Nur woher auch. Wir haben gestern unsere Hypnose Masterclass abgeschlossen. Heute haben wir uns vorbereitet für den Start des NLP Basic Trainings online. Das haben wir durchgezogen. Dazwischen haben wir einen völlig übereinanderliegenden Haushalt irgendwie wieder hergerichtet. Das ist Trainerleben. Ich nenne das Tournee. Fühlt sich an wie Tournee.

Florian: So, so. Tournee.

Miriam: Ja, also worum geht es heute? Heute geht es um Geräusche, die Menschen machen und wie sie sich damit deutlich beeinflussen können. Es ist ein super Tipp für alle, die eine schnelle Motivation suchen. Unter Umständen wird es heute auch die schnellste Podcast-Folge, die wir je hatten, weil das Prinzip ist mehr als einfach.

Florian: Aha.

Miriam: Weil wir ja nicht nur über Worte verfügen in unserer Sprache, sondern, und vielleicht hast du dich ja selbst schon mal dabei ertappt, dass du, während du so über den Tag unterwegs bist und bestimmte Dinge erlebst, manche Sachen mit so einer Art Sound unterlegst. Genau sowas zum Beispiel. Hä? Und manche Menschen machen das im Kopf und manche packen es auch auf dem Außenlautsprecher. Von Florian ist heute nicht mehr zu erwarten in diesem Podcast als solche Geräusche, weil ich glaube, Florian nimmt sich das gerade sehr zu Herzen. You go first. Und wenn du jetzt mal so über dich selbst nachdenken würdest.

Florian: Welche Geräusche machst du dann? So über den Tag hinweg?

Miriam: Oder gibt es bestimmte Situationen, für die du sogar ein ganz bestimmtes Geräusch hast, das nur in diesen Situationen stattfindet? Das ist ein sehr schönes Geräusch, finde ich. Das ist so ein Geräusch von erledigt. Irgendwie so, ist alles fertig, Job ist getan.

Florian: Gut, dann sind wir jetzt durch, oder? Zwei Minuten siebenunddreißig.

Miriam: Das ging schnell. Jetzt könntest du dich natürlich fragen, also ich nehme mal an, dass einige von unseren Hörern jetzt sofort schon angefangen haben innerlich zu grinsen, weil sie sich dabei ertappt haben, wie sie irgendwelche Geräusche gemacht haben oder sich gerade erinnern, dass sie eben noch irgendein Geräusch gemacht haben, zum Beispiel, bevor sie diesen Podcast angeschaltet haben.

Florian: Bist auch du ein Geräuscher?

Miriam: Bist du ein Geräuscher? Manche überlegen sich vielleicht ernsthaft, echt mache ich das?

Florian: Ein Lautmaler?

Miriam: Oh, das ist schöner, ne? Als ein Geräuscher. Geräuscher hört sich an wie so eine Alien-Gruppe. Vom Planeten Sound kommen die Geräuscher.

Florian: Vom Planeten Lärm.

Miriam: Du empfindest das als Lärm? Dafür machst du viele Geräusche, finde ich. Florian hat voll die süßen Geräusche. Manche von Florians Geräuschen sind wie Computersachen. Wenn Florian zum Beispiel eine Lösung für etwas gefunden hat und speichert die ab oder erledigt etwas oder stellt etwas fertig, dann macht er pling und dieses, nee, ist nicht ganz, das ist anders, pling, das ist Florians Geräusch, jetzt ist es fertig, enter. Eine E-Mail ist abgeschickt, ein Telefonat ist fertig, ein Download ist erledigt auf dem Computer, sowas. Und dann macht Florian das Geräusch, das der Computer machen sollte. Florian macht es dann für sich.

Florian: Ja, meine Computer sind immer alle auf stumm geschaltet.

Miriam: Und dann übernimmst du es?

Florian: Na klar.

Miriam: Das ist sehr nett von dir.

Florian: Für E-Mails wäre auch gut, ne?

Miriam: Sehr cool, ja, stimmt.

Signature Sounds: Bäm, Badabing und das universelle „Hä?“

Miriam: Ja, es gibt ja so ein paar Geräusche, die kennen wir sogar sehr gut, weil die uns ständig umgeben. Manche davon machen wir nach. Es gab ja eine Zeit lang sehr trendy dieses Bäm für irgendwas, ne? Wenn was voll gut geklappt hat, obwohl keiner gedacht hätte, dass es so schnell funktioniert.

Florian: Oder Bada-Bing, Bada-Bong.

Miriam: Badabing, Badabong ist auch sowas, genau. Das sind schon komplexere Geräusche. Das sind ja Wortgeräusche. Das ist lautmaler.

Florian: Das ist onomatopoetisch. Wow.

Miriam: Okay, wir wiederholen das nochmal in langsam, damit du demnächst bei deinen Freunden total angeben kannst. Ich habe einen Ono, was?

Florian: Wenn ein Wort so ist, wie es ausgesprochen oder wie es den Lautdienst macht. Also bam.

Miriam: oder Fump. Kennst du bestimmt ein paar. Wir freuen uns über Einsendungen. Quark. Quark. Pieps. Das wäre ja schon sozusagen wieder ein Wort. Es geht mir eher um diese Geräusche und wie wir uns damit selbst beeinflussen, weil wenn wir euch schon mal sowas beigebracht hätten in unserem Podcast, wie die Gedanken, die du denkst, können sehr stark beeinflussen, wie leistungsfähig, wie fit, wie fröhlich, wie was auch immer du dich gerade fühlst. Zum Beispiel, wenn ein Sportler sich einredet, bevor er zehn Liegestützen machen möchte, dass zehn Liegestützen wirklich schwer sind und dass es echt weh tut und dass er das wahrscheinlich nicht schafft. Dann wird das ein schwierigerer Job, als wenn jemand sich vorher richtig geil aufstellt und sagt, boah, heute mache ich 10, heute mache ich 12. Ich weiß, das kann ganz einfach sein. Für andere Menschen ist das auch einfach. Ich habe alle Kräfte, ich sammle die jetzt, ich bündel die. Und dann loslegt mit Liegestützen, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er mehr Liegestützen schafft. Und genau so beeinflussen wir unser Gehirn eben auch mit den Geräuschen, die wir machen.

Vom Miesmeier-Geräusch zum Juhu: das Experiment im Musical-Bootcamp

Miriam: Wir haben das sehr schön mal erlebt bei einem Theater-Workshop, den wir beide mit begleiten durften, sogar im Bereich Coaching. Und wir festgestellt haben, das ist so ein Bootcamp für Musical-Darsteller, die proben qua zwölf Stunden am Tag Choreografien und Gesänge ein und haben kaum eine Pause dazwischen. Zwölf Stunden pro Tag und das drei Tage hintereinander. Und uns ist aufgefallen, als wir den Workshop zum ersten Mal begleitet haben, dass viele in die Probe kamen, also in den Proberaum, wo der Choreograf wartete, keine Ahnung, am Nachmittag um genau 15 Uhr, wenn die schon einige Proben durch hatten. Und die meisten von denen haben ein Geräusch von sich gegeben, wenn sie den Raum betreten haben. Sowas wie oder und dementsprechend war auch die Stimmung zum Beginn dieser Choreografieprobe und der arme Choreograf hatte wirklich da Mühe, wieder Schwung reinzubringen, die Leute in die Konzentration einzuladen und wir haben uns darüber Gedanken gemacht und haben dann ein Experiment gestartet und haben im Jahr drauf den Darstellern quasi untersagt, solche Geräusche am Anfang einer Probe zu machen. Wenn sie das Bedürfnis hatten, ein Geräusch zu machen, dann hatten wir uns auf eins geeinigt, mit allen zusammen. Also das haben die mitentschieden. Und das war Juhu, auch wenn die Leute sich nicht so gefühlt haben. Also einfach ein anderes Geräusch zu machen. Sie durften ein Geräusch machen und eben Juhu. Auch wenn sie... Und es hat tatsächlich dazu geführt, dass zum ersten einige angefangen haben zu lachen, weil es überhaupt nicht gepasst hat zu ihrer Laune. Also es war so, hä? Und dann hat es tatsächlich, also tatsächlich hatte der Choreograf und auch die Tänzer und Sänger, hatten es viel einfacher in die Probe einzusteigen, weil die Stimmung war schon besser. Und es nutzte ja nichts, sie hatten diese Probe sowieso vor sich, sozusagen.

Florian: Und es war für alle gleich anstrengend oder eben gleich leicht. Also es hatten alle an dem Wochenende schon mehrere Stunden Training hinter sich, alle wenig geschlafen, viel Text gelernt, viel Choreografien gelernt, genau.

Miriam: Ja, und da ist uns aufgefallen, dass wir selbst eben auch solche Miesmeier-Geräusche irgendwie haben, Begeisterungsgeräusche, Fröhlichkeitsgeräusche, Entspannungsgeräusche. Im Grunde zu jedem x-beliebigen Gefühl gibt es irgendwie auch ein Geräusch, das Menschen machen. Und wenn du das vielleicht in der nächsten Woche oder wenn du diesen Podcast gehört hast, einfach mal beobachtest bei dir.

Florian: Wahrscheinlich ist Zuhören einfacher.

Miriam: oder auch mal reinfühlen. Also wenn du andere Menschen eben wahrnimmst da draußen in irgendeiner Weise und dir fällt auf, dass die ein Geräusch von sich geben, dann sei da mal wach, wann sie das in welcher Situation wie machen. Das ist super spannend. Also ein Geräusch sagt manchmal mehr als tausend Worte, möchte ich sagen. Und es gibt ja da auch Annahmen wie unser Gehirn auf solche Geräusche machen ja zum Beispiel, da gibt es ja keine direkte Vorstellung davon. Wir können ja nicht sagen, es gibt eine menschliche Regel da draußen.

Florian: Doch, tatsächlich gibt es mindestens eine. Eine Forschergruppe hat herausgefunden, dass es ein universelles Geräusch gibt. Also mindestens eins. Nämlich Hä?

Miriam: Ist wahr. Auch in anderen Ländern? Du meinst das auch japanisch? Ja.

Florian: Das ist dieses Bitte-wiederhol-was-du-sagst-Geräusch. Im Englischen.

Miriam: Das ist ja mal cool.

Florian: Vor zwei oder drei Wochen kam der Artikel raus. Oder da habe ich ihn zumindest gesehen.

Miriam: Das ist ja krass. So, das wusste ich nicht, das war jetzt wirklich spontan im Podcast. Wie cool, okay, nochmal von vorne, wir schneiden das raus. Es gibt übrigens wissenschaftliche Studien.

Florian: Ich weiß nicht, also es sind sicherlich nicht alle Geräusche dieser Art, nur dieses, hä? Würdest du bitte wiederholen, was du gerade gesagt hast oder von dir gegeben hast? Da haben die in anscheinend sehr, sehr vielen Sprachen ein Äquivalent gefunden und gehen davon aus, dass es ein universeller Sound ist. Manche andere Sounds trainieren wir uns dagegen an. Also dieser oder ein dass die was bedeuten, das hat wahrscheinlich eher was damit zu tun, dass wir uns den ganzen Tag mit diesen Computersachen umgeben. Auch da gibt es ja deutlich Geräusche, die wir dann nicht selber machen, nur die viel Bedeutung haben. Wenn diese Standard-iPhone oder Samsung-Klingeltöne klingeln und jeder Mensch im Raum erstmal zu seinem Handy greift oder anfängt zu suchen, bin ich's, bin ich's, bist du's, bin ich's?

Geräuschanker: Pavlov, Signature Sounds und das Gehirn

Miriam: Schulglocke. Es gibt Geräusche, die uns sehr regelmäßig über sehr lange Zeit umgeben und die dann eben auch bestimmte Gefühle in uns auslösen, je nachdem wie viel Schulzeit so war. Und das ist ja ein NLP-Phänomen, das wir auch benamen können. Das ist dann ein Geräuschanker, der von außen kommt und den unser Gehirn relativ zügig mit einem bestimmten Vorgang verknüpft.

Florian: Also die Art und Weise, wie du dich fühlst oder wie es dir geht zu dem Zeitpunkt, wo dieses Geräusch immer wieder kommt, das ist genau das gleiche, was Pavlov mal gemacht hat mit seinem Hund oder mit seinen Hunden. Immer Glöckchen läuten, Hunde füttern, Glöckchen läuten, Hunde füttern und irgendwann hat er das Glöckchen geläutet und die Hunde haben angefangen zu sabbern, weil sie eben schon erwartet haben, dass jetzt Essen kommt. Das heißt, es war nicht mehr der Essensreiz selber, sondern die Glocke hat den Essensreiz übernommen.

Miriam: Wäre dann die Annahme erlaubt, dass wenn ich in meinem Leben in bestimmten Situationen, zum Beispiel, wenn ich mich müde fühle oder anders, wenn ich keinen Bock auf irgendwas habe und ich hätte so ein Geräusch wie Wir hatten doch im Podcast auch schon empfohlen, dann Musik zu hören, eine bestimmte Musik zu hören. Ja, genau.

Florian: Das geht ja in die gleiche Richtung oder in eine ähnliche Richtung.

Miriam: Ja, also wenn ich jetzt so ein Geräusch hätte bei kein Bock auf irgendwas wie und ich würde das immer tun in solchen Situationen, dann könnte ich mich theoretisch ja, dann wäre das ja ein geiles Experiment, wenn ich gerade an einer tollen Sache dran wäre und würde dieses Geräusch mal machen, ob ich dann plötzlich keine Lust mehr drauf habe.

Florian: Oder wenn ich was machen würde, was ich loswerden will, ein Verhalten, wo du sagst, dieses Verhalten wolltest du schon lange loswerden, Chips essen oder eine rauchen oder was auch immer, zum Kinderriegel greifen oder zum Hanuta oder so. und dann kurz vorm Hanuta. So als wäre es viel zu schwer da jetzt. Oh ne, jetzt auch noch was Süßes essen.

Miriam: Boah. Super. Also zumindest hat das offensichtlich Einfluss, denn sonst würden wir Menschen das nicht ständig tun.

Florian: Wir brauchen es ja nicht für die Kommunikation. Das ist das herrsche Gesetz. Zellen, die zusammen feuern, vernetzen sich. Das heißt, es ist egal, in welche Richtung wir diesen Kanal auslösen. Cells that wire together fire together.

Miriam: Sehr cool. Boah, was für ein lehrreicher Podcast, hätten wir gar nicht gedacht. Wir haben gedacht, wir machen so einen witzigen Podcast mit vielen Worten.

Florian: Also andersrum, Cells that fire together wire together. Wer weiß schon, wie Rums richtig ist. Also wenn wir eben den Sound machen, dann kommt das Gefühl.

Miriam: Und vielleicht eine Zeit lang vorher kommt das Gefühl und dann machen wir den Sound. Passend zum Gefühl. Sehr, sehr cool.

Bäm für die Motivation: Sounds bewusst einsetzen

Miriam: Ja, also wir beide, glaube ich, sind da schon recht wach und ich merke, dass mir ab und zu Sounds entfleuchen, bei denen ich dann im Nachgang denke, das ist jetzt vielleicht nicht so eine gute Idee. Und es gibt Sounds, die habe ich dazugelernt, weil sie mich tatsächlich motivieren und das ist ja die Stelle des Podcasts, auf die ich raus will. Was kannst du denn tun, wenn wir so einem Theaterdarsteller sagen, sag doch anstatt Juchu, wenn du einen Raum, ganz bewusst, ganz bewusst. Wenn du einen Raum betrittst zum Proben, sag doch Juhu, auch wenn das jetzt gerade gar nicht passt vom Gefühl. Und schau mal, was passiert. Dann könnten wir dich ja jetzt auffordern, Geräusche zu finden in deinem Leben, die dich irgendwie fröhlicher stimmen oder motivierter, wo du merkst, die tun was mit dir. Zum Beispiel ist Bam bei mir ein ziemlich geil besetztes Lautwort. Weil das mache ich oder habe ich bis jetzt immer dann gemacht, wenn eben was überraschend gut funktioniert gerade. Und ich habe gemerkt, dass ich dieses Lautwort einspielen kann in Situationen, wo ich mich zum Beispiel mitten in der Nacht nach schon viel Arbeit nochmal motivieren möchte, zwei wirklich wichtige Mails noch wegzuschicken. Weil die zum Beispiel terminlich irgendwie... Und ich habe wirklich zu dem Zeitpunkt keinen Bock mehr gehabt da drauf. Wenn ich mich dann am Computer setze und mache BÄÄM, dann habe ich sofort ein besseres Gefühl. Und es hilft mir dabei, mich jetzt nochmal zu konzentrieren, fünf Minuten lang, das wegzuschicken und dann schön schlafen zu gehen. Das ist wirklich großartig. Und vielleicht gibt es ja auch Geräusche für, wenn zum Beispiel, ja, nehmen wir doch mal den Team-Kontext. Hier ist diese im Moment gerade etwas schwierige Situation in einer Firma, wo ein Team irgendwie zusammensitzt und du weißt oder du hast bis jetzt dir gedacht, boah, diese Sitzungen sind im Moment so schwierig. Also da wird so viel diskutiert und so. Und du hättest dir das bis jetzt so gedacht. Und dann gibt es vielleicht ein Geräusch, was dafür sorgen könnte oder was dich dabei unterstützen könnte, dass du dich ein bisschen entspannter fühlst vor diesen Teammeetings. Sowas wie, oder, hm.

Florian: Wo ist jetzt der Unterschied zum, ich höre eine CD oder ich höre eine, oder CD. The 80s called.

Miriam: Punkt 1, ich brauche keine Device. Also ich brauche weder ein Handy noch Kopfhörer noch, genau. Ich habe das ja, die Soundmachine habe ich in mir. Es gibt ja so kleine Soundmachines, die solche Geräusche machen.

Florian: Ja.

Miriam: Ja, Applaus gibt es. Ich habe von Florian jetzt eine bekommen. Das sind so kleine Plastikkästchen, kosten glaube ich kein Vermögen und machen auf Knopfdruck so verschiedene Geräusche. Ich habe jetzt eine mit ganz viel Lob und Komplimenten bekommen.

Florian: Und du hast die Minions bekommen.

Miriam: Die Minions laufen nicht. Da ist immer noch keine passende Batterie drin. Ja, das geht auch. Ja? So Comic-Geräusche. Ich liebe es, mich damit zu unterlegen übrigens.

Florian: Ich hab mit unserem kleineren Sohn vor kurzem überlegt, er ist jetzt acht, welche Batman-Serie er schauen könnte. Und die, die mir eingefallen ist, ist die aus den 60er oder 70er, wo die jedes Geräusch, das in dem Film vorkommt, tatsächlich auch mit so einer Comic-Sprechblase unterlegen. Also wenn die sich vermöbeln, dann kommt immer...

Miriam: Super lustige, wirklich, das sind so lustige Geräusche. Oder als Kinder machen wir das ganz viel, dass wir unser Tun, also im Spiel, mit irgendwelchen Geräuschen unterlegen. Wenn wir Auto fahren, machen wir oder wenn wir auf dem Pferd reiten, dann Ja, das ist also ganz klassisch irgendwie. Das beobachte ich bei fast allen Kindern, die miteinander spielen, dass sie dann bestimmte Tätigkeiten sich nicht nur ausdenken und so tun, als wäre da jetzt, sondern da gibt es eben dann eine Polizeisirene.

Florian: Wie viel es da gibt. Werd richtig aufmerksam auf Geräusche diese Woche. Ja. Das ist, wir machen eine Sammlung.

Miriam: Wir machen, oh wie schön. Ja. Wir machen eine eigene Soundbox.

Florian: Wenn du uns was per WhatsApp schicken möchtest, dann sehr gerne. Dann machen wir wie im Witze-Podcast hatten wir das ja auch, dass teilweise Zuhörer oder Zuhörerinnen uns ihre eigenen Witze eingeschickt haben und wir die reingeschnitten haben. Machen wir gerne mit Geräuschen.

Miriam: Geräusch besonders gut, mit denen du zum Beispiel auch andere Menschen schon total irgendwie veräppelt hast oder so. Weil manche können ja sehr, sehr, sehr natürlich, sehr, sehr authentisch Vogelstimmen zum Beispiel nachahmen oder so Jagdrufe oder so.

Florian: Zählt Pfeifen dann auch dazu?

Miriam: Es gibt Pfiffe, die ein total großer Anker sind. Also dieses... Das kennen alle, oder? Und in meinem Gehirn passieren da zwei Sachen gleichzeitig immer. Das eine ist dieses, oh wie cool, da findet mich einer sexy. Und das andere ist dieses nicht umdrehen, nicht umdrehen.

Florian: Das macht man nicht.

Miriam: Man pfeift kein Mädchen, man pfeift kein Mädchen hinterher.

Florian: Mädchen.

Miriam: Ja, genau. Ja, auch im Radio, die arbeiten ja mit so Geräuschen, die dann auch so eine Art ID sind, also wie so eine Visitenkarte. Firmen auch, in der Werbung wird das ganz, ganz viel gemacht. Und am besten finde ich Comic-Geräusche. Und eben Geräusche, die mich fröhlicher stimmen oder Neugierde ist auch. Neugierde und Genuss hat ganz viele Geräusche. Hm, ist ja auch sowas, da will ich erst nochmal genauer hinschauen. Vielleicht ist das für eine Steuererklärung toll. Hm. Hm. Oder Genussgeräusche. Hm. Hm? Ne, ne, ne. Das ist ein anderes Hm. So ein genießerisches Hm. Hm.

Vom Genusslaut zur schönsten Sprechstimme

Florian: Da gibt es in unseren Trainings immer einen Tipp.

Miriam: Soll ich dir jetzt den Sprechertipp? Wow, das ist ein teurer Podcast heute. Dann nehmen wir einen Schritt.

Florian: Sehr gut.

Miriam: Also du kannst sogar eine Sprecherübung aus diesem Genuss, so wie wenn da leckeres Essen steht oder manche empfinden das ja auch für ihre Partner. Florian macht das auch manchmal, wenn er mich in bestimmter Weise anschaut und dann sowas macht wie... Also das ist dieses Genuss, da haben wir ja, also das Geräusch an sich macht ja schon eine starke Vibration zwischen den Lippen, weil wir haben geschlossenen Mund und gleichzeitig sehr viel Volumen in diesem. Wenn du das erzeugst, also du kannst gerne mal deinen Finger auf die geschlossenen Lippen legen und dann das genussvollste machen, dass du kannst. Und wenn das hier vorne dann so ein bisschen prickelt an den Lippen, dann ist es die Qualität von M, die wir haben wollen. Und aus diesem M würdest du dann einen Satz formen. Und der geht so. M, meine Damen und Herren. Das ist die erotischste, schönste Klangstimme, die Menschen hinbekommen können. Also so würden wir die erzeugen, wenn wir so eine Telefonstimme, so eine Ansagenstimme erzeugen wollen, dann ist das eine der Übungen, die Menschen da machen. Es entsteht aus einem Geräusch. Jeder Buchstabe ist ja im Prinzip ein Geräusch. Wir arbeiten ja damit auch, weil so ein kurzes, spitzes A ist ja auch ein Geräusch. Oder U. Oder O. Ludivine hat auch ganz viele Geräusche in der Sprache und tolle Geräusche.

Florian: Hatte die im französischen Original auch?

Miriam: Ja.

Florian: Und die wurden dann rein synchronisiert ins Deutsche?

Miriam: Manchmal, ja, manchmal haben sie die Original geschnitten, das ist sehr lustig, also manchmal haben sie es mitsynchronisiert, manchmal nicht, das ist sehr, also wenn er lange Ausraste hat, hast du oftmals dann tatsächlich O-Tone in den Händen.

Florian: Weil das sind ja tatsächlich, die sind ja spezifisch auf den Menschen, also wenn wir jemanden hören mit bestimmten Geräuschen, das sind ja die Geräusche von dieser Person.

Miriam: Ja, ja genau. Und wirklich dann eigenwillig, obwohl es auch einfach Laute sind. Es ist nichts Besonderes. Es ist auch ein O und ein A und ein M. Nur es ist eben irgendwie besonders ausgesprochen. Genau, das ist auch eins von Florians spezifischen Geräuschen, das ich sehr mag. Da hängt dann normalerweise noch ein sehr langer Weg von Gedanke hinten dran, der nicht mehr ausgesprochen wird, weil den teilt Florian nicht.

Florian: Exakt, exakt.

Miriam: Wie cool war es alles hinter so einem einzigen Geräusch. Wenn du Menschen sehr gut kennst, dann ist es noch schöner, diese Geräusche mal sehr bewusst wahrzunehmen, weil du erkennst die auch schon so gut. Du weißt genau, was der Mensch meint, wenn er das macht oder vielleicht auch, wie der sich gerade fühlt. Und bei dir selbst ist es natürlich auch sehr wichtig, dass du diese Geräusche mal wahrnimmst und erkennst für dich. Weil du kannst damit spielen und sie austauschen, dich damit motivieren oder interessierter stimmen oder entspannter oder fröhlicher oder zum Einschlafen müder. Weil wenn wir tatsächlich ein langes Gähnen von uns geben, kurz bevor wir einschlafen möchten, das ist ein gutes Signal für unser Gehirn.

Florian: Damit haben wir den Podcast angefangen.

Miriam: Das stimmt. Und damit geht er auch zu Ende.

Florian: Wir hören uns nächste Woche wieder. Wenn es heißt TikTok.

Miriam: Klick, klack.

Florian: Schnipp, schnapp.

Miriam: und unsere Musik dann. Und die Ansage von mir. Mach ich jetzt nicht nach, das erspare ich dir. Im August gibt es noch Plätze für den Practitioner bei kontext*denken für die NLP-Ausbildung bei uns in der Akademie. Komm gerne auf unsere Webseite www.kontext-denken.de, da findest du alle Informationen dazu oder nimm direkt Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns auf dich.

Florian: Bis nächste Woche.

Miriam: Gute Idee. Tschüss. Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss, bis nächste Woche, bis zum nächsten Podcast.

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