NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 202

Alltagsmonster artgerecht halten

Wenn die Faulheit drei Mal klingelt...

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In dieser Folge

Darum geht es

Wenn die Faulheit drei Mal klingelt... Wenn es nach dem Cartoonisten und Kabarettisten Christian Moser geht, heißen die Monster des Alltags nicht etwa Hulk, King Kong oder Godzilla – sondern „Stress", „Inkonsequenz", „Frust" oder „Liebeskummer". Sehr inspiriert von seinen herrlich feinsinnigen Ausführungen fragt diese Podcastfolge nicht nur nach ihrer artgerechten Haltung, sondern wundert sich auch über ihre sehr weit hergeholten, lateinischen Fachnamen und recherchiert die richtige Fütterung. Und selbstverständlich schauen Miri und Florian durch die kommunikative Brille des NLP diese Monster einmal genauer an und stellen fest: Wer hier an Artenschutz und Monster-Erziehung denkt, gibt den von Moser sehr witzig gezeichneten und erstaunlich nett beschriebenen Gestalten definitiv zu viel eigenständige Fläche. Wie diese Monster also trefflich dressiert oder auch gezähmt werden können – das gibt's unter anderem als Tipp in dieser Folge. Sehr ernsthaft vorgetragen und deutlich fast so gemeint. Miriam und Florian sprechen über das schlechte Gewissen (Conscientia Mala), Inkonsequenz, Pfusch, Groll und Stress – und warum es sprachlich einen Unterschied macht, ob jemand „einen Groll hat" oder ob er „grolliert". Es geht um das Meta-Modell der Sprache, um Anthropomorphisierung von Gefühlen und die NLP-Frage, wo dein eigener Einfluss anfängt. Dazu die Idee der „Engel des Alltags" – Entspannung, Glück, Begeisterung – und die überraschende Erkenntnis, dass man auch die Faulheit oder die Inkonsequenz artgerecht halten kann, indem man konsequent inkonsequent ist. Wer nach Alltagsmonstern, Christian Moser, NLP, Sprachmustern und dem inneren Schweinehund sucht, ist hier richtig.

Lesefassung

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Kapitel dieser Folge
  1. Ein Comicladen in Nürnberg und ein Stapel Monster-Karten
  2. Die Favoriten: schlechtes Gewissen, Inkonsequenz, Pfusch, Stress und Groll
  3. Sprachlich wach werden: aus Monstern werden Verhaltensweisen
  4. Die Engel des Alltags und die Frage nach dem eigenen Einfluss
  5. Artgerechte Haltung: konsequent inkonsequent und der Pfusch als Eye-Opener
  6. Flexibilität, das Practitioner-Angebot und ein Gruß aus dem Urlaub

Ein grünes Monster mit roter Fahne heißt "schlechtes Gewissen", lateinisch Conscientia Mala. Der Cartoonist Christian Moser hat den Alltagsmonstern Gesichter gegeben — Stress, Groll, Inkonsequenz, Pfusch. Miriam und Florian stehen mit einem Stapel dieser Postkarten aus einem Nürnberger Comicladen da und fragen sich: Wie hält man so ein Monster eigentlich artgerecht? Und was passiert, wenn du merkst, dass die eigentlich gar keine Monster sind, sondern nur Sprache?

Ein Comicladen in Nürnberg und ein Stapel Monster-Karten

Miriam: Das war's auch schon.

Florian: Hier kommt der Podcast mit Musik.

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: Liebe Grüße aus dem Urlaub.

Florian: Allerdings.

Miriam: Und auch im Urlaub.

Florian: Ist es Urlaub, wenn wir einen Podcast aufnehmen? Jaja, das wäre jetzt ein anderes Thema für einen Podcast.

Miriam: Ob jetzt sich Arbeit anfühlt wie Urlaub oder Urlaub wie Arbeit oder andersrum.

Florian: Oder ob im Urlaub Arbeit stattfinden darf oder Arbeit im Urlaub.

Miriam: Das ist nicht unser Thema heute.

Florian: Sondern?

Miriam: Heute sind wir spontan über ein Thema drüber gestolpert. Über mehrere sozusagen.

Florian: Ich wusste schon, dass es das da gibt.

Miriam: Ich wusste es nicht. Und wir wussten beide nicht, dass wir es a. kaufen und b. dass wir es so witzig finden. Das wussten wir nicht.

Florian: Dass ich die süß finde? Ja doch, ich kannte die ja schon von früher.

Miriam: Jetzt fragt sich der geneigte Hörer, was denn jetzt?

Florian: Wir machen Urlaub in Nürnberg. Und in Nürnberg bin ich weite Teile meines Lebens aufgewachsen. Und natürlich, wenn ich mit Miriam und den Kindern hier bin, dann gehen wir auch zu den alten Geschäften, in denen ich früher schon gerne war. Und unter anderem gibt es einen hervorragenden Comicladen in Nürnberg oder Comic und Spiele und alles, was es so dazu braucht. Brettspiele.

Miriam: Wenn ich nicht dabei wäre, hätten wir den gesamten Tag dort verbracht.

Florian: Allerdings.

Miriam: Und ich habe das dann irgendwann vehement unterbrochen. Ich weiß, mea culpa maxima und das ist in Ordnung, weil ich hätte gerne ein bisschen mehr von Nürnberg gesehen.

Florian: Ja. Darf ich den Namen sagen? Ja, natürlich. Ultracomics heißt es.

Miriam: Ist wirklich ein cooler Laden.

Florian: Also ein ganz schöner Laden, in dem ich schon war, als ich noch viel kleiner war als jetzt. Und viel jünger vor allem.

Miriam: Ja, und es ist ein Paradies für Menschen, die DC und Marvel Comics lieben.

Florian: Oder Rollenspiele oder Brettspiele.

Miriam: Riesengroß auf kleinster Fläche, würde ich sagen.

Florian: Ja, genau. Star Wars auch.

Miriam: Ja, also alles was so Nerd-Stuff ist, gibt es da. Und da haben wir dann voller Glück vor einem Postkartenständer gestanden, also eher Florian und ich als jetzt die Kinder, die Kinder hingen so bei Disney und Marvel rum. Und wir standen da und waren total, also Florian kannte es schon und ich war völlig aus dem Häuschen, weil das sind Künstlerkarten, die wir da gesehen haben von einem Cartoonisten, der sich den Monstern des Alltags angenommen hat. Vielleicht kennt der ein oder andere Hörer die ja auch schon, für mich ist es völlig neu.

Florian: Von Herrn Moser, genau.

Miriam: Und diese Monster sind so klasse gezeichnet und so lustig und es gibt über 200. Jetzt haben wir nicht alle dort bekommen, wir haben alle, die es gab, haben wir gekauft.

Florian: Auf Postkarten, genau.

Miriam: Auf Postkarten, wir haben alle Monster jetzt hier, wir werden die dann mitnehmen in die Akademie und die dort loslassen, weil wir es wichtig finden.

Florian: Weil wir manchmal das Gefühl haben, dass der ein oder andere Teilnehmer bei uns tatsächlich mit dem ein oder anderen Monster entweder zu uns kommt oder es zu sich hinredet, während wir im Seminar sind.

Miriam: Richtig. Und um das mal auch wirklich dann in Bild zu haben und in greifbar und in verstehbar, haben wir jetzt für den Anfang 24 Monster mitgenommen.

Die Favoriten: schlechtes Gewissen, Inkonsequenz, Pfusch, Stress und Groll

Miriam: Und unter diesen 24 Monstern haben Florian und ich jetzt unsere drei jeweiligen Favoriten gekürt, wobei ich vielleicht noch was zum Auswahlverfahren sagen darf, weil die ersten beiden Favoriten durften wir uns selbst wählen, also welche Monster ziehen wir sozusagen nach jahrzehntelanger gefühlter NLP-Ausbildung, geistigem Wachstum, mentaler Weiterbildung, Persönlichkeitsentwicklung, habe ich festgestellt, ich habe tatsächlich welche, die ich nicht artgerecht halte.

Florian: Ja?

Miriam: Ja. Und eins davon von diesen drei Favoriten hat jeweils der andere ausgewählt, weil er glaubte eben, dass dieses Monster beim anderen zumindest ein bisschen eine Rolle spielen könnte, im Leben bis jetzt hätte gespielt.

Florian: Wollen wir nicht sagen, welches von denen das ist?

Miriam: Also wir bringen die jetzt zufällig und dann... Also du willst einfach verschweigen, welche du dir ausgewählt hast und welches das eine ist? Nö.

Florian: Hahaha. Ich wollte dir eine Chance geben, Miriam.

Miriam: Ja, Chance vertan. Also ich habe mir ausgesucht, das schlechte Gewissen.

Florian: Ja, das schlechte Gewissen.

Miriam: Ja, ich kenne das noch manchmal oder kannte es bis jetzt noch manchmal.

Florian: Und es ist tatsächlich so, also bei den Monstern des Alltags, wenn das schlechte Gewissen, es hat auch eine Form und eine Farbe. Es ist grün. Und hat natürlich auch eine Figur.

Miriam: Es hat eine rote Fahne in der Hand.

Florian: Warum ist es jetzt aus NLP-Sicht auch interessant, also aus dem neurolinguistischen Programmieren, das Miriam und ich ja auch trainieren und wo wir auch ausbilden drin? Weil manche Menschen so tun, als gäbe es das schlechte Gewissen, als könnte ich es ablegen oder als könnte ich es kaufen, als könnte ich es verkaufen, als könnte ich es in einen Kühlschrank tun und dort aufheben, damit es schön frisch bleibt und dann wieder hinausnehmen an späterer Stelle. Und das ist das, wo wir im NLP natürlich reingrätschen und sagen, sprachlich jetzt.

Miriam: Und ich mag die Herangehensweise des neurolinguistischen Programmierens, was so etwas angeht und ich mag noch mehr fast jetzt die Herangehensweise von diesem Herrn Moser. Ja, weil der wirklich, das ist so cool, diese Karten sind so cool gemacht. Er hat dann auch immer noch die lateinische Version davon.

Florian: Auf der Karte stehen.

Miriam: Das ist im Fall vom schlechten Gewissen Conscientia Mala. Bad Conscience, ja. Also ich habe das schlechte Gewissen mir selbst gewählt und ich habe die Inkonsequenz habe ich mir selbst auch ausgewählt. Und ich weiß, also ich ziehe jetzt echt blank hier, weil also, dass ich ab und zu denke, boah, das liegt auch daran, dass wir ja noch hier zwei weitere Rudelmitglieder haben, die wir auch artgerechtestmöglichst halten. Und wo ich merke, dass meine mütterliche Liebe, und das wäre ja jetzt auch schon wieder so ein Monster des Alltags,

Florian: Die mütterliche Liebe.

Miriam: Ja, dass die hin und wieder dazu führt, dass ich Regeln, die ich kurz zuvor aufgestellt habe, ich möchte das jetzt mal nett formulieren, dass ich die nochmal überdenke. Im Laufe des Prozesses von, diese Kinder können schon sprechen und diskutieren dann.

Florian: Vor allem, wenn der Zwölfjährige anfängt, gnatschig zu sein.

Miriam: Und das macht er im Moment sehr professionell, finde ich, sich gnatschig verhalten.

Florian: Das ist ja auch so ein Monster des Alltags. Entweder den Gnatsch oder das Pubertier.

Miriam: Ja, stimmt. Die Pubertät ist auch so ein Monster des Alltags. Lateinisch, was?

Florian: Ah, wir kommen aus der Nummer nicht mehr raus. Das stimmt, das stimmt, das stimmt.

Miriam: Und dann hatte ja Florian eine große Wahl von verschiedenen Monstern des Alltags. Und was hat er sich für mich ausgesucht, ihr Lieben? Jetzt könnt ihr mal kurz raten. Ich gebe euch kurz eine Möglichkeit. Nein, bitte schreibt es uns nicht. Ich will nicht noch mehr Monster. Ist alles gut. Was auch immer ihr über mich glaubt, was ich so an Stärken habe. Florian meint, der Pfusch gehört dazu. Jetzt würde ich gerne mal wissen, was das soll. Der Pfusch, lateinisch übrigens, Artifex Corruptus. Also das klingt ja noch nach Bestechung hinzu. Und der Pfusch ist übrigens hier beschrieben als, der Pfusch sorgt stets dafür, dass alles schnell und unzuverlässig erledigt wird. Als ob ich jemals unzuverlässig gewesen wäre in meinem Leben. Jetzt fange ich mal an, meine Limitierungen hier zu verteidigen. Das ist eine Unverschämtheit. Jetzt bist du dran, Florian. Jetzt bin ich dran. Jawohl.

Florian: Ich habe ausgesucht. Der Stress-TM ist ein Marketing-Genie. Da finde ich den Text tatsächlich sehr schlau dabei.

Miriam: Das stimmt und es ist total verpositiviert, weil Florian unter Stress...

Florian: Das sind ja auch kleine Monster des Alltags.

Miriam: Das sind kleine Monster. Der Stress sieht übrigens auch sehr witzig aus. Er hat eine lange Nase und so ein Zahnreinigungsgrinsen.

Florian: Und die Frage wäre ja, wie würde der Stress aussehen, wenn du ihn malst? Also wenn du dir den Stress mal vorstellst, wie würde dein Stressmonster aussehen oder dein Stress? Vielleicht ist es ja auch gar kein Monster bei dir, sondern vielleicht ist es ja ein Stress. Ja, da kommen wir vielleicht später noch.

Miriam: Also wir nehmen jetzt erstmal die Monster.

Florian: Dann habe ich den Groll noch genommen. Ich habe das tatsächlich auch mehr wegen den Texten genommen, weil ich die Texte so großartig finde. Der Groll tröstet Menschen, die sich schlecht behandelt fühlen und verbellt die bösen Übeltäter. Und dann ist man ihm so dankbar, dass man ihn behält, auch wenn... So, jetzt hat man sich so an ihn gewöhnt und er war ja mal nett früher, der Groll. Ach komm, jetzt ist er da.

Miriam: Außerdem verteidigt er einen, ne?

Florian: Er hat einen mal verteidigt. Es ist nicht unbedingt so, dass er immer noch verteidigt, sondern früher mal. Damals gab es einen guten Grund, dass der Groll einen getröstet hat.

Miriam: Würdest du mir Groll mal auf Lateinisch sagen, bitte?

Florian: Das ist doch Straßenlatein, wie der das übersetzt hat. Odium Familiares.

Miriam: Das hieß der?

Florian: Ja. So? Negligencia Occulta

Miriam: Und jetzt haben fast alle Hörer, bis auf die mit dem großen Latinum, und selbst die haben jetzt einen großen Fragezeichen im Kopf.

Florian: Die Schlamperei hat Miriam mir gegeben. Wobei, da ist schon viel Wahres dran. So, pass auf. Ist entgegen der landläufigen Meinung ein sehr pedantisches, gut organisiertes Monster. Nur sind die meisten Menschen zu geistig unterentwickelt, um die komplexen Ordnungssysteme zu verstehen.

Miriam: Also lustig finde ich das keineswegs. Da ist ja die Inkonsequenz lustiger. Die Inkonsequenz ist ein hintersinniger anarchischer Hofnarr. Sie liebt den Unsinn ebenso wie den Ungehorsam, pfeift auf die Vernunft und macht jeden guten Vorsatz zunicht. Ihrer Meinung nach sollte man lieber seinen Spaß haben. Das aber konsequent.

Sprachlich wach werden: aus Monstern werden Verhaltensweisen

Florian: Was uns so begeistert hat, ist die Idee, tatsächlich mal drüber nachzudenken. Wir tun so, also wenn wir die so anthropomorphisieren, also wenn wir so tun, als wären die diese lebenden Wesen, also als wäre das, und das stimmt ja alles nicht. Also nicht mal aus dem Modell von NLP heraus werden wir eben wach für solche Versprachlichungen. Wenn jemand sagt, oh meine Inkonsequenz.

Miriam: Ich habe so eine große Inkonsequenz.

Florian: Sekunde, Sekunde, Sekunde, Sekunde. Jemand ist inkonsequent. Oder verhält sich so. Und vermutlich nicht mal in allen Lebensbereichen. Also wenn jemand einen Groll hegt, dann ist es wahrscheinlich nicht gegenüber jedem und allem. Sondern dann grolliert er oder sie. Grolliert spezifisch.

Miriam: Jemand inkonsequentelt.

Florian: Ja, inkonsequentelt, genau. Oder stressiert.

Miriam: Stressiert, stressiert durch die Gegend. Wie ist denn das dann bei schlechtem Gewissen? Was ist denn das für ein Werd?

Florian: Schlecht gewistelt.

Miriam: Schlecht gewistelt.

Florian: Ja.

Miriam: Also sprachlich betrachtet ist es spannend, weil es eben nicht mehr, solange das ein Monster ist oder irgendetwas, also eine Versachlichung von etwas, dann ist es da und dann können wir da schlecht oder wir können schlecht etwas dagegen unternehmen.

Florian: Wir könnten vor der Tür abstellen.

Miriam: Und bei den Monstern finde ich das halt schon wieder ganz charmant.

Florian: Weil die hinter einem herrennen können.

Miriam: Die können um einen rumhüpfen, die kann man an einer Leine hinter sich herziehen. Es gibt ja auch recht sture Monster, die Sturheit ist wahrscheinlich auch eins dieser Alltagsmonster. Da stelle ich mir echt vor, dass die an so einer Leine ist und du ziehst, weißt du, so mit ganzer Kraft und die bewegt sich keinen Meter, die das ungeheuer ist.

Florian: Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ist das so ein roboterartiges Tier.

Miriam: Ja, kann sein. Also so wie so ein sturer Esel halt, der so keinen Meter sein Hintern bewegt mehr. Und dann könnte man ja auch darüber nachdenken, dass diese Monster in gewisser Weise, das ist ja auch auf diesen Karten sehr süß beschrieben, die haben eine gewisse Nützlichkeit in der einen oder anderen Situation bewiesen früher.

Florian: Also der Groll zum Beispiel, also war immer mal sinnvoll.

Miriam: Du und die Konsequenz hat definitiv bis jetzt immer mal dazu geführt, dass ich mich besser gefühlt habe als Mutter, also dass ich das Gefühl hatte, ich bin jetzt keine Rabenmutter mehr, weil die jetzt irgendwie dann doch noch eine halbe Stunde Video gucken durften, obwohl ich morgens gesagt habe, es gibt kein Video heute. Ja. Das kann schon sein. Auf der anderen Seite, wenn ich mir die so angucke, diese Monster, auch wie die gemalt sind, ich werde auf jeden Fall mindestens eins davon für das Podcast-Cover fotografieren. Dann wäre ja, dann könnte man sich fast überlegen, wie man die am besten einsperrt zum Beispiel.

Florian: Oh, das ist doch schon hart, oder?

Miriam: Wegsperren?

Florian: Ja, wegsperren.

Miriam: Ja, wenn sie doch da rumtanzen.

Florian: Ja, nicht, dass die dann irgendwann ausbrechen und sauer sind.

Miriam: Man kann die ja ab und zu rauslassen, so wie in so einem Knast. Die können dann mal kurz im Hof Freigang haben und dann können die wieder weg. Boah, brutal. Ich bin jetzt halt einfach mal brutal. Weil will ich denn die Inkonsequenz, lateinisch Exzeptio Repetens, möchte ich die jetzt immer zu? Das klingt wie eine Krankheit, oder? Exzeptio Repetens.

Florian: Die sich wiederholende Ausnahme wahrscheinlich.

Miriam: Die sich wiederholende Ausnahme, genau.

Florian: Ach, nur dies einmal.

Miriam: Ja, kann ich es ja doch nochmal machen. Ja, also, und das wäre ja schon cool, ne? Wenn die dann einfach, oder verscheuchen, gibt es so ein Spray.

Florian: So ein Anti-Monster-Spray.

Miriam: Anti-Alltags-Monster-Spray. A-A-M-S.

Florian: Oder ausrotten.

Miriam: Das finde ich brutaler als wegsperren. Jetzt sind wir ganz an der Edge, finde ich.

Florian: Ja? Hier. So, auf die Liste der gefährdeten Monster setzen, weil gibt es nur noch zwei Exemplare von.

Miriam: Ja gut, das wäre ja wieder was anderes. Da hält man ja eher die Not, dass man die wieder züchtet. Das will ich bitte nicht haben. Ja, also wir können da jetzt noch weiter Gedankenspiele machen. Das ist vielleicht auch das Coole daran, dass ich so eine Möglichkeit habe, die irgendwie so ein bisschen von mir wegzuhalten.

Florian: Spannend wäre ja, welche Monster des Alltags kennst du denn bei dir? Da würde es ja losgehen. Miriam und ich haben uns jetzt mal gegenseitig aus dieser kleinen Auswahl gegeben. Welche kennst du denn bei dir, wo du ganz natürlich darüber sprechen würdest, dass du sagen würdest, ich habe so eine oder einen. Wenn der Kollege reinkommt, da habe ich so einen Ärger.

Miriam: Ja, Ärger ist auch so ein klassisches Monster. Oder was wir noch so an Auswahl haben, wäre Chaos. Oder...

Florian: Oder was viele Leute ja auch so eine Aufschieberitis, weiß nicht, wir haben die jetzt hier nicht mit dabei, ich weiß gar nicht, ob er das mal gemalt hat, nur das ist auch was, wo viele oder den inneren Schweinehund nennen den ja auch, der ein oder andere, der innere Schweinehund.

Miriam: Der hat ja ein Bild bekommen, den hat ja irgendjemand auch verbildlicht. Ja, viele Leute schon, ja. Also dass man da mal so auf die Finde geht nach diesen Begriffen, die im Grunde ein Verhalten skizzieren und nicht wirklich eins, also zum Glück sind sie ja nicht wirklich Monster. Weil wenn ich mir vorstelle, dass die alle jetzt unter meinem Bett schlafen, während ich da irgendwie...

Florian: Wobei, bei Monsters Inc. ist es ja ganz süß, also bei dem Disney-Film, oder Pixar-Film ist es glaube ich, wo dann herauskommt, dass die auf zwei Arten und Weisen Energie von Kindern gewinnen können, nämlich die eine Energie ist, also das sind die Monster, die unterm Bett leben, oder die eben ihre Tür im Kinderzimmer öffnen können und am Anfang des Films, und falls du den Film noch nicht gesehen hast und ihn noch sehen möchtest, ohne gespoilert zu werden, jetzt wäre der Zeitpunkt auszuschalten. Und dann später wieder anzuschalten, weil die haben zwei Möglichkeiten von Kindern Energie zu gewinnen und die eine, die sie kennen am Anfang des Films, ist die zu erschrecken. Und dann im Laufe des Films stellt sich auch heraus, dass sie auch eine wunderbare Energie haben, wenn Kinder lachen.

Miriam: Ja.

Florian: Und dass das genauso viel Energie gibt oder mehr. Das heißt, sie können die Kinder auch zum Lachen bringen. Und das ist ja auch das, was in diesen Monstern drin steckt. Unser achtjähriger Moment ist ja auch super fasziniert von allem, was da Monster und Helden...

Miriam: Fantasiegestalten.

Florian: Großartig. Als wir heute in der Rollenspiel-Sektion dieses wunderbaren Ladens waren, hat er auch, er hat quasi jedes Spiel mal von außen betrachtet und sich angeschaut und hatte dann immer Vorhersagen, ob dieses Spiel ab 8 wäre oder ab 10 oder ab 12 oder ab 14 sogar. Alleine aufgrund des Covers. So.

Miriam: Ein eigenes Ausschlussverfahren.

Florian: Genau, und die, die besonders spannend waren, waren ab 14.

Miriam: Ja, sehr gut. So finde ich das in Ordnung im Moment, dass er das selbst aussortiert.

Florian: Wir haben dann immer geschaut, wie viele sich andere Menschen dachten, dass die sein. Wobei er da natürlich auch eine eigene Meinung zu hat. Selbstverständlich, er ist so, ja.

Miriam: Die Besserwisserei ist ja wahrscheinlich auch eins. Die Besserwisserei könnte auch so was sein.

Florian: Die Altklugheit.

Miriam: Die Altklugheit ist auch so ein Monster, ja. Ja, also der Gedanke daran, den finde ich gar nicht so verkehrt, wie gesagt, damit mal spielen zu gehen, weil ja ganz häufig auch in meinen Coachings, also mittlerweile gebe ich ja gar nicht mehr so viele, nur die paar, die ich noch gebe, da ist es ganz häufig so, dass ich das ziemlich als erstes höre. Also dass Menschen eben ihre, in Anführungszeichen, Alltagsmonster bei mir auf den Tisch legen. Und der Wunsch ist dann, egal ob das jetzt eine Angst ist oder ob das irgendwie ein Stress ist oder ob das eine Anspannung ist oder ob das eine Schlaflosigkeit ist auch. Also solche Dinge, die einhergehen mit bestimmten Problemen, um die es dann zentral im Coaching geht. Veränderungswille oder wie auch immer, dann sind die ja erstmal da und ich habe sozusagen mit diesen Begrifflichkeiten umzugehen. Das heißt, ich habe da dann so einen Tisch voll Monsterhocken und darf erstmal sortieren und in vielen Bereichen würden wir ja sogar davon ausgehen, dass die... Irgendwann mal einen ganz guten Job gemacht haben, so wie eben auch zum Beispiel dieser Groll. Also das ist ja ein sehr gutes Beispiel dafür. Groll an sich, wer will denn schon Groll auf andere haben? Also da kenne ich irgendwie kaum jemanden. Oder wer will sich denn so verhalten? Nur am Ende des Tages hat das wahrscheinlich irgendwann mal im Leben dazu geführt, dass ein Mensch in Ruhe gelassen wurde, weil er laut genug gekläfft hat in einer Situation.

Florian: Oder weil eben in der Situation das tatsächlich so war, dass jemand sich wirklich falsch behandelt gefühlt hat.

Miriam: Ja, genau.

Florian: Und dann sind diese Gefühle entstanden. Ja. Oder jemand hat die Gefühle in sich entstehen lassen. Richtig. Hat nichts anderes damit gemacht und schleppt den Groll seitdem mit sich herum oder zieht ihn an der Leine hinter sich her oder hat in einem kleinen goldenen Käfig auf der Fensterbank sitzen und zwingt ihn regelmäßig dazu zu singen oder was auch immer.

Miriam: Und allein mal so spielen zu gehen mit diesen Begriffen finde ich schon sehr schön. Die Grundvoraussetzung dafür wäre natürlich, dass wir in unserer Sprache, und das ist das, was wir Menschen zum Beispiel in unserem Practitioner sehr deutlich beibringen, dass wir wach werden und dass wir das merken. Wir haben eine ganze Podcast-Folge oder mehrere über das Meta-Modell der Sprache gemacht. Die sind auch auf unserer Seite zu finden unter den NLP-Folgen. Wir haben das sortiert für euch. Also unter www.kontext-denken.de findest du die sogenannten NLP-Folgen.

Florian: Da gibt es oben Mediathek, genau, und dann auf Podcast und dann gibt es NLP-Folgen.

Miriam: Und da ist das Meta-Modell der Sprache drin und da geht es eben um solche sprachlichen Feinheiten. Also wie kommst du da dran, wie werden die in der Fachsprache genannt, wie gehen wir dann im NLP damit um, wenn jemand das benutzt oder wenn wir selbst das benutzen und darauf wach werden, dass wir das gerade tun. Und dann können wir was unternehmen, weil dann können wir eben so lustige Spielchen machen wie, ach, mehr Entspannung wäre schön. Ja, da können wir ja mal schauen, ob es die gerade bei Amazon irgendwie in einem besonders großen Package gibt. Oder ach, wir könnten was dafür tun.

Die Engel des Alltags und die Frage nach dem eigenen Einfluss

Florian: Was sind denn das dann? Was sind denn diese ganzen positiven Begriffe dann? Das sind die Engel des Alltags. Die Engel des Alltags?

Miriam: Ja, die Engel des Alltags, die Disney-Prinzessinnen des Alltags. Ja, Entspannung heißt die. Und wenn die Entspannung nicht genug getan wird, dann ist das so eine traurige Disney-Prinzessin, die dann anfängt, ein Lied zu singen. Weil traurige Disney-Prinzessinnen fangen immer sofort an, ein Lied zu singen. Und sie haben ein Vögelchen auf der Schulter sitzen.

Florian: Die Entspannung.

Miriam: Oder ein Schmetterling. Was?

Florian: Die Entspannung, die Hoffnung.

Miriam: Ja, das Glück.

Florian: Der Pragmatismus. Was? Na, warum nicht? Ist Pragmatismus nicht ein Monster? Findest du, Pragmatismus ist ein Monster?

Miriam: Was ist das, was so nix ist?

Florian: Was so nix ist?

Miriam: Pragmatismus wäre sowas wie nix. Wäre so neutraler für mich.

Florian: Ist neutraler?

Miriam: Ja, der fühlt sich für mich neutraler an. Man kann ja sein, dass jemand sagt, wieso, in Konsequenz ist doch was Jutes. Ist doch eine von den Disney-Prinzessinnen.

Florian: Ah ja, ja, jetzt ist das tatsächlich dann sehr, weil dann geht es los mit den, und im NLP würden wir sagen, mit den Glaubenssätzen drumherum. Also ist die Inkonsequenz eben etwas, wo du glaubst, dass die auch regelmäßig einfach dafür sorgt, dass die Entspannung Einzug halten kann. Also ist die Inkonsequenz vielleicht die Türöffnerin für die Entspannung an der einen oder anderen Stelle. Manche Menschen könnten sagen, ja, das ist, also wenn keine Konsequenz da wäre, wäre die Entspannung vielleicht weniger häufig, würde die Entspannung weniger häufig Einzug halten.

Miriam: Und soll ich dir was sagen, was mich an dem Modell so ein bisschen fuchst, also wo ich gerade merke, dass ich so, dass ich so irgendwie komische Gefühle entwickle, ist, dann tun wir auch wieder so, als hätten wir keinen Einfluss.

Florian: Ja, genau.

Miriam: Also als würden diese Monster um uns rum halt irgendwas treiben.

Florian: Das ist dieser anthropomorphische Teil, wenn wir so tun, als wären das Menschen. Das ist ja dann so, wie wenn Tante Erna sich anmeldet zu Besuch und sagt, ich komme nächstes Wochenende übrigens. Und dann, was machen die Leute dann? Aufräumen. Manche Menschen fangen dann an aufzuräumen. Manche Menschen fahren spontan in Urlaub oder sind krank. Also für manche Menschen ist das ja wirklich, wenn sich andere Menschen einladen zu ihnen, oder der Hausmeister, der kommt, oder der Wohnungsbesitzer, oder was auch immer.

Miriam: Ja, das stimmt.

Florian: So als könnten wir nichts tun, als wären wir völlig handlungsunfähig. Und das ist natürlich auch ein Teil von diesem, dass wir sagen... Naja, wenn wir so tun, als wäre es was, was wir im Laden haben können, ein Kilo Glück oder eben das Glück als kleiner Engel im Alltag, als wären wir denen so ausgeliefert.

Miriam: Ja.

Florian: Als wäre das nicht tatsächlich ein Gefühl und du kannst doch dich immer glücklich fühlen. Du kannst an glückliche Zeiten denken zum Beispiel, an irgendwas, wo du schon mal Glück gehabt hast im Leben, wo irgendwas Kleines vielleicht passiert ist, wo du dich mal glücklich gefühlt hast. Und wenn du dich an diese Situation erinnerst, wird wahrscheinlich auch mindestens mal ein kleines Echo dieses Gefühls von damals auch heute wieder zu spüren sein. Und dann gibt es verschiedene Techniken, wie wir das wieder größer machen könnten. Eine einfache ist, sich häufiger an solche Situationen erinnern oder die Situationen stärker wahrnehmen. So entwickeln wir zum Beispiel auch wieder Neugier oder Begeisterung. Die Prinzessin der Begeisterung. Ach, herrlich, oder? Der Spaß, ja.

Miriam: Ja, das wäre super, wenn es auch die Karten gäbe, die Postkarten.

Florian: Die Engel des Alltags.

Miriam: Und die wären voll hübsch.

Florian: Ja, dürfen wir gleich mal gucken, ob es sowas gibt.

Miriam: Ob es sowas gibt, ne? Ja, das würde mich freuen. Dann würden wir eine Wand machen mit den Monstern des Alltags und eine Wand mit den Engeln.

Florian: Und jeder Teilnehmer, der reinkommt, darf von der einen auf die andere umhängen. Weil was das bedeutet oder wie du was wahrnimmst im Leben, hat ja sehr viel mit dir selbst zu tun. Ich kenne viele Leute, die sagen würden, Stress bringt sie auch zur Hochleistung. Und Stress ist für die, eben dieser gute Stress, der Eustress, ist etwas, was denen tatsächlich als Antreiber fungiert und das dafür sorgt, dass sie erfolgreich sind.

Miriam: Und auch da ist es ein Faktor, es ist nicht etwas, was sie selbst produzieren. Also sie tun so, als wäre der Eustress nicht etwas, was sie selbst, genau, als wäre das nicht etwas, was ich mache oder wie ich mich verhalte. Weil tatsächlich könnte ich es ja auch durchziehen mit den Kindern, mit diesem, wenn ich morgens sage, es gibt heute kein Video.

Florian: Und bei Stress glaube ich auch, dass relativ viele Leute das nachvollziehen können, dass sie sich stressen können, wenn sie wollen. Also Stress ist ja relativ einfach an der Stelle. Also falls du glaubtest, dass der Stress dich halt irgendwann einholt oder der Stress hinterm Baum sitzt oder manchmal kommt, Stress ist für viele Leute relativ einfach zu machen. Da denken die einfach an irgendwas, was sie befürchten, was bald kommt. Und denken mehr und mehr darüber nach. Und wie sie nur nicht getan haben, was sie hätten tun sollen an der Stelle. Und schon entsteht so ein kleines Gefühl des Stresses. Das heißt, wir haben darauf Einfluss. Oder auch die Tatsache, dass sich manchmal Zeiten ja stressiger anfühlen als zu anderen Zeiten. Also wir können an der Stelle was tun. Entspannung. Submodalitäten, Meta-Modell, Erickson, Miriam Deforth, Florian Groß, kontext*denken. Und das ist das, was man tun könnte. Wenn es nicht die Entspannung wäre, die auf dem Baum sitzt. Weil dann muss man halt warten, bis sie runterkommt. Oder voll den geilen Köder entwickeln. Entspannungsköder.

Miriam: Wir hatten ja vorhin schon den Käfig. Ja, die Engel des Alltags würde ich doch anlocken wollen.

Florian: Ja, und dann?

Miriam: Ja, und dann um mich rum. Glück, Entspannung, Freude, Begeisterung, Liebe. Die dürften doch um mich rum reigentanzen, wenn die möchten. Die könnten mich hochheben, die könnten mich tragen durch das Leben, wenn es die denn so gäbe. Und wenn sie von ihren Bäumen runterkommen würden, die.

Florian: Nur manchmal, ja.

Miriam: Ist da die Ungeduld wieder eins dieser Monster, weißt du? Dass ich mich da unter einen Baum stehe mit Schokokeksen in der Hand und mache, guzzi, guzzi, komm, komm, ich bin bereit. Entspannung, komm.

Florian: Ja.

Miriam: Los, jetzt sofort. Ich habe im Buch gelesen, Schokokekse.

Artgerechte Haltung: konsequent inkonsequent und der Pfusch als Eye-Opener

Florian: Wobei es ja auch, wenn es so um artgerechte Haltung geht, also wenn wir die jetzt wirklich so, wenn wir behandeln würden, als hätten wir so einen inneren Zoo, weißt du? Einen inneren Zoo. Genau, und jetzt, wir sind ein moderner Zoo.

Miriam: Mit so einer Artenschutzbehörde.

Florian: Genau, wo es auch darauf ankommt, dass die Gehege auch zum jeweiligen Monster passen und so. Und dann jetzt so überlegen, wenn jetzt die Faulheit, also die Faulheit kommt manchmal als Monster raus, wenn die Faulheit jetzt zu oft dran ist, dann ist das doch keine artgerechte Haltung mehr, oder? Also falls du die Faulheit in letzter Zeit in deinem Leben zu oft bemüht hast, das kann doch keine artgerechte Haltung sein.

Miriam: Weil die Faulheit an sich per se, ja genau, sich gar nicht so oft...

Florian: Das heißt, arbeite ab und zu, um die Faulheit gut artgerecht zu halten.

Miriam: Boah, der war jetzt sehr schlau, finde ich, ne? Weil ich habe gerade eben in mir, habe ich so gedacht, und gefühlt und auch beobachtet, dass das mit der Faulheit halt stimmt. Dass das super gemein ist, wenn ich die...

Florian: Wenn du konsequent inkonsequent bist, dann funktioniert das nämlich auch nicht.

Miriam: Das funktioniert nicht, ne?

Florian: Also manchmal musst du so inkonsequent sein, dass du die Inkonsequenz auch konsequent sein lässt. Weil ansonsten wäre es nicht konsequent inkonsequent, sonst wäre es inkonsequent inkonsequent.

Miriam: Also um die Inkonsequenz artgerecht in meinem Körper zu halten, dürfte ich sie nicht... Darfst du manchmal... Du bist auch konsequent.

Florian: Um an anderen Stellen inkonsequent sein zu können.

Miriam: Wenn wir Videopodcast machen würden, könntet ihr mich gerade schielen sehen. Weil das einfach way too much ist jetzt gerade. Im Grunde artgerecht gehaltene Inkonsequenz.

Florian: Darf auch konsequent sein. Sei regelmäßig konsequent, damit du auch inkonsequent überhaupt sein kannst.

Miriam: Weil sonst wäre es wieder konsequent, wenn ich ständig mit allem inkonsequent wäre.

Florian: Wäre es konsequent.

Miriam: Und das geht ja dann gar nicht. Wie ist denn das dann mit dem Pfusch? Da steht doch bestimmt auch so ein Hinweis auf die artgerechte Haltung. Als Meister des Provisoriums hält er nicht viel von dauerhaften Lösungen. Der Pfusch sorgt stets dafür, dass alles schnell und unzuverlässig erledigt wird. Wenn nichts kaputt geht, kann man auch nichts reparieren. Und wer würde den Pfusch dann brauchen? Das heißt, der Pfusch braucht sozusagen ständige, es gibt ja von Schubert sogar eine Symphonie, die heißt die Unvollendete.

Florian: Da steckt ja auch viel Gutes drin in dem Pfusch. Also das ist ja genauso wie bei dem Groll oder bei dem Stress oder bei vielen von den anderen. Auch Erwartungen gibt es da auch oder das Chaos oder die Frühlingsgefühle oder so. Das ist ja immer, gerade wenn wir die so behandeln, wir entdecken da ja immer was Positives dran und was, wo wir sagen würden, ah, den Teil.

Miriam: Also das war jetzt sozusagen quasi ein Eye-Opener hier bei dem Pfusch, weil ich habe den Pfusch extrem negativ abgelegt bei mir. Pfuschen, ja schon. Also gepfuscht ist einfach nicht in Ordnung für mich. Und ich würde da immer nach einem gewissen Grad von Perfektion, und Perfektion wäre ja wieder eins dieser Monster.

Florian: Oder ein Engel.

Miriam: Oder so eins dieser Neutralums.

Florian: Oder eins der Neutraliums.

Miriam: Der Neutraliums, wie ist das für dich? Ja, okay. Also der Pfusch, genau.

Florian: Der Pfusch macht ja eine Abwägung zwischen jetzt schnell und später richtig. Und der Pfusch ist an der Stelle sehr praktisch.

Miriam: Ja gut, und der würde halt später nichts richtig machen, ne?

Florian: Der bräuchte dann irgendwie noch einen Monster. Vermutlich ist das Anti-Monster dagegen nämlich der Perfektionismus. Der macht jetzt nichts schnell und dafür später alles richtig.

Miriam: Oder nie.

Florian: Oder nie.

Miriam: Genau. Eben nie. Oftmals eben auch nie. Stimmt. Der Perfektionismus bleibt einfach in der Theorie. Ja. Boah, wie cool ist das denn? Ey, dieses Spiel könnte ich jetzt noch die ganze Nacht weiterspielen.

Florian: Weil Sprachspiele. Genau. Ja. Worüber wir uns wahnsinnig freuen würden, ist, wenn du uns mal deine Engel des Alltags oder deine Monster des Alltags zuschickst und vielleicht die ein oder andere kleine ähm, ähm, wie heißt das dann? Charakterisierung davon.

Miriam: Ja, ich mag es auch. Das schlechte Gewissen hat eine große rote Fahne in der Hand auf der Karte.

Florian: Miriam at kontext-denken.de. Ich freue mich darüber.

Miriam: Da antworte ich auf jeden Fall, wenn du das machst. Ja, vielleicht willst du dich ja auch ernsthaft damit beschäftigen.

Florian: Also im Rahmen unserer Möglichkeiten ernsthaft, weil du hast vielleicht schon gemerkt,

Miriam: Weil der Ernst wäre ja auch eins dieser Monster.

Florian: Die Ernsthaftigkeit ist auch eins dieser Monster, das an der einen oder anderen Stelle wichtig ist und an der einen oder anderen Stelle ist es auch wichtig, den nicht ernst zu nehmen.

Miriam: Ja, weil die Albernheit wäre ja auch eher ein Monster als ein Engel im Moment. Oder?

Flexibilität, das Practitioner-Angebot und ein Gruß aus dem Urlaub

Florian: Vielleicht, wer weiß. Wenn es um Lernen geht, was ist denn sinnvoller? Auf jeden Fall Practitioner.

Miriam: Nehmen wir das tatsächlich auch sprachwissenschaftlicher oder linguistischer unter die Lupe, um da eine Erkenntnis zu gewinnen, wann es sprachlich auch Sinn macht, so etwas zu veranthropomorphisieren. Oder wann es eben auch Sinn macht, da genau wach zu sein und das nicht zu wollen. Denn die Inkonsequenz artgerecht zu halten ist, wie wir gerade festgestellt haben, ein komplexes Ding, wo wir vielleicht dann auch entsprechende...

Florian: Verhalte dich doch einfach konsequent an den Stellen, wo du es gerne machen möchtest und inkonsequent an den Stellen, wo du es gerne machen würdest. Weil in der Flexibilität des Verhaltens steckt ja ganz viel Chance auch drin. Da sind wir ja dann wieder bei den Grundannahmen des NLP auch, dass wenn jemand sehr flexibel ist, also jetzt wirklich ganz vereinfacht, wenn jemand sehr flexibel auftreten kann, dass sie dann eben auch in der Lage dazu ist, mit den Menschen in der Umgebung so umzugehen, dass möglichst viel Ziele erreicht werden können, was auch immer das sein kann. Weil sobald jemand unflexibel ist im Vergleich zur Umgebung, dann bestimmt die Umgebung halt sehr stark, wo es hingeht. Und wenn jemand flexibel ist, dann geht da mehr. Da geht da mehr. Und deswegen ist im Practitioner auch tatsächlich viel Flexibilitätstraining drin. Flexibilität.

Miriam: Im August gibt es noch Plätze, also das heißt, wenn du Lust hast, die Ausbildung bei uns bei kontext*denken zu machen.

Florian: Wir machen auch ein Summer Special. Wir haben jetzt das Unternehmertum in mir.

Miriam: Ja, auch das ist eins dieser Monster, das Unternehmertum.

Florian: Das Unternehmertum. Gerade ist raus, dass sich das mit der Mehrwertsteuer ändert und wir haben wirklich die Preise anzupassen. No, no, no. Wir belassen den Preis einfach da, wo er ist, streichen die Mehrwertsteuer ein. Dafür machen wir ein, machen wir tatsächlich sehr großzügiges, sehr großzügiges Angebot her. Es gibt den Gutscheincode Sommer20, S-O-M-M-E-R-20. Damit gibt es deutlich mehr Rabatt auf unseren Practitioner, als wir das normalerweise machen, weil wir eben auch unter die Arme greifen wollen und weil wir uns auch freuen, wenn wir im Rahmen der Möglichkeiten, die wir in unserer Akademie haben und die sind dank eines riesigen Seminarraums, gar nicht so gering, wenn wir den Raum nochmal so füllen, wie wir es dürfen, mit Abstand und Masken an bestimmten Stellen. Und gleichzeitig viel Spaß, weil wir hatten schon zwei Seminare jetzt. In zwei oder drei Wochen geht das nächste Seminar los.

Miriam: Wir haben einfach diese wunderbaren Räume da. Es kommt uns wirklich zugute.

Florian: Wir dachten wirklich, wozu diese riesigen Räume? Wir haben auch große Sofas, um die Räume auch zu verkleinern, wenn weniger Menschen drin sind. Und inzwischen manchmal. Manchmal hat man Glück.

Miriam: Ist die Nachdenklichkeit ein Engel des Alltags.

Florian: Also auf den Practitioner auf unserer Seite oder du gehst auf kontext-denken.de/practitioner. Wow. Habe ich kurz nachgeguckt, wie es schreibt. Ja. Ist auch Teil des Practitioners. Richtig. Warum gucken sinnvoll ist an der Stelle. Und Sommer 20 ist der Gutscheincode.

Miriam: Alles im Großen. Dann freuen wir uns, wenn wir dich persönlich kennenlernen oder kommen in unsere Facebook-Gruppe. Da sind wir wöchentlich für dich da mit einem freien Schnuppertraining. Ein Stündchen lang. Die Gruppe heißt Training at Home auf unserer Facebook-Seite kontext*denken. Und wir sagen Tschüss, bis nächste Woche Dienstag.

Florian: Wenn es wieder heißt.

Miriam: Zwei Gehirne ohne Monster?

Florian: Sondern mit Verhaltensweisen, ihr lieben Verhaltensweisen. Ich bin schon total gespannt, was wir bis dahin tatsächlich noch finden.

Miriam: Ja.

Florian: Und ob wir nächste Woche, nächste Woche sind wir wieder an einem anderen Ort und machen da noch weiter Urlaub. Stimmt, stimmt. Und das ist ein Ort mit schnellerem Internet, das heißt vermutlich kommt der Podcast nächste Woche auch wieder pünktlich.

Miriam: Alles klar. Gut, bis nächste Woche.

Florian: Bis dann.

Miriam: Ciao. Mehr von uns gibt es unter www.kontext-denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

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