Krönchen richten, weiter machen

Kenne die Regeln - oder sei ausgeliefert!

Warum Storytelling so wichtig ist.

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In dieser Folge

Darum geht es

Manche Menschen glauben, dass das bloße Aufzählen von Daten und Fakten ausreicht, um auf Managementebenen gemeinsame Beschlüsse zu fassen, wichtige Entscheidungen zu treffen oder Verhandlungen zu führen. Doch das ist leider eine Utopie. Menschen sind emotionale Wesen, egal ob sie eine wichtige Führungsrolle in der Organisation haben oder nicht. Ihre Gefühle spielen immer eine Rolle, auch wenn es vermeintlich "nur" um strategische Überlegungen geht. Deshalb erzählen sich Menschen pausenlos Geschichten – ob beim Meeting des Vorstandsgremiums oder bei der jährlichen Mitarbeiterversammlung. Oft merken sie nicht einmal, dass sie gerade wieder einmal auf dem Weg sind, einen Grimme-Preis für unbewusstes Storytelling zu erlangen. Denn: Diese Geschichten werden in den meisten Fällen rein zufällig oder intuitiv ausgewählt, was dazu führen kann, dass sie entweder keine Wirkung haben oder im schlimmsten Fall sogar großen Schaden anrichten – ohne dass die ErzählerInnen sich dessen bewusst sind. Nach dem Meeting fragen sie sich dann erstaunt: "Wie konnte das rückblickend passieren? Warum war die Stimmung von Anfang an so angespannt?" Wenn du die heftigsten Hebel der Kommunikation nicht kennst und erkennst, bist du ihnen ausgeliefert. Frei nach diesem Motto zeigen dir die beiden Kommunikations- und NLP-Master-Trainer, welche Storytelling-Regeln du unbedingt erkennen solltest, damit du ihnen zum einen nicht mehr ausgeliefert bist und zum anderen sie gewinnbringend einsetzt. Erfahre, wie du durch gezieltes Storytelling dein Team und deine Mitarbeiter inspirieren und motivieren kannst. Verstehe, wie du in deiner Rolle als Führungskraft oder Team-Lead Storytelling effektiv nutzen kannst, um die Organisationsstruktur und das Changemanagement positiv zu beeinflussen. Bereichere dein Wissen im Bereich Storytelling, Kommunikation, Leadership, Projektmanagement und NLP. Diese Episode ist ein Muss für dich, wenn du als Entrepreneur oder Führungskraft die Kunst des Storytellings meistern und deine Organisation erfolgreich führen möchtest. In unserer neuesten Episode beleuchten die Kommunikations- und NLP-Master-Trainer Miriam Groß-Deforth und Florian Groß die immense Bedeutung von Storytelling im Business, besonders durch Führungskräfte. #kommunkation #storytelling #nlp #organisationsstruktur #team #teamlead #agile #scrum #kanban #newwork #changemanagement #führungskäfte #entrepreneurship #gründer #startup #mediation #facilitation #deeskalation #moderation #präsentation Konkret geht es diesmal um die Frage, die sich jede Führungskraft schon mal gestellt hat: Darfst du eine angespannte Stimmung im Meeting einfach drehen – oder ist das schon Manipulation? Miriam erzählt vom Kollegen, der ganze Räume aufheiterte, Florian vom Gähnen im Berliner Tonstudio, und beide zeigen an einer Frühstücks- und einer Eisenbahn-Anekdote, wie eine winzige Story das Kopfkino weglenkt vom "Team auf dem Abstellgleis". Themen: Priming und Bahnung, Emotion statt reiner Ratio, professionelle Führung und was du tun kannst, wenn dich vorwurfsvolle Blicke schon an der Tür erwarten.

Lesefassung

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Kapitel dieser Folge
  1. Vorwurfsvolle Blicke schon an der Tür
  2. Der Kollege, der die Lichtstimmung veränderte
  3. Darf ich das? Die Frage nach der Manipulation
  4. Was heißt hier eigentlich professionell?
  5. Vom Frühstückscafé zu alten Zügen: kleine Stories, große Wirkung

Du machst die Tür zum Meetingraum auf – und die Blicke treffen dich schon, bevor du ein Wort gesagt hast. Vorwurfsvoll, gestresst, angespannt. Und jetzt? Darfst du überhaupt eingreifen und die Stimmung drehen? Miriam und Florian gehen genau der Frage nach, wo gute Führung aufhört und Manipulation anfängt – und warum eine winzige Kaffee-Anekdote manchmal mehr bewegt als jedes Sachargument.

Vorwurfsvolle Blicke schon an der Tür

Miriam: Krönchen richten, weitermachen. Der Storytelling-Podcast für Führungskräfte. Mit Miriam Groß-Deforth und Florian Groß. Powered by Kontextstrategie. So, morgens, Meeting beginnt, du betrittst den Meetingraum und das Team schaut dich vorwurfsvoll und gestresst an.

Florian: Was habe ich denn gemacht? Bin ich zu spät? Gibt es irgendwas Schlimmes passiert?

Miriam: Naja, der noch worse case ist ja, du weißt das auch schon. Du ahnst das schon, bevor du die Tür aufmachst als Führungskraft. Und dann schauen auch noch alle, wo es war. Und dann bestätigt sich deine schlimmste Vorahnung.

Florian: Eine Hiobsbotschaft, die durch die E-Mails verteilt wurde vor dem Meeting oder so.

Miriam: Oder die sich schon seit Monaten aufbaut, einfach weil eben gerade nicht so angenehme Prozesse durchs Unternehmen gezogen werden. Ja, es ist ja, wie es ist. Sondern es stellt sich die ganz große Frage beim Storytelling nach dem: Darfst du da intervenieren? Also darfst du dafür sorgen, dass es den Menschen in deinem Team, deinen Kollegen, deinen Mitarbeitern ein bisschen besser geht? Und wir haben mit einigen Führungskräften hier schon Diskussionen geführt, weil eben erstmal so eine Art: nein, es ist ja auch vollkommen okay, wenn Leute sich mal so richtig scheiße fühlen und das auch zeigen.

Florian: Oder wenn ein Fehler passiert ist, dass wir in dem Fehler erstmal eine Weile baden müssen oder sich jemand entschuldigt.

Miriam: Oder dass wir das auch alle fühlen, dass wir alle die Dramatik des Moments fühlen über manchmal wirklich Monate, in manchen Teams Jahre. Und wir uns dann auf der anderen Seite wundern, dass zum Beispiel so ein Team nicht besonders gut performt oder dass es an vielen Ecken auch echt nicht vorangeht.

Florian: Das junge Menschen, das hatte ich auch schon, dass junge Menschen, die in so ein Team reinkommen, das sich das über Jahre angewöhnt hat, tendenziell nicht lange da bleiben. Also dass dann, weil das ist ja auch was, was passiert, wenn eine bestimmte Art und Weise, über dieses Team zu sprechen, sich mal eingebürgert hat. Also wenn wir die Geschichte erzählen von einem Team, in dem nicht mehr viel geht oder das auf dem Abstellgleis steht. Und dann kommt ein junger Mensch da rein mit vielleicht noch null Berufserfahrung und möchte seine Karriere dort starten. Ich habe erlebt, dass die da nicht lange bleiben.

Miriam: Ah ja, das hat viele Konsequenzen. Also du darfst ruhig, das ist vielleicht jetzt schon ein bisschen früh, nur du darfst ruhig in der nächsten Woche bis zur nächsten Podcast-Folge mal beobachten, welche Geschichten über dein Team erzählt werden, welche Geschichten das Team selbst über sich erzählt. Und wenn sie das nicht von alleine tun, mal so eine Frage stellen an der einen oder anderen Stelle vielleicht. Wie sind wir denn im Moment eigentlich?

Der Kollege, der die Lichtstimmung veränderte

Miriam: Vielleicht hast du das ja in deinem Leben auch schon mal gehabt, erlebt, dass es irgendwo in so einer Firma einen Menschen gab oder gibt oder mehrere im Idealfall, denen es fast wie durch Zauberhand gelingt, andere aufzuheitern. Ich hatte in einem früheren Leben, als ich selbst noch Angestellte war im Sales-Bereich, hatte ich einen Kollegen, der so brillant Witze erzählt hat, so brillant, dass sich wirklich niemand dem Lachen entziehen konnte. Und der hat das auch so gerne gemacht, der war unstoppable. Manchmal war es fast ein bisschen schwierig, den in Teammeetings dabei zu haben, nur der hat auf der anderen Seite immer wie so ein kleiner Rettungsanker auf mich gewirkt. Also wenn ich mal die Ohren hängen hatte bis zu den Fußsohlen und weiter runter und der stand irgendwo in dieser Firma rum an der Kaffeemaschine, bin ich irgendwann sogar mit Absicht zu dem hingelatscht, weil ich wusste, ich brauche mich nur neben den stellen und gleich kommt irgendwas total Lustiges. Und jemand, der einen so aufheitern kann. Weißt du, was ich meine? Der durch sein ganzes Sein, so wie dieser Mensch einfach ist, so ein Sonnenscheinchen, der kommt zur Tür rein und die Lichtstimmung verändert sich. Das ist so, hast du schon mal erlebt?

Florian: Kenne ich, also definitiv. So, jetzt war in deiner Geschichte dazu, Miri, hattest du ja die Wahl, ob du dich jetzt aufheitern lassen möchtest oder nicht.

Miriam: Ja, nur in Meetings hatte das keiner. Im Falle dieses Menschen. Den hat das übrigens auch nicht die Bohne geschert, ob jemand jetzt gerade Lust hatte, sich aufheitern zu lassen oder nicht. Das war unfassbar. Das war auch wirklich die Krönung dieser Disziplin. So in dem Ausmaß habe ich das nie wieder erlebt. Ich kenne allerdings Menschen, die abgestuft nach unten das auch so können. Also die das irgendwie drauf haben. Es fühlt sich sofort besser an, wenn die da sind. Weißt du, was ich meine?

Florian: Auf jeden Fall. So die Frage, darf ich das als Führungskraft dann einfach tun? Also darf ich einfach, wenn ich in ein Meeting reinkomme, wo die Stimmung im Moment nicht so gut ist und ich wahrnehme, das ist jetzt nicht hilfreich für das, was wir erarbeiten wollen? Häufig sind es ja in Meetings, dass wir gemeinsam oder in Workshops noch viel mehr, dass wir gemeinsam etwas erarbeiten wollen.

Miriam: Eine Entscheidung treffen.

Florian: Oder eine Entscheidung treffen. Und da wäre es ja gut, wenn alle ihre Ressourcen zur Verfügung hätten. Also wenn die einen Ticken entspannt wären, die Perspektive des Gegenübers einnehmen könnten. Wenn sie auch andere Meinungen zulassen könnten, um gemeinsam die beste Entscheidung zu treffen. Und da gibt es sicherlich noch ein paar andere Werte oder Normen, die wir in den Raum reinholen könnten. Nur das mal als Start. In diesem Zustand möchte ich sie reinbringen. Nur darf ich das, wenn die gerade schlecht gelaunt sind?

Darf ich das? Die Frage nach der Manipulation

Miriam: Das ist die eine Frage, ne? Also darfst du andere Menschen aufheitern einfach so? Schwierig.

Florian: Und die andere Frage wäre ja, darfst du einfach mit einer zufälligen Geschichte, die dir gerade passiert ist, die Stimmung in irgendeine andere Richtung drücken? Also darfst du überhaupt irgendwas erzählen? Darfst du überhaupt irgendwas machen, was dieses System beeinflusst?

Miriam: Ja, und die Frage dürfen wir uns zurecht stellen, weil da sind wir ja in so einem Randbereich, also Randbereich würde ich sagen, der Manipulation.

Florian: Randbereich, das ist volle Manipulation, wenn du Geschichten erzählst, um anderen gute Laune zu machen.

Miriam: Gut, dann hätte ich gerne mal das andersrum jetzt betrachtet. Ich komme in einen Raum, bin einigermaßen gut drauf, habe irgendwie gut gefrühstückt, lecker Kaffee getrunken und dann komme ich in... Und dann sagt mir: unser Team steht im Moment auf dem Abstellgleis. Dann kommt mir doch das Frühstück gerade wieder hoch.

Florian: Darf ich das?

Miriam: Darfst du das? Also wo hören wir denn auf und wo fangen wir an mit dem Thema? Jetzt mal wirklich. Und ich finde, also wie gesagt, ich finde das berechtigt. Und das, was ganz häufig passiert, wenn so eine Situation da ist, und wir nehmen jetzt so einen Raum voller frustrierter Menschen, wobei es kommt nicht so selten vor im Moment, in den Business-Bereichen, die ich besuche, wo ich eingeladen werde als Trainerin, dann ist ganz häufig dieses: jetzt guckt mal nicht so. Entspannt euch mal!

Florian: Manipulation erlaubt, oder was? Weil es über die Message alleine nicht funktioniert. Weil eine nackte Botschaft an der Stelle, also einfach nur diese Nachricht so, was wir jetzt brauchen hier im Raum ist ein bisschen mehr Energie, um diese Entscheidung gut treffen zu können. Das funktioniert irgendwie nicht.

Miriam: Fokus, Leute, Fokus! So, deswegen gibt es ja diesen Podcast. Juhu! Denn wir gehen jetzt einfach mal gemeinsam davon aus, dass eine winzige kleine Story hier zumindest etwas verbessern könnte. Genauso wie eine winzig kleine Story vom Abstellgleis auch etwas verschlechtern kann.

Florian: Es bahnt immer im Kopf, das ist das Priming im Englischen, im Deutschen Bahnung, es bahnt eben bestimmte Richtungen schon mal vor. Also es glüht im Kopf schon mal die passenden Assoziationsketten vor und die Frage ist halt, in welche Richtung möchtest du die haben? Und ja, du entscheidest das, egal ob du eine zufällige Geschichte erzählst, ob du eine bewusste Geschichte in irgendeine bestimmte Richtung erzählst oder ob du gar keine Geschichte erzählst.

Miriam: Ja. Ja, unterschreibe ich einfach. Wir haben in der letzten Folge behandelt, warum es so wichtig ist, über diese kleinen und größeren Geschichten zu gehen, weil sie eben in der Emotion der Menschen etwas bewegen und nicht unbedingt in ihrer Ratio. Es geht auch nicht darum, mit so einer kleinen Geschichte alle Probleme des Unternehmens zu lösen oder Menschen irgendwie dahingehend zu manipulieren, dass sie ab jetzt all den Scheiß, den sie erleben, super geil finden, sondern es geht ja ganz explizit, punktuell darum, was passiert jetzt gerade in diesem Moment, wo wir hier zusammen sind. Und in welcher Stimmung, in welcher Laune würden wir das jetzt gerne hinter uns bringen, die Entscheidung treffen, die Dinge erarbeiten, die wir brauchen, um weitermachen zu können im Prozess. Und das ist eher auch die Motivation, die ich dahinter sehe, das zu tun.

Was heißt hier eigentlich professionell?

Miriam: Und dann bewegen wir uns plötzlich in einen wahnsinnig professionellen Bereich dieses Umgangs mit Führung. Und ich möchte das Wort professionell jetzt hier mal wirklich ganz nach oben stellen, weil sehr häufig erzählen Menschen die Geschichte von: ja, also ich darf da schon meine Gefühle kontrollieren, wenn ich Manager bin, wenn ich Verkäuferin bin, wenn ich, was auch immer ich bin, wenn ich im Job bin, braucht es keinen zu interessieren, dass mein jugendlicher Sohn zu Hause gerade irgendwelchen Kram macht. Dann darf ich professionell genug sein, damit meine Kollegen darunter nicht leiden. Die Geschichte, die höre ich hunderttausend Mal schon in meinem Leben. Und was erlebe ich dann? Exactly nothing. Also Walk the Talk ist hier nicht drin, sondern Menschen kommen in diese Meetings, sehen die grimmig schauenden Antlitze ihrer Mitarbeiter, ihrer Kollegen, ihrer Gremien, was auch immer und dann gehen die sofort auch mindestens in diesen Bereich der Emotionen, wenn nicht tiefer runter. Und das kann nicht professionell sein. Also wenn du deinen eigenen Worten an der Stelle tatsächlich auch Taten folgen lassen wollen würdest, ja, dann würdest du hier an der Stelle intervenieren.

Florian: Ich erinnere mich an eine Geschichte. Ich war mal, um Trancen aufzunehmen, also Entspannungsmeditationen aufzunehmen, war ich mal in einem Filmstudio, wunderschön in Berlin, in so einem alten Studio, das noch aus den DDR-Zeiten gebaut war, wo noch so alter Samt an den Wänden hing. Und wir hatten Mikrofone dort, die in den 50er Jahren gebaut wurden. Also alles da drin hat uns so zurückversetzt vor 30, 40 Jahren. Und wir haben unsere Aufnahmen gemacht und hatten unsere Texte natürlich vorbereitet und es waren Live-Musiker mit dabei, wir hatten ein Klavier und Gitarre live dabei und haben unsere Meditationen eingespielt und danach haben wir in einer Runde noch für ein Hörstück, für ein Hörbuch, das jemand gerade produziert hat, haben wir noch so ein paar Sätze aufgenommen und mir ist es passiert, dass ich in der Runde saß und es waren vielleicht zwölf Leute in der Runde drin gesessen und es war für mich den ganzen Tag über schon, ich war so auf Anspannung und so auf Aufmerksamkeit getrimmt, irgendwann am Nachmittag saß ich in der Runde drin und wir haben verschiedenen Worten verschiedene Klänge gegeben, dann haben wir Blumenvase, Blumenvase, Blumenvase, Blumenvase, eben ganz unterschiedlich ausgesprochen und irgendwann habe ich gegähnt. Und dann wurde ich zusammengefaltet von dem Leiter von dem Ganzen, weil er meinte, es ist für alle hier anstrengend. Und dieses Scannen hilft niemandem. Also es hilft weder mir, meine Aufmerksamkeit hochzuhalten, noch bringt es in die Runde irgendwas Gutes in dem Moment ein. Sondern es war einfach nur ein... Ich habe mich halt nicht professionell im Griff gehabt in dem Moment. Und das ist das, was wir meinen, wenn wir in bestimmte Runden reingehen, dann eben auch zu sagen, was ist denn der Anspruch hier und wenn wir gemeinsam Entscheidungen treffen wollen, wenn wir gemeinsam energetisch zusammenarbeiten wollen und eine gute Zeit auch in der Arbeit zusammen haben wollen, was ist dann unser Anspruch an uns als Führungskraft oder was ist dein Anspruch an dich? Um professionell mit anderen zusammenzuarbeiten. Und dann gehört es eben dazu, dass du, wenn du in einen Raum reinkommst, in dem eine komische Stimmung ist, dich nicht beeinflussen zu lassen und dann an den Teenie zu Hause zu denken, der dich vielleicht heute Morgen auch schon genervt hat beim Frühstück, sondern dann zu sagen, nein, was ist die Art von Energie, die wir jetzt hier brauchen, um das Bestmögliche in diesem Termin rauszuholen.

Vom Frühstückscafé zu alten Zügen: kleine Stories, große Wirkung

Miriam: Und dann eben mindestens so eine kleine Geschichte zu haben wie: ich hatte ja eben auf dem Herweg ein richtig cooles Frühstück. Kennt ihr schon dieses neue Café an der Ecke? Die machen ganz ambitioniert gesundes und so leckeres Frühstück. Normalerweise, wenn ich gesund höre, denke ich ja immer schon, oje, nur in dem Fall, Freunde. Also ich habe erst überlegt, ob ich euch das überhaupt verrate. Nicht, dass das irgendwie dann ab morgen hier alles geplündert ist, weil jeder dahin frühstücken gehen will. Nur, meine Güte, war das lecker. Und der Kaffee, direkt aus Italien. Also vom Feinsten. Das ist eine andere Energie und das sind nur vier, fünf Sätze, die in eine andere Richtung gehen als: wir brauchen nicht übertreiben, wir brauchen nicht gleich Heldenreise können und was weiß ich. Da kommen wir auch in diesem Podcast noch dazu. Das ist alles okay. Wir bringen dich dahin, dass du virtuos Geschichten erzählen wirst. Nur in dem Fall reicht eine Kleinstanekdote, die zumindest nicht einzahlt auf: um Gottes Willen, heute war überall Stau. Oder: boah, gestern war auch schon so eine blöde Teamsitzung. Oder zu Recht sagen die Menschen hier irgendwas über Abstellgleise, sondern wenn schon das Thema mit dem Abstellgleis im Raum gewesen wäre bis jetzt, dann mal zu überlegen, was mit so alten Zügen ist, da sind wir nämlich bei deinem Tonstudio von 1950, in meiner Heimatstadt, in Bad Nauheim. Da gibt es einen Verein, der uralte Eisenbahnen von Abstellgleisen holt, die wunderschön herrichtet und die fahren durch ganz Deutschland, fahren die solche historischen Fahrten mit Schlafwagen, also so richtig Abenteuerreisen. Das heißt, wir kommen dann plötzlich von der einen Metapher in die nächste und sorgen dafür, dass das Kopfkino bei unseren Mitarbeitern zumindest für einen Moment wegkommt von diesem: boah, ist das alles furchtbar. Und wie gesagt, in angemessenem Maße. Nur die Frage nach: darfst du andere aufheitern oder nicht?

Florian: Auf jeden Fall.

Miriam: Also gib dir die Antwort gerne selbst. Wenn deine Antwort ist, will ich nicht, dann brauchen wir uns nicht mit Storytelling zu befassen. Wenn deine Antwort ist, ja, das würde uns allen helfen, mir als Führungskraft und meinem Team, um in die Kraft zu kommen, dann los geht's. Und dann wäre das auch sicherlich eine schöne Aufgabe für die nächste Woche. Zum einen mal darauf zu achten, was erzählt sich dein Team für Geschichten, was wird über dein Team erzählt und zum anderen, welche Geschichten könntest du denn in das Team hineinbringen.

Florian: Dann hören wir uns nächste Woche wieder, wenn es heißt: Krönchen richten, weitermachen.

Miriam: Alles zu den Ausbildungen bei uns gibt's auf www.kontext-strategie.de und jede Woche eine neue Podcast-Folge.

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