Krönchen richten, weiter machen

Quick & Dirty: Aktivität in Online-Meetings steigern!

Wie Du Deine Meetings interaktiver gestalten kannst

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In dieser Folge

Darum geht es

Die Meetingteilnehmer sind im Popcorn-Modus? Dem Lead bleibt nichts anderes übrig, als irgendwann verzweifelt in den Frontalvortrag zu wechseln? Anfängliche Fragen und Aktivierungsversuche sind kläglich an einer Mauer des Schweigens zerschellt? Es gibt da ein paar Tricks – ein paar schnelle Hebel – die dafür sorgen können, dass die MeetingteilnehmerInnen einfacher die sogenannte vierte Wand brechen und entspannter in die Interaktion gehen. In unserer neuesten Podcastfolge zeigen wir Dir, wie Du eine simple Bahnung dafür in den Start des Meetings einbaust. Und wir haben noch ein paar mehr hochprofessionelle und gleichzeitig einfach umzusetzende Werkzeuge für Dich am Start. Mit Kommunikationstechniken aus dem NLP, der Clean Language Technik, dem „Meeting from the back of the room"-Modell und einer Portion Gelassenheit lassen sich selbst Schweigemönche dazu ermutigen, ihr Statement oder ihren Input zu vergemeinschaften. Wetten? #nlp #kommunikation #leadership #team #agile #scrum #kanban #gfk #cleanlanguage #führungskraft #teamwork #teammotivation #onlinemeeting #aktivierung #interaktion Konkret geht es um die aktivierende Anekdote zu Beginn, den klar formulierten Wunsch an die Teilnehmenden und den Chat als Eisbrecher – vom einfachen Check-In bis zu Kürzeln wie F für Frage, K für Kommentar und R für Random. Miriam und Florian sprechen über das Ansprechen Einzelner mit Namen, das Deuten von Gesichtsausdrücken in der Kamera-Galerie und die Kunst, Stille auszuhalten, statt vorschnell in den Monolog zu kippen. Wenn du Online-Meetings interaktiver machen willst, Teilnehmer aktivieren möchtest oder wissen willst, warum Konsequenz beim Nachfragen so viel ändert, findest du hier praktische Quick-and-Dirty-Ansätze.

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Kapitel dieser Folge
  1. Warum Schweigen kein Zeichen ist, mit dem Finger aufs Team zu zeigen
  2. Tipp Null: Nach dem Meeting kurz nachdenken
  3. Aktivierende Anekdote und der klar formulierte Wunsch
  4. Der Chat als Eisbrecher und die kleine Warming-up-Unterhaltung
  5. Einzelne ansprechen und Gesichtsausdrücke wahrnehmen
  6. Dranbleiben: Konsequenz und das Aushalten der Stille

Du stellst eine Frage ins Online-Meeting – und dann: nichts. Kameras aus, Chat still, Popcorn-Modus. Miriam und Florian nennen das liebevoll Schweigemeditation und zeigen dir, wie du selbst eine zähe Runde in Bewegung bringst. Quick and Dirty, mit ein paar Hebeln, die sich schon im nächsten Termin ausprobieren lassen.

Warum Schweigen kein Zeichen ist, mit dem Finger aufs Team zu zeigen

Miriam: Krönchen richten, weitermachen.

Miriam: Der Storytelling-Podcast für Führungskräfte.

Miriam: Mit Miriam Groß-Deforth und Florian Groß.

Miriam: Powered by Kontextstrategie.

Florian: Wer kennt es nicht? Das Online-Meeting, in dem jemand eine Frage stellt und dann nichts passiert.

Miriam: Schweigemeditation. Manche Menschen bezahlen viel Geld dafür in großen Klöstern, dass sie sowas mal erleben.

Florian: Sieben Tage lang.

Miriam: Und es ist unangenehm. Also wer es schon mal erlebt hat, es ist unangenehm. Und wer dann nicht sehr gut trainiert ist, habe ich manchmal den Eindruck, auf bestimmte Techniken, die es da wohl gibt. Also es ist nicht unmöglich, selbst eine, ich sage jetzt mal freundlich, sehr zähe Audience dazu zu bringen, aktiv zu werden. Der könnte sich da relativ leicht in sowas reinflüchten wie, die sind alle doof und ich habe ja mein Bestes gegeben. Und das wollen wir natürlich gerade im Leadership-Bereich vermeiden, dass wir mit dem Finger aufs Team zeigen und sagen, ey, die sind schuld. Wobei das selbst bei großen Sprechern, bei Speakern auf Bühnen einer der Kardinalsfehler ist, der bis heute vorkommt, auch bei Profis, dass die sagen, ja, die waren einfach jetzt alle in der Mittagspause, haben voll gegessen im Bauch und deswegen war mit dem Publikum nichts anzufangen.

Florian: Wir reden ja hier über Führungskräfte. Das heißt, das Thema ist, was kannst du als Führungskraft tun, um solche Fehler zu vermeiden. Entweder die Fehler zu vermeiden oder dir eine Straße zu bauen, auf der sowas eben von den Wahrscheinlichkeiten her einfach nicht mehr vorkommt. Oder dass du ein Backup dazu hast, dass es ganz spielerisch wird.

Miriam: Das ist irgendwas mit das unwiderstehliche Angebot oder sowas. Wie heißt denn der? Wer heißt anders? Doch, doch, der ist ganz berühmt. Ah, der fällt mir bestimmt noch ein. Egal. Also wir wollen den Menschen ein unwiderstehliches Angebot machen im Idealfall, weil wozu viele ja neigen und es hat einfach was mit unserer Kultur auch zu tun, ist ja andere Menschen zwingen zu wollen, was zu sagen. Und das funktioniert in den seltensten Fällen, ihr Lieben. Nur wozu würden wir denn überhaupt ein Meeting veranstalten wollen, in dem möglichst viel Interaktion stattfindet? Also wo die Menschen Fragen stellen, auf Fragen antworten. Das wäre ja dann das Ziel.

Florian: Das haben wir so einfach in den Raum gestellt, dass das eine gute Idee ist.

Miriam: Dreh doch einfach ein Video und sie sollen sich das alle angucken. Irgendwann, wenn sie Zeit haben. Ja, ist doch wahr.

Florian: Das wäre das, wenn wir sagen, ich brauche diese Interaktion mit meinen Zuhörern oder Zuschauern gar nicht. Es ist eigentlich egal, ob die anderen antworten. Wir haben jetzt hier das Online-Meeting als Aufhänger genommen, weil ich finde, da ist es noch mal deutlich mehr zu spüren plötzlich als im Raum. Vielleicht ist die Hürde noch mal einen Ticken höher, wenn ein paar der Techniken nicht bekannt sind, die dafür nutzbar sind, zu denen wir nachher kommen. Nur es geht immer ja drum, dass wir eine Gemeinschaft schaffen wollen, dass wir eben raus wollen aus diesem, naja die könnten auch eine E-Mail lesen oder ein Video schauen, hin zu einem gemeinsamen Diskurs, zu einem Austausch, zu, wir kommen hier zusammen, um gemeinsam was zu schaffen.

Miriam: Ja und auf der anderen Seite kann ich ja auch nicht erwarten, dass Menschen verantwortungsvoll handeln in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen, wenn ich sie zu stillschweigenden Randfiguren erkläre, meiner Monologe. Ich meine, fühlt sich super einfach an.

Florian: Und das ist ja auch ganz, das ist so 50 Leute im Meeting drin, nach 20 Minuten alle Kameras aus. Das passiert. Das passiert wirklich, ja. Das passiert leider. Für mich ist das auch eine...

Miriam: Vielleicht nicht bei dir, nur wir haben das schon beobachten dürfen, auch in unserem Bereich Consulting und wenn wir Mentorings machen.

Florian: Für mich ist das auch eins der Kriterien, an denen ich eben messe, wie ist die Kultur gerade, wie gut funktionieren auch Führungskräfte an der Stelle, sind die Kameras an, sind die Kameras aus, hören die Leute zu, sind sie ansprechbar, reagieren sie oder eben nicht. Und das ist was, was auch anderen Menschen auffällt, und wenn das besonders leichtfüßig bei dir wirkt, das ist vielleicht der andere Teil dieses Wozus, wenn es besonders leichtfüßig wirkt, dann haben Menschen auch mehr Spaß bei dir und es sind leichtere Meetings und es ist so viel einfacher gemeinsam etwas zu erschaffen.

Tipp Null: Nach dem Meeting kurz nachdenken

Miriam: Genau deswegen ist es auch insbesondere wichtig und das ist im Grunde schon der erste Tipp, wir haben ja gesagt Quick and Dirty heute, also wir gehen da rein, kommunikativ, was willst du denn tatsächlich, was passiert, weil ich finde es völlig legitim zu sagen, nee, nee, Monolog. Monolog. Monolog und die anderen sollen... Ja, ich weiß, wo es lang geht, ich habe die Weisheit in mir und die anderen werden eh nichts Sinnvolles dazu beitragen. Das ist eine Grundeinstellung, die Menschen einnehmen können. Dann kannst du dich allerdings wirklich fragen, ob es nicht stressfreier für alle ist, wenn du ein Video aufzeichnest. So, das legen wir jetzt mal beiseite, weil wir davon ausgehen, du möchtest das nicht, sondern... Du möchtest irgendwie in Kontakt kommen. Was bedeutet denn für dich überhaupt Interaktion? Ja. Und wie sieht das aus deiner Sicht aus, wenn das ideal läuft? Stellen die Leute dann viele Fragen? Stellst du die Fragen und bekommst schlaue Antworten? Werden Meinungen und Sichtweisen geteilt? Bereitet jeder was vor dafür? Das darfst du dir vorher in Ruhe überlegen und das machen viele nicht, sondern gehen einfach so mit dieser Idee. Wir müssen auch interagieren miteinander. Gehen Sie in dieses Meeting. Nur was das genau heißen soll dann, was da am Ende bei rauspurzelt, an welcher Stelle könntest du für dich nach dem Meeting sagen, ja, das war interaktiv, was wäre dann passiert, damit du das für dich befinden kannst?

Florian: Das ist ja auch ein toller Feedback-Kanal, wenn Menschen eben Fragen stellen oder etwas kommentieren, was wir gerade gesagt haben, und sich dazu äußern. Und natürlich spielen da noch viele andere Themen mit rein, sowas wie, wie viel Vertrauen haben wir, wie sind die Werte in unserer Firma, wie ist die Kultur gerade aufgestellt, schaffe ich überhaupt den Raum dafür, dass das passieren kann oder nicht. Nur heute geht es, so wie Miri gesagt hat, eben auch mal um die Quick-and-Dirty-Lösung, um sowas erzeugen zu können. Und da geht es eben, das ist dann einer der Feedback-Kanäle, um eben zu wissen, sind die anderen bei dir dabei? Und wie sehr sind sie dabei?

Miriam: Das ist ja auch ganz spannend. Du kannst ja auch wieder deine Schlüsse draus ziehen dann.

Florian: Und beim nächsten Mal eben Krönchen richten, weitermachen. Weil vielleicht ist das sogar der Tipp Null, den wir haben. Dass, falls das mal passiert, dass du beim nächsten Mal eben was anderes machen darfst. Also dass wir damit mal starten. Dass das in bestimmten Situationen sicherlich immer mal passieren wird, dass jemand sagt, boah, das hätte ich mir interaktiver vorgestellt. Und dann ist der erste Tipp, nach dem Meeting kurz nachzudenken und zu sagen, was möchte ich denn beim nächsten Mal anders machen? Also was möchte ich denn haben? Was ist das, was da ist? Das noch mehr zu schärfen und beim nächsten Mal dann eben was auszuprobieren. Vielleicht einen von den folgenden Tipps.

Aktivierende Anekdote und der klar formulierte Wunsch

Miriam: Kommen wir gleich mal zu Tipp Nummer 1. Das wäre so eine Art aktivierende Anekdote, die du erzählen könntest. Und da darf es dann ruhig um Dialoge gehen, kleine Geschichten aus deinem Leben, wo du Interaktion at its best erlebt hast. Das kann eine Geschichte aus dem privaten Bereich sein, in einem Verein, in dem du bist, von einem Sportereignis, wo ein Team gut miteinander kommuniziert hat vor einem Sieg oder auch danach. Das können Geschichten sein aus Filmen, die du gesehen hast. Wir alle haben ja in unserem Leben schon Situationen gehabt, wo Interaktion ganz wunderbar funktioniert hat. Und wenn du dich jetzt mal daran erinnerst, an so einen dieser Momente, wo das war, dann greif auch bitte, weil wir gehen davon aus, dass dein Gehirn dich da unterstützen möchte, wenn du schon aktiv auf die Suche gehst, dann greif auch gleich die erste Story, die sich dir anbietet, da sind wir wieder beim Storytelling. Auch wenn vielleicht im ersten Moment nicht so ganz die Verbindung herzustellen ist zu Business, wir brauchen es gar nicht. Es geht nur um aktiv zu werden, selbst auch das Gefühl gehabt zu haben, ich darf hier mich beteiligen, ich habe den Raum, ich habe die Zeit, das macht Spaß, das ist gut.

Florian: Um so ein Priming herzustellen, also eine Bahnung herzustellen, um die Gehirne der Zuhörer dafür zu aktivieren. Ja, das ist wirklich... Stimmt, es ist besser, wenn wir kommunizieren miteinander und wenn da irgendwie ein bisschen gemeinsamer Diskurs und Austausch stattfindet.

Miriam: Ich habe zum Beispiel eine süße aktivierende Geschichte jetzt gerade wieder frisch aufgefangen, weil ich mal mit Florians Mama... Das brauchen wir ja jetzt hier nicht zu erklären. Doch, ich liebe das! Florians Lieblingswort war, warum? Und ich dachte so für mich, ja Mann, warum ist super, um andere zu aktivieren? Warum soll ich jetzt schon schlafen gehen? Warum soll ich den Spinat essen? Warum soll ich diesen Pullover anziehen? Und das sind Fragen, die aktivieren Eltern ohne Ende. Die kommen regelrecht in Zugzwang, ob das immer so angenehm ist oder nicht. Nur es geht hier darum nicht. Es geht darum, eine Geschichte zu erzählen, die in irgendeiner Weise aktivierend ist. Und die kann eben aus allen Lebensbereichen sein.

Florian: Wenn du diese Geschichte erzählt hast, dann ein zweiter Tipp, den wir haben, ist, dass du ganz klar machst, was wünschst du dir eigentlich von den Teilnehmern deines Meetings?

Miriam: Ich wünsche mir viel mehr Florians.

Florian: Du wünschst dir... die Warum-Fragen.

Miriam: Warum nicht? Warum nicht? Es ist, genau das ist es nämlich, dass ich direkt an diese Anekdote im Grunde auch meinen Wunsch dranhängen kann. Brillantes Storytelling. Auch als eine ganz direkte Aktivierung. Ich brauche auch niemanden für dumm zu verkaufen. Wir brauchen uns auch nicht verklausulieren oder sonst irgendwas. Sondern ich kann einfach sagen, ich wünsche mir heute für dieses Meeting, dass möglichst viele Fragen gestellt werden. Ich nehme auch alle Fragen gerne an. Wenn ich eine Frage stelle, freue ich mich, wenn jeder hier, der dabei ist, ich gebe jedem die Zeit, seine Sichtweise der Dinge zu schildern, sodass wir eben hier auch eine Vergemeinschaftung haben und sehen, entweder wie eindeutig oder wie gemeinsam unsere Meinung ist oder vielleicht auch wie vielfarbig.

Florian: Eine andere Variante ist dann zu sagen, du fragst irgendwann nach einer Reformulierung, also dass jemand aus dem Plenum nochmal feedbackt, was er oder sie jetzt verstanden hat, was der Plan ist. Also dass die Teilnehmer schon wissen, okay, da kommt dann nachher eine Frage zu, was ist denn bei euch angekommen? Weil das ist ja einer der Wege, wie wir feststellen können, was haben wir eigentlich gesagt, indem wir uns nochmal erzählen lassen, was denn tatsächlich angekommen ist.

Miriam: Und wir aktivieren auch gleichzeitig, dass zumindest so ein bisschen aufpassen, damit es nachher nicht so wie in der Schule ist. Tobi, was habe ich denn gerade gesagt? Nur die Reformulierung klingt natürlich auch schon viel wichtiger und viel professioneller.

Florian: Ja, und es geht uns ja tatsächlich darum, dass wir eben verstanden haben. Also das, was Miri gesagt hat, das klingt ja eben so lustig, so wie tatsächlich wie früher in der Schule. Nur, wir haben ja alle gemeinsam verstanden, dass Kommunikation eben keine Einbahnstraße ist und dass es nicht so ist, dass ich meine Botschaft in einen Brief packe und den dann irgendwie in die Welt da draußen schicke und dann packen meine Zuhörer den aus und verstehen die gleiche Botschaft, sondern Kommunikation ist immer etwas, was zwischen Menschen passiert und da kann es natürlich auch dazu kommen, dass jemand ein Wort, das ich sage, ganz anders interpretiert auf der eigenen Landkarte. Da sind wir mitten im Modell von NLP drin. Dazu sollten wir tatsächlich auch mal echt viel mehr machen in dem Podcast hier, dass wir da nochmal ein paar von den hervorragenden Glaubenssätzen mit reinziehen, die tatsächlich dabei helfen, eben zu führen und auch Geschichten zu erzählen. Hier für heute, hab deinen Wunsch klar und kommunizier ihn auch. Also was möchtest du? Möchtest du Fragen, Antworten, Kommentare haben im Chat, was auch immer?

Miriam: Reformulierungen, genau.

Der Chat als Eisbrecher und die kleine Warming-up-Unterhaltung

Miriam: So und damit das Ganze eben auch wirklich dann mal interaktiv wird, gibt es einen super kleinen Mini-Trick, der total hilft, die Audience zumindest schon mal im minimalen Bereich zu aktivieren. Also dass jedem System, das da sitzt, vor einer anderen Kamera, einem anderen Bildschirm, klar wird, ich bin hier aktiv. Und das ist eben in kleinen Schritten. Wir üben mal was im Chat. Also wir nutzen den Chat, den jedes Team-Online-Kommunikationstool anbietet und machen da ein kleines Warming-up rein, dass jeder vielleicht in den Chat mal kurz schreibt, wie es ihm geht oder von wo er gerade kommt oder...

Florian: ...irgend so eine kleine Frage beantwortet.

Miriam: Eine einfache, die jeder auch beantworten kann.

Florian: Und die spannende Geschichte, wenn ich mit Führungskräften darüber spreche, dann kommt manchmal so, das ist ja schon sehr trivial, wenn ich die dann frage so, wie geht es dir denn gerade und jeder schreibt mal ein Wort in den Chat rein. Ja, es ist ein einfacher Check-In in einen Termin, also wir kommen dann gemeinsam in einem Termin an und es stellt eben auch sicher, dass jeder den Chat offen hat, dass jeder den lesen kann, wir erfahren ein bisschen was über den anderen und vor allem, wir haben dieses Eis gebrochen, dann wäre es ja der berühmte Eisbrecher für, ah ok, ich darf hier was schreiben, ich kann hier was schreiben, ich habe hier schon was geschrieben, mir wurde der Kopf eben nicht abgerissen, weil ich irgendwas geschrieben habe oder vielleicht fand ich sogar was lustig, was jemand anders geschrieben hat. Ich darf hier, offensichtlich ist das hier interaktiver. Ist tatsächlich einer der Tricks.

Miriam: Ganz, ganz wichtig bei dieser Chat-Aktivierung ist, dass du das auch beachtest danach. Also dass du es nicht einfach nur stehen lässt und dann wegignorierst, sondern dass du kurz in den Chat gehst, du brauchst nicht alles vorzulesen, was da steht, nur dass du dir so drei, vier, fünf Spots da rausgreifst, die verliest und sagst, ah, Tobi hat geschrieben, er hat heute nicht gut geschlafen, aber er ist froh, dass er pünktlich zur Arbeit gekommen ist, wir auch. Also dass es mit so einem kleinen Kommentar versehen wird, der ins Positive geht, der das abnimmt, der verständnisvoll ist und wirklich, wenn es 50 Chat-Teilnehmer sind, sind wir uns einig, wir lesen nicht alles vor, was da steht, nur die Leute fühlen sich gesehen, sie fühlen sich wahrgenommen und sie merken auch, dass du deinen Chat offen hast und dass du eben auch wirklich wahrnimmst, wenn da irgendwas passiert.

Florian: Wenn ihr das fortgeschritten erüben wollt und das bedarf natürlich, da sind wir dann eher in den Tricks, die wir nicht so einfach mal über den Zaun werfen können, sondern wo es eben auch darum geht, da brauchen wir ein bisschen mehr Hintergrund auch gemeinsam. Eine Variante ist da, tatsächlich sich so Kürzel einfallen zu lassen, die Aussagen darüber treffen, wie ist denn das, was jemand in den Chat gerade schreibt, gemeint. Ich habe in einem Team das zum Beispiel eingeführt, da kommt, wenn ein F und ein Leerzeichen ist, dann kommt danach eine Frage, die relevant ist zum aktuellen Kontext. Wenn jemand ein K schreibt und dann ein Leerzeichen und dann irgendwas, dann ist das einfach ein Kommentar. Darauf können wir eingehen, allerdings auch nicht, das ist sowas, was da nebendran steht. Ein R für Random bedeutet, dass danach irgendwas kommt, was irgendwie einfach nur lustig gemeint ist, weil halt eine Assoziationskette ausgelöst ist. Nur wir brauchen nicht darauf eingehen, wir brauchen diesen, R könnte ja auch für Rabbit Hole stehen, also für das Hasenloch, wir brauchen nicht in den Hasenbau hineingehen. Wie Alice im Wunderland. Ach, Kaninchenbau wäre es. Ach, im Deutschen wäre es Kaninchenbau. Und war nah genug für die Assoziation. Wir brauchen den Kaninchenbau nicht hinuntergehen, sondern können sowas machen. Also das sind die fortgeschrittenen Werkzeuge. Heute quick and dirty.

Miriam: Dann kommt der nächste Tipp auch schon, nämlich Fragen und Antworten üben. Könnte im Chat schon sein, könnten wir den Chat also auch überschneidend schon benutzen, nur es geht auch mit Kamera und Ton.

Florian: Ich mache das ganz gerne. In mindestens drei der Firmen, mit denen ich im Moment zu tun habe, starten die Meetings, die um 8 Uhr starten, nicht um Punkt 8 Uhr, sondern es ist eher so, dass 8 Uhr 2 kann es dann losgehen, weil sich alle eingewählt haben, die noch irgendwie Herausforderungen hatten. Um 8 Uhr klappt es vielleicht sogar, nur wenn wir dann Richtung 11 Uhr kommen und dann einen vorherigen Termin hatten, so ein bisschen Verzögerung nochmal, dass es dann so ein, zwei, drei Minuten Überschnitt gibt. Und diese Zeit nutze ich gerne, um einfach interaktiv mit einem oder zwei von den Teilnehmern entweder was Inhaltliches zu besprechen oder mal eine Frage zu stellen, was denn das Hintergrundbild ist, dass diese Person schon mal was gesagt hat oder wenn mir was eingefallen ist, dass wir uns schon lange nicht mehr gesehen haben, wenn jemand reinkommt, das kurz zu kommentieren und zu fragen, wie geht's. Dass das schon im Raum drin ist, wenn die anderen kommen, das ist einfach so ein bisschen Smalltalk, so wie wir es ja im richtigen Leben auch haben, wenn wir in einen Meetingraum reinkommen, dass alle so ein bisschen chatten, bevor es tatsächlich losgeht und chatten in dem Fall halt nicht schriftlich, sondern einfach sich ein bisschen unterhalten.

Miriam: Also über eine vorher Mini-Unterhaltung schon Fragen stellen und Antworten bekommen. Ich habe da sehr gerne das Kaffeetassen-Thema, wenn du noch eins haben möchtest. Also ich halte dann meine Kaffeetasse hoch und sage, ich habe heute sogar meine Lieblingstasse, da ist irgendwas Auffälliges drauf. Dann halten die anderen meistens auch irgendwas hoch oder zumindest eins, zwei von denen, die da sind. Auch lustige Tassen. Dann sage ich, oh, wo sind die her? Und dann sind wir schon im, ich habe eine Frage gestellt, jemand anders antwortet. Das ist ein wichtiges Warming-up. Wir könnten ja hier auch wieder sagen, es ist trivial, nur die Grundstruktur, dass etwas gefragt wird und jemand antwortet, ist schon mal im Raum und das ist das Wichtige dabei.

Einzelne ansprechen und Gesichtsausdrücke wahrnehmen

Miriam: Während des Meetings, um das warm zu halten, was wir da vorher geprimed haben, wäre dann eben auch einzelne direkt wieder anzusprechen. Also nicht einfach immer nur ihr und euch zu sagen, sondern ganz konkrete Menschen wegen irgendetwas konkret mit Namen aus der Menge rauszuholen.

Florian: Ich habe da letzte Woche schon mit Kerstin drüber gesprochen. Kerstin, du hattest mir damals gesagt, du hast mir letzte Woche gesagt und dann was auch immer das Thema war und deswegen besprechen wir das heute hier. Kerstin, habe ich das richtig wiedergegeben? Und dann würde Kerstin eben einen Moment irgendwas sagen dazu und kommt dann wieder mit rein. Führt auch zu mehr Interaktivität und führt eben auch dazu, dass wir die Bühne schon ein Stück weit teilen und damit auch sagen, okay, das ist okay, sich mal dazuschalten.

Miriam: Was ich bei dir auch ganz zauberhaft finde, was ich definitiv noch übe, Florian hat auch wirklich meistens alle Kamerabilder vor sich, also macht sich eine Galerie und sieht deswegen auch alle Menschen und Florian hat selbst bei größeren Gruppen sowas drin wie, oh, Tobi. Ich gebe deinem Gesichtsausdruck gerade die Bedeutung, dass du noch drüber nachdenkst, also dass du dich noch nicht final entschieden hast. Und es ist völlig okay, wenn Tobi dann sagt, nee, nee, das ist mein, ich habe alles verstanden Gesicht.

Florian: Manchmal kommt auch einfach nur ein, nee, ich habe im Hintergrund eine andere Frage beantwortet. Nur dann wundere ich mich, also meine Annahme ist ja auch, dass sich andere vielleicht darüber wundern, warum der Tobi gerade so verkniffen geguckt hat.

Miriam: Nur Menschen fühlen sich dadurch sehr viel mehr gesehen und merken auch, aha, da ist jemand nicht nur mit sich beschäftigt und seinem Kamerabild, sondern ich werde wirklich auch im Online-Meeting gesehen, so als wären wir in einem Raum. Und das hilft dabei wahnsinnig gut.

Florian: Wenn du das üben möchtest, das übt sich natürlich am leichtesten in der Gruppe. Wir bieten das in unseren Seminaren immer an, weil das Teil der Methode ist, die wir als Ausbildung eben haben. Da lässt sich das einfach üben. Ansonsten schau dir die Teilnehmer, die du in deinen Terminen hast, oder wenn du selber Teilnehmer bist, schau dir die anderen Teilnehmer an und überleg dir, wer schaut gerade oder wer reagiert an einer bestimmten Stelle, um das mitzubekommen und beim nächsten Mal dann schon fit zu sein und zu sagen, ich habe da gerade eine Bewegung bei dir gesehen. Stefan, was ist los? Was ist gerade passiert? Da hat sich irgendwie was verändert.

Miriam: Und dann eben auch jede Antwort anzunehmen, die da kommt. Also und positiv, weil dann lernen die Leute noch dazu, dass sie entspannt antworten dürfen.

Dranbleiben: Konsequenz und das Aushalten der Stille

Miriam: So und jetzt kommt schon der letzte Tipp. Wir haben Quick and Dirty versprochen und der ist vielleicht sogar mitunter der, den ich am häufigsten beobachte, der falsch gemacht wird. Ja, auch von sehr erfahrenen Führungskräften, die schon einige Meeting-Rodeos auf dem Buckel haben. Nämlich das sogenannte Dranbleiben oder Konsequenz zeigen von, ich hätte gerne Interaktion.

Florian: Wir könnten auch sagen, nicht nachgeben.

Miriam: Könnten wir auch dazu sagen. Und das ist so ein bisschen wie bei der Kindererziehung. Ja, da war ich froh, dass Florian ich als Beobachter mit dabei hatte, wenn ich so als Mama dann so zwischendurch dachte, ja, ich habe zwar gesagt, die sollen jetzt regelmäßig früher ins Bett unter der Woche, nur irgendwie ist es gerade so knuffelig und wir sitzen hier gerade so schön. Das sind Kardinalsfehler, Freunde, weil wir hier auf einer Strukturebene, also wir sind ja hier unter Führungskräften, wir sind hier auf einer Strukturebene unterwegs und unser Gehirn lernt strukturell und nicht inhaltlich. Das heißt, wenn ich da nicht konsequent bin, lernt das Gehirn der Kinder, das ist kein Problem, wir brauchen nur gemütlich genug beieinander zu sitzen, dann brauche ich nicht früher ins Bett gehen.

Florian: Und ganz konkret in der Teamsituation, ich stelle eine Frage in einem Online-Meeting und akzeptiere es, dass keine Antwort kommt aus dem Plenum, selbst wenn da 20 Leute mit drin sitzen, dann bedeutet das halt, keine Antworten sind okay. Beim nächsten Mal wird die Hürde, dass eine Antwort kommt, noch ein klein bisschen höher. Oder wie wir gerne darüber nachdenken, die Wahrscheinlichkeit wird halt geringer, dass beim nächsten Mal eine Antwort kommt. Und wir wollen die Wahrscheinlichkeiten steigern, dass die Dinge passieren, die du gerne hättest.

Miriam: Also was mache ich denn? Ich habe jetzt eine Frage gestellt und es ist erstmal Gezirpe. Dranbleiben. Erster Punkt, Atmen. Atmen, dich entspannen und dir klarmachen, daran stirbt jetzt keiner. Während die, die da sitzen und ins Vakuum hören und sehen, noch du. Ja, ist Entspannung. Sich da rein zu entspannen, dass Menschen vielleicht auch einen Moment brauchen, um nachzudenken oder sich ihre Gedanken zu formulieren, die sie dann haben. Und scheinbar ist es online für manche etwas schwieriger bis jetzt gewesen als in echt.

Florian: Ja, also die Zeit, die Teilnehmer zum Teil brauchen, um nochmal zu reformulieren, was passiert bei ihnen gerade oder was beschäftigt sie gerade. Um eine Frage zu finden, wenn wir fragen, welche Fragen gibt es noch, ist erstaunlich lang für manche Menschen. Also es gibt eben Zuhörer, die dann wirklich darüber nachdenken, die die Frage auch ernst nehmen und darüber erstmal nachdenken und für sich eine Frage finden möchten, die auch Relevanz hat oder die wichtig ist. Und es dauert einen Moment. Und dann? Falls nach einer unangenehmen langen Zeit nichts kommt, dann mache ich das so, dass ich Einzelne anspreche. Dass ich wirklich sage, mir wird es jetzt voll gut tun, ich habe euch ja gerade eine Frage gestellt. Wenn ich irgendwie von zwei, drei, vier von euch zumindest kurz hören würde, gibt es im Moment keine Fragen, ist die Antwort, habe ich euch irgendwo abgehängt, was ist gerade los? Deswegen, Stefan, was passiert denn gerade bei dir?

Miriam: Super Lösung. Das ist eine ganz saubere, einfache und schöne Lösung.

Florian: Und wir hatten das bei dem Punkt vorher, einzelne ansprechen schon. Das funktioniert natürlich umso besser, umso lockerer und spaßiger die Stimmung überhaupt ist. Weil wenn es völlig in Ordnung ist, dass Stefan dann sagt, würdest du die Frage nochmal wiederholen, weil ich habe überhaupt keine Ahnung, also ich habe kurz nicht aufgepasst. Und das ist okay, dann lässt sich damit natürlich viel besser arbeiten und dann können wir das auch nach vorne hinweg eben sauber machen.

Miriam: Oder wenn die Menschen sich schon daran gewöhnt haben im Laufe des Meetings, dass du Einzelne ansprichst, dass das nicht zum ersten Mal passiert.

Florian: Ja, dass wir da an der Stelle nicht plötzlich in der Schule sind und sagen, so Stefan, 37 mal 445, was ist denn jetzt die Lösung? Dass das nicht das ist, sondern dass es tatsächlich aus dem aufrichtigen Interesse herauskommt, dieses Meeting besser gemeinsam zu gestalten. Und dass das eben eins der Elemente ist, was du immer wieder einsetzt. Was ich auch gemerkt habe, bei dieser Konsequenz, mir fällt da immer die Geschichte von Gene Wilder ein mit dem Charlie und die Schokoladenfabrik. Falls ihr den Film gesehen habt mit, mit wem ist der neue? Mit Johnny Depp.

Miriam: Ah, mit Johnny Depp, genau. Der ganz neue nicht, der ganz neue ist mit...

Florian: Gibt es noch einen neueren? Ja. Ich kannte nur den mit Johnny Depp noch und der war ja schon sehr verspielt und hat bei mir andere Dinge ausgelöst als der alte, der aus den 70ern kommt mit Gene Wilder. Und ich habe mal ein Gene Wilder Interview dazu gelesen, wo Gene Wilder gesagt hat, der Film hat so gut funktioniert und die Spannung, die da drin war, die entstand dadurch, dass er in den Charakter reingegeben hat, dass man nie wusste, ob er die Kinder wirklich sterben lässt in seiner Fabrik. Es war nicht klar. Es war nicht klar, ob die das überleben, den Kokolores, den er da mit ihnen macht. Weil er in der Rolle das gespielt hat, es könnte auch wirklich was Schlimmes passieren. Und das ist eine Rolle, die du natürlich mit der Zeit aufbaust, auch als Führungskraft, dass deine Kollegen wissen, wenn du eine Frage stellst in einem Meeting, dann ist es eine ernst gemeinte Geschichte und es geht nicht weiter, bis wir irgendeine Antwort gefunden haben, bis wir irgendwas gemeinsam gemacht haben, weil dir das so wichtig ist, gemeinsam an den Themen zu arbeiten und interaktiv an Dingen zu arbeiten. Wenn das mal im Raum ist, wenn die dir zutrauen, dass du da zwei Minuten sitzt und einfach wartest...

Miriam: ...und länger.

Florian: Und länger. Dann kommt plötzlich ein anderer Zug in die Antworten rein. Dann kommt plötzlich mehr Gemeinsamkeit da rein. Wenn auch mal klar ist, dass es okay ist zu sagen, ich bin voll dabei, also ich habe im Moment überhaupt keine Frage, ich verdau das gerade oder ich habe bisher alles verstanden, ist alles gut, let's go, lass uns weitermachen. Dann ist, dass wir solche Antworten auch bekommen, dass wir dieses Feedback haben und sagen, ja, das sind Meetings, in denen die Energie wirklich hoch ist und wo Teilnehmer rausgehen und sagen, cool, dass ich da dabei war und aus den Meetings, die ich mit dir habe, da gehe ich mit mehr Energie raus, als ich reinkam. Und das ist das Ziel.

Miriam: Wir wünschen dir viel Spaß bei deinem nächsten Online-Meeting. Und hören und sehen uns nächste Woche wieder. Sehen noch nicht, vielleicht filmen wir uns irgendwann.

Florian: Heute nicht. Heute sitzen wir in Schlafanzügen.

Miriam: Und wenn sowas passiert, dann heißt es wie immer, Krönchen richten.

Florian: Weitermachen.

Miriam: Alles zu den Ausbildungen bei uns gibt's auf www.kontext-strategie.de und jede Woche eine neue Podcast-Folge.

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