Krönchen richten, weiter machen

Wer’s glaubt wird selig. Stimmt.

Glaubenssätze, die über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

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In dieser Folge

Darum geht es

Was glaubst Du über Deine aktuellen Projekte? Sind die Bedingungen gerade schwierig? Macht die übergeordnete Führungsebene Dir das Leben schwer? Besteht Dein Team aus Vollpfosten? Ist der Change, den das Unternehmen will, eine (wieder mal) hirnrissige Idee? Dein Glaube hat etwas damit zu tun, wie gut Du performst, wie einfach und belastbar Du durch Herausforderungen marschierst und – leider wahr – auch wie gut Menschen um Dich herum funktionieren können. In dieser Podcastfolge stützen wir uns auf hunderte, universitär-wissenschaftlicher Studien zu diesem Thema. Und die vertreten mittlerweile eine klare Meinung. WIE Du glaubst hat Einfluss auf Deine Erfolgsquote, Deine Zielerreichungen, Deine Performance, ja, sogar Deine Gesundheit und Deine mentale Belastbarkeit. Wir verraten Dir, wie Du in Zukunft limitierende Glaubenssysteme in Deiner Denkweise bemerkst und wie Du mit ihnen umgehst. Und garantiert empfehlen wir Dir keine Tschakka-Mentalität, keinen euphorischen Rausch und kein „Think-Big-Syndrom“. Stabile Glaubenssätze, die Dich und andere tragen, können nämlich sehr sanft sein. Und Dir, Deinem Körper und Deiner Kraft wohltuen. Miriam erzählt, wie sie mit 47 eine eigene Kosmetikmarke gründete – im März 2020, im fast leeren Fernsehstudio – und was für Glaubenssätze ihr dabei entgegenschlugen. Es geht um limitierende und ermöglichende Glaubenssätze, um das Modell von Denker und Beweiser (Robert Anton Wilson), um kognitive Dissonanz, Self-Handicapping und die selbsterfüllende Prophezeiung. Du bekommst konkrete Sprachbeispiele, wie du achtsam statt euphorisch formulierst, und wie du als Führungskraft in deinem Team die Gold Nuggets suchst, statt Projekte zu zerreden. Für alle, die sich mit Glaubenssätzen, Mindset, Leadership, Teamführung und der Kraft der Sprache im Business beschäftigen wollen. #nlp #gfk #agil #agilescoaching #organisation #struktur #leadership #führung #believes #glaubenssätze #kommunikation #persönlichkeitsentwicklung #storytelling #team #teamwork #kontrolle #selbstmanagement #facilitation #mediation

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Kapitel dieser Folge
  1. Storytime: Eine Kosmetikmarke gegen alle Ratschläge
  2. Was ist überhaupt ein Glaubenssatz?
  3. Limitierend oder ermöglichend — und was die Studien sagen
  4. Der Denker und der Beweiser
  5. Sanft statt Tschakka: bewusst nach den Gold Nuggets suchen
  6. Glaubenssätze im Team: Geschichten, die Wahrheit werden
  7. Ausblick, Optimisten und das Krönchen richten

Eine Kosmetikmarke gründen — mit 47, ohne Botox, mitten in der Corona-Zeit, in einem fast menschenleeren Fernsehstudio. Die meisten Leute im Umfeld von Miriam hielten das für keine besonders gute Idee. Genau an diesem Punkt fängt die Frage an, um die es hier geht: Was glaubst du eigentlich über deine Projekte, deine Teams, deine Chancen — und wie sehr entscheidet dieser Glaube schon mit, wie es ausgeht?

Storytime: Eine Kosmetikmarke gegen alle Ratschläge

Miriam: Krönchen richten, weitermachen.

Miriam: Der Storytelling-Podcast für Führungskräfte.

Miriam: Mit Miriam Groß-Deforth und Florian Groß.

Miriam: Powered by Kontext Strategie.

Miriam: Storytime.

Florian: Storytime.

Miriam: Als ich mit 47 entschied, nochmal von vorne zu beginnen. Eine eigene Kosmetikmarke zu gründen und sie selbst zu verkaufen. Mit einem entwitziger Gesicht. Im Fernsehen ohne Boff. Weißt du, was Boff ist?

Florian: Nein, weiß ich nicht. Ich weiß nicht, was Boff ist.

Miriam: Botox-OP-Filler.

Miriam: Was?

Miriam: Botox-OP-Filler.

Florian: Botox-OP-Filler?

Miriam: Boff.

Florian: Boff. Ja, so abgekürzt. In den einschlägigen Foren.

Miriam: Haben mir die meisten Menschen, die ich kannte. Schriftlich gegeben, dass ich nicht mehr alle Tasten im Schrank habe. Und dann, und dann, pass auf, dann bekam ich wirklich miserable Glaubenssätze geschenkt. Also bis zum geht nicht mehr. Über die Kosmetikbranche, über Frauen, die was verkaufen, über Homeshopping, über gesättigte Märkte, über die 1587 Millionenste Creme auf dem Markt. Und jetzt mal die Frage auch an dich, liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer. Was glaubst du, wer mit so einem Plan erfolgreich sein kann oder der erfolgreichste sein kann? Der Pessimist, der Realist oder der Optimist? Und wir sind mittendrin im Glaubenssatzthema.

Was ist überhaupt ein Glaubenssatz?

Florian: Was ist denn überhaupt ein Glaubenssatz? Du hast dieses Wort jetzt schon zweimal in den Mund genommen, Miriam. Und wir benutzen das ja auch in unseren Trainings sehr häufig. Was ist das denn?

Miriam: Ein Glaubenssatz ist etwas, an was Menschen fest glauben, das sie allerdings eher unbewusst abgespeichert haben. Das sie von sich geben wie eine Weisheit, als würde es in ihrem goldenen Buch des Lebens der Regeln niedergeschrieben sein, als so ist die Physik des Lebens.

Florian: Es ist häufig eine Wenn-Dann-Formulierung oder eine versteckte Wenn-Dann-Formulierung. Also es gilt irgendwas oder es passiert irgendwas und das hat eine Folge.

Miriam: Richtig. Oder es ist eben auch wirklich ein Gesetz. Also wie ein naturwissenschaftliches, wie ein physikalisches Gesetz. Wenn wir einen Apfel, ja genau, wenn wir einen Apfel fallen lassen, fällt er runter.

Florian: Das ist immer diese, das ist die Kombination. Wenn jemand eine Frau ist, dann geht das Autofahren nicht.

Miriam: Oder kein guter Verkäufer.

Florian: Oder kein guter Verkäufer.

Miriam: Ja.

Florian: Oder...

Miriam: Wenn man jetzt eine Kosmetikmarke gründet, zu diesem Zeitpunkt, keine Chance.

Florian: Wir haben die Kosmetikmarke in die Corona-Zeit reingekriegt.

Miriam: Oh, das hatten wir so nicht geplant. Ja, das stimmt. Da wurde an unseren Glaubenssätzen auch nochmal so richtig geschüttelt. Ja, auch da gab es nochmal eine Welle von Glaubenssätzen. Nicht nur eine Corona-Welle, sondern eine Glaubenssatzwelle.

Florian: Nur im März 2020.

Miriam: Richtig, haben wir gelauncht.

Florian: Hast du gelauncht.

Miriam: Ja, tapfer und tüchtig. In einem fast menschenleeren Fernsehstudio. Und was kann man da schaffen?

Florian: Da kann man gar nichts machen. Wenn man in einer solchen Umgebung ist, was kann man dann schaffen? Und das ist das Thema, worum es heute geht. Das gleiche Thema, und wir haben es hier mal auf die Kosmetik gezogen, weil... Auch im Business. Das nah genug am Business dran ist und doch so ein bisschen weit weg. Also als Führungskraft könnte ich jetzt sagen, ja gut, in der Kosmetik ist das halt so, da darf man schön, jung, reich sein. Nur als Führungskraft, ja doch, da gibt es auch Glaubenssätze.

Miriam: Ich war aber nicht schön und jung und reich. Und jetzt?

Florian: Du bist wohl wunderschön.

Miriam: Aber wahrgesagt. Jetzt mit meiner Kosmetik bin ich gewohnt. Ja, also vollkommen recht.

Florian: Das sind also Glaubenssätze. Das ist das Thema heute und die Macht, die hinter diesen Glaubenssätzen eben auch steckt. Das sind schon die kleinen, die kleinen Momente, wenn wir jemanden treffen, der irgendwie komisch angezogen ist oder wo wir sagen, ähm, seltsam. Und dann so eine kleine Hürde schon entsteht in Können wir uns überhaupt mit dem anfreunden oder nicht? Oder ist das ein guter Kollege? Wollen wir das überhaupt? Vielleicht gehen wir lieber drum rum. Und gleichzeitig haben wir alle mal die Erfahrung gemacht, dass wir uns da bitter geirrt haben. Genau, dass das dann plötzlich beste Freunde for life waren oder so, wenn wir die Hürde mal überschritten haben. Nur sobald wir anfangen, etwas über jemanden anders zu glauben, über eine Situation zu glauben,

Miriam: über ein Projekt zu glauben.

Florian: Ah, Projekte.

Miriam: Guck mal, da gibt es auch schöne Glaubenssätze, oder? Du kannst doch mal deine eigenen checken, während wir hier diesen Podcast sprechen, weil es ganz gut ist, das immer mal wieder auch für sich selbst zu reflektieren. Wenn du dir im Moment so deine Projekte im Leben anschaust, im Business, wo auch immer, und feststellst, da ist eins dabei, das ist schon ein ziemlich gewagtes Vorhaben, dann sind wir schon mittendrin.

Florian: Ja, was heißt das denn, ne? Wann ist denn etwas gewagt oder nicht gewagt? Wann hat etwas die Möglichkeit, Erfolg zu haben oder auch nicht? Und die Herausforderung bei den Glaubenssätzen ist ja, dass wir uns damit entweder Freiheiten schaffen oder uns einschränken und es sich fast so anfühlt wie Wasser für den Fisch. Also es ist völlig unmerklich für die Person, die so einen Glaubenssatz eben hat, auch für mich und für Miri hier in dem Podcast. Auch wir haben natürlich Glaubenssätze.

Limitierend oder ermöglichend — und was die Studien sagen

Miriam: Vielleicht dürfen wir auch einmal noch an der Stelle unterscheiden, dass es motivierende Glaubenssätze gibt und limitierende Glaubenssätze, wenn wir dieses Modell mal herbeizitieren wollen. Oder ermöglichende. Ermöglichende, genau. Und wenn jetzt zum Beispiel, also ich habe einen ganz tollen Glaubenssatz, der heißt, ich kann mir wahnsinnig gut Sachen merken. und ich beweise mir das immer wieder. Regelmäßig.

Florian: Regelmäßig, dass das so ist.

Florian: Wirklich, auf einer Autofahrt mit Miri, ich packe meinen Koffer, spielen, macht überhaupt keine Freude.

Miriam: Da sind sechs Stunden nach München auch krabzap vorbei.

Florian: Krabzap vorbei, in einer Spielrunde.

Miriam: In einer halte ich das durch. Und am Ende spiele ich nur noch alleine.

Florian: Genau, unsere Kids hinten im Fond, die steigen dann irgendwann aus, weil es ihnen zu langweilig wird, weil die Listen zu lang werden. So, das ist das mit dem Ermöglichen. Wenn jemand sagt, boah, ich kann mir überhaupt keine Namen merken und beweist sich das immer wieder, indem er oder sie die Namen von irgendwelchen Menschen immer wieder vergisst oder sich in Situationen hinein manövriert, in denen es auch echt schwierig ist, sich Namen zu merken. Dann ist das eben eher ein limitierender Glaube.

Miriam: Jetzt dürfen wir an der Stelle allerdings auch mal darauf hinweisen, dass es dazu mittlerweile hunderte von Studien gibt. Also was dieses Glauben an irgendetwas im Menschen macht, um den Menschen macht, mit unserer Physis macht. Also dass das, was wir glauben, wie die Welt funktioniert, Einfluss hat auf unsere Gesundheit, auf unsere Beweglichkeit, auf unsere mentale Fitness, auf unser Urteilsvermögen. auf unser Abstrahierungsvermögen, auf unseren Erfolg. Und das ist mittlerweile nicht mehr etwas, was Menschen sich ausdenken oder wo wir sagen könnten, ja, vielleicht fühlt sich das manchmal so an, sondern nein, nein, das ist wirklich in x großen, auch von renommiertesten Universitäten nachgewiesenen Tests ist das belegbar, dass das ein Riesenthema ist und dass Menschen sich häufig zu wenig damit befassen.

Florian: Das fängt schon bei Kindern an, die von ihren Lehrern in gute Schüler und schlechte Schüler eingestuft werden und dann die guten Schüler werden tendenziell besser. Bei solchen Kleinigkeiten fängt es an, werden noch besser, haben es dann leichter, einen Ticken noch ihre Brillanz unter Beweis zu stellen.

Miriam: Also unsere Glaubenssätze beeinflussen nicht nur uns selbst, sondern sogar noch die anderen, die um uns herum sind. Und das geht von der Partnerschaft bis hin zum kollegialen Verhältnis, bis hin zur Mitarbeiterförderung. Das zieht sich in alle Lebensbereiche. Wir haben auch unter diesem Podcast mal einen Auszug der Studien und guckst dir gerne an. Also das ist ein kleiner Auszug der Studien, die es gibt. Das ist ein Berg. Also schon, den wir hier mal für dich jetzt verlinken. Nur die Frage ist ja, wenn wir das jetzt als wahr annehmen würden, also dass eben Glaubenssätze ein extrem wichtiger Faktor sind für deinen Erfolg und den Erfolg der Menschen, die dich umgeben, die du vielleicht sogar führst im Unternehmen, dann, ja, was machst du denn dann?

Der Denker und der Beweiser

Florian: Dann dürfen wir anfangen, uns sehr bewusst zu sein, was es denn da ist, was wir glauben. Ein Modell, was ich wahnsinnig gerne mag dazu, ist das von Robert Anton Wilson. Ich glaube, der neue Prometheus hat er das drin. Das ist das Modell vom Denker und Beweiser. Das ist so die einfachste Art und Weise, darüber nachzudenken. Wir haben einen Denker und einen Beweiser im Kopf, sagt Robert Anton Wilson. Und die malt er wirklich wie so zwei Figürchen, als hätten wir wirklich einen, der sich den ganzen Tag nichts anderes macht, als sich irgendwelchen Quatsch über die Welt auszudenken und der andere, der guckt sich immer an, was der so aus den Sinneskanälen reinbekommt, also welche Situationen er sehen kann, was er hören kann, was er so fühlt über die Welt und selektiert dann aus den Sachen, die Sachen, das raus, was dem Denker Recht gibt. Also wo der Denker dann Recht hat.

Miriam: Und es fühlt sich doch auch so gut an, Recht zu haben, oder?

Florian: und wenn wir Unrecht haben, da gibt es sogar Fachbegriffe dafür, dann haben wir kognitive Dissonanz.

Miriam: Eine ganz liebe Freundin von mir hält sich seit Jahrzehnten für die beste Meteorologin Deutschlands. Sie sagt immer, ich bin ein lebender Wetterfrosch oder ein Mensch geworden, da sagt sie glaube ich immer. Und das Ganze funktioniert so, eine Wettervorhersage, das wissen wir heute von Meteorologen, ist tatsächlich sehr zutrefflich binnen 48 Stunden. Alles, was darüber hinausgeht, ist schon sehr, wie würden wir dazu sagen, es ist eher so eine These, also so eine Annahme vielleicht und kann sich noch sehr stark verändern. Also wenn dann zum Beispiel für die nächste Woche Regen vorausgesagt wird, also noch ein bisschen weiter weg, dann, sie geht sehr gerne raus in ihrer Freizeit, dann behauptet sie zu wissen, ob das stimmt oder nicht. Und dass sie das einschätzen kann. Dann stellt sie ihre These auf, ihre Prognose. Sie hat ungefähr in 50 Prozent aller Fällen recht. Also wenn sie das abstreitet oder wenn sie dem zustimmt. Nur scheinbar countet ihr Gehirn ganz routiniert die Failures raus, die sie hat. Weil sie auch wirklich, wenn es dann wirklich regnet und sie hat auch gesagt, es wird regnen, die haben recht und es regnet dann auch, dann sagt sie, siehst du, siehst du, recht hatte ich. Oder wenn die Sonne scheint, obwohl Regen angekündigt war und sie hatte gesagt, es wird nicht regnen und die Sonne scheint, siehst du, ich bin so ein cooler Mensch gewordener Wetterforsch. Alle Fälle, wo sie nicht recht hat, die ignoriert sie einfach.

Florian: Da wird noch nicht drüber gesprochen. Da spielt es dann keine Rolle mehr.

Miriam: Das wird einfach wegignoriert.

Florian: Das ist das, was wir mit dem Beweiser meinen.

Miriam: Das würde keiner einzigen Evaluation standhalten, dieses Konzept.

Florian: Das würde aus der Datenlage einfach nicht ausgewählt werden.

Miriam: Wenn wir das wirklich mal mit Strichliste führen würden, hätte sie vermutlich ein 50-50. Nur es ist also ganz klar so, und das ist jetzt ein sehr auffälliges Beispiel, nur die lebt das wirklich so seit 10, 20 Jahren.

Florian: Ja, aber wenn wir das, was wir an Daten aus der Welt da draußen wahrnehmen, was nicht zu unseren Glaubenssätzen passt, wenn wir das in uns aufnehmen, dann haben wir ja kognitive Dissonanz. Also dann stimmt ja irgendwas nicht.

Miriam: Richtig.

Florian: Dann ist ja plötzlich, also entweder haben wir falsche Daten. oder das, was wir über die Welt glauben, stimmt nicht. Und dann haben wir plötzlich einen inneren Konflikt. Und das geht ja sogar so weit, vielleicht kennt es der eine oder die andere ja noch aus dem Studium, es gibt dann so Konzepte wie Self-Handicapping, dass wir als Menschen vor einer wichtigen Prüfung irgendwie sehr spät ins Bett gehen oder einen sehr anstrengenden Tag erleben, absichtlich, also unabsichtlich.

Miriam: Unabsichtlich, absichtlich.

Florian: Also wir gehen ja dann in solchen Situationen nicht spät ins Bett oder machen nicht abends noch einen riesen Streit mit irgendwem auf, weil wir das wollen, sondern weil das halt so passiert. Nur dass der Self-Handicapping-Anteil da dran ist, dass wenn dann die Prüfung fehlschlägt, kann man sagen, ja gut, ich habe halt nicht gut geschlafen oder gestern Abend war dann dieser blöde Streit in meiner Beziehung und da kann ich ja gar nicht performen. Und plötzlich haben wir irgendwie einen Glaubenssatz zu, wie schwer die Prüfung ist, wie schlecht wir lernen können, bewiesen.

Miriam: Das ist das, wie unser Gehirn immer wieder dafür sorgt, dass wir uns im Recht fühlen mit dem, was wir glauben, wie die Welt funktioniert, was in diesem goldenen Buch steht, das wir uns selbst schreiben, mit all diesen Glaubensregeln, Gesetzen setzen.

Florian: Dann brauchen wir für eine selbsterfüllende Prophezeiung auch keine Bestellung beim Universum oder nichts, was wir uns aus dem Leben bestellen und was dann geliefert wird, sondern es ist eben einfach so, dass wir uns selber in Situationen reinbringen, in denen der Erfolg entweder super einfach wird, weil wir motivierende Glaubenssätze, ermöglichende Glaubenssätze haben oder in denen es sehr schwer wird, weil wir sagen, wir limitieren uns. Unbewusst, selbst. Das ist tatsächlich noch ein wichtiger Anteil. Das ist ja nicht, auch bei dem Betaforsch-Beispiel, das ist ja nicht Absicht, das ist ja nicht bewusst.

Miriam: Nein, nein, nein, nein, nein. Das ist überhaupt nicht bewusst, sondern das passiert einfach bei Menschen. Und deswegen ist ja auch so, es ist so herausfordernd auch.

Florian: Auch für sich selber anzunehmen, dass das bei einem selber auch so ist. Erstmal, erstmal.

Miriam: Also ich verstehe das total, dass jemand sich auch erstmal wehrt und sagt, also ich habe ja Beweise dafür und das ist ganz häufig oder ich habe die Erfahrungen gemacht und ich habe davon so viele gemacht. Das haben wir oft nach zwei, drei wirklich kläglich gescheiterten Beziehungen, dass Menschen plötzlich ihre Glaubenssysteme verändern über das andere Geschlecht, über Beziehungen an sich und das dann eben auch wirklich als gegeben hinnehmen. Das kann nicht funktionieren. Generell nicht. Nicht bei mir, nicht bei anderen. Nur nur darauf warten, dass auch im Umfeld es schief geht und dann sagen, ja siehste. So und da sind wir wieder bei diesem Denker und dem Beweiser angekommen. Unser Gehirn ist da. So einfach gestrickt, dass es uns eine komplexe Welt baut.

Sanft statt Tschakka: bewusst nach den Gold Nuggets suchen

Florian: So, was kannst du jetzt machen? Das Wahrnehmen von deinen eigenen Glaubenssätzen. In unseren Ausbildungen, zum Beispiel eben auch in unserem NLP Leadership Mastery ist das ein großer Teil, dass du dir mal gewahr wirst. Was glaubst du denn eigentlich? Und wir es dann auf die Prüfung stellen, ist es nützlich in dem Job, den du hast, in dem Leben, das du führen möchtest, das zu glauben? Das sind vor allem sowas wie, wenn du pessimistisch wärst in Situationen, wo du Optimismus brauchst. Schwierig. Also es ist einfach nicht nützlich in dem Moment. Als Beispiel, wenn du ein großes Projekt an den Start bringst für deine Firma und dein Team darin performen soll und eigentlich wäre es gut, einen Win zu generieren. Von vornherein ist so eine schlechte Stimmung im Raum und alle sagen, und du auch, Ja, das wird sowieso nichts. Boah, schwierig. Das ist nicht der Nährboden, um so ein Projekt idealerweise zu starten. Wenn wir so also ein Projekt starten, ist das nicht so erfolgsversprechend, wie wenn wir eins starten mit der Vorfreude oder der Erwartung, dass es was wird. Wir verhalten uns dann nämlich anders. Und unser Beweiser geht eben auf die Suche nach, welche Situationen passen dazu. Möglicherweise, dann wären wir beim Self-Handicapping, Sorgen wir sogar selber dafür, dass das nichts werden kann. Ganz unbewusst. Deswegen... Manchmal ist es gut, optimistisch in die Situation reinzugehen, auch wenn du bisher die Erfahrung gemacht hast. Puh, schwierig.

Miriam: Weißt du was? Manche Menschen, die ich kenne, nicht du oder die du uns dazuhörst, nur manche Menschen, die ich kenne oder die auch bei uns irgendwann dann mal die Ausbildung begonnen haben, die hatten dann zu Beginn deshalb da so ein bisschen Widerwillen, weil sie sagten, das passt halt nicht zu meiner Lebenserfahrung.

Florian: Ja, genau.

Miriam: und genau da setzen wir an, wenn wir über ein verantwortungsvolles Leadership sprechen oder wenn wir eben behaupten, ja, das stimmt, du hast vielleicht solche Erfahrungen gemacht und niemand erwartet von dir, dass du das leugnest. Niemand erwartet, dass du sowas sagst wie, tschak, Das wird alles so geil! Das wird super easy! Seht mal! Was? Die wollen das in einem Jahr fertig haben? Wir schaffen es in einem halben! Das ist nicht das, was gedacht ist damit, sondern vielmehr, hier und jetzt kommen wir in die Virtuosität der Sprache, vorsichtiger und achtsamer zu formulieren. Das heißt nicht sowas zu sagen wie, uh, ich glaube, das wird schwierig, sondern sowas zu formulieren wie, Ich will mich mal überraschen lassen, wie gut das vielleicht sogar klappt mit uns. Und mal vorsichtig zu beginnen. Und vielleicht hast du den Unterschied gemerkt, da ist kein Versprechen drin, da ist kein Tschakka drin. Es öffnet eine, ich finde, da wo vielleicht andere gerne in die Betonwand so ein Tor reindöngeln, sprengen würden, öffnet das so eine verwunschene Pforte in ein wunderschönes kleines Gärtchen. Wo Blüten wachsen und wo wir schon, wenn die Pforte sich halb geöffnet hat, so ahnen, da sind auch schöne Momente versteckt. Da sind Abenteuer, da sind Geschichten, die wir uns später am Lagerfeuer erzählen werden. Vielleicht sind da auch ein paar Hürden, das wissen wir alles noch nicht. Wir wissen nicht, wie es wirklich wird, weil niemand von uns kann wirklich zu 100 Prozent in die Zukunft schauen.

Florian: Der schönere Ansatz, ans Leben heranzugehen, ist halt, dass du dich immer wieder überraschen lässt von dem, was da kommt. Also dass du offen bist für möglicherweise machst du eben eine ganz neue Erfahrung. Und dafür dürfen wir ein Stück weit offen sein, fast so, als hätten wir es noch nie erlebt. Selbst wenn wir vielleicht schon viele Beweise in die eine oder in die andere Richtung gemacht haben.

Miriam: Und damit hole ich auch in den Seminaren, die ich in Firmen gebe, viel mehr Menschen ab, als mit solchen Geschichten wie, jetzt reiß dich mal zusammen, jetzt formulier mal was Positives, jetzt sei mal nicht so pessimistisch. Weil das ist ja oft das, was Menschen dann so als sprachliche Keule über den Kopf bekommen. und wo viele sich, wie ich auch finde, zurecht sträuben, weil, verdammt nochmal, wir haben eben irgendwelche Erfahrungen gemacht und die Menschen, die mir damals gesagt haben oder raten wollten, das mit der Kosmetik besser zu lassen, die hatten eben irgendwelche Erfahrungen auf dem Markt oder vielleicht auch gar nicht gemacht, nur das waren eben ihre Regeln fürs Leben. Zum einen kann ich mir dann gut überlegen, will ich das kaufen? Also will ich das wirklich mitnehmen in dieses Projekt? Lohnt es sich dann überhaupt damit anzufangen, wenn ich da so reingehe, dass ich jetzt halt die 1784 Millionenste Creme auf dem Markt bin, die keiner mehr braucht?

Florian: Gehen wir dann auf die Schritte, die notwendig sind, mit der Begeisterung, mit dem Drive? Haben wir den dann, wenn wir sagen, schwierig?

Miriam: Genau. Und dann ist es dein Job, genauso wie meiner, genauso wie der von Florian, genauso wie alle Menschen, die sich was vornehmen. Wurscht, ob nur für sich selbst oder auch für eine ganze Gruppe, ein ganzes Team, größere Teams. Es ist dein Job. Die Dinge ausfindig zu machen, bewusst, ist also mal nicht dem Autopiloten in deinem Gehirn, dem Unterbewusstsein zu überlassen, sondern ganz bewusst auf dem Weg, die Golden Nuggets zu finden. Den ersten kleinen Schritt zu gehen, sowas zu sagen wie, ja, ich weiß, es gibt sicherlich auch Annahmen darüber, dass es einen überfüllten Kosmetikmarkt gibt, nur es gibt eben auch noch Dinge, die in der Kosmetikindustrie noch keiner entdeckt hat. Es gibt Kombinationen, die noch keiner benutzt hat.

Florian: Du wirst selber zum Beweiser an der Stelle.

Miriam: Richtig. Und diese Gold Nuggets finden. Das heißt, in dem Moment, wo mein Designer mir das erste Logo hinwirft, dass es einfach noch nirgendwo gibt. Zu sagen, das gibt's noch nicht. Das ist so schön. Das ist so wundervoll. und sich ein Stück weit vielleicht dann auch darauf einzulassen, sich mal in sowas reinzusteigern. Also die Kleinigkeiten etwas größer zu kommunizieren, als sie unter der Brille eines negativ oder limitierenden Glaubenssatzes erscheinen mögen. Das ist eine Kunst, die wir uns aneignen können, die wir trainieren können.

Glaubenssätze im Team: Geschichten, die Wahrheit werden

Florian: Was heißt das dann im Kontext mit Teams? Zum Beispiel, dass du ganz bewusst die regelmäßig die zeit nimmst rauszufinden welche kleinen teile funktionieren in diesem team denn schon also wenn es das wenn dein team das beste team wäre und kann sein also ich habe ja auch in der beratung öfter mal mit führungskräften zu tun Die dann herausfordernde Teams haben. Nur was, wenn es das beste Team wäre, das du hast, das es auf dem Planeten gibt? Woran würdest du das jetzt gerade schon erkennen? Und es kann sein, dass das kleine Zeichen sind bei dir. Nur auf die Finde zu gehen nach, Miri hat es gerade genannt, nach den Gold Nuggets in deinem Team. Was ist das, was dir beweisen würde, ja, das ist wirklich ein richtig geiles Team, was du da hast? und diese Beweise dann auch immer wieder in den Vordergrund zu ziehen und zu sagen und kleine Geschichten darüber zu erzählen, weil die dürfen wir uns ins Bewusstsein reinholen, um langsam die Geschichte aufzubauen und aus der Geschichte entsteht dann eben die Wahrheit irgendwann, dass das das beste Team ist der Welt.

Miriam: Und ich verweise gern auch nochmal auf unsere ersten Folgen, die wir in diesem Podcast produziert haben. Falls du die noch nicht gehört hast, ist ganz wichtig dafür, dass du zumindest dein Ziel in einer ziemlichen Perfektion vor Augen hast und auch darüber immer wieder Geschichten erzählen kannst. Weil dann kannst du das, was du erlebst und was du einsortieren kannst in, oh, das sind gute Omen, das sind gute Zeichen, dafür, dass wir dieses Ziel erreichen, das kannst du wunderbar miteinander verflechten. Das ist auch ziemlich einfach dann.

Florian: Weil ich glaube, wir sind uns alle einig, also gerade wenn du in größeren Unternehmen arbeitest, dass es ziemlich leicht ist, irgendein Projekt, ein Team, irgendetwas zu zerreden. Und es ist viel herausfordernder und gleichzeitig so viel lohnenswerter, wenn du etwas aufbaust mit deinen Worten und wenn du anfängst, die Stärken wirklich in den Vordergrund zu rücken und etwas aufzubauen, indem du herausfindest, wo ist das denn schon genauso wie im Zielbild? Und plötzlich verändert sich die Identität von so einem Team und verändert sich die Identität von einer Organisation. Darüber, dass wir bemerken, wo haben wir denn den Zielstand schon erreicht? Wo sind wir denn eigentlich schon? Wo gibt es diese kleinen Erinnerungen?

Miriam: und wie verändert sich auch das, was wir über die Möglichkeiten glauben, die sich uns da plötzlich auftun. Und zwar egal, ob das eine kleine Gartenpforte ist oder ein riesiges Tor. Vielleicht sehen wir sogar irgendwann ein riesiges Tor, durch das wir nur noch durchlaufen brauchen. Ganz gemütlich, ganz bequem.

Ausblick, Optimisten und das Krönchen richten

Florian: Wir werden sicherlich noch Episoden machen, wo wir auch mal über genauer da reinschauen, was sind denn so sinnvolle Glaubenssätze. Ich würde jetzt gerne als nächste Episode dann sowas machen, dass wir mal in das Modell von NLP reinschauen, weil da gibt es nämlich auch so Grundglaubenssätze, die heißen dann Grundannahmen oder Vorannahmen des NLP. Und der Satz, der da, oder die Menge an dieser Grundannahmen, die da zusammengestellt ist, ist eine ganz spezielle. Und da mal reinzuschauen, was ermöglicht das denn, wenn wir anfangen, sowas zu glauben.

Miriam: Ob wir uns so einen Glaubenssatz von jemand anders wie so ein Mantel überstülpen können?

Florian: Mal schauen.

Miriam: Mal schauen. Genau. Oder ob wir dann doch einfach völlig verrückt so eine Kosmetikmarke nicht nur launchen, sondern sie zu einer der erfolgreichsten Kosmetikmarken machen, die es mittlerweile im Homeshopping-Bereich gibt, gerade auch unter den Newcomern. Und das alles natürlich auch in Zahlen belegen können.

Florian: Und dann hinterher alle sagen, ja, das ist halt, war ja klar.

Miriam: Vielleicht sagen das manche. Vielleicht sagt auch die Wissenschaft und die Studien, die wir gelesen haben, gerade die Studie über Optimisten, Pessimisten, Realisten, die haben wir dir ja auch hier dran gehängt, kannst du gerne mal durchgucken, sagt eben, dass die Optimisten eine fast 80-prozentige Chance haben, ihre Ziele zu erreichen. Und Optimisten haben in der Regel eben Glaubenssätze, die positiv ausfallen.

Florian: und das Leben wird auch noch lustiger dabei.

Miriam: Es stimmt, es macht deutlich mehr Spaß und Hürden fallen leichter um.

Florian: Und das heißt nicht, dass zwischendurch nichts passiert, sondern falls du mal hinfällst und dein Krönchen schief sitzt, dann stehst du auf, richtest es wieder und dann geht's ab und weiter.

Miriam: Abfahrt, würde unser ältester Sohn sagen.

Florian: Bis nächste Woche. Bis dann.

Miriam: Alles zu den Ausbildungen bei uns gibt's auf www.kontext-strategie.de und jede Woche eine neue Podcast-Folge.

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