Die Erde dreht sich in eine Sternschnuppendusche hinein und wieder heraus — und schon hörst du zu. Genau das ist der Punkt: Miriam hat dir eine Geschichte erzählt, mit Absicht. In dieser Auftaktfolge geht es darum, warum Führungskräfte ständig Geschichten erzählen, meistens ohne es zu merken, und was passiert, wenn du anfängst, es bewusst zu tun.
Warum wir uns ständig Geschichten erzählen
Miriam: Krönchen richten, weitermachen.
Miriam: Der Storytelling-Podcast für Führungskräfte.
Miriam: Mit Miriam Groß-Deforth und Florian Groß.
Miriam: Powered by kontextstrategie.
Miriam: Weißt du, dass wir uns gerade allesamt wieder auf eine Sternendusche zubewegen?
Miriam: Im August, oder?
Miriam: Im August, genau, weil da sehen wir nämlich am Himmel die Plejaden.
Miriam: Das sind ganz viele Sternschnuppen.
Miriam: Und ich dachte immer, die kommen einmal im Jahr an der Erde vorbei und krachen dann sozusagen in die Atmosphäre.
Miriam: Nur die Wahrheit ist ganz anders.
Miriam: Die Erde dreht sich da rein und wieder raus, holt sich sozusagen ihre Sternschnuppendusche und wir können es von hier aus beobachten, wie die Erde sich im Sternenstaub duscht.
Miriam: Ist das schön?
Miriam: Ist das schön?
Miriam: Das ist eine mit Absicht erzählte Geschichte.
Florian: Was?
Miriam: Ja, darum geht es in diesem Podcast.
Miriam: Krönchen richten und weiter, weil Anekdoten überall sind.
Miriam: Sie umgeben uns, sie fangen morgens an, wenn wir aufstehen und hören abends auf, wenn wir die Augen zumachen.
Florian: Metaphern, die Leitplanken von all unseren Erfahrungen, könnten wir fast sagen.
Florian: Also alles, was wir eben in Geschichten fassen und wie wir die Geschichten erzählen, hat irgendwas damit zu tun, was können wir als nächstes tun, welche Handlungsmöglichkeiten haben wir und wo gibt es eben auch Gebiete, wo wir uns nicht reinwagen wollen oder nicht reinwagen können, weil es da keinen Weg gibt.
Miriam: Vor allen Dingen Menschen sind so großzügig mit ihren Geschichten.
Miriam: Also jetzt mal unabhängig von Führungskraft oder nicht.
Miriam: Wenn wir uns treffen, wir Menschen, neigen wir dazu, uns erstmal eine Anekdote vor die Füße zu werfen.
Florian: Ja, das wär's doch sowieso.
Florian: Das ist ja das Ziel.
Florian: Das ist der Grund, weshalb wir hoffen, dass du zuhörst.
Florian: Oder das Angebot, das wir dir machen, bewusst Geschichten zu erzählen und zwar in einer Art und Weise, dass sie deine Zuhörer auch mitnehmen und dass die die Veränderungen bewirken, die du gerne hättest oder zumindest die Veränderungen wahrscheinlicher machen, dass du einfacher in Kontakt kommst mit anderen Menschen.
Florian: Weil was wir da draußen erleben, ist ja wirklich, dass morgens man kommt ins Büro und der Chef erzählt die Geschichte vom Stau auf der A57 und wie furchtbar das war und dass er im Unfall vorbeigefahren ist.
Florian: Und die Frage ist, wozu?
Florian: Was ist das?
Florian: Wie hilft das dem Arbeitstag?
Miriam: Warte, warte, warte, warte, warte, warte.
Miriam: Es würden ja doch einige unserer Hörer behaupten, entschuldige mal, meine Geschichten erzähle ich wohl bewusst.
Miriam: Ich kriege ja mit, wenn ich die erzähle.
Miriam: Was?
Miriam: Oh, oh, das ist jetzt ketzerisch.
Miriam: Also wir nehmen dich, der du gerade zuhörst, dann fangen wir mal da raus.
Florian: Also alle Zuhörer nehmen wir raus, natürlich.
Miriam: Ja, alle Zuhörer dieses Podcasts nicht, nur, also das ist schon eine gewagte These zu behaupten, Menschen erzählen ihre Geschichten nicht absichtlich und die Wahrheit ist leider so.
Florian: Also die wenigsten Menschen haben, glaube ich, eine wirkliche Intention im Kopf, wenn sie zum Beispiel Smalltalk machen oder wenn sie in den Start von irgendwas reingehen, da eine Geschichte zu erzählen, die von der Struktur her und vom Inhalt zu dem passt, was die Absicht dieses Termins, dieses Meetings, dieser Change-Initiative oder was auch immer ist.
Miriam: Es ist so zufällig an vielen Stellen.
Miriam: Ich erlebe das täglich in den Meetings, online oder auch analog, völlig egal.
Miriam: Wenn am Anfang noch jemand fehlt, wenn noch zwei Minuten zu überbrücken sind, dann werden Geschichten einfach in die Mitte des Tisches geschmissen.
Miriam: Und zwar unabhängig davon, ob sie eklig sind, schmierig, klebrig oder stinken.
Miriam: Und wir meinen das so, wie wir das in diesem Podcast sagen, denn Geschichten sind mächtig und Führungskräfte, Manager, Teamleads sollten sich dieser Macht bewusst sein.
Miriam: Nicht umsonst gibt es richtiggehende Ausbildungen dafür, dass Menschen zu brillanten Storytellern werden.
Miriam: Und wir hoffen, mit diesem Podcast dich ein Stück weit auf diesem Weg mitzunehmen, sodass du in Zukunft nicht nur genau auswählst, welche von deinen tausenden, Millionen von Geschichten, die du schon auf deiner Erfahrung, wie heißt das, Erfahrungsarchiv,
Miriam: Wir haben ja so eine große Bibliothek und so stelle ich uns das manchmal vor, wie in so einer großen alten Kloster- oder Schlossbibliothek.
Miriam: Und da stehen diese ganzen Millionen von kleinsten und längeren und großen Geschichten, die wir in unserem Leben schon erlebt haben.
Miriam: Manche sind wirklich in 30 Sekunden erzählt, weil es nur so Anekdoten sind.
Miriam: Manche würden einen ganzen Roman füllen.
Was überhaupt eine Geschichte ist
Miriam: Und jetzt kommt die erste Erkenntnis auch dieses Podcasts.
Miriam: Sie alle, egal ob in 10 Sekunden oder in 1000 Seiten, zählen zu Geschichten.
Miriam: Manche Menschen glauben ja, das ist Grimme-Preis.
Florian: Also eine Geschichte fängt an ab 25 Minuten.
Florian: Das war einmal.
Florian: Genau.
Florian: Vor langer Zeit.
Florian: Das ist ein Märchen.
Miriam: Also viele Menschen haben irgendeine Begrifflichkeit von Story.
Miriam: Da kannst du, liebe Hörerin, lieber Hörer, dich ja jetzt auch mal selbst kurz fragen, was verstehst du denn unter einer Geschichte?
Miriam: Wo fängt Geschichte an?
Miriam: Wo hört Geschichte für dich bis jetzt auf?
Miriam: Was ist nicht Geschichte?
Miriam: Und was gehört dazu?
Miriam: Und da gibt es viele, viele Missverständnisse.
Miriam: Denn schon ein, ich habe heute Morgen den Sonnenaufgang gesehen und dabei eine Tasse Kaffee getrunken, ist eine Geschichte.
Florian: Ja, weil es die Bilder in den Kopf von dir als Zuhörerin oder Zuhörer zeichnet und …
Florian: Wir haben in den letzten Jahren dieses Thema öfter auf dem Tisch, weil diese uralte Technik, die wir seit zehntausenden Jahren am Lagerfeuer benutzen, die wir auch benutzen, um Werte zu vermitteln, um Traditionen weiterzugeben, die immer wichtiger wird, auch im Businessleben.
Florian: Wir haben die hier so ein Stück weit ausgeblendet, als würde das keine Rolle spielen, als wären wir nur diese rationalen Wesen, die einfach Fakten verstehen würden und dann darauf basierend rationale Entscheidungen treffen.
Florian: Und gerade wenn wir in Veränderungsprozesse reingehen mit Mitarbeitern und die sind ja wirklich überall, also sei es, wir wollen ein neues Softwarewerkzeug einführen, um die Aufgaben zu tracken oder gibt es eine Veränderung in der Teamstruktur oder übernimmt das Unternehmen irgendwie eine ganz andere Art zu arbeiten.
Florian: In der Kaffeeküche gibt es eine neue Kaffeemaschine.
Florian: Oder eine neue Kaffeemaschine.
Florian: Wir haben so viel Veränderung.
Florian: Und das zu unterstützen, was auch immer das Ziel davon ist.
Florian: Meistens als Führungskraft, dass die Veränderung leichter durchfließt, also dass es einfacher wird, eine Veränderung anzunehmen, weil wir ja so viele Veränderungen schon durchgemacht haben.
Miriam: Weißt du was, für mich ist der Anspruch noch ein bisschen höher bei Führungskräften.
Miriam: Ja.
Miriam: Dass Menschen dir begeistert folgen.
Miriam: Und vielleicht schaffen wir das nicht bei 100% aller Menschen, die betroffen sind im Unternehmen.
Miriam: Vielleicht schaffen wir das nicht.
Florian: Das ist schon eine hohe Hürde.
Miriam: Ja, nur wenn ich mir die Hürde, also für mich funktioniert das gut, wenn ich mir die Hürde hochstecke, ja, dann komme ich zumindest nah da dran und fange nicht irgendwo auf halber Mittelmäßigkeit an oder höre auf halber Mittelmäßigkeit auf, sondern …
Was Geschichten im Gehirn auslösen
Miriam: Und das wird ja sogar auch von Neurologen untersucht, von Sprachwissenschaftlern, was eben die Magie dieses Geschichtenerzählens bewirkt im Gehirn.
Miriam: Und das können wir alle selbst nachvollziehen, wie einfach wir uns anekdotisch vorgetragenes Wissen merken, also im Zuge einer spannend erzählten Geschichte, wie einfach wir plötzlich einsteigen in solche alten Dechiffrier-Codes, wenn wir so einen Roman von Dan Brown lesen, wenn wir darüber einen wissenschaftlichen
Miriam: Es gibt wissenschaftliche Bücher über, wie heißt das so, kodierte Sprachen und kodierte Codes und so.
Miriam: Das ist nicht witzig.
Florian: Kryptographie.
Miriam: Kryptographie, da wird dann ganz viel Kulturhistorie aufgearbeitet und…
Miriam: Vielleicht finden das auch einige spannend.
Miriam: Nur, Forscher haben eben rausgefunden, wenn es in so einen Roman verpackt ist, wie von Dan Brown, dann können sich Millionen von Menschen plötzlich Fakten merken über irgendwelche architektonischen Feinheiten von italienischen historischen Gebäuden.
Miriam: Das ist verrückt.
Florian: Ja, wollen da sogar hinreisen.
Miriam: Also wenn der Geschichtslehrer früher gesagt hätte, lasst uns mal zusammen eine Klassenfahrt in den Vatikan machen, um uns dort die Deckenfresken anzusehen.
Florian: Hätte ich eine These, wie viele Klassenkollegen... Assassin's Creed ist ja auch so eins dieser Computerspiele, wo ganz viel geschichtlich erkundet wird, wo auch...
Florian: Genauso wie bei Dan Brown jetzt eben Interesse dran besteht.
Florian: Wie sieht es zum Beispiel in Ägypten aus?
Miriam: Es sind plötzlich Millionen von Menschen, nachdem sie diesen Roman gelesen haben, hatten plötzlich Interesse an Details italienischer historischer Architektur.
Miriam: Also da siehst du, das ist nur eins von einer Million Beispielen, wie machtvoll Geschichten sind, wie viel mehr sie Menschen mitnehmen und nein…
Miriam: Dieser Podcast intendiert nicht, dass du jetzt zu einem Bestseller-Autor wirst.
Miriam: Nur, warum nicht?
Miriam: Also wenn das nebenbei auch noch passieren würde, herzlichen Glückwunsch.
Miriam: Das ist ja für manche vielleicht sogar eine Perspektive.
Miriam: Nein, worauf ich raus will ist, dass es wissenschaftlich auch belegt ist, dass Geschichten wirklich Nahrung fürs Gehirn sind.
Miriam: Wir scheinen so eine Art Vergnügungsbereich im Gehirn zu haben, der ganz viele andere Bereiche supportet.
Florian: Ja, das ist einmal das Entertainment, das ist der Vergnügungsbereich und dann findet eben auch noch eine Bahnung statt, also das, was im Englischen als Priming bezeichnet wird, dass eben Gehirnareale, die öfter in Kontakt stehen, wenn bestimmte Geschichten erzählt werden, also wenn es eine Geschichte der Veränderung ist, dass dann eben auch andere Geschichten der Veränderung eher ein Stück weit aktiviert werden und damit es leichter ist, in solche Veränderungsprozesse reinzugehen.
Florian: Der Begriff von Hebb wäre Zellen, die gemeinsam feuern, verbinden sich auch.
Florian: Cells that fire together, wire together.
Florian: Und deswegen ist es auch, wenn wir eine Geschichte über irgendein bestimmtes Thema erzählen, dass alle Themen, die da drum herum liegen, plötzlich auch so ein bisschen, so als würden die schon mal ein bisschen warm laufen, als wäre es leichter, diese Bahnen hinunter zu gehen.
Miriam: Das Experiment können wir ganz einfach nachvollziehen, indem ich jetzt nochmal ganz kurz verweise auf dieses Momentum mit dem Kaffee am Morgen.
Miriam: Wenn du so eine kleine Anekdote erzählst, dann haben andere Menschen plötzlich den Impuls, dir auch so eine Geschichte zu erzählen.
Miriam: Entweder wo sie auch schon mal einen Sonnenaufgang erlebt haben oder wie sie zu Kaffee stehen und dann sammelt sich so ein kleiner Plot von Geschichten irgendwie zusammen in der Tischmitte.
Miriam: Und das ist das, was wir tun.
Miriam: Wir aktivieren das Gehirn viel mehr als mit einer rein faktenbasierten oder einer theoretischen Aussage, so wie Florian das eben ja gemacht hat.
Miriam: Also dieses Zellen, die zusammen feuern, da können wir uns schon wieder eher was vorstellen.
Miriam: Da geht es so Richtung, wie hieß dieses ganz alte Computerspiel, wo man so Sachen abgefeuert hat irgendwie.
Florian: Asteroids.
Miriam: Asteroids, genau.
Miriam: Also manche Menschen haben dann solche Bilder im Kopf.
Miriam: Nur das, was du vorher gesagt hast mit der Theorie, versuch dich mal dran zu erinnern.
Miriam: Also dieses Geschichtenerzählen ist so wirksam und so wichtig.
Miriam: Und wir hoffen einfach, dass du es nicht nur aus Vernunftsgründen für dich noch weiter ausbauen möchtest.
Florian: Ja, wir hoffen nicht nur, sondern wir fordern das.
Florian: Wir fordern, wir fordern.
Florian: Wir haben eine Petition.
Florian: Weil so viele Geschichten einfach in den Raum reingekotzt werden.
Die Geschichte vom Stau auf der A57
Miriam: Oh, danke, dass du es mal so schön bildhaft ausgedrückt hast, weil das ist das, was uns auffällt.
Miriam: Florian ist als Consultant in ganz Deutschland, Österreich, Schweiz, in riesigen Unternehmen, in Global-Player-Unternehmen unterwegs, berät dort die Führungsebene.
Miriam: Ich bin im Bereich Sales unterwegs, treffe sehr viele Marketingleute, sehr viele Salesleute und auch meistens Führungsebene, mindestens Teamlead, meistens weit darüber hinaus.
Miriam: Und was uns beiden immer wieder auffällt, ich sage auch gleich dazu, Hashtag not all,
Miriam: und es sind leider sehr, sehr wenige, die wir wahrnehmen in dem Bereich, die ein Meeting intendiert beginnen.
Miriam: Also absichtlich etwas erzählen, was dem Verlauf des Meetings schon guttun würde, anekdotisch.
Miriam: Verrückt.
Miriam: Nur was sie tun ist, sie platzen manchmal zu spät in so ein Meeting rein, erzählen als allererstes von dem fürchterlichen Stau auf der 57, wo, achte darauf, ich setze es mal jetzt auditiv in Gänsefüßchen, nichts mehr ging.
Miriam: und verweisen dann noch auf eventuell brutale Bilder von Blechschäden bis hin zu Totalschäden auch an menschlichen Körpern.
Miriam: Was macht das mit den Menschen?
Miriam: Die Menschen rufen in dem Moment dann nicht Bilder von Sonnenaufgang oder von einem guten Kaffee ab, sondern von Unfällen und Staus, die sie selbst schon erlebt haben, wo nichts mehr ging.
Miriam: Und ist das wirklich das Priming, was ich haben möchte für ein Meeting?
Florian: Und in 20 Minuten später sprechen wir darüber, wie schwierig das gerade ist, das aktuelle Projekt umzusetzen.
Miriam: Und wundern uns, dass alle da sitzen und wirklich sich einhellig einer Meinung sind, ja, das stimmt, da geht gar nichts mehr.
Miriam: Und das ist das, was im Gehirn passiert, ihr Lieben, denn unser Gehirn verarbeitet tatsächlich keine Informationen, ohne sie zu verarbeiten.
Miriam: Das ist ein Leitsatz, den wir auch aus dem neurolinguistischen Programmieren kennen.
Miriam: Und das bedeutet nichts anderes, als dass du eben nicht, nicht an einen rosa Elefanten denken kannst.
Miriam: Also die einfachste und plakativste aller Beispiele dafür ist das.
Miriam: Weil um nicht an etwas zu denken, darfst du erstmal dran denken.
Miriam: und dran denken bedeutet, du halluzinierst dir irgendein Bild hin, du siehst vor deinem inneren geistigen Auge einen rosa Elefanten, fühlst irgendwas dazu, manche sind verärgert, dass wir jetzt in dem Podcast sowas anbringen, also es gibt sofort auch einen emotionalen Bereich, der damit angetriggert wird.
Miriam: und das passiert eben leider nicht nur beim rosa Elefanten, sondern auch beim Stau auf der 57 oder im besten Fall bei diesem wunderbar ruhig genossenen Kaffee vor purpurnem Sonnenaufgang, der duftet.
Miriam: Ja, da sind wir im anderen Bereich, da siehst du auf einmal lächelnde Gesichter und das ist das, worum es uns hier geht.
Miriam: Wir haben da draußen oder wir haben jetzt für diese erste Folge mal zusammengetragen, was uns mainly auffällt.
Miriam: Und vielleicht siehst du ja auch bei Kollegen, Mitarbeitern von dir dieses Problem.
Miriam: In den nächsten Tagen beobachtest du das mal genauer, weil wir gehen davon aus, dass du schon relativ reflektiert unterwegs bist, sonst würdest du dich ja für so einen Podcast nicht interessieren.
Miriam: Nur vielleicht kommt dir das ein oder andere bekannt vor.
Miriam: Wir checken mal rein.
Der silberne Playbutton: Ziele fühlbar machen
Florian: Das Erste ist, dass gerade bei der Kommunikation von Zielen eben absolut Geschichten ausgesucht werden, die auch anfassbar sind, die greifbar sind, wo wir irgendwas mit anfangen können.
Florian: Ein Beispiel aus unserer Firma.
Florian: Wir haben letztes Jahr, ziemlich genau vor einem Jahr, einen YouTube-Kanal gestartet für eine unserer Marken.
Florian: Und wenn wir da von dem Ziel gesprochen hätten, dass wir 2.000 Subscriber haben wollen, 2.000 Abonnenten haben wollen und 4.000 Stunden Watchtime und damit eben in die Monetarisierung kommen, dann ist das absolut korrekt, dass wir dieses Ziel hatten, nur es erzeugt halt keine Bilder in den Köpfen, keine Gefühle bei den Leuten.
Florian: Wenn da ein Gefühl entsteht, dann liegt das einfach daran, dass wir zufällig Glück haben und die Person sich über sowas freut und sagt, oh geil, dann schauen so viele Leute zu.
Florian: Und die Frage ist, wie könnten wir die Geschichte dieses Ziels so erzählen, dass sie tatsächlich auch andockt und dass wir sagen, boah, das wäre doch geil, das zu erreichen, weil das ist ja das, was wir haben wollen.
Miriam: Und in unserem Team können alle sprechen, dafür sorgen wir sehr intensiv.
Miriam: Das heißt sogar unser damals noch Werkstudent hat sofort, als wir anfingen mit, wir wollen jetzt unser Ziel definieren, angefangen mit, ich sehe uns schon, ich sehe uns schon Party machen, wenn wir diese silberne Trophäe in der Hand halten.
Miriam: und bei vielen von uns war, was für eine silberne Trophäe und er, da, YouTuber bekommen so eine, der Playbutton, der silberne Playbutton, der wird einem zugeschickt, wenn man 100.000 Follower hat.
Miriam: Und dann feiern wir eine Party und wir waren uns alle einig, wenn wir 100.000 Subscriber haben, dann lässt der Chef sich das sogar was kosten.
Miriam: Also dann kamen so Ideen wie, dann sind wir im Phantasialand und essen Zuckerwatte und fahren zusammen.
Miriam: Rollercoaster und einer von uns hat immer diese silberne Trophäe in der Hand und hält die die ganze Zeit hoch, auch während wir durchs Phantasialand laufen, wie bei so einem Junggesellenabschied und wir haben alle T-Shirts an, wo der silberne Playbutton drauf ist.
Miriam: Also das macht plötzlich ein Ziel nahbar und greifbar.
Miriam: Es macht es fühlbar.
Miriam: Es macht es sehbar.
Miriam: Menschen können plötzlich Kopfkino damit machen.
Miriam: Wir können gemeinsam träumen.
Miriam: Das ist ja nicht wahr.
Miriam: Es ist ja nicht die Wahrheit.
Miriam: Es geht nur darum,
Miriam: Und hey, einen YouTube-Kanal aufzuziehen, Freunde.
Florian: Zumindest für uns war es Aufwand.
Miriam: Ich weiß nicht, ob das nur für uns Aufwand ist.
Miriam: Ich glaube, also mittlerweile, ich habe mit so vielen Menschen jetzt gesprochen, die YouTube-Kanäle aufgezogen haben.
Miriam: Das ist schon richtig Arbeit.
Miriam: Und da gibt es auch mal Rückschläge.
Miriam: Und zwar nicht zu knapp.
Miriam: Da gibt es Videos, die keiner gucken möchte.
Miriam: Da gibt es Videos, die aus welchen Gründen auch immer an die Decke gehen und niemand weiß so richtig, warum.
Miriam: Und da drüber zu kommen, ist die klare Kommunikation von Zielen.
Miriam: Ein Hauptjob.
Miriam: Das heißt, dieser silberne Playbutton, ist jetzt bei uns nicht nur ein Running Gag, sondern etwas, wo wir fast jedes Meeting mit eröffnen.
Miriam: Und wenn ich morgens zur Tür reinkomme und Robert, unser Werkstudent, oder jetzt nicht mehr Werkstudent, mittlerweile Mitarbeiter, ist da, dann ist das erste, was ich sage, Robert, wie weit noch bis zum silbernen Playbutton?
Miriam: Und dann grinst er schon bis auf beide Ohren und sagt, ich bin auf dem Weg.
Florian: Und das Ganze würde natürlich auch gehen, dass wir uns vorstellen, welche Kommentare wir bekommen, wie das ist, das erste Mal Werbung vor so einem Video zu schalten.
Florian: Wir sehen Werbung auf unserem Videokanal, weil wir in die Monetarisierung reingekommen sind.
Florian: Nur das wirklich konkret und anfassbar zu machen und eben die Begeisterung auch darüber zu erzeugen.
Miriam: Und auch über dieses Ziel immer und immer wieder zu sprechen.
Florian: Ja, das ist auch so ein, also das ist inzwischen auch ein Reizsatz für mich.
Florian: Ja, wieso soll ich denn das nochmal sagen?
Florian: Ja.
Florian: Ich hab das doch schon mal erzählt.
Florian: Also das Ziel müsste doch inzwischen allen klar sein.
Florian: Haben die nicht aufgepasst?
Miriam: Äh, darum geht's nicht.
Miriam: Es geht nicht darum, dass Menschen nicht aufpassen, sondern es geht darum, dass das Gehirn die Bilder wieder abruft.
Miriam: Dass es den rosa Elefanten kurz wieder projiziert vor dem inneren Auge, um sich dann wieder dem Tagesgeschäft zu widmen.
Miriam: Und auch da spielt Storytelling eine riesige Rolle.
Miriam: Also beim Thema Ziele und das Team ausrichten und Mitarbeiter ausrichten und Gremien ausrichten, wichtig.
Miriam: Wozu machen wir das eigentlich hier?
Miriam: Wozu machen wir jetzt Überstunden?
Miriam: Wozu haben wir jetzt gerade Schwierigkeiten zu bewältigen?
Miriam: Da ist diese Ansprache aufs Ziel immer wieder wichtig.
Miriam: Und auch die Geschichten dazu.
Florian: Und dann geht es natürlich auch darum, die Geschichten so zu erzählen, dass sie an jemanden andocken können.
Florian: Also dass überhaupt von der Dynamik in der Stimme, in der Pausenführung, in der Gestik und in der Mimik eine Verbindung zum Gegenüber geschaffen werden kann.
Miriam: Ja, Florian hat mir vor einiger Zeit mal so eine Backstage-Tour geschenkt in einem Musical und das war schön.
Florian: Hast du gefühlt, oder?
Florian: Hast du pure Freude?
Florian: Vor allem kam bei mir auch gerade hoch, ja, das brauchen wir ja nicht mehr als neues Geschenk.
Florian: Oh nein, nein!
Miriam: Ich durfte bei Mary Poppins hinter die Kulissen schauen.
Miriam: Wir hatten quasi eine Exklusivführung.
Miriam: Ich durfte die ganzen Requisiten anfassen.
Miriam: Ich habe die Kostüme gesehen.
Miriam: Ich habe Mary Poppins' Regenschirm gesehen und ich habe auch die Bühnenzüge gesehen, mit denen sie fliegend gemacht wurde dann später in der Inszenierung.
Miriam: Ich habe jetzt noch Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke.
Miriam: So schön war das!
Miriam: Ich war wirklich für eine halbe Stunde, solange dauerte diese Backstage-Führung, war ich back to my childhood.
Miriam: Ich war wie so eine kleine Prinzessin, apropos Krönchen gerade rücken, die durch diese ganze wunderschön magische Welt von Mary Poppins gelustwandelt.
Miriam: Es war wirklich Lustwandel.
Miriam: Und ich habe alles wiedererkannt.
Miriam: Ich glaube, ich habe ein paar Mal geschrien, so gequietscht vor Vergnügen.
Miriam: Ja, dann ist das eben so.
Miriam: Nur dann wird das Ganze eben anfassbarer und wer das nicht versteht, der wird nie zu diesem brillanten Storyteller, der mit seiner Magie dafür sorgt, dass die Menschen ihm oder ihr folgen können.
Sich wehren und die zwei Aufgaben für die Woche
Florian: Ja, das ist eben auch ja viel in der Presse drin.
Florian: Konversationelle Veränderungen, die einfach so nebenbei passieren.
Florian: Deine Mitarbeiter, deine Kollegen ganz sanft auf dem Weg zu begleiten, dass ihr gemeinsam sinnvoll und gut zusammenarbeiten könnt.
Florian: Das ist ja das, wo wir hinwollen.
Florian: Und einen Aspekt, den wir auf jeden Fall auch mit aufnehmen sollten und der in einer der nächsten Folgen auch kommen wird, ist, wie wehre ich mich eigentlich gegen, wenn mir jemand irgendwelche komischen Geschichten erzählt.
Miriam: Du meinst die Geschichte von der A57?
Florian: oder ganz komische Geschichten über Zusammenarbeit im Unternehmen.
Florian: Das wäre ja das Schlimme.
Florian: Wir hätten einen Projekt-Kick-Off, wo wir gemeinsam zusammenkommen.
Florian: Das erste Mal, dass das Projektteam da ist und es erzählt jemand die Geschichte von
Florian: Was ist das, was wir erreichen wollen?
Florian: Und alle sind so ein bisschen, yay!
Florian: Und dann meldet sich jemand und sagt, ja, wie ist das denn jetzt anders als beim letzten Mal?
Florian: Weil ich erinnere mich noch an die Geschichte vom Projekt Grashüpfer.
Florian: Und beim Projekt Grashüpfer, da sind wir ja auch so gestartet wie jetzt hier.
Florian: Und dann ist es ganz furchtbar geendet.
Florian: Nach sechs Monaten wurde das Projekt einfach eingestampft.
Florian: Und ich erinnere mich noch, dass die Kollegen alle geguckt haben und wir wussten gar nicht.
Florian: Stopp!
Florian: Um Gottes Willen, was tust du denn dann?
Florian: Weil das ist einfach nicht sinnvoll, um ein neues Projekt zu starten.
Florian: Das zieht ja die ganze Energie da einmal raus.
Miriam: Finde ich ein sehr spannendes Thema, sollten wir auf jeden Fall in einer der nächsten Folgen aufgreifen.
Miriam: Wir haben es uns gerade notiert.
Florian: Wie sorgst du für dich als Zuhörerin oder Zuhörer und wie grätschst du bei jemand anders rein, wenn du merkst, da wird jetzt eine Geschichte erzählt, die geht in eine Richtung, die du nicht haben willst?
Miriam: Ja, dafür darfst du natürlich auch klar haben, wozu du deine Geschichte erzählen möchtest.
Miriam: Also wenn du eben diese zwei Minuten hast am Anfang des Meetings, wenn du weißt, du wirst vielleicht auch noch fünf Minuten überbrücken dürfen, weil Kollege XY sich schon krank gemeldet hat oder zu spät kommt, dann…
Miriam: Wozu würdest du eine Geschichte erzählen wollen?
Miriam: Was würde den Menschen, dem Zweck dieses Meetings guttun und dieses wirklich intendierte Geschichten erzählen?
Miriam: Welche Emotionen würdest du gerne fördern?
Miriam: Welche Ressource würdest du gerne abrufen bei den Menschen?
Miriam: Auch das wird immer mal wieder Thema hier sein, denn da gibt es wunderschöne Techniken, die du dir ziemlich leicht aneignen kannst.
Florian: Damit gibt es zwei Aufgaben für diese Woche.
Florian: Das eine ist, mal darauf zu achten, welche Geschichten werden denn so um dich herum erzählt, gerade im beruflichen Kontext?
Florian: Was ist das, was deine Kollegen so mit dir teilen, vielleicht deine Vorgesetzten oder deine Mitarbeiter?
Miriam: Und da auch mal darauf zu achten, ob es Menschen gibt, die eher diese Negativgeschichten von sich geben und andere, die eher dazu tendieren, dir Positivgeschichten zu erzählen, intuitiv.
Miriam: Also auch da mal zu tracken, ohne es zu werten, sondern einfach nur mal zu schauen, wer ist denn da in welchen Bereichen mehr unterwegs.
Florian: Und die zweite Aufgabe wäre?
Florian: Das ist die Bonus-Challenge.
Florian: Das ist, wenn du in einem deiner Termine, die du in dieser Woche hast, einfach einmal ganz bewusst dir eine Geschichte aussuchst, um eine bestimmte Emotion, eine bestimmte Idee wie so ein Meme in den Raum einfach mal reinzuholen.
Florian: Also irgendwas, was dafür sorgt, dass es, vielleicht wird es ein bisschen lustiger, vielleicht wird es ein bisschen Spaß im Raum oder vielleicht ein bisschen Spannung oder vielleicht Fokussierung auf ein bestimmtes Ziel, was auch immer da für dich als Intention wichtig ist.
Florian: Das einmal ganz bewusst anzugehen und eine Geschichte zu erzählen, die dir vielleicht nicht so einfach über die Lippen gekommen wäre sonst.
Miriam: Und damit würde ich sagen, bewegen wir uns mit diesem Podcast und der Erde hinein in die Sternendusche und wieder raus.
Miriam: Wir schauen mal, wie sich das Projekt entwickelt, freuen uns natürlich über dein Feedback und bringen dir ab jetzt jeden Dienstag eine neue Folge, wie du deine Storytelling-Qualitäten noch brillanter bekommst.
Florian: oder falls mal was daneben geht, Krönchen richten.
Miriam: Alles zu den Ausbildungen bei uns gibt's auf www.kontext-strategie.de und jede Woche eine neue Podcast-Folge.