NLP mit Miriam Deforth und Florian Groß Folge 62

Angst vor Facebook

Welche Regeln hast Du für Deine Facebook-Postings? Gibt's da überhaupt Regeln?

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In dieser Folge

Darum geht es

Es gibt Dinge, die nicht auf Facebook gehören! Denn das Internet und soziale Medien vergessen nichts. Oder doch? Wieso würdest du dich da einschränken und welche Regeln hast Du für Dich, wenn Du in sozialen Netzwerken etwas veröffentlichst? Angie Herzog, Moderationskollegin bei QVC, hat uns das Thema gestiftet. In einem ihrer Postings auf Facebook (https://www.facebook.com/AngieHerzogQVC/) fragt sie nach euren Regeln und danach was ihr von anderen sehen und lesen wollt. Facebook, das ewige Gedächtnis, unser "Fußabdruck" in der Timeline der Geschichte. Wir sprechen darüber und freuen uns besonders auf Deine Kommentare. Du möchtest uns persönlich kennen lernen? Oder international zertifizierter NLP Practitioner oder Master werden? Für Deine Anmeldung oder Dein Info-Gespräch zur Ausbildung im NLP besuche gerne unsere Seite: http://www.kontext-denken.de oder schreib uns eine E-Mail: miriam@pergaudiaadastra.de Und wenn Du uns öffentlich Deine Meinung sagen möchtest: http://fb.me/Miriam.Deforth.kontext.denken http://fb.me/Florian.Gross.kontext.denken Unseren Video-Podcast (mit bewegten HD-Bildern in Farbe) findest Du hier auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=RxU_DlbWrqg&list=PLfj4P7lArPJDwiEArD6euHknuqZzbA3EX

Miriam verrät ihre persönlichen Facebook-Regeln: warum Kinder und Familie bei ihr tabu bleiben, warum sie die Ortungsfunktion abschaltet und das Candlelight-Dinner erst am nächsten Tag postet. Es geht um die Angst, dass ein Post für immer im Netz bleibt, um die NSA-Debatte, um den Satz "wenn du nicht bezahlst, bist du das Produkt" und darum, warum das Foto mehr Likes bekommt als der eigentliche Gedanke darunter. Wenn du dich fragst, was du in sozialen Netzwerken teilen sollst, wie du mit Kritik und Reichweite umgehst und ob Posten überhaupt noch authentisch ist, findest du hier eine ehrliche Bestandsaufnahme. Mit Seth Godins Gedanken zum Teilen und dem Hinweis auf Facebook-Gruppen als sinnvollen Ort zum Vernetzen.

Lesefassung

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Kapitel dieser Folge
  1. Zwei Themen, ein Regelbuch
  2. Miriams Regeln: Familie, Ort und das goldene Regelbuch
  3. Woher Facebook kommt – und warum du das Produkt bist
  4. NSA, Ängste und die Frage nach der Authentizität
  5. Foto oder Gedanke – und wofür Facebook wirklich gut ist
  6. Teilen, was dich bewegt – Facebook soll Spaß machen

Kennst du das? Du tippst einen Post, hältst den Daumen über "Teilen" – und löschst dann doch alles wieder. "Um Gottes Willen" oder einfach nur "oh nö". Miriam und Florian nehmen genau dieses Zögern auseinander: die stillen Regeln, die jeder für sich mit sich trägt, die Angst vor dem ewigen Gedächtnis der Timeline und die Frage, was Facebook eigentlich mit dir macht. Angestoßen von einem Posting der QVC-Kollegin Angie Herzog, die ihre Fans nach genau diesen persönlichen Regeln gefragt hat.

Zwei Themen, ein Regelbuch

Miriam: Willkommen bei kontext*denken. Zwei Gehirne, ein Podcast. Mit den Themen, die das Leben so schreibt.

Florian: Und mit Miriam Deforth und Florian Groß.

Miriam: Heute wird es sehr spannend.

Florian: Ich dachte, ich darf anfangen.

Miriam: Du hast nichts gesagt. Überbrückungsmusik. Überbrückungsmusik.

Florian: Ich darf ja wohl in meinem Tempo dann auch einfach anfangen, oder?

Miriam: Ja, und wenn sechs Sekunden nichts zu hören ist, schalten... Dann schneiden wir das sowieso weg am Anfang. Wollen wir nochmal anfangen? Hallo.

Florian: Heute, ganz anders als sonst, weiß ich die Themen schon. Und darf Miriam damit überraschen, welches von zwei brandheißen Themen ich mir aussuche. Das erste. Los geht's.

Miriam: Darf ich jetzt was sagen?

Florian: Ja.

Miriam: Ah, ich dachte schon, ich komme gar nicht mehr dran heute. Und da wir die Themen nicht durchnummeriert haben, habe ich auch keine Ahnung, welches das erste und welches das zweite ist. Wir haben zwei tolle Themenvorschläge, Ideen.

Florian: Angst vor Facebook.

Miriam: Das ist ein bisschen übertrieben, ne?

Florian: Was? Das ist übertrieben?

Miriam: Es ist ja nicht Angst vor Facebook.

Florian: Hast du dich schon mal dabei erwischt, dass du auf Facebook was posten wolltest und es dann nicht getan hast, weil du dir dachtest, um Gottes Willen. Oder vielleicht auch, oh nö.

Miriam: Oder grundlegende Regeln, die Menschen auf Facebook haben.

Florian: Posting-Regeln auf Facebook.

Miriam: Es gab ein sehr spannendes Posting von meiner ganz, ganz lieben, wundervollen Kollegin Angie Herzog, die ihre Facebook-Fans aufgefordert hat, mal zu schreiben. Was sind deine Facebook-Regeln, deine persönlichen Facebook-Regeln? Was würdest du auf Facebook niemals posten? Was postest du gerne auf Facebook und was liest du gerne bei anderen? Was findest du bei anderen nicht so gut? Einfach um mal so einen Meinungsspiegel sich einzuholen.

Florian: Ah, wie witzig, ja.

Miriam: Und das ist auch ein sehr erfolgreiches Posting. Es ist auf ihrer Seite Angie Herzog QVC zu finden und ist noch offen. Also jeder darf da noch was dazu schreiben. Da ist eine schöne Sammlung.

Florian: Kann man bei Facebook überhaupt Posts als Read-Only markieren? Also als nur noch lesen? Nee, ne?

Miriam: Gruppen gehen zu schließen, glaube ich.

Florian: Nur ich kann auch, ich könnte jetzt in deine Timeline reingehen, fünf Jahre zurückscrollen und kann dann irgendwo da einen Kommentar an irgendwas hinterlassen, oder? Ja, das stimmt.

Miriam: Wahrscheinlich geht das auf Lebzeiten jetzt und darüber hinaus.

Florian: Ja, voll spannend.

Miriam: Ja.

Florian: Also wann auch immer du es hörst, so im Oktober 2017, davor ein bisschen.

Miriam: Uiuiui.

Florian: Da gibt es dieses Posting.

Miriam: Das macht schon Angst, oder? So, da habe ich was gepostet und dann ist das für die nächsten eine Milliarde Jahre auf Facebook. Und wenn irgendwann Aliens auf der Erde landen und so alte Facebook-Dateien irgendwie auftun können und finden das, uiuiuiui.

Florian: Ich hab was Spannendes. Diese Woche kam ein Comic raus von Beetlebum. Der schreibt ganz lustige Comics, malt ganz lustige Comics. Und der hat so Computerarchäologen diese Woche in einem seiner Panels gehabt. Wenn jemand in tausend Jahren so einen alten Mikrochip findet und den dann wieder aufmacht. Und das ist genau das, oder? Dann finden die da drauf vielleicht Facebook? und den Post. Und denken sich dann, was war das denn für eine Zeit, dass die so seltsame Facebook-Regeln hatten.

Miriam: Und dass sie so vielleicht auch nur sich gruselten vor bestimmten Sachen und andere Sachen ganz toll fanden. Und das ist ein spannendes Thema, weil ich immer noch nicht mehr viele, nicht mehr viele, eine Handvoll Freunde habe, die sich standhaft weigern, irgendwas auf Facebook zu machen. Und wenn ich sie frage, warum nicht, dann kommt ein Sack voll Angst. Also das könnte jemand lesen, dem das nichts angeht oder vielleicht kommen dann Leute auf mich zu, mit denen ich nichts zu tun haben will oder vielleicht sieht das irgendjemand und verurteilt mich dafür oder schreibt dann jemand was Gemeines, da habe ich gar keine Lust drauf oder meine Daten sind dann für immer im Netz und alle finden die. Ja, das sind die Argumente, die dann kommen. Also das ist mir aufgefallen. Und die, die auf Facebook sind, haben tatsächlich jeder für sich wie so ein goldenes Regelbuch. Das poste ich, davon poste ich nie irgendwas.

Florian: Hast du das auch?

Miriam: Ja, ich habe das auch.

Florian: Würdest du deins transparent machen jetzt?

Miriam: Sehr gerne. Voll gerne. Kennst du Vajana?

Florian: Dieses Regelbuch kommt jetzt hierher.

Miriam: Das ist ein super Film. Vajana ist ein super Film. Ich finde den so gut.

Florian: Das ist das Maui-Lied.

Miriam: Wenn du den Film noch nicht gesehen hast, schau dir den Film an. Also es ist ein Disney-Film? Es ist ein animierter Disney-Film über ein Mädchen irgendwo im Südpazifik auf irgendwelchen Inseln. Und sie zieht los, um im Prinzip die Welt zu retten. Also so ein klassisches Heldenabenteuer, nur eben gar nicht klassisch, weil es passieren ständig Dinge, die keiner erwartet und es ist eine super lustige und super spannende Geschichte mit einem unglaublich schönen Ende. Also wo sich auch was zusammenfügt, was vorher nicht absehbar ist.

Florian: Und Miriams Charakter kommt auch vor und ihr könnt gerne reinschreiben, ob ihr denkt, dass es...

Miriam: Na, wenn du jetzt Tipps gibst, wird es nicht mehr so spannend. Wen würde ich davon spielen, wenn es ein Musical wäre?

Florian: Ja, genau.

Miriam: Und ich weiß es. Ich auch. Und ich hätte den Spaß meines Lebens. Kleiner Tipp ist nicht Vajana. Und Maui auch nicht. Richtig. So meine Regeln bei Facebook.

Florian: Ja, genau.

Miriams Regeln: Familie, Ort und das goldene Regelbuch

Miriam: Voll gerne heißt der Song von Maui und voll gerne verrate ich die. Die erste Regel, die ich von Anfang an hatte, ich mache schon ewig Facebook, ich dürfte selber mal zurückscrollen, wann ich damit angefangen habe, war, dass ich mir geschworen hatte, es kommt nichts aus meiner Familie, aus meiner direkten inneren familiären Situation auf Facebook. Die Kinder, früher der Ehemann, das war tabu. Habe ich nicht gepostet. Ging keinem was an. Ich stand genug in der Öffentlichkeit für mich. Meine Kinder sind noch zu klein, um selbst das abzusehen. Damals waren es eh noch Babys. Wenn sie überhaupt schon da waren, vielleicht war ich schwanger. Es gab Freundinnen von mir, die haben sogar Ultraschallbilder, also Fotos aus dem Bauch vom Baby gepostet, was ich wirklich niemals getan hätte.

Florian: Echt? Ja. Ich finde, da gibt es so eine Phase, da hätte ich überhaupt keinen Skrupel. Also bis drei oder vier wäre ich total entspannt. Und irgendwann würde ich dann sagen, und dann wird es irgendwie Kindheit, dann entwickeln die sich halt irgendwie. Ich hätte gedacht, bis zwei oder drei sind die alle ähnlich, die Kinder, und ähnlich süß und auch nicht so einfach zuordnenbar, wie die dann im Erwachsenenleben sind.

Miriam: Ja, ich hatte damals auch noch andere Glaubenssätze als heute und diese Regel hat sich ziemlich festgefräst.

Florian: Also ich war oft in diesem… Weil ansonsten finde ich das gut, ja. Oder kann ich das nachvollziehen?

Miriam: Also auch heute, der Große ist ja schon so, dass er sagt, ach Mama, willst du das Foto nicht mal posten?

Florian: Und ich habe viele Freunde auf Facebook, die mit ihren Kindern zu sehen sind oder die ihre Kinder da auch haben. Ja, warum nicht? Es sind individuelle Regeln.

Miriam: Es sind absolut individuelle Regeln. Es ist mir sozusagen auch egal, ob jetzt jemand Fotos von sich und seiner Familie da postet. Ich verurteile das dann in dem Augenblick nicht. Das ist eines jeden einzelnen seine Entscheidung.

Florian: Okay, die Regel gab es und die ist jetzt so mit uns ein bisschen aufgeweicht wahrscheinlich.

Miriam: Sie ist deshalb aufgeweicht, weil wir beide in der Öffentlichkeit stehen als Trainerpaar. Und du hast nichts dagegen und wir haben da irgendwann mal drüber gesprochen, wie das ist und wir halten sowieso unseren Wirsching in die Öffentlichkeit, dann ist das auch okay. Das heißt, wir sind beide zusammen und jeder für sich auf Facebook zu sehen. Und wie gesagt, die Kinder eben nicht. Und genau so halte ich so familiäre Aktionen wie uns alle beim Abendessen oder sowas.

Florian: Oder an Weihnachten.

Miriam: Genau, also was ich fotografiere, wäre der Weihnachtsbaum ohne uns.

Florian: Oder mit deinem Wirsching.

Miriam: Mit meinem Wirsching. Wirsching übrigens das hessische Wort für Kopf, Gesicht. Das ja, das ist okay.

Florian: So, welche Regeln gibt es noch?

Miriam: Dann habe ich zum Beispiel diese Funktion nicht an, wo Leute mich direkt orten können. Also manche Posten, ich bin jetzt da und dann wird die Adresse von der Bar und der Tischnummer angegeben, wo die gerade sind und einen trinken mit ihren Freunden. Das ist jetzt nicht so das, was ich auf Facebook machen will. Also wenn es eh öffentlich ist, wenn ich mit dir irgendwo auftrete, steht sowieso überall geschrieben. Und wenn wir beide dann mal einen Abend frei haben und sind irgendwo fein essen, dann reicht, also dann ist es uns, dann habe ich das Gefühl, ich hätte gerne so ein, es gibt dann so eine ganz kleine geschützte private Augenblicksphäre. Wenn wir dann ein tolles Foto von uns machen würden beim Candlelight Dinner, würde ich das am nächsten Tag posten. Also es gibt so diesen, das. Und das hat vielleicht auch was damit zu tun, dass ich im Fernsehen bin und dass ich viele Follower habe auf drei Facebook-Seiten und Instagram und LinkedIn und wo auch immer. Also eine Menge da los ist. Und ich fand es eher spannend, was die Menschen da so geschrieben haben. Also es gab einige auf Angies Seite, die geschrieben haben, ich lese zum Beispiel immer nur mit, weil ich das Gefühl habe, dass es gar niemanden interessiert, was ich poste.

Florian: Ah, das sind so Postings zu, oder eine eigene Regel, die gar nicht auf Feedback basiert, sondern wo es so, meine Postings sind nicht so wichtig wie die Postings von anderen Menschen?

Miriam: Das kann sein und wenn ich zum Beispiel, also eine Freundin von mir hat mir mal gesagt, boah, wenn du was postest, dann hast du ja auf Anhieb 50 Leute mindestens, die das liken und keine Ahnung, 2000 Views und es ist ja verrückt und wie weit du kommst auch mit deinen Postings. Bei mir liken das dann drei, da bin ich schon glücklich. Ja klar, ich habe ja auch viele Menschen, die auf meiner Seite vorbeischauen.

Florian: Das ist ja auch nicht von heute auf morgen passiert.

Miriam: Über Jahre, jetzt fast wahrscheinlich Jahrzehnte schon, dass ich da bin und aktiv bin und regelmäßig was mache und es ja auch in der Öffentlichkeit will. Also ich will das auch.

Florian: Ja, das ist ja die große Bühne im Internet. Das ist doch toll.

Miriam: Facebook, jetzt noch mit dem Livestreaming. Du kannst deinen eigenen Fernsehsender auf Facebook gründen. Das ist ja genial für die, denen das Spaß macht. Die Frage ist ja auch, wie viel Spaß macht dir Facebook? Frag mal Florian, wie viel Spaß Facebook mir macht. Ich bin der größte Facebook-Fan. Ich lese so gerne Facebook. Mittlerweile nimmt die Werbung ein bisschen überhand. Das finde ich schade. Früher war es echt so ein Durchstöbern. So durch die Timelines deiner Freunde. Ja, ich habe auf meiner Seite echt lustige, liebe Menschen, die viele pfiffige Sachen posten, lustige Sachen posten. Tolle Fotos zum Teil, wo ich einen Augenblick drin versinke. Die machen superschöne Urlaubsfotos oder Landschaftsfotos oder... oder eben einen schlauen Spruch oder was Lustiges, was sie erlebt haben, so kurze Anekdötchen. Und ich habe teilweise eine Stunde versenkt, weil es mir so einen Spaß gemacht hat, da durchzulesen.

Florian: Wieso ist das jetzt... Das Thema ist ja, schränke ich mich da irgendwie ein oder würde ich alles posten? Gibt es ein richtig oder falsch?

Miriam: Steht ja auch dahinter. Also gibt es etwas, was ich richtig machen kann, damit mehr Menschen mich finden, mich liken?

Florian: Ist das auch Teil des Themas?

Miriam: Ich meine ja. Also wenn ich weiß, was andere Menschen interessiert auf Facebook, könnte ich ja meine Postings ändern und nur noch so was schreiben, wo ich weiß, das mögen die meisten.

Florian: Ist das dann überhaupt noch authentisch?

Miriam: Boah, nächste wichtige Frage. Wie viel Authentizität verträgt Facebook?

Florian: Weil zum Teil, also es gibt ja durchaus Konten von wunderschönen, jungen, hübschen Frauen, die einfach nur Fotos von sich posten. und so richtig viel bekomme ich dann nicht mit über ihr Leben als Leser, sondern es ist halt einfach hübsch.

Miriam: Welchen Anspruch hast du als Facebook-Leser?

Florian: Ja, ich dachte, es wäre ein Netzwerk zum Miteinander verbinden und in Kontakt kommen mit anderen Menschen.

Miriam: Gut, durch ein Foto kommst du ja vielleicht auch in Kontakt. Vielleicht schreibt ja irgendeiner, du bist so schön, ich will dich heiraten, dann hast du ja gleich einen richtigen Kontakt.

Florian: Hm. Hm.

Miriam: Sonst gäbe es ja auch die Funktion Foto nicht bei Facebook, sonst könnte ich nur schreiben.

Florian: Ja, es ist dann nicht authentischer, den Weihnachtsbaum eben zu posten oder ein Foto am nächsten Tag vom Candlelight-Dinner des Abends zuvor. Oder du postest ja viel auch aus dem Musical. Ist das nicht mehr teilhaben lassen am Leben tatsächlich? Weil sonst kann man ja auch irgendwie die Glamour oder ich weiß gar nicht, was es da für Zeitschriften gibt.

Woher Facebook kommt – und warum du das Produkt bist

Miriam: Was heißt Facebook übersetzt überhaupt? Was ist denn das für ein Wort im Englischen? Weil Gesichtsbuch kann ich ja nicht sagen. Ist das sowas wie so ein Schülerabschlussbuch bei der 10. Klasse oder was haben die so, wo wird ein Facebook?

Florian: Das ist an der Uni gestartet. Der Zuckerberg hat das an der Uni gestartet, um ein soziales Netzwerk für Studenten zu haben.

Miriam: Also ein richtiges Facebook gibt es gar nicht.

Florian: Das ist ein, ja.

Miriam: Okay. Wie heißen denn die, die Amerikaner machen doch auch solche richtigen Bücher, wo die alle mit Foto drin sind. Ach, ein Yearbook, okay. Okay, damit hat das nichts zu tun. Okay.

Florian: Nee. Also es ist vielleicht schon die Idee dahinter, nur es geht ja drum, Menschen miteinander zu vernetzen und gestartet ist es eben an Unis.

Miriam: An Unis?

Florian: So ist mein Stand zu, wie hat Facebook losgelegt. Und tatsächlich, es gab vor kurzem, vor längerem einen Film darüber, über sein Leben auch und so spannend finde ich das dann tatsächlich nicht.

Miriam: Er hat es ursprünglich gegründet, damit Studenten untereinander in Kontakt kommen oder in Kontakt bleiben.

Florian: Und es ist dann von Uni zu Uni geteilt worden, weil es so eine brillante Idee ist. Also auch so wie ich Facebook wahrnehme, ist es sicherlich nicht so ein Alumni-Ding, um in Kontakt zu bleiben. Was ist Alumni für alle, die nicht studiert haben? Für nach dem Abschluss. Also es fühlt sich viel mehr für den Moment an. Also was passiert gerade, was ist das, was morgen passiert?

Miriam: Ein Tagebuch?

Florian: Das wäre ja Diary. Ich weiß gar nicht, vor der Zeit, vor Facebook und vor YouTube und vor das Internet war so stark auf den Smartphones, gab's ja gar nichts, wo wir uns online hätten einfach verabreden können oder wo ich wissen hätte können, dass in meinem Freundeskreis morgen irgendwie eine Party steigt da oder dass irgendwie sich ein paar Freunde von mir gerade um dieses oder jenes Thema kümmern. Das ging doch gar nicht, oder?

Miriam: Das ist der Urgedanke von soziales Netzwerk. Nun wissen wir alle, dass die Entjungferung stattgefunden hat, also das soziale Netzwerk an sich ist nicht mehr dieses, es sind ein paar nette Studenten, die sich untereinander vernetzen, unterstützen und miteinander Partys feiern, sondern es ist ein riesen Geschäft, es ist ein Milliardengeschäft.

Florian: Ja, inzwischen verdient der damit richtig gut Geld.

Miriam: Richtig gut ist noch untertrieben. Ich würde sagen, der hat ausgesorgt. Facebook-Law. Also Hochachtung vor dieser Idee, Hochachtung auch vor der Umsetzung und ich glaube, dass diese Riesenmaschine, diese unglaublich vielen Menschen, die auf Facebook schreiben, nicht schreiben, Fake-Profile, was auch immer es da alles gibt, Firmenseiten, Facebook ist...

Florian: Oh, wir hatten schon mal Likes kaufen.

Miriam: Likes kaufen, also es ist ja, es gibt eine Facebook-Mafia vielleicht und es gibt Facebook für die, die es wirklich authentisch meinen und es gibt vielleicht auch Facebook-Gründer-Zeiten noch, wo die allerersten Facebook-User die Pioniere waren, die da ihre Daten reingesetzt haben. Facebook ist ein Phänomen. und wenn ich etwas auf Facebook schreibe, wenn ich auf Facebook Mitglied bin, ich weiß, ich bin gerade...

Florian: Was heißt denn, dass Facebook ist ein Phänomen?

Miriam: Das ist für mich phänomenal. Für mich ist Facebook etwas, was sich anfühlt wie eins dieser siebten Weltwunder. Das ist für mich die Ursuppe aller sozialen Netzwerke. Hier ist es losgegangen und darauf aufbauend gibt es... Alles, was wir kennen. Es gab ja auch eine Zeit lang diese andere, wer kennt wen, war ja die deutsche Antwort auf Facebook.

Florian: Naja, es gibt ganz viele.

Miriam: Xing ist auch eins dieser.

Florian: Xing zieht es ins Business rein.

Miriam: Ja, das stimmt. LinkedIn auch. Und Instagram macht nur noch Fotos.

Florian: Genau. Also es gibt ganz viele. Google Plus gab es ja auch mal eine Weile. Google wollte ja auch in diesen Bereich rein und hat nicht so richtig geklappt.

Miriam: Facebook ist für mich so diese Pioniergeschichte. Also da ging das los und das ist auch für alle anderen sozialen Netzwerke das Vorbild. Auch wenn die anders funktionieren und wenn die vielleicht jetzt mittlerweile auch schon zeitgemäßere Mechanismen hätten. Facebook ist das Medium mit den meisten Menschen drin. und deshalb auch sehr wertvoll für Werbetreibende. Und lustig ist, dass Facebook so schwer zu fassen ist. Nach wie vor, egal was ich über Facebook lese, auch gerade im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich, niemand hat so ein Rezept für Facebook bis jetzt.

Florian: Wie das funktioniert.

Miriam: Was genau auf Facebook wirklich erfolgreich funktioniert. Es gibt noch keins. Ich habe jetzt gerade zuletzt wieder einen Artikel gelesen, wo deutlich drin stand, dies und jenes funktioniert eben auf Facebook doch nicht so gut für große Unternehmen, wie sie dachten. Weil es da auch dann irgendwelche Zahlen gab, die Facebook angibt als Schätzwerte, auf die aufgebaut dann riesen Werbekampagnen geschoben wurden. Im Grunde nur auf geschätzte Zahlen, die überhaupt nicht stimmen können, weil Facebook Personengruppen erwähnt hat, die es so in Deutschland gar nicht gibt, die aus Amerika transferieren, was weiß ich. Also ganz komplexe Nummer. Weil so viele Menschen da sind. Und wenn ich mich auf Facebook bewege, dann bewege ich mich wirklich in der Öffentlichkeit. In meiner Welt. Das darf einfach, finde ich, jedem bewusst sein, der sich ein Facebook-Profil anlegt. Das heißt nicht, dass alles, was ich bin, weiß und kann, auf Facebook steht. Das entscheide immer noch ich als User.

NSA, Ängste und die Frage nach der Authentizität

Miriam: Ich habe mir mal überlegt, wie das, als es damals losging, das ist auch schon wieder Jahre her, wo es so diese ersten Geschichten gab mit Facebook veröffentlicht jetzt Daten oder verkauft irgendwelche Daten oder wird demnächst was kosten oder es gibt ganz viel Werbung oder, oder, oder. Und es gab dann auch so diese ersten Geschichten von alles, was auf Facebook ist, gehört Facebook. Ich weiß, da gab es dann so riesenlange Postings mit die Texte, die ich hier veröffentlicht habe. Das sind meine Texte. Und da habe ich überlegt, um welche... Texte und Bilder kloppe ich mich hier.

Florian: Wie ich mich liegend auf einer Wiese im Bayerischen Wald auf Gänseblümchen... Naja, die Befürchtung an der Stelle war doch, dass Facebook damit Werbung macht.

Miriam: Mit mir liegend auf einer Gänseblümchenwiese im Bayerischen Wald.

Florian: Dass die deinen Wirsching sehen und Facebook im Hintergrund haben und vorne deinen Wirsching, der sagt, ich finde Facebook toll. Und wenn sie dich fragen würden, hätten sie es vielleicht sowieso bekommen. Nur bei anderen Leuten vielleicht nicht. Also was, wenn ich so eine, es gibt so eine Facebook-Werbe, ich komme auf facebook.com, auf facebook.de, und da sind so Collage von total happy Menschen, die sich freuen, in einem sozialen Netzwerk zu sein und da ist dann auch mein Bild dabei.

Miriam: Also tatsächlich, in mir denkt es dann sowas wie, guck mal, da bin ich ja. Das ist lustig. Ich bin ja sowieso auf Facebook. Und dann? Ja. Dann rufe ich da an und sage, hallo, da ist auf meinem Smartphone in einmal ein Millimeter.

Florian: Ich glaube, das war die Befürchtung, dass die Postings oder Fotos verwenden könnten.

Miriam: War es wirklich eine Befürchtung? Ich habe mich das Ganze, und das ist jetzt wieder dieses, bin ich ehrlich zu mir selbst, wäre es nicht eher der Trieb zu sagen, wenn die mein Foto nehmen für irgendwas, sollen die zahlen? Weil andere Models bekommen auch Geld dafür, dass sie irgendwo eine Werbekampagne machen?

Florian: Ja, da gibt es ja diesen tollen Spruch, wenn du nicht dafür bezahlst, bist du das Produkt. Das ist bei Facebook ja so.

Miriam: Den finde ich sehr schlau, den hätte ich gerne von dir nochmal erklärt.

Florian: Wir zahlen alle für Facebook nichts. Wir zahlen manchmal für Facebook was, nur der normale Facebook-Nutzer bezahlt nichts, kann seine Fotos hochladen, kann seine Inhalte hochladen, kann die mit den ganzen Freunden und Freundeskreis teilen, es gibt Gruppen und was auch immer. Nur das heißt, dass wir nicht, wir sind nicht Konsumenten des Services, sondern wir sind das Produkt. Wir sind das Produkt für Werbetreibende, die auf bestimmte Zielgruppen zugehen können und da ganz gezielt ihre Werbung hinspielen können. Viel besser noch als im Fernsehen. Viel besser mitbekommen können, was ist das, was interessant ist für bestimmte Benutzergruppen, für bestimmte Altersgruppen, für bestimmte Interessengruppen. Also wenn du mal versuchst, auf Facebook Werbung zu schalten oder wenn du mal auf Facebook Werbung schalten möchtest, du kannst wirklich einschränken auf Menschen, die Deutsche Schäferhunde mögen im Alter von 18 bis 30. Und denen explizit dein Hundefutter für deutsche Schäferhunde anbieten. Was aus Werbesicht fantastisch ist. Weil die Zielgruppe dann so genau bestimmt ist. Und ist ja okay. So wie ich dich wahrnehme, Miri, ist es ja tatsächlich eine Win-Win-Situation. Es gibt dieses soziale Netzwerk und wir können viel teilen und Facebook macht eben Geld dabei, indem sie Werbung verkaufen an der Stelle. Nur dass die Werbung zunimmt in deinem Feed.

Miriam: Das stimmt. Und es ist kaum zu unterscheiden von authentischem.

Florian: Ja, authentischem.

Miriam: Echtem Material. Ich habe einfach nur, um nochmal zurückzukommen auf dieses, das könnte jetzt irgendeiner sehen, der damit Unfug treibt. Es gab eine Zeit lang dieses, die NSA greift zu auf private Daten. In dem Augenblick habe ich zum ersten Mal gelacht, laut gelacht. in dieser ganzen Geschichte, weil ich dachte, okay, ich bin ja jemand, der viel schreibt, viel postet, viele Fotos hat. Die dürfen sich gerne die Arbeit machen und zehn Jahre Miriam Deforth auf Facebook aufarbeiten.

Florian: Nee, wirklich. Die lesen es doch nicht.

Miriam: Dann lesen sie es nicht. Ob sie es lesen oder nicht oder ob sie es filtern oder ob sie einzelne Worte rausziehen, es ist mir egal.

Florian: Wenn sie ein Wort rausziehen... Ja, die Befürchtungen wären ja sowas wie, sie machen eine statistische Analyse auf dein Schreibe. und können dir dann Texte zuordnen, unter die du deinen Namen nicht klebst. Können dann sagen, diesen Text hat Miriam dir vorgeschrieben.

Miriam: Das tue ich ja nicht. Ich will ja, dass alle meine Texte erkannt werden. Ich habe der NSA ja nichts zu verheimlichen. Wie gesagt, die dürfen gerne. Mittlerweile ist es ja nicht ein Buch, was ich geschrieben habe.

Florian: Also alles, was im Internet öffentlich zugänglich ist, ist halt wirklich öffentlich und möglicherweise für viele, viele, viele Jahre öffentlich zugänglich. Und auch auswertbar durch Computer und auch... Damit eben in die Zukunft in gewisser Weise bringbar und verwendbar, um in der Zukunft bestimmte Sachen zu machen. Und das ist ja okay. Zudessen darf ich mir bewusst sein. Und dann darf ich mir überlegen, möchte ich da mitspielen, möchte ich da nicht mitspielen, alles gut.

Miriam: Und in welchem Ausmaß? Möchte ich mich in dieser Bar nackt auf dem Tisch tanzen zeigen? Nein. Möchte ich mich im Gras liegend vollständig angezogen auf Gänseblümchen in den Himmel, in die Wolken des Bayerischen Waldes schauen? Ja. Kann ich zu diesem Foto stehen, auch in zehn Jahren noch? Ja.

Florian: Wenn die wissen, dass du so gerne zum NLP Practitioner kommst, ist doch super, wenn die dir den zeigen.

Miriam: Ja, los geht's. Du bist herzlich willkommen. Nur der nächste Punkt ist ja auch spannend. Was finden Leute überhaupt spannend auf Facebook? Was lesen die gerne? Das war ja die nächste Frage, die Angie gestellt hat. Das können die mittracken?

Florian: Ja, na klar.

Miriam: Woran machen sie es fest? Wie viel Likes das hat?

Florian: Wie viel Zeit du auf bestimmten Sachen verbringst. Also klickst du Links an, klickst du Links nicht an, drückst du Like, drückst du nicht Like, wie viel Zeit schaust du dir ein Video an, wie viel Zeit schaust du nicht ein Video an, wie viel ist deine Reaktion, also da lässt sich schon viel herausfinden über Menschen. Da werden wir Menschen auf Zahlen reduziert.

Foto oder Gedanke – und wofür Facebook wirklich gut ist

Miriam: Also ich habe den Eindruck, dass die meisten, die geschrieben haben, haben dieses Bedürfnis nach, da steht was Persönliches mit einer menschlichen Note, das lese ich dann auch.

Florian: Und ich glaube, das ist die spannendere Seite, weil das eine ist dieses ganze Technokratische und da gibt es diese Riesentechnologiefirma, die da komische Sachen macht. Und dann gibt es diese andere Seite mit, ich habe Angst, dass andere Menschen, die das lesen, also dass es wirklich um die Menschen auch geht, die meinen Feed sehen. Ich habe Angst, dass die, was hattest du vorhin schon? Du hattest vorhin schon, dass die das nicht liken, also dass ich nur ein Like bekomme oder so. Und was bedeutet das dann? Oder was, wenn Kritik kommt? Wenn jemand sagt, das ist aber doof, dass du am Samstagmorgen auf der Wiese liegst statt... Zu joggen. Zu joggen, genau. Ja. So war's dann.

Miriam: Dann steht's da. Ja.

Florian: Ist in der Öffentlichkeit.

Miriam: Ja, das stimmt. Das hat nichts mit meinem Leben zu tun. Und ich weiß, das ist ein Schritt dahin. Also für viele ist das ein Schritt, weil die das vielleicht dann auch schon wieder als despektierlich empfinden könnten. Das hat ja wieder was damit zu tun, wie unterschiedlich Menschen auch empfindlich sind, da sensibel, wie sehr sie das an sich ranlassen, wenn da jemand was Konträres schreibt oder eine andere Meinung hat oder so. und das ist klar, da kann ich super professionell mit umgehen, weil wie viele Jahre bin ich jetzt vor der Kamera im Geschäft und vorher auf der Bühne und ich habe in meinem Leben da schon alles.

Florian: Was ist der Tipp für Menschen, die das vielleicht nicht gewohnt sind?

Miriam: Die Frage ist ja, was wünschen sich diese Menschen? Also wünschen sie sich 5000 User auf ihrer Seite, die zu allem, was sie schreiben, ihren Senf geben? Oder ist es eine sehr private Seite, ähnlich wie ein Tagebuch, wo sie einfach nur jeden Tag einen Gedanken notieren und es gar nicht so wichtig ist, wie viele Menschen da ein Like drunter setzen, sondern es ist eben einfach ein, wie, das Gefühl von Tagebuchschreiben kennt ja jeder. Ich habe einfach irgendwie so einen Raum, wo ich meine Gedanken mal zusammenfasse.

Florian: Wieso dann öffentlich?

Miriam: Vielleicht gibt es ein oder zwei Menschen, denen das was bringt an dem Tag. Und was habe ich von 120 Likes, die da so drüber huschen? Mir ist es aufgefallen zum Beispiel, dass ich schon ziemlich schöne Gedanken notiert habe, versehen mit einem Foto von mir. Geliked wurde das Foto, nicht der Gedanke.

Florian: Ja.

Miriam: Ich habe dann 120 Likes auf dem Foto und 13 Likes auf dem eigentlichen Text, der mir viel wichtiger war als das Foto.

Florian: Das war das, was ich vorhin meinte mit Frauen oder auch Männern, die einfach Fotos von sich machen, wo null Bezug zum Leben ist. Also es ist wie dann so eine Hochglanzzeitschrift anschauen.

Miriam: Und wenn zwei Leute drunter schreiben, der Gedanke hat mir heute den Tag versüßt oder vielen Dank Miri, dass du mich zum Lachen gebracht hast. Wenn das nur einer schreibt, ist das doch schon der Hammer. Ist das voll schön. Da brauche ich doch keine 30 Millionen, natürlich freue ich mich über 30 Millionen Likes. Dann würde Facebook anfangen, mir Geld zu geben, glaube ich. 30 Millionen, komm.

Florian: Ja, vielleicht, wer weiß.

Miriam: Sie würden auf mich aufmerksam, möchte ich sagen. Und was ich gemerkt habe, was mich richtig freut, sind diese 1-2 Notizen darunter, wo ich dann gemerkt habe, okay, dafür war es gut. Nicht nur, dass ich mir was von der Seele geschrieben habe oder dass ich gemerkt habe, dieser Gedanke freut mich, sondern da ist auch noch jemand anderes.

Florian: Meine schönsten Begegnungen auf Facebook waren tatsächlich dieses, auch nochmal neu verbinden mit Menschen, die ich schon jahrelang nicht gesehen habe oder mit denen ich jahrelang keinen Kontakt hatte. Also ich habe mal ein Highschool-Jahr in den USA verbracht. Das war 96, 97. Ja, ungefähr. Und aus der Zeit hat mich irgendwann dann jemand auf Facebook gefunden. Und es war spannend, weil wir hatten 10 Jahre nicht miteinander kommuniziert oder 15 Jahre keinen Kontakt. Und das war dann schon interessant. Also das war schön, da nochmal zu connecten und die Zeit wieder aufleben zu lassen. Und dafür finde ich es super. Dann in den Kontakt zu kommen mit Menschen oder über ein tolles Thema zu schreiben. Es gibt inzwischen auch einige professionelle Gruppen, denen ich angehöre, also die sich in meinem Fachgebiet austauschen.

Miriam: Oh, sehr cool.

Florian: Ja, auch dafür ist Facebook ja inzwischen eine Plattform geworden.

Miriam: Und ich glaube, dahin wird es auch gehen. Das ist der Trend. Also diese Gruppen machen Sinn auf Facebook, wo sich Menschen treffen, die das gleiche Interesse haben. Unsere Gruppe mit den Sportsfreunden Flexisports zum Beispiel, die mittlerweile, weiß nicht, über 2000 Leute misst, die sich gegenseitig motivieren, Sport zu treiben und Gewichtsmanagement ganz erfolgreich zu betreiben. Das macht Sinn in meiner Welt. Das bringt was. Das bringt jedem Einzelnen was, der da drin ist. Und da ist dieser Gedanke von, da werde ich jetzt beobachtet oder wer auch immer das liked, die haben morgens ein Trainingsposting, da kann jeder reinschreiben, wie viele Minuten er auf dem Trampolin verbracht hat oder beim Nordic Walking oder beim BMI-Touren.

Florian: Und dann freuen sich alle darüber, dass es noch andere gibt, denen das auch so geht.

Miriam: Genau, da geht es nicht darum, wie viele Likes der dafür bekommt, sondern da geht es darum, dass der das hat. Und ich fand, wie gesagt, die Frage von Angie sehr spannend, weil das mal beleuchtet, wie unterschiedlich Facebook wahrgenommen wird und für was es verwendet wird. Manche nehmen es wie eine tägliche Zeitung und lesen einfach so ein bisschen quer, freuen sich, dass da andere Menschen sind, die was Lustiges schreiben, schreiben selbst nicht so viel. Andere nehmen es sehr wahr, als da bringe ich Gedanken mal unters Volk, da kann ich... Vielleicht auch mal neue Impulse setzen. Manche benutzen es als Tagebuch, als Fototagebuch oder als Tagebuch. Manche in Form von Communities. Eine Riesenmöglichkeit und alles ist fein. Für mich ist alles fein. Ich finde das alles richtig. Es gibt kein richtig oder falsch.

Teilen, was dich bewegt – Facebook soll Spaß machen

Florian: Ja, die Frage ist, bringt es dir was? Oder was ist das, was du da rausziehst? Wie fühlst du dich dabei, wenn du da was postest oder was von dir teilst? Ich mag einen amerikanischen Autor sehr gerne, Seth Godin. Und eine der großen Lektionen, die ich von ihm habe, ist, öfter mal was zu teilen oder öfter was zu veröffentlichen auch. Weil du hast ein tolles Leben, egal was du tust. Und wenn du das teilst, was du an Erkenntnissen hast, was dich beschäftigt, was dich bewegt, dann ist es wertvoll für andere Menschen. Egal wie klein der Rahmen ist.

Miriam: Oh, schön. Ich finde, es gibt einen Trend, der da hingeht. Das merken wir an vielen Stellen. Weil immer mehr Menschen bereit sind, ihr Wissen zu teilen, ihre Erfahrungen zu teilen. Wir haben einen schönen Jubiläumspodcast gemacht, da greifen wir das Thema auf. Teil die schönen Dinge in deinem Leben. Für andere, es sind bestimmt eins, zwei und bei manchen viel, viel mehr noch dabei, die sehr dankbar sind für deine Tipps, für deine Ideen, vielleicht einfach nur für die Inspiration, die du schenkst. Ich finde auch, das ist einer der Hauptpunkte, um auf Facebook mit großer Liebe und Begeisterung dabei zu sein. Facebook soll Spaß machen. Vor allem soll es bitte Spaß machen. Hey, wir reden nicht von Leben und Tod und wir reden auch nicht von der FAZ, sondern von Facebook. Passt die gleichen Anfangsbuchstaben. Liebe Angie, vielen Dank für das tolle Thema und das uns wiederum inspiriert hat, einen Podcast darüber zu machen. Der zweite Facebook-Podcast übrigens schon. Wir haben es auf Mach dich sichtbar schon mal sehr genauer unter die Lupe genommen. Also wenn du noch einen Podcast im Anschluss hören wollen würdest, der zu dem Thema ist, dann hör dir den Sichtbar machen, Mach dich sichtbar Podcast an. Wir danken dir fürs Zuhören, wie immer, freuen uns auf nächste Woche. Am 4.11. sind wir in Eisenach auf der Wartburg in Thüringen und geben ein Tagesintensiv-Workout für deine Sprache und Kommunikation. Komm zu uns in die Welt der Zaubersprache. Es gibt noch Plätze, es gibt noch Tickets. Erkundige dich auf unserer Seite www.kontext*denken.de. Vielen Dank fürs Zuhören.

Florian: Tschö. Tschö.

Miriam: Mehr von uns gibt es unter www.kontext*denken.de. Unsere Seminare, unsere Workshops und unsere MP3-Downloads findest du auf unserer Seite. Wir freuen uns auf dein Feedback und sagen Tschüss bis nächste Woche. Bis zum nächsten Podcast.

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