Was Deine Wohnung oder Dein Auto über Dich verraten!

06.02.2019

Vielleicht ist es Dir (zumindest nebenbewusst) schon einmal aufgefallen: Das Auto, die Wohnung und der Kühlschrank sind nicht nur sehr persönlich "verwendete" Dinge eines Menschen - sie sind auch sehr unterschiedlich.

Um genau zu sein sind sie wie eine Art Spiegel des Inneren einer Person. Ja, das klingt verwegen. Und ich liebe diese Annahme und dieses kleine Spiel mit den Welten, die Menschen sich erschaffen. Unbewusst, wohlgemerkt. Denn einige Menschen würden ja jetzt zum Beispiel argumentieren: Wenn ich mehr Geld hätte, würde es in meiner Wohnung anders aussehen. Und ich würde ein ganz anderes Auto fahren!

Das stimmt. Und damit haben sie ja eine der Herausforderungen in ihrem Leben bereits verraten: Offenbar entsprechen das Interieur und die Automarke in Etwa dem finanziellen Momentum, das Du vorfindest. Und auch offensichtlich einer der Herausforderungen, die derzeit bestehen, denn sonst wären sie ja glücklich damit. ;-)

Oder Du hast es mit einem minimalistisch lebenden und denken Menschen zu tun, dann wäre er sehr zufrieden mit wenig Inventar und ist auch in seiner Persönlichkeit sehr auf das wesentliche konzentriert. Dann allerdings würdest Du eine sehr aufgeräumte, kleine Wohnung mit klarem, funktionalem Einrichtungsstil vorfinden. Kein Gestückel, keine Notlösungen, keine Unordnung. Schau immer auf das Ganze und auch darauf, wie zufrieden jemand in seinen vier Wänden lebt. Ist die Zufriedenheit groß, kann das vermeintliche "Chaos" auch auf große schöpferische Kraft hinweisen. Allerdings nur, wenn es im Arbeitsbereich stattfindet. ;-)

Und wie immer: Dieser Artikel schließt pathologische Fälle aus. Hat jemand deutliche "Messie-Symptome" sind sie nicht geeignet für eine Handtaschenanalyse, sondern der Job eines Psychotherapeuten (sieh an!). Und mit diesen Themen befasst sich der Artikel nicht. Es geht um fast normale Menschen ;-), so wie Dich und mich.

Und das, was Du beim genauen Hinsehen wahrnimmst, reicht aus, um einige wirklich verblüffende Äusserungen Deinem Gegenüber gegenüber machen... wenn Du das möchtest.

Ich gebe Dir später im Text noch ein paar Tipps, wie Du Deine "hellseherischen Fähigkeiten" am witzigsten verpackst. Und auch, was Du in diesem Zusammenhang besser vermeiden solltest. Außer, Du möchtest auf effektive Weise ein paar Kontakte verlieren.

Grundsätzlich neigen Menschen scheinbar zuverlässig dazu, ihre momentane Seelenlage oder einige Grundcharakterzüge auch dadurch nach außen zu kommunizieren, wie sie sich einrichten, welche Dinge sie kaufen und wie viel "Ordnung" sie in bestimmten Bereichen haben.

Der US-Psychologe Sam Gosling zum Beispiel beschäftigt sich seit über 10 Jahren mit dem Zusammenhang von unserer Persönlichkeit und unseren vier Wänden.

Und wenn Du im Geiste einfach einmal die Einrichtung, das Alter der Möbel, die Materialien und die Ordnung / Sauberkeit in einigen Häusern oder Wohnungen von Menschen durchgehst, die Du kennst, dürfte es bei Dir jetzt bereits "Klick" machen und Du spürst erstaunliche Erkenntnisse. ;-)

Die folgenden Punkte kannst Du Dir einfach merken und dann selbst einige Rückschlüsse ziehen, was ein Einrichtungsstil und die auffälligen Details über den Menschen aussagen, in dessen heiligen Hallen Du zum Beispiel gerade zum Kuchenessen eingeladen bist:

Größe der Wohnung / des Hauses:
Manchmal scheint ja eine Wohnung wirklich etwas klein, für all die Möbel und Menschen, die sich darin befinden. Andersherum gibt es riesige Häuser mit vielen Zimmern, in denen sich ein oder zwei Menschen aufhalten.
Die Fläche, die Deckanhöhe und auch die Größe der einzelnen Zimmer lassen auch Schlüsse über die gerade vorhandene "innere Größe" eines Menschen zu. Dies kann sich ändern. Klar. Ein Mensch, der zum Beispiel durch einen neuen, für ihn besseren Beruf viel mehr Selbstbewusstsein und größere Horizonte erschafft, könnte laut Goslings Annahmen bald die 25 qm Miniwohnung gegen eine große Wohnung mit Garten eintauschen. Das "passt" dann besser zu ihm.
Wir leben in einer 100 qm Wohnung, die einen seeehr großen, offenen Wohn-Es-Arbeitsbereich hat und dafür recht kleine Schlafzimmer. Die Deckenhöhe ist giebelhoch, wir schauen also im Wohnzimmer hoch bis in die Dachspitze.
Das sagt viel über unser Mind-Set aus: Wir bauen gerade ein Business auf, denken sehr hoch und sehr groß, haben riesige Zukunftspläne und Arbeiten, Essen, Leben sind für uns derzeit Eins, weil wir viel Zeit mit Arbeit verbringen.
Zum Schlafen kommen wir eher zu kurz und ein bisschen zu wenig - und dann gerade ist das "kleine, kuschelige Nest" ein gegensätzlicher Ort, an dem wir aus den großen Visionen in eine überschaubare Geborgenheit eintauchen.

Gesamteindruck:
Wie wirkt die Wohnung, die Du vor Deinem geistigen Auge oder wenn Du Dich umblickst gerade siehst auf Dich? Welche Worte fallen Dir ein, um sie jemandem zu beschreiben, der sie nicht kennt?
Piksauber, aufgeräumt, klar, geordnet, gemütlich, liebevoll, zweckmäßig, chaotisch, begrünt, warm, kalt, kuschelig, repräsentativ, luxuriös, ästhetisch, funktional, witzig, künstlerisch, fröhlich, einladend, unbequem, bunt... was kommt Dir in den Sinn. schreibe die ersten drei oder vier Worte auf, die Dir spontan einfallen und denke dann an den momentanen Zustand des Menschen, der darin wohnt. ;-)

Mobiliar:
Ist es vorrangig echtes Holz und Leder, Spanplatte, Plastik, Glas oder Metall? Sind die Möbel schon 20 Jahre alt (und damit offenbar auch sehr haltbar) oder top of the Trend? Sind sie teure, individuelle Designerstücke? Sind sie farblich sehr angepasst oder bunt und wild? Edel oder klassisch? Welche Farbe dominiert?
Hast Du die vielen Adjektive bemerkt?
Genau. Ein klassisch-konservativer Mensch entscheidet sich vermutlich nicht für die kunterbunt handbemalte Kommode mit Kuhfell-Schubladen und einem indischen Perlenvorhang, sondern kauft echte deutsche Handwerkskunst aus Edelholz. Vermutlich legt er auch in anderen Bereichen wert auf "bleibende Werte", zum Beispiel in der Partnerschaft oder im Beruf.

Details:
Gibt es in der Wohnung viel "Nippes", wie der Rheinländer sagt? Also viel Dekoration, auch im Klitzekleinen? Ist diese Dekoration sehr wohlüberlegt platziert oder sieht es an der einen oder anderen Stelle eher etwas tumultig und zufällig aus - vielleicht weil der Mensch, der hier dekorierte, sich schlecht von Dingen trennen kann? Oder weil er alles, was er hat, gerne zeigen möchte - und hat dafür keine Glasvitrine (was auch wieder Schlüsse zulässt). Ist alles farblich und jahreszeitlich abgestimmt und wird entsprechend oft verändert und angepasst oder gibt es "Standard-Teile", die einfach immer an bestimmten Stellen stehen?
Sind die Dinge auffällig überwiegend Relikte und Gegenstände aus Kindheit und Erbschaften? Dann gibt es vermutlich spannendes, glückliches oder auch aufzuarbeitendes in der Vergangenheit, das derjenige nicht loslassen kann oder möchte.
Findet sich viel echte Kunst? Wie künstlerisch sieht der Mensch, um den es hier geht, sich selbst? Könnte er mehr Kunst selbst erschaffen, wenn er nur die Ausbildung gehabt hätte oder geht es um Prestigestücke, die repräsentativ angeordnet sind? Wer soll damit beeindruckt werden? Oder geht es demjenigen um "Echtheit" - wo genau ist diese dann in seinem Leben? Vermutlich hat sie einen hohen Stellenwert.
Gibt es unzählige Pokale, Urkunden und ganze Wände voller Zertifikate oder Jagdtrophäen? Hier haben wir es mit dem Selbstbewusstsein des Menschen zu tun, das er offenbar in bestimmten Bereichen durch die Erinnerung an vergangene Erfolge stützt und stärkt.
Lass einfach Deinen Blick schweifen und bleibe gedanklich dort, wo Du etwas auffälliges wahrnimmst. Und dann finde beschreibende Worte. Und dann denk an die Persönlichkeit des Bewohners. :-)

Natürlich geht das Analysieren weiter bis Ultimo, wenn es Dir Spaß macht. Teppich oder Hartboden, Fliesen oder Holz? Fußbodenheizung oder Kachelofen? Und wenn offener Kamin, wie oft wird er genutzt? Ist er meist nur Zierde? Dient er der Verbreitung einer sehr ursprünglichen Wärme, nämlich der des offenen Feuers? Gardinen - ja oder nein? Sind diese fensterbedeckend und sorgen für völlige Diskretion oder sind sie lediglich Zierde von rechts und links und Nachbarn könnten gerne in die Wohnung blicken, wenn sie es denn wollten? Was lässt das für Schlüsse auf die Person zu, die eher offen und zugänglich ist oder lieber Dinge mit sich selbst ausmacht und wenigen Menschen Einblicke in ihre Privatsphäre gibt?

Bevor Du nun anfängst, arme Freund und Bekannte in charakterliche Schubladen zu donnern, beachte bei solcher Art von Betrachtungen bitte immer, dass Einrichtungsstile und Wohnungsgrößen sich ändern können - wenn Menschen sich und ihre Lebenssituationen verändern. Nichts ist in Stein gemeißelt.

Und wenn Du Freunde oder Bekannte mit Deinen Analysen verblüffen möchtest, dann greif Dir gedanklich gerne eins der herausstechendsten Details der Wohnung - Beispielsweise kunterbuntes Chaos in Küche oder Arbeitszimmer (an beiden Orten wird "gearbeitet", deshalb deuten sie meist auch auf berufliche Situationen hin) - und lass so etwas fallen wie: "Viel los in Deinem Kopf, gerade, oder? Beschäftigen Dich viele Sachen?"

Und nimm einfach wahr, wie Dein Gegenüber reagiert.

Ach, eine Bitte. Beleidigungen wie: "Wenn ich mir Deine Wohnung so anschaue, könntest Du dringend mal eine Detox-Kur vertragen, so dreckig wie es hier ist. Vermutlich solltest Du vom Arzt mal Deine Darmbakterien checken lassen." kommen NICHT GUT AN.
Und tatsächlich kann eine sehr ungepflegte, nie geputzte Wohnung auch Hinweise auf den momentanen Umgang des Menschen mit seinem Körper geben. Und das kannst Du ja für Dich behalten.

Geh bei Deinen Deutungen bewusst ins Positive und werte alles, was Du siehst und wahrnimmst möglichst schöpferisch und positiv. Unordnung in manchen Räumen zeugt oft von einer "Baustelle", noch nicht abgeschlossenen Projekten oder vielen Anforderungen, die gleichzeitig verlaufen. Hier ist eine Frage nach dem beruflichen oder privaten Stress vielleicht sogar angebracht, um dem anderen Deine Hilfe anzubieten. Denn wenn innere Ordnung hergestellt ist, folgt in sehr vielen Fällen auch ein "Aufräumanfall" in der Wohnung oder dem Auto.

Und: Eine junge Mutter, die gerade ein Baby stillt, beseitigt vermutlich nicht täglich Staubmäuse unter Sofas. Warum? Weil sie gerade besseres zu tun hat!

Dieser Artikel soll Dich ein bisschen wacher werden lassen, wenn Du zum Beispiel zum ersten Mal zu jemandem nach Hause eingeladen bist. Oder es kann Dir erleichtern, Dich in die Lebenssituation eines Menschen hinein zu versetzen.
Wie im Innern, so im Außen.

Das gilt übrigens gleichermaßen für Wohnungen, Autos, Kleiderschränke und Kühlgefrierkombinationen. An letztere kommen wir in den seltensten Fällen heran, wenn wir jemanden zum ersten mal besuchen. Und spannend ist ja auch: Wie siehts in Deinen Schränken und Schubladen so aus? Und welche Schlüsse lässt das auf Dich zu?

Viel Spaß beim "Genauhinsehen" und beim Erkenntnisse gewinnen!

Bis bald - und wenn Du gerne mehr und präzisere kommunikative Werkzeuge erlernen möchtest: Du bist in unseren beruflichen und privaten Weiterbildungen sehr und jederzeit willkommen.

Deine Miriam