Deine Wirkung auf andere... und wie Du wieder anfängst, zu leuchten

14.02.2018

Es ist ein Theater für 750 Menschen. Wenn der Saal voll ist und Du Dich hinter den geschlossenen Vorhang stellst, kannst Du durch den dicken Samt das Raunen der vielen Zuschauer hören. Ihr Atmen, ihre leisen Gespräche, ihren Puls. Du nimmst die Mischung aus verschiedenen, teuren Parfums wahr und siehst durch die Ritzen des Vorhangs das festliche Licht des noch erleuchteten Publikumsraumes. Und Du weißt: Gleich gehört diese Bühne Dir... welche Gefühle macht Dir diese Vorstellung?

Unglaublich und vollständig wahr: Es gibt Menschen, die diesen Augenblick, kurz vor dem Auftritt, mehr genießen als Weihnachten und Ostern zusammen. Sie scharren innerlich mit den Hufen. Sie können es kaum erwarten, auf diese sehr altehrwürdige Weise für und vor Menschen sprechen, musizieren, spielen oder singen zu dürfen.

Und sehr viele Menschen, deutlich mehr als ich selbst dachte, empfinden genau diesen Augenblick ungefähr als das schlimmste, was ihnen nach "Sterben" passieren kann. Solltest Du diese anderen Gefühle vor dem Öffnen des Vorhangs von Dir kennen oder aus diesem Grund bisher tolle Gelegenheiten für Dich und Dein Business abgelehnt haben, könnte dieser Blog-Artikel spannend für Dich werden.

Denn - huiiii - Charisma-Aufbau und Entspannung vor einem Auftritt sind erlern- und trainierbar. Sie helfen Profis und stützen Anfänger und Amateure in diesem Bereich. Es sind die zwei großen Fähigkeiten, die einen Menschen von der ersten Sekunde seines Vortrags oder seiner Präsentation an zu einem Publikumsmagneten machen.

Oft wird darum ein Riesen-Wissenschaftskreis gezogen. In Moderationsausbildungen werden die Techniken zum Charisma-Aufbau gerne "Königsklasse" der Bühnenpräsenz genannt. Und was macht das Gehirn, wenn es eine solche Aussage hört?

Es denkt sich: "Oooh jeeee, das ist bestimmt schwierig und kompliziert und dann kann ich das schon mal gar nicht."

Die gute Nachricht (und mit dieser Vorannahme arbeiten wir intensiv in unserer eigenen Moderatoren- und Präsentatorenausbildung):

Jedes Baby, das zur Welt kommt, ist charismatisch. Es ist so voller Charisma, dass alle Menschen, die es umgeben, ständig zu ihm hinsehen möchten. Es reicht ein Blick, ein Lächeln dieses kleinen Menschleins, und Mutter, Vater, Onkel, Tante, Nachbarin und Supermarktverkäuferinnen schmelzen geradezu dahin. Das ist die 100% Variante von Charisma. So geht das. Diese kleinen Zauberer - die wissen noch, wie sie so leuchten, dass es nachts in ihrem Zimmer nie ganz dunkel wird.

Und warum scheint diese herrliche Gabe, dieses Geschenk, das wir mit auf diesen Planeten bringen, bei vielen Erwachsenen so gut versteckt?

Diese Frage erübrigt sich angesichts der Erziehungskultur, in der wir alle groß werden (oder eher klein?).

"Eigenlob stinkt", "Bescheidenheit ist eine Zier", "Spiel Dich nicht so in den Mittelpunkt", "Wer nicht auffällt, fällt nicht hin...", bla bla bla bla. Wir alle haben solche oder ähnliche Sprüche als Kinder im Kindergarten und der Schule zur Genüge gehört.

Wir haben sie sogar so oft gehört, dass wir irgendwann unsere moralischen Werte für das Empfinden zu uns selbst auf sie ausgerichtet haben. Manche Menschen loben sich nicht nur selbst nicht mehr - sie nehmen Lob von anderen auch nicht mehr an. Ja - da geht irgendwann die Lampe aus. Ganz ohne Doppelkorn und Pernot. Bäm.

Bei unseren Seminaren lernen wir Menschen kennen, die so charismatisch sind, dass sie uns schon bei der Begrüßung völlig begeistern. Und sie sagen uns Sachen wie: "Ich fühle mich oft so unsicher, wenn ich vor anderen Menschen sprechen soll." oder "Was mir fehlt, ist diese tolle Ausstrahlung, die Ihr habt." Und wir fragen uns: Was stimmt denn da nicht?

Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung... vermutlich hast Du das selbst schon bei anderen bemerkt. Und bei Dir vielleicht auch. Und was genau kannst Du konkret tun, damit, sobald Du einen Raum betrittst, endlich wieder die Sonne aufgeht? Oder falls Du diesen Effekt bei Dir schon bemerkt hast: Wie kannst Du dafür sorgen, dass das immer klappt und dass Du es selbst merkst, bevor andere es Dir sagen?

Denn hier gibt es keinen Unterschied von der großen Bühne zum kleinen Konferenzraum, vom Schulungsraum zum Abendbrottisch mit der Familie. Die Energie, von der wir im Fall des "Charisma" sprechen, ist tatsächlich die selbe. Sie ist wie ein eingebauter Flutlicht-Scheinwerfer. Und den haben alle Menschen. Manche haben ihn lediglich im Laufe des Lebens gedimmt oder ausgeknipst.

Hier kommt ein schnelles Selbsthilfe-Programm, das Dir auf jeden Fall schon mal hilft, in Zukunft wieder mehr Helligkeit um Dich herum zu verbreiten:

  1. Sei Dir klar darüber, dass Du Deinen Scheinwerfer bedienst - und kein anderer!

Klingt banal, und ist so. Kein Mensch auf diesem Planeten ist im Stande, Dein Licht auszuknipsen - außer Du selbst. Egal, wie die Grundlaune in Deiner Firma von anderen Mitarbeitern auch sein mag, egal, wie die Stimmung in Deiner Familie aktuell noch ist: Der Schalter zu Deinem "Flutlicht" ist in Deinem Gehirn verborgen. Und Du kannst ihn bedienen.

Manchmal haben es Menschen in der Vergangenheit vielleicht geschafft, dass Du ihn selbst ausgeschaltet hast, diesen Scheinwerfer. Das könntest Du ab jetzt sehr leicht ändern.

Stell Dir wirklich vor, Du hättest eine Lampe vor Deiner Stirn montiert. Eine total moderne, sehr teure Lampe. Leicht, klein und mit einer ungeheuren Leuchtkraft. Wenn Du sie anschaltest, braucht die Stadt nachts keine Straßenlaternen mehr. Und ja, Du hast recht, dafür brauchst Du einen Schalter. Ich persönlich liebe Kippschalter. So ein bisschen nostalgisch. Die erzeugen so ein sattes "Klack", wenn sie umgelegt werden.

Dieser Schalter ist bei mir irgendwo zwischen Oberbauch und Bronchien montiert. Keine Ahnung warum - ich dachte mir damals einfach: "Wo wäre dieser Schalter für Dich am sinnvollsten angebracht?" Und zack, wusste ich: Da sitzt er richtig. Selbstverständlich hast Du die Wahl zwischen allen Arten von Schaltern. Vom Druckknopf bis zum Touchscreen ist alles erlaubt. In weiß, in Echtgold 24 Karat, aus deutscher Eiche, in Edelstahl, in Samt und Seide - Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Nachdem Du nun Dein Flutlicht anschalten kannst, tu es einfach mal. Im Geiste. Egal, wo Du gerade sitzt, stehst oder liegst. Und dann wundere Dich über Deine Beleuchtungsmöglichkeit. Sie taucht den Raum, der vor Dir liegt, in ein grandioses Bühnenlicht. Alles in diesem Licht wirkt hell, glitzernd und strahlend schön. Du kannst die Ausrichtung dieser Lampe verändern. Beleuchte damit im Geiste einen bestimmten Menschen, einen Spot im Raum oder den ganzen Saal. Ja stimmt, dafür darfst Du Deinen Kopf gerade halten. Sonst funzelt das tolle Licht ja nur auf Deine Füße.

Vielleicht hat Dich der Gedanke an diesen Halogenscheinwerfer vor Deiner Stirn ja schon zum Schmunzeln gebracht. Das ist großartig. Denn hier kommt Tipp Nummer 2:

  1. Bring Dich in strahlende Laune

Sehr wichtig. Ich meine, dass DU Dich in strahlende Laune bringst. Oft macht es ja kein anderer. ich persönlich habe meinen geliebten Traummann Florian an meiner Seite, der mir nötigenfalls Flachwitze vorliest, bis der Papst vor Lachen vom Thron fällt und manchmal ist Florian auch gerade nicht da.

Dann konsultiere ich vor meinen "Auftritten" (egal ob im Live-TV oder vor dem Abholen meiner beiden Wikinger in der Schule) folgende Links:

a) Der Witz vom Olli - unglaublich, dieser Mensch. Allein mit seiner Laune beim Witze-Erzählen steckt er mich schon an!

https://www.youtube.com/channel/UCTM6a-7GjvDqEckSfEvg1Fw

oder

b) Flachwitze im Internet. Der Vorteil: Die sind kurz und damit schnell gelesen. Und spätestens nach dem fünften hab ich einmal gelacht. Hier ist nur eine mögliche Plattform - es gibt hunderte davon im deutschsprachigen Raum:

https://1a-flachwitze.de/

Motivierende Up-Beat Musik hilft bei dieser Art von Charisma-Erweckung übrigens auch. Vielleicht ist Dir ja schon mal aufgefallen, dass Menschen, die viel lachen auch irgendwie entspannter wirken. Das ist wissenschaftlich übrigens beweisbar.

Michael Titze, Dozent am Märkischen Institut für Psychotherapie in Baruth/Mark (Brandenburg) erklärt die Veränderung der Gehirnwellen durch lautes Lachen, die Anreicherung von Sauerstoff im Blut und im Gehirn und das Muskel-Workout bei einem Lachflash (über 100 Muskeln sind nötig, um lautes Lachen zu erzeugen).

Quelle: www.welt.de

Vielleicht macht Dich tanzbare Schlagermusik fröhlich, vielleicht satter Rock'n Roll oder schnelle, schöne Popsongs. Musik hilft hier beinahe so gut wie Flachwitze. Beides zusammen finde ich immer noch am besten. Und mit Deinem Handy und ein paar Kopfhörern oder alleine im Auto kannst Du Dich wunderbar mit mindestens einem von beiden Fröhlichmachern versorgen.

Klar - Du könntest jetzt sagen: Und wenn gerade alles ganz traurig ist oder wenn das Thema, über das ich sprechen soll, ein ernstes Thema ist?

Auch dann. Ich moderiere und spreche seit 20 Jahren auf Bühnen und im TV. Meistens sind die Themen vorgegeben. Und in der ARD waren sie selten lustig. Wichtig ist, dass fröhliche, entspannte Laune Dir Charisma verleiht.

Während dem Verlesen der aktuellen Nachrichtenmeldungen würde ich einen Lachflash vor der Kamera für unangemessen halten. Als Sprecherin jedoch bringe ich mich vorher in eine gute Stimmung - ähnlich wie bei einer Gitarre oder einer Flöte. Ein Instrument darf gut gestimmt sein. Dann klingt es besser. Auch das gehört zum Kapitel Charisma. Deine Stirn-Lampe benötigt keinen Strom, sie benötigt positiv geladene Energie. Passt ja sogar...

  1. Nimm alles, was Dich gleich erwartet als Geschenk entgegen und beleuchte es mit Deiner Stirnlampe!

Ein Klasse-Tipp. Wenn ich nicht wüsste, dass meine Leser schon einiges von mir gewöhnt sind, würde ich diesen dritten Hinweis auslassen. Der liest sich schon etwas schräg - wenn ich da jetzt mal genauer hinschaue...

Und es ist genau die Technik, mit der charismatische Menschen ihr Publikum garantiert verzaubern. Sie lieben die Individualitäten, auf die sie treffen. Sei es in einem Meeting, einer Schulklasse, einer Familie oder in einem voll besetzten Theaterhaus. Ja, da kann es sein, dass der eine oder andere Anwesende von Deinem Flutlichtscheinwerfer etwas geblendet ist - zunächst. Augen gewöhnen sich an Licht. Das ist biologisch nachweisbar - von daher darfst Du entspannt "angeschaltet" bleiben.

Die Einstellung zu haben, dass auch ein pubertierender Teenager, der sich gegen fast alles auflehnt, ein mürrischer Chef oder ein ängstlicher Kollege eine Botschaft für Dich haben, hilft sooooo sehr.

Selbst wenn es bisher nicht Deinem Bild von "Realität" entsprach. Denn was ist die Alternative? Ich kann ebenfalls anfangen, herum zu zicken, mürrisch zu sein oder Angst zu haben. Das stimmt. Und bis jetzt haben das viele meiner Leser auch brav gemacht: Der jugendliche Sohn sagt freche Sachen - dann wird zurückgeschossen. Und "klack", ist das Charisma Licht wieder aus.

Möchte ich wirklich, dass ein anderer Mensch mich auf diese Weise "dunkler" dreht? Ich für mich habe entschieden: Nein.

Ich bringe Verständnis auf - oh ja. Ich war selbst mal jugendlich. Da geht es eben hormonell rund und um Abnabelung geht's auch und hey... ein mürrischer Chef ist keine tödliche Krankheit. Er hat eben seine Sorgen und Themen und er hat nichts mit Deinem Halogenscheinwerfer zu tun. Dann blendet es eben am Anfang ein bisschen. Toll ist, wenn Du einen Chef hast, der auch schon "angeschaltet" ins Meeting kommt. Dann könnt Ihr zu zweit tolle Lichteffekte in den Herzen der Menschen erzeugen...

Und im großen Theater-Raum?

Da nutze ich die Möglichkeit, meinen Charisma-Leuchter über den Köpfen der Zuschauer zu schwenken und zu kreisen und irgendwann fangen einige im Zuschauerraum ebenfalls an zu leuchten (meist an einem Lächeln zu erkennen). Und dann freu ich mich wie Honig auf Nuss-Eis und warte, bis der Saal heller und heller wird. Weil Charisma ansteckend sein kann. Vor allem von einer Bühne aus.

Dann ist ein bisschen Aufregung vor dem Auftritt sogar toll - denn Du packst sie einfach als Starkstrom-Zusatz mit in Deinen Stirn-Scheinwerfer.

Wer vor seinem Auftritt, seiner Präsentation, seiner Familienbesprechung erst einmal anfängt zu strahlen, der wird einige kleine und große, tolle Wunder erleben.

Das habe ich getestet. Über viele, viele Jahre. In allen Bereichen.

Diese drei Mini-Hilfen sind schon sehr probat und sollen Dir im "Notfall" weiterhelfen. Wenn Du mehr im Bereich Moderation, Präsentation, Lampenfieber-Medizin, Charisma / Ausstrahlung und Stimme / Sprache lernen möchtest, komm im Oktober zu unserem Pro-Seminar. Fünf intensive Tage für Dich und Deine Präsentations-Skills. Wir sind am Start. Und wir üben mit Dir all diese Techniken ein - und noch einige mehr. So dass Du sie direkt in Deinem Business anwenden kannst.

Danke für's Lesen und viel Spaß beim "anknipsen" wünscht

Miri